Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (4), item 137

Edit transcription:
...
Transcription saved
Enhance your transcribing experience by using full-screen mode

Transcription

You have to be logged in to transcribe. Please login or register and click the pencil-button again

                                                9/XII. 15

Mein Trautchen, mein tapferes

Tapferchen, heute erhielt

ich 3 Briefe von dir, den letzten

von 2/12 gestempelt. Vor

einer Woche berührten ihn meine

trauten Hände, die kleinen

Hände die so tapfer schaffen,

küssten ihn die trauten Lippen,

die mir tiefstes Erleben,

wunschlose Schönheit des

Daseins bringen, jetzt wie

im Traum, bald im Leben.

Du darfst die Gefahr, in der

wir Fussartilleristen schweben

wirklich nicht zu hoch

anschlagen. Es erscheint mir

wirklich so, als wenn nur ein

böser Zufall einmal einen


[next page]


"Unfall" herbeiführen könnte.

Jetzt weiss ich seit längerer
Zeit nicht mehr, wie einschlagende

Granaten aussehen,

wir leben fast wie im Frieden.

Und wir haben alle Aussicht,

so weiter zu leben! Vor den

Umbilden der Witterung bin

ich durch das Paket, das Lt. B.

mitbrachte, geschützt, was du

Liebster an warmen Sachen

noch abgeschickt hast, erscheint

mir vorläufig als ein zuviel.

               Aus den Tagesberichten,

die ich wahrscheinlich morgen

absenden werde, wirst Du

ersehen, dass wir seit heute

wieder gut leben. Wir haben

Grlühwein getrunken und Büchsen


Transcription saved

                                                9/XII. 15

Mein Trautchen, mein tapferes

Tapferchen, heute erhielt

ich 3 Briefe von dir, den letzten

von 2/12 gestempelt. Vor

einer Woche berührten ihn meine

trauten Hände, die kleinen

Hände die so tapfer schaffen,

küssten ihn die trauten Lippen,

die mir tiefstes Erleben,

wunschlose Schönheit des

Daseins bringen, jetzt wie

im Traum, bald im Leben.

Du darfst die Gefahr, in der

wir Fussartilleristen schweben

wirklich nicht zu hoch

anschlagen. Es erscheint mir

wirklich so, als wenn nur ein

böser Zufall einmal einen


[next page]


"Unfall" herbeiführen könnte.

Jetzt weiss ich seit längerer
Zeit nicht mehr, wie einschlagende

Granaten aussehen,

wir leben fast wie im Frieden.

Und wir haben alle Aussicht,

so weiter zu leben! Vor den

Umbilden der Witterung bin

ich durch das Paket, das Lt. B.

mitbrachte, geschützt, was du

Liebster an warmen Sachen

noch abgeschickt hast, erscheint

mir vorläufig als ein zuviel.

               Aus den Tagesberichten,

die ich wahrscheinlich morgen

absenden werde, wirst Du

ersehen, dass wir seit heute

wieder gut leben. Wir haben

Grlühwein getrunken und Büchsen



Transcription history
  • February 26, 2017 07:46:13 Barbara Kneidinger

                                                    9/XII. 15

    Mein Trautchen, mein tapferes

    Tapferchen, heute erhielt

    ich 3 Briefe von dir, den letzten

    von 2/12 gestempelt. Vor

    einer Woche berührten ihn meine

    trauten Hände, die kleinen

    Hände die so tapfer schaffen,

    küssten ihn die trauten Lippen,

    die mir tiefstes Erleben,

    wunschlose Schönheit des

    Daseins bringen, jetzt wie

    im Traum, bald im Leben.

    Du darfst die Gefahr, in der

    wir Fussartilleristen schweben

    wirklich nicht zu hoch

    anschlagen. Es erscheint mir

    wirklich so, als wenn nur ein

    böser Zufall einmal einen


    [next page]


    "Unfall" herbeiführen könnte.

    Jetzt weiss ich seit längerer
    Zeit nicht mehr, wie einschlagende

    Granaten aussehen,

    wir leben fast wie im Frieden.

    Und wir haben alle Aussicht,

    so weiter zu leben! Vor den

    Umbilden der Witterung bin

    ich durch das Paket, das Lt. B.

    mitbrachte, geschützt, was du

    Liebster an warmen Sachen

    noch abgeschickt hast, erscheint

    mir vorläufig als ein zuviel.

                   Aus den Tagesberichten,

    die ich wahrscheinlich morgen

    absenden werde, wirst Du

    ersehen, dass wir seit heute

    wieder gut leben. Wir haben

    Grlühwein getrunken und Büchsen



  • February 26, 2017 07:45:53 Barbara Kneidinger

                                                    9/XII. 15

    Mein Trautchen, mein tapferes

    Tapferchen, heute erhielt

    ich 3 Briefe von dir, den letzten

    von 2/12 gestempelt. Vor

    einer Woche berührten ihn meine

    trauten Hände, die kleinen

    Hände die so tapfer schaffen,

    küssten ihn die trauten Lippen,

    die mir tiefstes Erleben,

    wunschlose Schönheit des

    Daseins bringen, jetzt wie

    im Traum, bald im Leben.

    Du darfst die Gefahr, in der

    wir Fussartilleristen schweben

    wirklich nicht zu hoch

    anschlagen. Es erscheint mir

    wirklich so, als wenn nur ein

    böser Zufall einmal einen


    [next page]


    "Unfall" herbeiführen könnte.

    Jetzt weiss ich seit längerer
    Zeit nicht mehr, wie einschlagende

    Granaten aussehen,

    wir leben fast wie im Frieden.

    Und wir haben alle Aussicht,

    so weiter zu leben! Vor den

    Umbilden der Witterung bin

    ich durch das Paket, das Lt. B.

    mitbrachte, geschützt, was du

    Liebster an warmen Sachen

    noch abgeschickt hast, erscheint

    mir vorläufig als ein zuviel.

                   Aus den Tagesberichten,

    die ich wahrscheinlich morgen

    absenden werde, wirst Du

    ersehen, dass wir seit heute

    wieder gut leben. Wir haben

    Grlühwein getrunken und Bücher



  • February 26, 2017 07:42:58 Barbara Kneidinger

                                                    9/XII. 15

    Mein Trautchen, mein tapferes

    Tapferchen, heute erhielt

    ich 3 Briefe von dir, den letzten

    von 2/12 gestempelt. Vor

    einer Woche berührten ihn meine

    trauten Hände, die kleinen

    Hände die so tapfer schaffen,

    küssten ihn die trauten Lippen,

    die mir tiefstes Erleben,

    wunschlose Schönheit des

    Daseins bringen, jetzt wie

    im Traum, bald im Leben.

    Du darfst die Gefahr, in der

    wir Fussartilleristen schweben

    wirklich nicht zu hoch

    anschlagen. Es erscheint mir

    wirklich so, als wenn nur ein

    böser Zufall einmal einen


    [next page]




Description

Save description
  • 53.017127|| 20.890587||

    Przasnysz

    ||1
Location(s)
  • Story location Przasnysz


ID
840 / 3990
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Balkans
  • Eastern Front
  • Western Front




Notes and questions

Login to leave a note