Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (5), item 50

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                                      25/IV 1917

Mein unendlich liebes, wie danke

ich Dir für Deinen Brief vom

19.5.11. Mein liebes, liebes Rehchen,

wie gerne wäre ich bei ihm

gewesen, ich weiss, wie warm die

braunen Rehaugen schauen können.

Wenn er gut geleitet wird, werden

wir viel, viel Glück von

ihm haben. Gerade ein leidenschaftliches

Herz kann viel

Güte bergen, wenn es sich gut

entwickelt. Die Menschheitswerdung

in den kleinen Menschenkindern

betrachten, die unser

Fleisch und Blut sind - wie

verlangt mich danach. Wieviel

muss ich da vermissen!

Bald, in absehbaren Monaten, soll


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uns ein neues, kleines Leben geschenkt

werden. Ob ich das Werden

unseres kleinen H von Anfang

an ohne Unterbrechung verfolgen

darf?

An Lebensgefahr für mich darfst

du jetzt gar nicht mehr denken.

Hier herrscht eine Art von Waffenstillstandvereinbarung.

Schwere

Artillerie und Infanterie schiesst

gar nicht mehr seit Ostern. Ab

 und zu fallen ein paar Schüsse

der Feldatillerie. Ausserdem

spielt sich ja meine Tätigkeit

recht fern vom Feind ab. Um

so mehr Sorge habe ich jetzt um

Walter und auch um Else.

    Geht es dir auch gut, mein

Herzenstrautli. Tust du für


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                                      25/IV 1917

Mein unendlich liebes, wie danke

ich Dir für Deinen Brief vom

19.5.11. Mein liebes, liebes Rehchen,

wie gerne wäre ich bei ihm

gewesen, ich weiss, wie warm die

braunen Rehaugen schauen können.

Wenn er gut geleitet wird, werden

wir viel, viel Glück von

ihm haben. Gerade ein leidenschaftliches

Herz kann viel

Güte bergen, wenn es sich gut

entwickelt. Die Menschheitswerdung

in den kleinen Menschenkindern

betrachten, die unser

Fleisch und Blut sind - wie

verlangt mich danach. Wieviel

muss ich da vermissen!

Bald, in absehbaren Monaten, soll


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uns ein neues, kleines Leben geschenkt

werden. Ob ich das Werden

unseres kleinen H von Anfang

an ohne Unterbrechung verfolgen

darf?

An Lebensgefahr für mich darfst

du jetzt gar nicht mehr denken.

Hier herrscht eine Art von Waffenstillstandvereinbarung.

Schwere

Artillerie und Infanterie schiesst

gar nicht mehr seit Ostern. Ab

 und zu fallen ein paar Schüsse

der Feldatillerie. Ausserdem

spielt sich ja meine Tätigkeit

recht fern vom Feind ab. Um

so mehr Sorge habe ich jetzt um

Walter und auch um Else.

    Geht es dir auch gut, mein

Herzenstrautli. Tust du für



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  • February 19, 2017 07:24:40 Barbara Kneidinger

                                          25/IV 1917

    Mein unendlich liebes, wie danke

    ich Dir für Deinen Brief vom

    19.5.11. Mein liebes, liebes Rehchen,

    wie gerne wäre ich bei ihm

    gewesen, ich weiss, wie warm die

    braunen Rehaugen schauen können.

    Wenn er gut geleitet wird, werden

    wir viel, viel Glück von

    ihm haben. Gerade ein leidenschaftliches

    Herz kann viel

    Güte bergen, wenn es sich gut

    entwickelt. Die Menschheitswerdung

    in den kleinen Menschenkindern

    betrachten, die unser

    Fleisch und Blut sind - wie

    verlangt mich danach. Wieviel

    muss ich da vermissen!

    Bald, in absehbaren Monaten, soll


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    uns ein neues, kleines Leben geschenkt

    werden. Ob ich das Werden

    unseres kleinen H von Anfang

    an ohne Unterbrechung verfolgen

    darf?

    An Lebensgefahr für mich darfst

    du jetzt gar nicht mehr denken.

    Hier herrscht eine Art von Waffenstillstandvereinbarung.

    Schwere

    Artillerie und Infanterie schiesst

    gar nicht mehr seit Ostern. Ab

     und zu fallen ein paar Schüsse

    der Feldatillerie. Ausserdem

    spielt sich ja meine Tätigkeit

    recht fern vom Feind ab. Um

    so mehr Sorge habe ich jetzt um

    Walter und auch um Else.

        Geht es dir auch gut, mein

    Herzenstrautli. Tust du für



  • February 19, 2017 07:21:56 Barbara Kneidinger

                                          25/IV 1917

    Mein unendlich liebes, wie danke

    ich Dir für Deinen Brief vom

    19.5.11. Mein liebes, liebes Rehchen,

    wie gerne wäre ich bei ihm

    gewesen, ich weiss, wie warm die

    braunen Rehaugen schauen können.

    Wenn er gut geleitet wird, werden

    wir viel, viel Glück von

    ihm haben. Gerade ein leidenschaftliches

    Herz kann viel

    Güte bergen, wenn es sich gut

    entwickelt. Die Menschheitswerdung

    in den kleinen Menschenkindern

    betrachten, die unser

    Fleisch und Blut sind - wie

    verlangt mich danach. Wieviel

    muss ich da vermissen!

    Bald, in absehbaren Monaten, soll


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  • 44.88998250157895||26.58415066249995||

    bei Ploesti, Rumänien

    ||1
Location(s)
  • Story location bei Ploesti, Rumänien


ID
841 / 4046
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Balkans
  • Eastern Front
  • Western Front




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