Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (5), item 64

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                                             14/V 17

Mein Herzenstrautli, wie mag es

dir gehen. Wie verwöhnt bin

auch ich, dass ich die kurze Briefpause

schon so schwer empfinde.

Jetzt bin ich in Erwartung, dass...

- wegen des Telegramms mit

Adresse - der erste Brief schon

kommen könnte.

    Hier ist der wunderbarste Frühling.

Gestern - am Sonntag - war

ich auf einer Höhe über der Stadt,

von der aus man weit auf die

Karpathen u. das Theisstal schaut.

Wunderbar leuchtend hob sich

das junge Grün der Buchen und

Eichen von den gernen blauen

Höhenzügen und den vereinzelten

weissen Kuppen der Hoch-Karpathen


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ab. Grillen und Eidechsen

trieben sich im Grase herum,

Drosseln sangen, kurz es war

der rechte Frühling, nur dass

das fehlte, was mir das Herz

erst wirklich lösen kann zu

ganz tiefem Erleben.

Dass es mir gut geht - körperlich - brauche

ich dir kaum zu schreiben. Was wird,

ist mir ebenso unklar wie jedem hier.

Vielleicht soll ich die Leitung oder Mitleitung

einer Kartenstelle bei der Armeegruppe

Litzmann übernehmen. Aber wann?

Ein Termin für meine hiesige Information

ist nicht gesetzt.

Mein Herzensbrautli, ich küsse dich tausend-

tausendmal in unendlicher Sehnsucht.

Ich glaube fast, dass uns dies

Jahr vereinigen wird.

                                   Dein, dein, dein Ich.


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                                             14/V 17

Mein Herzenstrautli, wie mag es

dir gehen. Wie verwöhnt bin

auch ich, dass ich die kurze Briefpause

schon so schwer empfinde.

Jetzt bin ich in Erwartung, dass...

- wegen des Telegramms mit

Adresse - der erste Brief schon

kommen könnte.

    Hier ist der wunderbarste Frühling.

Gestern - am Sonntag - war

ich auf einer Höhe über der Stadt,

von der aus man weit auf die

Karpathen u. das Theisstal schaut.

Wunderbar leuchtend hob sich

das junge Grün der Buchen und

Eichen von den gernen blauen

Höhenzügen und den vereinzelten

weissen Kuppen der Hoch-Karpathen


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ab. Grillen und Eidechsen

trieben sich im Grase herum,

Drosseln sangen, kurz es war

der rechte Frühling, nur dass

das fehlte, was mir das Herz

erst wirklich lösen kann zu

ganz tiefem Erleben.

Dass es mir gut geht - körperlich - brauche

ich dir kaum zu schreiben. Was wird,

ist mir ebenso unklar wie jedem hier.

Vielleicht soll ich die Leitung oder Mitleitung

einer Kartenstelle bei der Armeegruppe

Litzmann übernehmen. Aber wann?

Ein Termin für meine hiesige Information

ist nicht gesetzt.

Mein Herzensbrautli, ich küsse dich tausend-

tausendmal in unendlicher Sehnsucht.

Ich glaube fast, dass uns dies

Jahr vereinigen wird.

                                   Dein, dein, dein Ich.



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  • February 19, 2017 16:17:14 Barbara Kneidinger

                                                 14/V 17

    Mein Herzenstrautli, wie mag es

    dir gehen. Wie verwöhnt bin

    auch ich, dass ich die kurze Briefpause

    schon so schwer empfinde.

    Jetzt bin ich in Erwartung, dass...

    - wegen des Telegramms mit

    Adresse - der erste Brief schon

    kommen könnte.

        Hier ist der wunderbarste Frühling.

    Gestern - am Sonntag - war

    ich auf einer Höhe über der Stadt,

    von der aus man weit auf die

    Karpathen u. das Theisstal schaut.

    Wunderbar leuchtend hob sich

    das junge Grün der Buchen und

    Eichen von den gernen blauen

    Höhenzügen und den vereinzelten

    weissen Kuppen der Hoch-Karpathen


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    ab. Grillen und Eidechsen

    trieben sich im Grase herum,

    Drosseln sangen, kurz es war

    der rechte Frühling, nur dass

    das fehlte, was mir das Herz

    erst wirklich lösen kann zu

    ganz tiefem Erleben.

    Dass es mir gut geht - körperlich - brauche

    ich dir kaum zu schreiben. Was wird,

    ist mir ebenso unklar wie jedem hier.

    Vielleicht soll ich die Leitung oder Mitleitung

    einer Kartenstelle bei der Armeegruppe

    Litzmann übernehmen. Aber wann?

    Ein Termin für meine hiesige Information

    ist nicht gesetzt.

    Mein Herzensbrautli, ich küsse dich tausend-

    tausendmal in unendlicher Sehnsucht.

    Ich glaube fast, dass uns dies

    Jahr vereinigen wird.

                                       Dein, dein, dein Ich.



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  • 44.88998250157895||26.58415066249995||

    bei Ploesti, Rumänien

    ||1
Location(s)
  • Story location bei Ploesti, Rumänien


ID
841 / 4077
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Balkans
  • Eastern Front
  • Western Front




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