Tagebuchaufzeichnungen Reinhold Sieglerschmidt (4), item 75

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Reibkuchen - auf eigenem Ofen

gebacken - mit Kaffee und Tee.

Es ist ein Tag materieller Freuden,

der durch Briefe von Haus eine

schönere Krönung erhält. In

der Nacht habe ich zum ersten

Male Wache von 8-10 und von

2-4 Uhr, der Beobachtungswagen

brauchte nicht Wache zu stehen.

Während der ersten Wache wundervoller

Sternenhimmel, in der

zweiten bedeckter Himmel.

Aber es ist windstill und daher

trotz der Kälte und Hülfe

des Wachtfeuers sehr erträglich.

Ein Hahn kräht. Träume ich etwa

schon? Wahrhaftig, ein wirklicher

Hahn kräht zum zweiten

und dritten Male. Der Morgen


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dämmert herauf.

 

                                 9./X 15

Mein Lieb, mein einzig lieber Mensch,

gestern erhielt ich die beiden Briefe

vom 22-23/IX und vom 24-25/IX.

Wie unendlich tapfer sind diese

                      (mein ganzes "Tapferchen")

Briefe, die von einer grossen Sorge

und von einer beträchtlichen

Unannehmlichkeit berichten.

Hoffentlich hat die Sorge nicht

lange gedauert, indem meine

früheren und späteren Briefe angekommen

sind, aus denen hervorgeht,

dass wir weit südlich

von der gefährdeten Stelle an der

Umgehung Wilnas beteiligt

waren. Jetzt allerdings stehen

wir gerade an dem Punkte,

wo die Kavallerie sich vor 14

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Reibkuchen - auf eigenem Ofen

gebacken - mit Kaffee und Tee.

Es ist ein Tag materieller Freuden,

der durch Briefe von Haus eine

schönere Krönung erhält. In

der Nacht habe ich zum ersten

Male Wache von 8-10 und von

2-4 Uhr, der Beobachtungswagen

brauchte nicht Wache zu stehen.

Während der ersten Wache wundervoller

Sternenhimmel, in der

zweiten bedeckter Himmel.

Aber es ist windstill und daher

trotz der Kälte und Hülfe

des Wachtfeuers sehr erträglich.

Ein Hahn kräht. Träume ich etwa

schon? Wahrhaftig, ein wirklicher

Hahn kräht zum zweiten

und dritten Male. Der Morgen


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dämmert herauf.

 

                                 9./X 15

Mein Lieb, mein einzig lieber Mensch,

gestern erhielt ich die beiden Briefe

vom 22-23/IX und vom 24-25/IX.

Wie unendlich tapfer sind diese

                      (mein ganzes "Tapferchen")

Briefe, die von einer grossen Sorge

und von einer beträchtlichen

Unannehmlichkeit berichten.

Hoffentlich hat die Sorge nicht

lange gedauert, indem meine

früheren und späteren Briefe angekommen

sind, aus denen hervorgeht,

dass wir weit südlich

von der gefährdeten Stelle an der

Umgehung Wilnas beteiligt

waren. Jetzt allerdings stehen

wir gerade an dem Punkte,

wo die Kavallerie sich vor 14


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  • August 16, 2018 15:08:52 Eva Anna Welles (AUT)

    Reibkuchen - auf eigenem Ofen

    gebacken - mit Kaffee und Tee.

    Es ist ein Tag materieller Freuden,

    der durch Briefe von Haus eine

    schönere Krönung erhält. In

    der Nacht habe ich zum ersten

    Male Wache von 8-10 und von

    2-4 Uhr, der Beobachtungswagen

    brauchte nicht Wache zu stehen.

    Während der ersten Wache wundervoller

    Sternenhimmel, in der

    zweiten bedeckter Himmel.

    Aber es ist windstill und daher

    trotz der Kälte und Hülfe

    des Wachtfeuers sehr erträglich.

    Ein Hahn kräht. Träume ich etwa

    schon? Wahrhaftig, ein wirklicher

    Hahn kräht zum zweiten

    und dritten Male. Der Morgen


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    dämmert herauf.

     

                                     9./X 15

    Mein Lieb, mein einzig lieber Mensch,

    gestern erhielt ich die beiden Briefe

    vom 22-23/IX und vom 24-25/IX.

    Wie unendlich tapfer sind diese

                          (mein ganzes "Tapferchen")

    Briefe, die von einer grossen Sorge

    und von einer beträchtlichen

    Unannehmlichkeit berichten.

    Hoffentlich hat die Sorge nicht

    lange gedauert, indem meine

    früheren und späteren Briefe angekommen

    sind, aus denen hervorgeht,

    dass wir weit südlich

    von der gefährdeten Stelle an der

    Umgehung Wilnas beteiligt

    waren. Jetzt allerdings stehen

    wir gerade an dem Punkte,

    wo die Kavallerie sich vor 14

  • February 23, 2017 17:51:49 Barbara Kneidinger

    Reibkuchen - auf eigenem Ofen

    gebacken - mit Kaffee und Tee.

    Es ist ein Tag materieller Freuden,

    der durch Briefe von Haus eine

    schönere Krönung erhält. In

    der Nacht habe ich zum ersten

    Male Wache von 8-10 und von

    2-4 Uhr, der Beobachtungswagen

    brauchte nicht Wache zu stehen.

    Während der ersten Wache wundervoller

    Sternenhimmel, in der

    zweiten bedeckter Himmel.

    Aber es ist windstill und daher

    trotz der Kälte und Hülfe

    des Wachtfeuers sehr erträglich.

    Ein Hahn kräht zum zweiten

    und dritten Male. Der Morgen


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    dämmert herauf.

     

                                     9./X 15

    Mein Lieb, mein einzig lieber Mensch,

    gestern erhielt ich die beiden Briefe

    vom 22-23/IX und vom 24-25/IX.

    Wie unendlich tapfer sind diese

                          (mein ganzes Tapferchen)

    Briefe, die von einer grossen Sorge

    und von einer beträchtlichen

    Unannehmlichkeit berichten.

    Hoffentlich hat die Sorge nicht

    lange gedauert, indem meine

    früheren und späteren Briefe angekommen

    sind, aus denen hervorgeht,

    dass wir weit südlich

    von der gefährdeten Stelle an der

    Umgehung Wilnas beteiligt

    waren. Jetzt allerdings stehen

    wir gerade an dem Punkte,

    wo die Kavallerie sich vor 14


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  • 53.017127|| 20.890587||

    Przasnysz

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Location(s)
  • Story location Przasnysz


ID
840 / 3927
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Jörn Sieglerschmidt
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


October 9, 1915
  • Deutsch

  • Balkans
  • Eastern Front
  • Western Front




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