Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (5), item 39

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                                          17/IV 17

   Mein Herzenstrautli, für

3 Tage sitze ich jetzt wieder

auf meiner Bergeshöhe, heute

in den Wolken, aus denen

Schnee herabrieselt. Doch ist es

nicht arg kalt und unser

Unterstand, in den ich mich,

da keine Sicht vorhanden, zurückgezogen,

doppelt gemütlich.

           Eine kleine Verbesserung hat

meine Lage dadurch erfahren,

dass ich jetzt als Beobachtungsoffiziert

hier oben weile, der auch

selbständig das Schiessen leitet.

Drei unserer Geschütze haben

nämlich ein nahe gelegenes Lokal

bezogen; da bei dem vierten

nur ein Offizier zurückblieb, wurde

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dem Vize der selbständige Posten

hier oben übertragen. Ich freue

mich sehr darauf, bald einmal

selbst dem Feinde unangenehm

zu werden.

   Unten im Tal sind nur die Weiden

begrünt, die Wachteln schlagen,

der Kukuk ruft. Ob uns der

nächste Frühling ungetrübtes

Glück bringt? Ich hoffe so sehr

darauf. Morgen werden mir mehrere

Briefe von dir heraufgebracht.

Wie warte ich darauf. Du bist

ja mein ganzes Leben, mein

ganzer Frühling. Mein Herzenstrautli,

meine ganze Nähe, es

küsst dich

                                Dein Reinhold ich.

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                                          17/IV 17

   Mein Herzenstrautli, für

3 Tage sitze ich jetzt wieder

auf meiner Bergeshöhe, heute

in den Wolken, aus denen

Schnee herabrieselt. Doch ist es

nicht arg kalt und unser

Unterstand, in den ich mich,

da keine Sicht vorhanden, zurückgezogen,

doppelt gemütlich.

           Eine kleine Verbesserung hat

meine Lage dadurch erfahren,

dass ich jetzt als Beobachtungsoffiziert

hier oben weile, der auch

selbständig das Schiessen leitet.

Drei unserer Geschütze haben

nämlich ein nahe gelegenes Lokal

bezogen; da bei dem vierten

nur ein Offizier zurückblieb, wurde

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dem Vize der selbständige Posten

hier oben übertragen. Ich freue

mich sehr darauf, bald einmal

selbst dem Feinde unangenehm

zu werden.

   Unten im Tal sind nur die Weiden

begrünt, die Wachteln schlagen,

der Kukuk ruft. Ob uns der

nächste Frühling ungetrübtes

Glück bringt? Ich hoffe so sehr

darauf. Morgen werden mir mehrere

Briefe von dir heraufgebracht.

Wie warte ich darauf. Du bist

ja mein ganzes Leben, mein

ganzer Frühling. Mein Herzenstrautli,

meine ganze Nähe, es

küsst dich

                                Dein Reinhold ich.


Transcription history
  • February 18, 2017 21:14:19 Barbara Kneidinger

                                              17/IV 17

       Mein Herzenstrautli, für

    3 Tage sitze ich jetzt wieder

    auf meiner Bergeshöhe, heute

    in den Wolken, aus denen

    Schnee herabrieselt. Doch ist es

    nicht arg kalt und unser

    Unterstand, in den ich mich,

    da keine Sicht vorhanden, zurückgezogen,

    doppelt gemütlich.

               Eine kleine Verbesserung hat

    meine Lage dadurch erfahren,

    dass ich jetzt als Beobachtungsoffiziert

    hier oben weile, der auch

    selbständig das Schiessen leitet.

    Drei unserer Geschütze haben

    nämlich ein nahe gelegenes Lokal

    bezogen; da bei dem vierten

    nur ein Offizier zurückblieb, wurde

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    dem Vize der selbständige Posten

    hier oben übertragen. Ich freue

    mich sehr darauf, bald einmal

    selbst dem Feinde unangenehm

    zu werden.

       Unten im Tal sind nur die Weiden

    begrünt, die Wachteln schlagen,

    der Kukuk ruft. Ob uns der

    nächste Frühling ungetrübtes

    Glück bringt? Ich hoffe so sehr

    darauf. Morgen werden mir mehrere

    Briefe von dir heraufgebracht.

    Wie warte ich darauf. Du bist

    ja mein ganzes Leben, mein

    ganzer Frühling. Mein Herzenstrautli,

    meine ganze Nähe, es

    küsst dich

                                    Dein Reinhold ich.


  • February 18, 2017 21:14:14 Barbara Kneidinger

                                              17/IV 17

       Mein Herzenstrautli, für

    3 Tage sitze ich jetzt wieder

    auf meiner Bergeshöhe, heute

    in den Wolken, aus denen

    Schnee herabrieselt. Doch ist es

    nicht arg kalt und unser

    Unterstand, in den ich mich,

    da keine Sicht vorhanden, zurückgezogen,

    doppelt gemütlich.

               Eine kleine Verbesserung hat

    meine Lage dadurch erfahren,

    dass ich jetzt als Beobachtungsoffiziert

    hier oben weile, der auch

    selbständig das Schiessen leitet.

    Drei unserer Geschütze haben

    nämlich ein nahe gelegenes Lokal

    bezogen; da bei dem vierten

    nur ein Offizier zurückblieb, wurde

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    dem Vize der selbständige Posten

    hier oben übertragen. Ich freue

    mich sehr darauf, bald einmal

    selbst dem Feinde unangenehm

    zu werden.

       Unten im Talsind nur die Weiden

    begrünt, die Wachteln schlagen,

    der Kukuk ruft. Ob uns der

    nächste Frühling ungetrübtes

    Glück bringt? Ich hoffe so sehr

    darauf. Morgen werden mir mehrere

    Briefe von dir heraufgebracht.

    Wie warte ich darauf. Du bist

    ja mein ganzes Leben, mein

    ganzer Frühling. Mein Herzenstrautli,

    meine ganze Nähe, es

    küsst dich

                                    Dein Reinhold ich.


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  • 44.88998250157895||26.58415066249995||

    bei Ploesti, Rumänien

    ||1
Location(s)
  • Story location bei Ploesti, Rumänien


ID
841 / 4035
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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  • Eastern Front
  • Western Front




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