Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (5), item 95

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                                                                      27/VII 17

Mein Herzenstrautli, so sitze ich

wieder am Westbahnhof in Budapest

und fühle mich trotz

wenig Schlafes ganz frisch. Wunderbar

tief war wider das letzte

Stück Fahrt durch die Berge vor

Budapest. Strom und Berge

waren von einem undendlich

zarten graublauen Dufte umfangen.

wie reich ist das Leben,

das vor uns ist. Das muss uns

stark machen. Und dann solche

Wochen wie sie hinter uns sind,

die geben Kraft zum Durchhalten

durch Schwerstes.

     Eben habe ich einen unserer

Fernsprecher (Kurschenksi) getroffen,

der von der Batterie auf

Urlaub fährt. Er hat mir allerlei


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für mich und dich Interessantes

mitgeteilt. Die fdl. Infanterie sollte

bei uns angreifen, hat das aber

verweigert und uns durch

Parlamenätr sagen lassen, wir

möchten nur auf ihre von Franzosen

und Engländern bediente

Artillerie schiessen. Du siehst,

dass auf Angriffe bei uns sobald

nicht zu rechnen ist, kein Wunder,

dass unser Tal im Kriegsbericht

ausfällt. Fw. Bankloh ist

durch einen Zufallstreffer gefallen,

als er von der Beobachtung zu

einer benachbarten Kuppe hinüberging.


Gleich werde ich zum Mittagessen

gehen, dann zur tiefen Donau,

zum Parlament und zur Fischerbastei.

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                                                                      27/VII 17

Mein Herzenstrautli, so sitze ich

wieder am Westbahnhof in Budapest

und fühle mich trotz

wenig Schlafes ganz frisch. Wunderbar

tief war wider das letzte

Stück Fahrt durch die Berge vor

Budapest. Strom und Berge

waren von einem undendlich

zarten graublauen Dufte umfangen.

wie reich ist das Leben,

das vor uns ist. Das muss uns

stark machen. Und dann solche

Wochen wie sie hinter uns sind,

die geben Kraft zum Durchhalten

durch Schwerstes.

     Eben habe ich einen unserer

Fernsprecher (Kurschenksi) getroffen,

der von der Batterie auf

Urlaub fährt. Er hat mir allerlei


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für mich und dich Interessantes

mitgeteilt. Die fdl. Infanterie sollte

bei uns angreifen, hat das aber

verweigert und uns durch

Parlamenätr sagen lassen, wir

möchten nur auf ihre von Franzosen

und Engländern bediente

Artillerie schiessen. Du siehst,

dass auf Angriffe bei uns sobald

nicht zu rechnen ist, kein Wunder,

dass unser Tal im Kriegsbericht

ausfällt. Fw. Bankloh ist

durch einen Zufallstreffer gefallen,

als er von der Beobachtung zu

einer benachbarten Kuppe hinüberging.


Gleich werde ich zum Mittagessen

gehen, dann zur tiefen Donau,

zum Parlament und zur Fischerbastei.


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  • February 21, 2017 00:16:39 Tina J

                                                                          27/VII 17

    Mein Herzenstrautli, so sitze ich

    wieder am Westbahnhof in Budapest

    und fühle mich trotz

    wenig Schlafes ganz frisch. Wunderbar

    tief war wider das letzte

    Stück Fahrt durch die Berge vor

    Budapest. Strom und Berge

    waren von einem undendlich

    zarten graublauen Dufte umfangen.

    wie reich ist das Leben,

    das vor uns ist. Das muss uns

    stark machen. Und dann solche

    Wochen wie sie hinter uns sind,

    die geben Kraft zum Durchhalten

    durch Schwerstes.

         Eben habe ich einen unserer

    Fernsprecher (Kurschenksi) getroffen,

    der von der Batterie auf

    Urlaub fährt. Er hat mir allerlei


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    für mich und dich Interessantes

    mitgeteilt. Die fdl. Infanterie sollte

    bei uns angreifen, hat das aber

    verweigert und uns durch

    Parlamenätr sagen lassen, wir

    möchten nur auf ihre von Franzosen

    und Engländern bediente

    Artillerie schiessen. Du siehst,

    dass auf Angriffe bei uns sobald

    nicht zu rechnen ist, kein Wunder,

    dass unser Tal im Kriegsbericht

    ausfällt. Fw. Bankloh ist

    durch einen Zufallstreffer gefallen,

    als er von der Beobachtung zu

    einer benachbarten Kuppe hinüberging.


    Gleich werde ich zum Mittagessen

    gehen, dann zur tiefen Donau,

    zum Parlament und zur Fischerbastei.


  • February 21, 2017 00:16:34 Tina J

                                                                          27/VII 17

    Mein Herzenstrautli, so sitze ich

    wieder am Westbahnhof in Budapest

    und fühle mich trotz

    wenig Schlafes ganz frisch. Wunderbar

    tief war wider das letzte

    Stück Fahrt durch die Berge vor

    Budapest. Strom und Berge

    waren von einem undendlich

    zarten graublauen Dufte umfangen.

    wie reich ist das Leben,

    das vor uns ist. Das muss uns

    stark machen. Und dann solche

    Wochen wie sie hinter uns sind,

    die geben Kraft zum Durchhalten

    durch Schwerstes.

         Eben habe ich einen unserer

    Fernsprecher (Kurschenksi) getroffen,

    der von der Batterie auf

    Urlaub fährt. Er hat mir allerlei


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    für mich und dich Interessantes

    mitgeteilt. Die fdl. Infanterie sollte

    bei uns angreifen, hat das aber

    verweigert und uns durch

    Parlamenätr sagen lassen, wir

    möchten nur auf ihre von Franzosen

    und Engländern bediente

    Artillerie schiessen. Du siehst,

    dass auf Angriffe bei uns sobald

    nicht zu rechnen ist, kein Wunder,

    dass unser Tal im Kriegsbericht

    ausfällt. Fw. Bankloh ist

    durch einen Zufallstreffer gefallen,

    als er von der Beobachtun zu

    einer benachbarten Kuppe hinüberging.


    Gleich werde ich zum Mittagessen

    gehen, dann zur tiefen Donau,

    zum Parlament und zur Fischerbastei.


  • February 21, 2017 00:10:10 Tina J

                                                                          27/VII 17

    Mein Herzenstrautli, so sitze ich

    wieder am Westbahnhof in Budapest

    und fühle mich trotz

    wenig Schlafes ganz frisch. Wunderbar

    tief war wider das letzte

    Stück Fahrt durch die Berge vor

    Budapest. Strom und Berge

    waren von einem undendlich

    zarten graublauen Dufte umfangen.

    wie reich ist das Leben,

    das vor uns ist. Das muss uns

    stark machen. Und dann solche

    Wochen wie sie hinter uns sind,

    die geben Kraft zum Durchhalten

    durch Schwerstes.

         Eben habe ich einen unserer

    Fernsprecher (Kurschenksi) getroffen,

    der von der Batterie auf

    Urlaub fährt. Er hat mir allerlei


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  • 44.88998250157895||26.58415066249995||

    bei Ploesti, Rumänien

    ||1
Location(s)
  • Story location bei Ploesti, Rumänien


ID
841 / 4138
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Balkans
  • Eastern Front
  • Western Front




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