Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (7), item 25

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 linkes Blatt 

denen Riemen über die dicken

Strümpfe geschlungen werden

oder mit Stulpenstiefeln, die

Frauen mit Kopftuch oft wohl-

feile Perlenketten um den Hals

Natürlich gibt es allerhand Ab-

weichungen. Die Frauen bieten

im ganzen ein buntes Bild.

Das Landvolk besteht wohl aus

Rumänen.

In der Stadt gibt es ein deutsches

Viertel. Wie mir der in der Feld-

buchhandlung verkaufende

Soldat, der mich darauf auf-

merksam machte, erklärte,

geben sie an von den "maroden

Sachsen" abzustammen. Das

deutsche Viertel heisst auch die

"Zipperei". Völlige Klarheit


 rechte Seite 

über ihre Herkunft scheinen sie al-

so nicht zu besitzen. Natürlich

benütze ich die lange Wartezeit,

um hinzugehen. Wie deutlich

unterscheiden sich doch diese schon

lange versprengten Kinder Deutsch-

lands von ihrer "balkanischen" Um-

gebung durch ihre einfache hei=

matliche Tracht. Das Aussehen ist

noch sehr deutsch, die Aussprache

ist gut.

Die Geschäfte sind auch hier in

Händen der Juden. Die Häuser

wie im Becken von Maramaros Sziget

Unterbau auch wohl aus Ziegeln.

Häufiger zeigt sich - auch schon auf der

Fahrt hierher - der aus Rumänien

so vertraute Säulenvorbau. Weiter-

fahrt im Zuge das Vissotal und

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 linkes Blatt 

denen Riemen über die dicken

Strümpfe geschlungen werden

oder mit Stulpenstiefeln, die

Frauen mit Kopftuch oft wohl-

feile Perlenketten um den Hals

Natürlich gibt es allerhand Ab-

weichungen. Die Frauen bieten

im ganzen ein buntes Bild.

Das Landvolk besteht wohl aus

Rumänen.

In der Stadt gibt es ein deutsches

Viertel. Wie mir der in der Feld-

buchhandlung verkaufende

Soldat, der mich darauf auf-

merksam machte, erklärte,

geben sie an von den "maroden

Sachsen" abzustammen. Das

deutsche Viertel heisst auch die

"Zipperei". Völlige Klarheit


 rechte Seite 

über ihre Herkunft scheinen sie al-

so nicht zu besitzen. Natürlich

benütze ich die lange Wartezeit,

um hinzugehen. Wie deutlich

unterscheiden sich doch diese schon

lange versprengten Kinder Deutsch-

lands von ihrer "balkanischen" Um-

gebung durch ihre einfache hei=

matliche Tracht. Das Aussehen ist

noch sehr deutsch, die Aussprache

ist gut.

Die Geschäfte sind auch hier in

Händen der Juden. Die Häuser

wie im Becken von Maramaros Sziget

Unterbau auch wohl aus Ziegeln.

Häufiger zeigt sich - auch schon auf der

Fahrt hierher - der aus Rumänien

so vertraute Säulenvorbau. Weiter-

fahrt im Zuge das Vissotal und


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  • May 1, 2017 15:09:17 Monika Buck

     linkes Blatt 

    denen Riemen über die dicken

    Strümpfe geschlungen werden

    oder mit Stulpenstiefeln, die

    Frauen mit Kopftuch oft wohl-

    feile Perlenketten um den Hals

    Natürlich gibt es allerhand Ab-

    weichungen. Die Frauen bieten

    im ganzen ein buntes Bild.

    Das Landvolk besteht wohl aus

    Rumänen.

    In der Stadt gibt es ein deutsches

    Viertel. Wie mir der in der Feld-

    buchhandlung verkaufende

    Soldat, der mich darauf auf-

    merksam machte, erklärte,

    geben sie an von den "maroden

    Sachsen" abzustammen. Das

    deutsche Viertel heisst auch die

    "Zipperei". Völlige Klarheit


     rechte Seite 

    über ihre Herkunft scheinen sie al-

    so nicht zu besitzen. Natürlich

    benütze ich die lange Wartezeit,

    um hinzugehen. Wie deutlich

    unterscheiden sich doch diese schon

    lange versprengten Kinder Deutsch-

    lands von ihrer "balkanischen" Um-

    gebung durch ihre einfache hei=

    matliche Tracht. Das Aussehen ist

    noch sehr deutsch, die Aussprache

    ist gut.

    Die Geschäfte sind auch hier in

    Händen der Juden. Die Häuser

    wie im Becken von Maramaros Sziget

    Unterbau auch wohl aus Ziegeln.

    Häufiger zeigt sich - auch schon auf der

    Fahrt hierher - der aus Rumänien

    so vertraute Säulenvorbau. Weiter-

    fahrt im Zuge das Vissotal und

  • May 1, 2017 15:08:15 Monika Buck

     linkes Blatt 

    denen Riemen über die dicken

    Strümpfe geschlungen werden

    oder mit Stulpenstiefeln, die

    Frauen mit Kopftuch oft wohl-

    feile Perlenketten um den Hals

    Natürlich gibt es allerhand Ab-

    weichungen. Die Frauen bieten

    im ganzen ein buntes Bild.

    Das Landvolk besteht wohl aus

    Rumänen.

    In der Stadt gibt es ein deutsches

    Viertel. Wie mir der in der Feld-

    buchhandlung verkaufende

    Soldat, der mich darauf auf-

    merksam machte, erklärte,

    geben sie an von den "maroden

    Sachsen" abzustammen. Das

    deutsche Viertel heisst auch die

    "Zipperei". Völlige Klarheit


     rechte Seite 

    über ihre Herkunft scheinen sie al-

    so nicht zu besitzen. Natürlich

    benütze ich die lange Wartezeit,

    um hinzugehen. Wie deutlich

    unterscheiden sich doch diese schon

    lange versprengten Kinder Deutsch-

    lands von ihrer "balkanischen" Um-

    gebung durch ihre einfache hei=

    matliche Tracht. Das Aussehen ist

    noch sehr deutsch, die Aussprache

    ist gut.

    Die Geschäfte sind auch hier in

    Händen der Juden. Die Häuser

    wie im Becken von Maramaros Sziget

    Unterbau auch wohl aus Ziegeln.

    Häufiger zeigt sich - auch schon auf der

    Fahrt hierher - der aus Rumänien

    so vertraute Säulenvorbau. Weiter-

    fahrt im Zuge das Vissotal mit


Description

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  • 47.7150521||24.4396734||

    Felsővisó

  • 47.927707||23.8976506||

    Maramaros Sziget

Location(s)
  • Document location Felsővisó
  • Additional document location Maramaros Sziget


ID
843 / 4418
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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  • Eastern Front
  • Western Front




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