Briefe von Walther Huth an seine Eltern und Bekannte , item 77

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wie die anderen, denen sie zum Schaden wurden.

                      Mit innigem Gruß

                                                       Dein "Kleiner".


116.                   Karte an die Eltern.             

                                           Menin 22. III. 15.

L. E. ! Hzl. Dank für Brief vom 19.III., ist ja ausnahmsweise

schnell gegangen !

Kohlenschacht ist gut, da gibts sicher nächsten Herbst ein

paar Karnickel u. Hühner für mich. Den Acker vor

der Pfaffenheide haben wir dann wieder aufgegeben ?

        Bitte bald nochmal um eine gute Unterhose. Alles

andere habe ich jetzt völlig ausreichend. Kommt doch

mal rüber ! Son Katzensprung ! Laufen schon viel

Deutsche in Zivil hier rum. Um W. St. tut mirs herzl.

leid. Sind doch schon recht viel alte Kameraden weg,

Dessauer auch u. bes. Naumburger. Hunu möchte ich

tatsächlich mal im Graben sehen ! Ob er da auch

Karnickelgesichter macht !?

                                  Euch allen viele Grüße      Euer W.


117.                   Brief an Wilhelm von Rauchhaupt.

       Lieber Wilhelm !                       Menin  22.III.1915.

Donnerwetter ist das mal fix gegangen. So schnell


...rechte Seite

hat die Post noch garnicht gearbeitet. Also Dank für

Deinen Brief ! War doch sone kleine Beruhigung,

trotzdem mein Kitt möglichst gut steht u. der Oberltn.

mich schon wieder als "unser Huth" bezeichnete, als er

von einer ähnlichen Sache sprach. Man wird jedenfalls

nach Erledigung der Sache geruhen, mich zum Fähnrich

zu ernennen. Aber "geruhen" im wahrsten

Sinne des Worts. Übrigens werden die jetzt zu

Befördernden jedenfalls nach Rußland abgeschoben

werden, auch die, die damals nach Döberitz u.

dann nach dem Wartelager geschickt wurden. Danach

sind schon wieder 2 von der Kompagnie nach

Zossen geschickt worden.

   Inzwischen hat mir die Pistole auf Felddienstübungen

schon zweimal Hasenbraten eingebracht.

   Vorgestern holten wir bei Lincelles einen Engländer

runter, das war mal ein Spaß, der hat aber

ordentlich drin gesessen, die Tragflächen waren wie

ein Sieb. Unsere Flieger waren heute früh in

Calais zum "Eierlegen". In 3 1/2 Stunden sind sie zurück.

      Da hast mal wieder einen verdammt gescheiten

Gedanken mit dem Zusammenkommen ausgesprochen.

In dies Franktireunest kommst Du totsicher nicht,

also hol mich zu Dir ! Je eher, desto besser.



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linke Seite

wie die anderen, denen sie zum Schaden wurden.

                      Mit innigem Gruß

                                                       Dein "Kleiner".


116.                   Karte an die Eltern.             

                                           Menin 22. III. 15.

L. E. ! Hzl. Dank für Brief vom 19.III., ist ja ausnahmsweise

schnell gegangen !

Kohlenschacht ist gut, da gibts sicher nächsten Herbst ein

paar Karnickel u. Hühner für mich. Den Acker vor

der Pfaffenheide haben wir dann wieder aufgegeben ?

        Bitte bald nochmal um eine gute Unterhose. Alles

andere habe ich jetzt völlig ausreichend. Kommt doch

mal rüber ! Son Katzensprung ! Laufen schon viel

Deutsche in Zivil hier rum. Um W. St. tut mirs herzl.

leid. Sind doch schon recht viel alte Kameraden weg,

Dessauer auch u. bes. Naumburger. Hunu möchte ich

tatsächlich mal im Graben sehen ! Ob er da auch

Karnickelgesichter macht !?

                                  Euch allen viele Grüße      Euer W.


117.                   Brief an Wilhelm von Rauchhaupt.

       Lieber Wilhelm !                       Menin  22.III.1915.

Donnerwetter ist das mal fix gegangen. So schnell


...rechte Seite

hat die Post noch garnicht gearbeitet. Also Dank für

Deinen Brief ! War doch sone kleine Beruhigung,

trotzdem mein Kitt möglichst gut steht u. der Oberltn.

mich schon wieder als "unser Huth" bezeichnete, als er

von einer ähnlichen Sache sprach. Man wird jedenfalls

nach Erledigung der Sache geruhen, mich zum Fähnrich

zu ernennen. Aber "geruhen" im wahrsten

Sinne des Worts. Übrigens werden die jetzt zu

Befördernden jedenfalls nach Rußland abgeschoben

werden, auch die, die damals nach Döberitz u.

dann nach dem Wartelager geschickt wurden. Danach

sind schon wieder 2 von der Kompagnie nach

Zossen geschickt worden.

   Inzwischen hat mir die Pistole auf Felddienstübungen

schon zweimal Hasenbraten eingebracht.

   Vorgestern holten wir bei Lincelles einen Engländer

runter, das war mal ein Spaß, der hat aber

ordentlich drin gesessen, die Tragflächen waren wie

ein Sieb. Unsere Flieger waren heute früh in

Calais zum "Eierlegen". In 3 1/2 Stunden sind sie zurück.

      Da hast mal wieder einen verdammt gescheiten

Gedanken mit dem Zusammenkommen ausgesprochen.

In dies Franktireunest kommst Du totsicher nicht,

also hol mich zu Dir ! Je eher, desto besser.




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  • February 1, 2017 20:08:13 Rolf Kranz

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    wie die anderen, denen sie zum Schaden wurden.

                          Mit innigem Gruß

                                                           Dein "Kleiner".


    116.                   Karte an die Eltern.             

                                               Menin 22. III. 15.

    L. E. ! Hzl. Dank für Brief vom 19.III., ist ja ausnahmsweise

    schnell gegangen !

    Kohlenschacht ist gut, da gibts sicher nächsten Herbst ein

    paar Karnickel u. Hühner für mich. Den Acker vor

    der Pfaffenheide haben wir dann wieder aufgegeben ?

            Bitte bald nochmal um eine gute Unterhose. Alles

    andere habe ich jetzt völlig ausreichend. Kommt doch

    mal rüber ! Son Katzensprung ! Laufen schon viel

    Deutsche in Zivil hier rum. Um W. St. tut mirs herzl.

    leid. Sind doch schon recht viel alte Kameraden weg,

    Dessauer auch u. bes. Naumburger. Hunu möchte ich

    tatsächlich mal im Graben sehen ! Ob er da auch

    Karnickelgesichter macht !?

                                      Euch allen viele Grüße      Euer W.


    117.                   Brief an Wilhelm von Rauchhaupt.

           Lieber Wilhelm !                       Menin  22.III.1915.

    Donnerwetter ist das mal fix gegangen. So schnell


    ...rechte Seite

    hat die Post noch garnicht gearbeitet. Also Dank für

    Deinen Brief ! War doch sone kleine Beruhigung,

    trotzdem mein Kitt möglichst gut steht u. der Oberltn.

    mich schon wieder als "unser Huth" bezeichnete, als er

    von einer ähnlichen Sache sprach. Man wird jedenfalls

    nach Erledigung der Sache geruhen, mich zum Fähnrich

    zu ernennen. Aber "geruhen" im wahrsten

    Sinne des Worts. Übrigens werden die jetzt zu

    Befördernden jedenfalls nach Rußland abgeschoben

    werden, auch die, die damals nach Döberitz u.

    dann nach dem Wartelager geschickt wurden. Danach

    sind schon wieder 2 von der Kompagnie nach

    Zossen geschickt worden.

       Inzwischen hat mir die Pistole auf Felddienstübungen

    schon zweimal Hasenbraten eingebracht.

       Vorgestern holten wir bei Lincelles einen Engländer

    runter, das war mal ein Spaß, der hat aber

    ordentlich drin gesessen, die Tragflächen waren wie

    ein Sieb. Unsere Flieger waren heute früh in

    Calais zum "Eierlegen". In 3 1/2 Stunden sind sie zurück.

          Da hast mal wieder einen verdammt gescheiten

    Gedanken mit dem Zusammenkommen ausgesprochen.

    In dies Franktireunest kommst Du totsicher nicht,

    also hol mich zu Dir ! Je eher, desto besser.



Description

Save description
  • 50.7962915||3.121342||

    Menen

  • 50.95129||1.858686||

    Calais

  • 51.13054289999999||13.577913399999943||

    Coswig (bei Dresden)

    ||1
Location(s)
  • Story location Coswig (bei Dresden)
  • Document location Menen
  • Additional document location Calais


ID
2656 / 33684
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Friedrich-Carl Hoffmann
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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