Kriegstagebuch von Walther Huth, item 22

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...linke Seite

      Bei dem Klang wird mir mieser.

2.         Denn der Franzose und Belgier hat

      Schnell befestigt die alte Stadt

       Mit Gräben und vielen Kanonen.

       Als unser Korps in die Nähe kam

       Man uns gleich unter Feuer nahm

       Mit Granaten und blauen Bohnen.

3.          Da die Stadt uns gefiel so schön,

        Haben wir gründlich sie angesehen,

         ´s waren beinahe 4 Wochen.

         Erst in Gräben von Nord und Süd,

         dann im chateau, wo die Rose noch blüht,

         Haben wir Pulver gerochen.

4.             Bald war Runkels Geduld zu End:

          Täglich ein anderes Regiment

          Ward zum Angriff befohlen.

          Von der braven Freiwilligenschar

          Bald die Hälfte gefallen war. -----

          Dixmuden der Teufel soll holen.

5.         Doch dem preußischen Bajonett

        der Stärkste nicht wiederstanden hätt`

        Am 10. November war es:

         Brigade Reuter von Süden kam,

         Dixmude endlich im Sturm sie nahm,


...rechte Seite

         Der schönste Tag dieses Jahres !

6.              Wie`s der preußischen Garde ziemt,

         Maschinengewehre und Gräben sie nimmt,

         Gleich tuts die junge der alten,

         Drum singt dies Lied des Reservekorps

          Das jüngst ging aus der Garde hervor:

          Den Schild haben blank sie gehalten.

7.               Wißt Ihr, wo dieses Lied entstand:

           Im Keller an einer feuchten Wand,

           Requiriert das Glas roter Reben.

           Hier in Gewölben wir manche Nacht

           Halten treu an dem Yper Wacht:

           Dem Kaiser gehört unser Leben.

                                    Dörpfeld

             Hauptmann u. Bataillonsführe  I/202



25. XI.  Um 3/4 1 Uhr marschierten wir ab über

  Zarren, Clercken, Nachtigall, Aschoop nach Mercken.

  Auf aufgeweichten Straßen ging es die

  ganze Nacht durch. Vielfach mußten wir Halt

  machen wegen der zahlreichen Munitionskolonnen,

 die uns begegneten. Um 10 Uhr morgens, also

 nach 14 stündigem Marsch landeten wir in


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      Bei dem Klang wird mir mieser.

2.         Denn der Franzose und Belgier hat

      Schnell befestigt die alte Stadt

       Mit Gräben und vielen Kanonen.

       Als unser Korps in die Nähe kam

       Man uns gleich unter Feuer nahm

       Mit Granaten und blauen Bohnen.

3.          Da die Stadt uns gefiel so schön,

        Haben wir gründlich sie angesehen,

         ´s waren beinahe 4 Wochen.

         Erst in Gräben von Nord und Süd,

         dann im chateau, wo die Rose noch blüht,

         Haben wir Pulver gerochen.

4.             Bald war Runkels Geduld zu End:

          Täglich ein anderes Regiment

          Ward zum Angriff befohlen.

          Von der braven Freiwilligenschar

          Bald die Hälfte gefallen war. -----

          Dixmuden der Teufel soll holen.

5.         Doch dem preußischen Bajonett

        der Stärkste nicht wiederstanden hätt`

        Am 10. November war es:

         Brigade Reuter von Süden kam,

         Dixmude endlich im Sturm sie nahm,


...rechte Seite

         Der schönste Tag dieses Jahres !

6.              Wie`s der preußischen Garde ziemt,

         Maschinengewehre und Gräben sie nimmt,

         Gleich tuts die junge der alten,

         Drum singt dies Lied des Reservekorps

          Das jüngst ging aus der Garde hervor:

          Den Schild haben blank sie gehalten.

7.               Wißt Ihr, wo dieses Lied entstand:

           Im Keller an einer feuchten Wand,

           Requiriert das Glas roter Reben.

           Hier in Gewölben wir manche Nacht

           Halten treu an dem Yper Wacht:

           Dem Kaiser gehört unser Leben.

                                    Dörpfeld

             Hauptmann u. Bataillonsführe  I/202



25. XI.  Um 3/4 1 Uhr marschierten wir ab über

  Zarren, Clercken, Nachtigall, Aschoop nach Mercken.

  Auf aufgeweichten Straßen ging es die

  ganze Nacht durch. Vielfach mußten wir Halt

  machen wegen der zahlreichen Munitionskolonnen,

 die uns begegneten. Um 10 Uhr morgens, also

 nach 14 stündigem Marsch landeten wir in



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  • February 23, 2017 21:18:42 Rolf Kranz

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          Bei dem Klang wird mir mieser.

    2.         Denn der Franzose und Belgier hat

          Schnell befestigt die alte Stadt

           Mit Gräben und vielen Kanonen.

           Als unser Korps in die Nähe kam

           Man uns gleich unter Feuer nahm

           Mit Granaten und blauen Bohnen.

    3.          Da die Stadt uns gefiel so schön,

            Haben wir gründlich sie angesehen,

             ´s waren beinahe 4 Wochen.

             Erst in Gräben von Nord und Süd,

             dann im chateau, wo die Rose noch blüht,

             Haben wir Pulver gerochen.

    4.             Bald war Runkels Geduld zu End:

              Täglich ein anderes Regiment

              Ward zum Angriff befohlen.

              Von der braven Freiwilligenschar

              Bald die Hälfte gefallen war. -----

              Dixmuden der Teufel soll holen.

    5.         Doch dem preußischen Bajonett

            der Stärkste nicht wiederstanden hätt`

            Am 10. November war es:

             Brigade Reuter von Süden kam,

             Dixmude endlich im Sturm sie nahm,


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             Der schönste Tag dieses Jahres !

    6.              Wie`s der preußischen Garde ziemt,

             Maschinengewehre und Gräben sie nimmt,

             Gleich tuts die junge der alten,

             Drum singt dies Lied des Reservekorps

              Das jüngst ging aus der Garde hervor:

              Den Schild haben blank sie gehalten.

    7.               Wißt Ihr, wo dieses Lied entstand:

               Im Keller an einer feuchten Wand,

               Requiriert das Glas roter Reben.

               Hier in Gewölben wir manche Nacht

               Halten treu an dem Yper Wacht:

               Dem Kaiser gehört unser Leben.

                                        Dörpfeld

                 Hauptmann u. Bataillonsführe  I/202



    25. XI.  Um 3/4 1 Uhr marschierten wir ab über

      Zarren, Clercken, Nachtigall, Aschoop nach Mercken.

      Auf aufgeweichten Straßen ging es die

      ganze Nacht durch. Vielfach mußten wir Halt

      machen wegen der zahlreichen Munitionskolonnen,

     die uns begegneten. Um 10 Uhr morgens, also

     nach 14 stündigem Marsch landeten wir in


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  • 51.0184331||2.9589059||

    Zarren

  • 51.13054289999999||13.577913399999943||

    Coswig (bei Dresden)

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Location(s)
  • Story location Coswig (bei Dresden)
  • Document location Zarren


ID
2655 / 33567
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Friedrich-Carl Hoffmann
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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