Tagebuchaufzeichnungen von Georg Luber (leicht veränd. Abschrift), item 12

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kommen. Mit hellem Jubel u. Musik wurden

wir da begrüßt. Ein Major, welcher endlich

Ruhe gebot, machte uns bekannt, was wir

innerhalb 3 Tg. zu erledigen hätten um dann

wohlgemut und zufrieden nach Hause zu

fahren. Als wir in die Baracken kamen,

trauten wir uns kaum hinein, so sorgfältig

u. sauber waren diese ausgestattet. Innerhalb

2 Std. standen wir schon sauber und

neueingekleidet da, sodaß wir abends

nach dem Essen, welches uns aufgetragen

wurde wie in einem Hotel, schon in die

Stadt gehen konnten. So waren die 3 Tg.

bald vorüber u. noch am letzten Tag wurden

wir in den großen herrlichen Nibelungen-

Saal geführt um dort der Begrüßungs-

feier für die Gefangenen beizuwohnen.

Alle in der Stadt befindlichen Künstler

waren hier anwesend, um durch ihre Kunst-

stücke unsere Herzen, die ja kaum mehr

Freude fassen konnten, noch besser zu

erquicken. So wurden wir am 17.II.20.


      23

gerade  an Fastnacht, mit einem neuen Anzug

u. entsprechender Löhnung entlassen. Nun

mußten wir uns alle die Hände reichen zum

Abschied, der uns trotz aller Freude nochmals

schwer genug fiel, da wir immer in Freud

u. Leid zusammenstanden wie Familien-

glieder u. einer den andern tröstete. Jetzt

fuhren wir auseinander nach allen Richtungen

jeder nach seiner Heimat. So kam ich am 18.II.

früh 7 Uhr bereits unverhofft zu Hause an,

sodaß ich meine lb. Angehörigen mit

Freudentränen gesund, glücklich u. zufrieden

          die Hand reichen konnte.


       Gew. von Geg. Luber

                                 in Bernricht.

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                 -----------------------------------------

           Um Rückgabe wird

                      freundlichst gebeten !


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kommen. Mit hellem Jubel u. Musik wurden

wir da begrüßt. Ein Major, welcher endlich

Ruhe gebot, machte uns bekannt, was wir

innerhalb 3 Tg. zu erledigen hätten um dann

wohlgemut und zufrieden nach Hause zu

fahren. Als wir in die Baracken kamen,

trauten wir uns kaum hinein, so sorgfältig

u. sauber waren diese ausgestattet. Innerhalb

2 Std. standen wir schon sauber und

neueingekleidet da, sodaß wir abends

nach dem Essen, welches uns aufgetragen

wurde wie in einem Hotel, schon in die

Stadt gehen konnten. So waren die 3 Tg.

bald vorüber u. noch am letzten Tag wurden

wir in den großen herrlichen Nibelungen-

Saal geführt um dort der Begrüßungs-

feier für die Gefangenen beizuwohnen.

Alle in der Stadt befindlichen Künstler

waren hier anwesend, um durch ihre Kunst-

stücke unsere Herzen, die ja kaum mehr

Freude fassen konnten, noch besser zu

erquicken. So wurden wir am 17.II.20.


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gerade  an Fastnacht, mit einem neuen Anzug

u. entsprechender Löhnung entlassen. Nun

mußten wir uns alle die Hände reichen zum

Abschied, der uns trotz aller Freude nochmals

schwer genug fiel, da wir immer in Freud

u. Leid zusammenstanden wie Familien-

glieder u. einer den andern tröstete. Jetzt

fuhren wir auseinander nach allen Richtungen

jeder nach seiner Heimat. So kam ich am 18.II.

früh 7 Uhr bereits unverhofft zu Hause an,

sodaß ich meine lb. Angehörigen mit

Freudentränen gesund, glücklich u. zufrieden

          die Hand reichen konnte.


       Gew. von Geg. Luber

                                 in Bernricht.

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           Um Rückgabe wird

                      freundlichst gebeten !



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  • April 4, 2017 18:45:25 Rolf Kranz

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    kommen. Mit hellem Jubel u. Musik wurden

    wir da begrüßt. Ein Major, welcher endlich

    Ruhe gebot, machte uns bekannt, was wir

    innerhalb 3 Tg. zu erledigen hätten um dann

    wohlgemut und zufrieden nach Hause zu

    fahren. Als wir in die Baracken kamen,

    trauten wir uns kaum hinein, so sorgfältig

    u. sauber waren diese ausgestattet. Innerhalb

    2 Std. standen wir schon sauber und

    neueingekleidet da, sodaß wir abends

    nach dem Essen, welches uns aufgetragen

    wurde wie in einem Hotel, schon in die

    Stadt gehen konnten. So waren die 3 Tg.

    bald vorüber u. noch am letzten Tag wurden

    wir in den großen herrlichen Nibelungen-

    Saal geführt um dort der Begrüßungs-

    feier für die Gefangenen beizuwohnen.

    Alle in der Stadt befindlichen Künstler

    waren hier anwesend, um durch ihre Kunst-

    stücke unsere Herzen, die ja kaum mehr

    Freude fassen konnten, noch besser zu

    erquicken. So wurden wir am 17.II.20.


          23

    gerade  an Fastnacht, mit einem neuen Anzug

    u. entsprechender Löhnung entlassen. Nun

    mußten wir uns alle die Hände reichen zum

    Abschied, der uns trotz aller Freude nochmals

    schwer genug fiel, da wir immer in Freud

    u. Leid zusammenstanden wie Familien-

    glieder u. einer den andern tröstete. Jetzt

    fuhren wir auseinander nach allen Richtungen

    jeder nach seiner Heimat. So kam ich am 18.II.

    früh 7 Uhr bereits unverhofft zu Hause an,

    sodaß ich meine lb. Angehörigen mit

    Freudentränen gesund, glücklich u. zufrieden

              die Hand reichen konnte.


           Gew. von Geg. Luber

                                     in Bernricht.

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               Um Rückgabe wird

                          freundlichst gebeten !


Description

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  • 49.4852532||8.4776357||

    Mannheim, Nibelungensaal

  • 49.4899136||11.8712673||

    Bernricht

Location(s)
  • Document location Mannheim, Nibelungensaal
  • Additional document location Bernricht
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ID
2742 / 35304
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Werner Luber
Licence
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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