Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (4), item 101

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Ob er unterwegs manchen Seufzer

der Reue ausgestossen hat?

Tut nichts, ich bin durch seine

Freundlichkeit für den Winter

rechtzeitig versorgt, während

die Kameraden noch in Ungewissheit

warten müssen, was

sie erhalten. Wie lieb, wie tief

hast du mir alle Sachen gemacht.

Wie danke ich dir für

deine Nähe. Sie ist für mich

alle Wärme des Lebens. Wenn

mir das Herz warm wird, bin

ich stets bei dir, und stets

- es wird dich unendlich froh

machen - stets in festem, freudigem

Erleben der Zukunft,

unserer vollen Gemeinsamkeit,

unserm "ein Mensch sein".


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Auch sonst ist meine Grundstimmung

eine ruhig freudige. Kleine

ärgerliche Empfindungen bleiben

auf der äussersten Oberfläche.

Sorge und Schmerz lasse ich nicht

an mich herankommen. Selbst

die Sehnsucht nach dir ist eine

gefasste. Sobald wie ich mich in

dieser Fassung erschüttern lassen

würde - wie vor kurzem für einige

Tage - könnte ich das Soldatenleben

nicht ertragen.

Das Nervensystem darf gar

nicht anders auf viele Eindrücke

dieses Lebens reagieren.

         Und zwei Quellen der Kraft

habe ich dabei = deine unendliche

Nähe und neuerdings die feste

Zuversicht auf einen nicht allzufernen

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Ob er unterwegs manchen Seufzer

der Reue ausgestossen hat?

Tut nichts, ich bin durch seine

Freundlichkeit für den Winter

rechtzeitig versorgt, während

die Kameraden noch in Ungewissheit

warten müssen, was

sie erhalten. Wie lieb, wie tief

hast du mir alle Sachen gemacht.

Wie danke ich dir für

deine Nähe. Sie ist für mich

alle Wärme des Lebens. Wenn

mir das Herz warm wird, bin

ich stets bei dir, und stets

- es wird dich unendlich froh

machen - stets in festem, freudigem

Erleben der Zukunft,

unserer vollen Gemeinsamkeit,

unserm "ein Mensch sein".


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Auch sonst ist meine Grundstimmung

eine ruhig freudige. Kleine

ärgerliche Empfindungen bleiben

auf der äussersten Oberfläche.

Sorge und Schmerz lasse ich nicht

an mich herankommen. Selbst

die Sehnsucht nach dir ist eine

gefasste. Sobald wie ich mich in

dieser Fassung erschüttern lassen

würde - wie vor kurzem für einige

Tage - könnte ich das Soldatenleben

nicht ertragen.

Das Nervensystem darf gar

nicht anders auf viele Eindrücke

dieses Lebens reagieren.

         Und zwei Quellen der Kraft

habe ich dabei = deine unendliche

Nähe und neuerdings die feste

Zuversicht auf einen nicht allzufernen


Transcription history
  • February 24, 2017 17:05:58 Barbara Kneidinger

    Ob er unterwegs manchen Seufzer

    der Reue ausgestossen hat?

    Tut nichts, ich bin durch seine

    Freundlichkeit für den Winter

    rechtzeitig versorgt, während

    die Kameraden noch in Ungewissheit

    warten müssen, was

    sie erhalten. Wie lieb, wie tief

    hast du mir alle Sachen gemacht.

    Wie danke ich dir für

    deine Nähe. Sie ist für mich

    alle Wärme des Lebens. Wenn

    mir das Herz warm wird, bin

    ich stets bei dir, und stets

    - es wird dich unendlich froh

    machen - stets in festem, freudigem

    Erleben der Zukunft,

    unserer vollen Gemeinsamkeit,

    unserm "ein Mensch sein".


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    Auch sonst ist meine Grundstimmung

    eine ruhig freudige. Kleine

    ärgerliche Empfindungen bleiben

    auf der äussersten Oberfläche.

    Sorge und Schmerz lasse ich nicht

    an mich herankommen. Selbst

    die Sehnsucht nach dir ist eine

    gefasste. Sobald wie ich mich in

    dieser Fassung erschüttern lassen

    würde - wie vor kurzem für einige

    Tage - könnte ich das Soldatenleben

    nicht ertragen.

    Das Nervensystem darf gar

    nicht anders auf viele Eindrücke

    dieses Lebens reagieren.

             Und zwei Quellen der Kraft

    habe ich dabei = deine unendliche

    Nähe und neuerdings die feste

    Zuversicht auf einen nicht allzufernen


  • February 24, 2017 17:05:37 Barbara Kneidinger

    Ob er unterwegs manchen Seufzer

    der Reue ausgestossen hat?

    Tut nichts, ich bin durch seine

    Freundlichkeit für den Winter

    rechtzeitig versorgt, während

    die Kameraden noch in Ungewissheit

    warten müssen, was

    sie erhalten. Wie lieb, wie tief

    hast du mir alle Sachen gemacht.

    Wie danke ich dir für

    deine Nähe. Sie ist für mich

    alle Wärme des Lebens. Wenn

    mir das Herz warm wird, bin

    ich stets bei dir, und stets

    - es wird dich unendlich froh

    machen - stets in festem, freudigem

    Erleben der Zukunft,

    unserer vollen Gemeinsamkeit,

    unserm "ein Mensch sein".


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    Auch sonst ist meine Grundstimmung

    eine ruhig freudige. Kleine

    ärgerliche Empfindungen bleiben

    auf der äussersten Oberfläche.

    Sorge und Schmerz lasse ich nicht

    an mich herankommen. Selbst

    die Sehnsucht nach dir ist eine

    gefasste. Sobald wie ich mich in

    dieser Fassung erschüttern lassen

    würde - wie vor kurzem für einige

    Tage - könnte ich das Soldatenleben

    nicht ertragen.

    Das Nervensystem darf gar

    nicht anders auf viele Eindrücke

    dieses Lebens reagieren.

             Und zwei Quellen der Kraft

    habe ich dabei = deine unendliche

    Nähe und neuerdings die feste

    Zuversicht auf einen nicht allzu


Description

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  • 53.017127|| 20.890587||

    Przasnysz

    ||1
Location(s)
  • Story location Przasnysz


ID
840 / 3954
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Balkans
  • Eastern Front
  • Western Front




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