Kriegstagebuch von Peter Arabin, item 5

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 ... linke Seite

Einteilung, über unsere Verwendung konnten

wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

mittags marschierten wir durch Neuwied  

nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

Fähre setzten wir um 2 ½ Uhr mittags nach Weißen-

turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

Warten und Umherstehen zogen wir durch

Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

Die drückende Sommerhitze brachte manchem

der alten Leute Erschlaffung und Durst.

Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

daß der Ruf nach frischem Wasser unbeachtet 

blieb und man sich solches erst erbetteln 

mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

gemacht werden kann, so konnten wir

doch später zusehen, wie von derselben


 ... rechte Seite

Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

zugesteckt, uns aber später nicht einmal

eine einzige Liebesgabe ins Feld geschickt

wurde. Die erste Nacht ging es in der 

Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

einigen Bekannten quartierten uns in 

einer verlassenen Mannschaftsstube ein, viele

schliefen auf den Gängen und auf dem

Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

Unordnung, welche überall ins Auge fiel,

dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

man schließen, daß das Quartier von seinen

Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

sein musste.

3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

Coblenz

Am 3. 8. 1914 morgens erfolge die                          3. 8. 1914

Einteilung, ich kam zur 3. Kompagnie in

die 6. Korporalschaft. Wie allerwärts, so

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Einteilung, über unsere Verwendung konnten

wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

mittags marschierten wir durch Neuwied  

nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

Fähre setzten wir um 2 ½ Uhr mittags nach Weißen-

turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

Warten und Umherstehen zogen wir durch

Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

Die drückende Sommerhitze brachte manchem

der alten Leute Erschlaffung und Durst.

Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

daß der Ruf nach frischem Wasser unbeachtet 

blieb und man sich solches erst erbetteln 

mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

gemacht werden kann, so konnten wir

doch später zusehen, wie von derselben


 ... rechte Seite

Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

zugesteckt, uns aber später nicht einmal

eine einzige Liebesgabe ins Feld geschickt

wurde. Die erste Nacht ging es in der 

Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

einigen Bekannten quartierten uns in 

einer verlassenen Mannschaftsstube ein, viele

schliefen auf den Gängen und auf dem

Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

Unordnung, welche überall ins Auge fiel,

dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

man schließen, daß das Quartier von seinen

Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

sein musste.

3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

Coblenz

Am 3. 8. 1914 morgens erfolge die                          3. 8. 1914

Einteilung, ich kam zur 3. Kompagnie in

die 6. Korporalschaft. Wie allerwärts, so


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  • May 4, 2017 23:06:09 Rolf Kranz

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    Einteilung, über unsere Verwendung konnten

    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 ½ Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser unbeachtet 

    blieb und man sich solches erst erbetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    gemacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben


     ... rechte Seite

    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Liebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Mannschaftsstube ein, viele

    schliefen auf den Gängen und auf dem

    Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Auge fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

    3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

    Coblenz

    Am 3. 8. 1914 morgens erfolge die                          3. 8. 1914

    Einteilung, ich kam zur 3. Kompagnie in

    die 6. Korporalschaft. Wie allerwärts, so

  • April 15, 2017 06:46:09 Sibylle Herzer

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    teilung, über unsere Verwendung konnten

    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in latin letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 ½ Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz  Names in latin letters  brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz  Name in latin letters  nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz  Name in latin letters  uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser unbeachtet 

    blieb und man sich solches erst erbetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    gemacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben

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    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Liebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Mannschaftsstube ein, viele

    schliefen auf den Gängen und auf dem

    Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Auge fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

    3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

    Coblenz

     In the margin  3. 8. 1914

    Am 3. 8. 1914 morgens erfolge die Ein-

    teilung, ich kam zur 3. Kompagnie in

    die 6. Korporalschaft. Wie allerwärts, so


  • March 30, 2017 17:20:26 Sibylle Herzer

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    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in latin letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser umbeachtet 

    blieb und man sich solches erst ebetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    memacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben

     right hand page 

    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Lebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Manschaftsstube ein, viele

    schliefen auf den Gängen und auf dem

    Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Auge fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

    3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

    Coblenz

     In the margin  3. 8. 1914

    Am 3. 8. 1914 morgens erfolge die Ein-

    teilung, ich kam zur 3. Kompagnie in

    die 6. Korporalschaft. Wie allerwärts, so


  • March 29, 2017 20:25:40 Sibylle Herzer

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    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in latin letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser umbeachtet 

    blieb und man sich solches erst ebetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    memacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben

     right hand page 

    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Lebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Manschaftsstube ein, viele

    schliefen auf den Gängen und auf dem

    Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Auge fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

    3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

    Coblenz



  • March 29, 2017 20:24:47 Sibylle Herzer

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    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in Roman letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser umbeachtet 

    blieb und man sich solches erst ebetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    memacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben

     right hand page 

    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Lebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Manschaftsstube ein, viele

    schliefen auf den Gängen und auf dem

    Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Auge fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

    3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

    Coblenz



  • March 29, 2017 20:23:59 Sibylle Herzer

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    teilung, über unsere Verwendung konnten

    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in Roman letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser umbeachtet 

    blieb und man sich solches erst ebetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    memacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben

     right hand page 

    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Lebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Manschaftsstube ein, viele

    schliefen auf den Gängen und auf dem

    Kasernenhofe ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Aufe fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

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  • March 29, 2017 20:22:37 Sibylle Herzer

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    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in Roman letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser umbeachtet 

    blieb und man sich solches erst ebetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    memacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben

     right hand page 

    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Lebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Manschaftsstube ein, viele

    schliefen auf dem missing und auf dem

    Kasernensofa ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Aufe fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

    3.8. bis 1.10. 1914 Armierungsbataillon

    Coblenz



  • March 29, 2017 20:20:15 Sibylle Herzer

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    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in Roman letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte. Nach langem

    Warten und Umherstehen zogen wir durch

    Coblenz nach der Lazarettkaserne in der

    Weißergasse, wo wir abends 6 Uhr anlangten.

    Die drückende Sommerhitze brachte manchem

    der alten Leute Erschlaffung und Durst.

    Wenn auch die Bürgerschaft von Coblenz uns

    aufs herzlichste begrüßte und bewillkommte,

    so wurde es bei vielen schmerzlich empfunden, 

    daß der Ruf nach frischem Wasser umbeachtet 

    blieb und man sich solches erst ebetteln 

    mußte. Wenn dies Vorkommnis auch nicht

    der gesammten Bürgerschaft zum Vorwurf

    memacht werden kann, so konnten wir

    doch später zusehen, wie von derselben

     right hand page 

    Bevölkerung, hauptsächlich aber jungen Mädchen

    gefangenen Feinden, Leckerbissen und Chokolade

    zugesteckt, uns aber später nicht einmal

    eine einzige Lebesgabe ins Feld geschickt

    wurde. Die erste Nacht ging es in der 

    Lazarettkaserne bunt zu, jeder mußte sich

    für Lager und Essen selbst sorgen. Ich mit

    einigen Bekannten quartierten uns in 

    einer verlassenen Manschaftsstube ein, viele

    schliefen auf dem missing und auf dem

    Kasernensofa ohne jede Unterlage. Aus der 

    Unordnung, welche überall ins Aufe fiel,

    dem buntscheckigen Durcheinanderstehen der

    Gegenstände, den vielfach zurückgelassenen

    Uniform- und Ausrüstungsstücken, konnte

    man schließen, daß das Quartier von seinen

    Bewohnern erst kürzlich und eilig verlassen

    sein musste.

    3.8. bis 1.10. 1914 



  • March 29, 2017 19:52:21 Sibylle Herzer

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    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in Roman letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über. Hier stand ein Zug bereit, der uns 

    nach Lützeln bei Coblenz brachte.


  • March 29, 2017 19:50:44 Sibylle Herzer

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    wir jedoch näheres nicht erfahren. Um 1 Uhr

    mittags marschierten wir durch Neuwied  Name in Roman letters 

    nach der Rheinfähre, überall von der Bürger-

    schaft begrüßt und bewillkommt, waren wir

    doch die ersten, welche ausrückten. Auf der

    Fähre setzten wir um 2 1/2 Uhr mittags nach Weißen-

    turm über.


  • March 29, 2017 19:46:32 Sibylle Herzer

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Description

Save description
  • 50.4150027||7.4543421||

    Weissenthurm

  • 50.37053882090066||7.590992751171825||

    Lützel

  • 50.36128775714829||7.591460726319838||

    Koblenz, Weißergasse

  • 51.0744299||4.72926659999996||

    Heist-op-den-Berg, Belgien

    ||1
Location(s)
  • Story location Heist-op-den-Berg, Belgien
  • Document location Weissenthurm
  • Additional document location Lützel
  • Additional document location Koblenz, Weißergasse
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ID
6461 / 106247
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Sigrid Arabin-Möhrer
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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