Chronik Franz Sprinz (Band II), item 18

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  Die Doppelbuchstaben mm und nn sind im Original manchmal einfach geschrieben. 

Linke Seite: 

198

Gewerbe An u. Abmeldung

Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

handel.

Lehrer

Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

     die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

     er an die Schule nach Groß-Auerschim.

Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

     nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg

Alfred Ham wird ab 26. 7. 1915 unserer Schule als provisorischer Lehrer

     zugeteilt; er bleibt bis 15. 9. d.J. Dann wird er nach Gr.Auerschim versetzt.

Rudolf Knoblich, dieser unterrichtet vom 15. 9 - 31. 10. 1915. Hier ist eine

     Lücke, welche Lehrkraft da hinein fehlt konnte ich nicht feststellen.

Max Pöschel aus Batzdorf und   war vom Kriegsdienst enthoben und

     war hier Lehrer vom 15./9. 1916 bis Juli 1918. Max Pöschel war ein vor-

     züglicher Lehrer, der sich dann auch in der Tschechenzeit sich um die  nationale?

     Erziehung bes.(onders) im Turnverein Verdienste erwarb. In hervorragendem

     Maße beteiligte sich auch R. Knoblich, der jetzige Bürgerschuldirektor

     von Giesshübel an der nationalen Wiederaufrichtung.


Rechte Seite:


P. Cistecky, ein Deutscher, junger Geistlicher in Bielei versah vom 16. 9. 18

     bis 31. 11. 1918 gelegentlich an einigen Tagen hier den Unterricht.

     Nach ihm kam dann Elsa Pischel die Frau des nachfolgenden Wilhelm

     Pischel als provisorische Lehrerin zu uns.


Gemeindevorsteher u. G.(emeinde) Vertretung

August Neugebauer Nr 52 war und blieb den ganzen Krieg über

Vorsteher der Gemeinde. Diese Amtszeit brachte ihm viel Arbeit und auch

Ärger. Die Aufbringung der landw.(irtschaftlichen) Erzeugnisse zur Ablieferung, die Aufteilung

und Ausgabe der Lebensmittel für die Nichtselbstversorger, welche lange

Zeit in seinem Hause geschah, dann noch Misstrauen und Verdächtigun-

gen, wenn die verschiedenen Enthebungs-Versorgungsansuchen udgl (und dergleichen)

nicht entsprechend und erwartet gut ausfielen, machten ihn seinen Mit-

bürgern unliebsam. Bei der ersten Gemeindewahl erhielt er dann auch nur

17 von 71 Stimmen und kam nicht mehr in die Vertretung.


Die schlimsten Folgen erlebte er davon in seinem Hause. Durch seine oftmalige

Abwesenheit gewöhnte sich seine durch Erbanlage zur Trunksucht neigende

Frau an dieses Laster; dieses zerüttete sein Familienleben und führte zu Ver-

brechen. Vielleicht schreibe ich im nächsten Kapitel noch etwas davon.

Wenn man ihm gerecht sein will so muss man anerkennen, dass er als

Vorsteher tat was er imstande war und dass es ein anderer schwer hätte

besser machen können.


Kurz vor Ausbruch des Krieges war die Gem.Vertr. als letzte nach der

Wahlkörpereinteilung gewählt worden. Ihr gehörten an:

I   Wahlkörper Franz Sprinz Nr 1, Reinhold Wanitschke N 10, Karl Neugebauer

II  "           Josef Schmid Nr 36, Adolf Finger Nr 41, August Neugebauer Nr 52

III "          Josef Ebner Nr 23, Heinrich Seidel Nr 26, Heinrich Finger Nr 33


Nach Ausbruch des Krieges kamen als Ersatz für die eingerückten

Franz Sprinz und Karl Neugebauer, die Ersatzmänner Rudolf Wanitschke N ... 

und Franz Neugebauer Nr 43 in die Vertretung.

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  Die Doppelbuchstaben mm und nn sind im Original manchmal einfach geschrieben. 

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198

Gewerbe An u. Abmeldung

Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

handel.

Lehrer

Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

     die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

     er an die Schule nach Groß-Auerschim.

Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

     nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg

Alfred Ham wird ab 26. 7. 1915 unserer Schule als provisorischer Lehrer

     zugeteilt; er bleibt bis 15. 9. d.J. Dann wird er nach Gr.Auerschim versetzt.

Rudolf Knoblich, dieser unterrichtet vom 15. 9 - 31. 10. 1915. Hier ist eine

     Lücke, welche Lehrkraft da hinein fehlt konnte ich nicht feststellen.

Max Pöschel aus Batzdorf und   war vom Kriegsdienst enthoben und

     war hier Lehrer vom 15./9. 1916 bis Juli 1918. Max Pöschel war ein vor-

     züglicher Lehrer, der sich dann auch in der Tschechenzeit sich um die  nationale?

     Erziehung bes.(onders) im Turnverein Verdienste erwarb. In hervorragendem

     Maße beteiligte sich auch R. Knoblich, der jetzige Bürgerschuldirektor

     von Giesshübel an der nationalen Wiederaufrichtung.


Rechte Seite:


P. Cistecky, ein Deutscher, junger Geistlicher in Bielei versah vom 16. 9. 18

     bis 31. 11. 1918 gelegentlich an einigen Tagen hier den Unterricht.

     Nach ihm kam dann Elsa Pischel die Frau des nachfolgenden Wilhelm

     Pischel als provisorische Lehrerin zu uns.


Gemeindevorsteher u. G.(emeinde) Vertretung

August Neugebauer Nr 52 war und blieb den ganzen Krieg über

Vorsteher der Gemeinde. Diese Amtszeit brachte ihm viel Arbeit und auch

Ärger. Die Aufbringung der landw.(irtschaftlichen) Erzeugnisse zur Ablieferung, die Aufteilung

und Ausgabe der Lebensmittel für die Nichtselbstversorger, welche lange

Zeit in seinem Hause geschah, dann noch Misstrauen und Verdächtigun-

gen, wenn die verschiedenen Enthebungs-Versorgungsansuchen udgl (und dergleichen)

nicht entsprechend und erwartet gut ausfielen, machten ihn seinen Mit-

bürgern unliebsam. Bei der ersten Gemeindewahl erhielt er dann auch nur

17 von 71 Stimmen und kam nicht mehr in die Vertretung.


Die schlimsten Folgen erlebte er davon in seinem Hause. Durch seine oftmalige

Abwesenheit gewöhnte sich seine durch Erbanlage zur Trunksucht neigende

Frau an dieses Laster; dieses zerüttete sein Familienleben und führte zu Ver-

brechen. Vielleicht schreibe ich im nächsten Kapitel noch etwas davon.

Wenn man ihm gerecht sein will so muss man anerkennen, dass er als

Vorsteher tat was er imstande war und dass es ein anderer schwer hätte

besser machen können.


Kurz vor Ausbruch des Krieges war die Gem.Vertr. als letzte nach der

Wahlkörpereinteilung gewählt worden. Ihr gehörten an:

I   Wahlkörper Franz Sprinz Nr 1, Reinhold Wanitschke N 10, Karl Neugebauer

II  "           Josef Schmid Nr 36, Adolf Finger Nr 41, August Neugebauer Nr 52

III "          Josef Ebner Nr 23, Heinrich Seidel Nr 26, Heinrich Finger Nr 33


Nach Ausbruch des Krieges kamen als Ersatz für die eingerückten

Franz Sprinz und Karl Neugebauer, die Ersatzmänner Rudolf Wanitschke N ... 

und Franz Neugebauer Nr 43 in die Vertretung.


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  • September 26, 2017 19:01:07 Eva Anna Welles (AUT)

      Die Doppelbuchstaben mm und nn sind im Original manchmal einfach geschrieben. 

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    198

    Gewerbe An u. Abmeldung

    Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

    weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

    u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

    Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

    geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

    Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

    in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

    te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

    dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

    Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


    12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

    Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

    1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

    handel.

    Lehrer

    Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

         die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

    Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

         er an die Schule nach Groß-Auerschim.

    Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

         nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg

    Alfred Ham wird ab 26. 7. 1915 unserer Schule als provisorischer Lehrer

         zugeteilt; er bleibt bis 15. 9. d.J. Dann wird er nach Gr.Auerschim versetzt.

    Rudolf Knoblich, dieser unterrichtet vom 15. 9 - 31. 10. 1915. Hier ist eine

         Lücke, welche Lehrkraft da hinein fehlt konnte ich nicht feststellen.

    Max Pöschel aus Batzdorf und   war vom Kriegsdienst enthoben und

         war hier Lehrer vom 15./9. 1916 bis Juli 1918. Max Pöschel war ein vor-

         züglicher Lehrer, der sich dann auch in der Tschechenzeit sich um die  nationale?

         Erziehung bes.(onders) im Turnverein Verdienste erwarb. In hervorragendem

         Maße beteiligte sich auch R. Knoblich, der jetzige Bürgerschuldirektor

         von Giesshübel an der nationalen Wiederaufrichtung.


    Rechte Seite:


    P. Cistecky, ein Deutscher, junger Geistlicher in Bielei versah vom 16. 9. 18

         bis 31. 11. 1918 gelegentlich an einigen Tagen hier den Unterricht.

         Nach ihm kam dann Elsa Pischel die Frau des nachfolgenden Wilhelm

         Pischel als provisorische Lehrerin zu uns.


    Gemeindevorsteher u. G.(emeinde) Vertretung

    August Neugebauer Nr 52 war und blieb den ganzen Krieg über

    Vorsteher der Gemeinde. Diese Amtszeit brachte ihm viel Arbeit und auch

    Ärger. Die Aufbringung der landw.(irtschaftlichen) Erzeugnisse zur Ablieferung, die Aufteilung

    und Ausgabe der Lebensmittel für die Nichtselbstversorger, welche lange

    Zeit in seinem Hause geschah, dann noch Misstrauen und Verdächtigun-

    gen, wenn die verschiedenen Enthebungs-Versorgungsansuchen udgl (und dergleichen)

    nicht entsprechend und erwartet gut ausfielen, machten ihn seinen Mit-

    bürgern unliebsam. Bei der ersten Gemeindewahl erhielt er dann auch nur

    17 von 71 Stimmen und kam nicht mehr in die Vertretung.


    Die schlimsten Folgen erlebte er davon in seinem Hause. Durch seine oftmalige

    Abwesenheit gewöhnte sich seine durch Erbanlage zur Trunksucht neigende

    Frau an dieses Laster; dieses zerüttete sein Familienleben und führte zu Ver-

    brechen. Vielleicht schreibe ich im nächsten Kapitel noch etwas davon.

    Wenn man ihm gerecht sein will so muss man anerkennen, dass er als

    Vorsteher tat was er imstande war und dass es ein anderer schwer hätte

    besser machen können.


    Kurz vor Ausbruch des Krieges war die Gem.Vertr. als letzte nach der

    Wahlkörpereinteilung gewählt worden. Ihr gehörten an:

    I   Wahlkörper Franz Sprinz Nr 1, Reinhold Wanitschke N 10, Karl Neugebauer

    II  "           Josef Schmid Nr 36, Adolf Finger Nr 41, August Neugebauer Nr 52

    III "          Josef Ebner Nr 23, Heinrich Seidel Nr 26, Heinrich Finger Nr 33


    Nach Ausbruch des Krieges kamen als Ersatz für die eingerückten

    Franz Sprinz und Karl Neugebauer, die Ersatzmänner Rudolf Wanitschke N ... 

    und Franz Neugebauer Nr 43 in die Vertretung.

  • September 26, 2017 18:48:45 Eva Anna Welles (AUT)

      Die Doppelbuchstaben mm und nn sind im Original manchmal einfach geschrieben. 

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    Gewerbe An u. Abmeldung

    Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

    weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

    u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

    Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

    geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

    Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

    in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

    te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

    dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

    Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


    12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

    Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

    1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

    handel.

    Lehrer

    Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

         die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

    Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

         er an die Schule nach Groß-Auers ... 

    Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

         nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg

    Alfred Ham wird ab 26. 7. 1915 unserer Schule als provisorischer Lehrer

         zugeteilt; er bleibt bis 15. 9. d.J. Dann wird er nach Gr.Auerschin versetzt.

    Rudolf Knoblich, dieser unterrichtet vom 15. 9 - 31. 10. 1915. Hier ist eine

         Lücke, welche Lehrkraft da hinein fehlt konnte ich nicht feststellen.

    Max Pöschel aus Batzdorf und   war vom Kriegsdienst enthoben und

         war hier Lehrer vom 15./9. 1916 bis Juli 1918. Max Pöschel war ein vor-

         züglicher Lehrer, der sich dann auch in der Tschechenzeit sich um die  nationale?

         Erziehung bes.(onders) im Turnverein Verdienste erwarb. In hervorragendem

         Maße beteiligte sich auch R. Knoblich, der jetzige Bürgerschuldirektor

         von Giesshübel an der nationalen Wiederaufrichtung.


    Rechte Seite:


    P. Cistecky, ein Deutscher, junger Geistlicher in Bielei versah vom 16. 9. 18

         bis 31. 11. 1918 gelegentlich an einigen Tagen hier den Unterricht.

         Nach ihm kam dann Elsa Pischel die Frau des nachfolgenden Wilhelm

         Pischel als provisorische Lehrerin zu uns.


    Gemeindevorsteher u. G.(emeinde) Vertretung

    August Neugebauer Nr 52 war und blieb den ganzen Krieg über

    Vorsteher der Gemeinde. Diese Amtszeit brachte ihm viel Arbeit und auch

    Ärger. Die Aufbringung der landw.(irtschaftlichen) Erzeugnisse zur Ablieferung, die Aufteilung

    und Ausgabe der Lebensmittel für die Nichtselbstversorger, welche lange

    Zeit in seinem Hause geschah, dann noch Misstrauen und Verdächtigun-

    gen, wenn die verschiedenen Enthebungs-Versorgungsansuchen udgl (und dergleichen)

    nicht entsprechend und erwartet gut ausfielen, machten ihn seinen Mit-

    bürgern unliebsam. Bei der ersten Gemeindewahl erhielt er dann auch nur

    17 von 71 Stimmen und kam nicht mehr in die Vertretung.


    Die schlimsten Folgen erlebte er davon in seinem Hause. Durch seine oftmalige

    Abwesenheit gewöhnte sich seine durch Erbanlage zur Trunksucht neigende

    Frau an dieses Laster; dieses zerüttete sein Familienleben und führte zu Ver-

    brechen. Vielleicht schreibe ich im nächsten Kapitel noch etwas davon.

    Wenn man ihm gerecht sein will so muss man anerkennen, dass er als

    Vorsteher tat was er imstande war und dass es ein anderer schwer hätte

    besser machen können.


    Kurz vor Ausbruch des Krieges war die Gem.Vertr. als letzte nach der

    Wahlkörpereinteilung gewählt worden. Ihr gehörten an:

    I   Wahlkörper Franz Sprinz Nr 1, Reinhold Wanitschke N 10, Karl Neugebauer

    II  "           Josef Schmid Nr 36, Adolf Finger Nr 41, August Neugebauer Nr 52

    III "          Josef Ebner Nr 23, Heinrich Seidel Nr 26, Heinrich Finger Nr 33


    Nach Ausbruch des Krieges kamen als Ersatz für die eingerückten

    Franz Sprinz und Karl Neugebauer, die Ersatzmänner Rudolf Wanitschke N ... 

    und Franz Neugebauer Nr 43 in die Vertretung.


  • September 26, 2017 18:44:08 Eva Anna Welles (AUT)

      Die Doppelbuchstaben mm und nn sind im Original manchmal einfach geschrieben. 

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    Gewerbe An u. Abmeldung

    Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

    weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

    u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

    Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

    geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

    Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

    in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

    te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

    dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

    Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


    12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

    Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

    1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

    handel.

    Lehrer

    Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

         die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

    Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

         er an die Schule nach Groß-Auers ... 

    Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

         nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg

    Alfred Ham wird ab 26. 7. 1915 unserer Schule als provisorischer Lehrer

         zugeteilt; er bleibt bis 15. 9. d.J. Dann wird er nach Gr.Auerschin versetzt.

    Rudolf Knoblich, dieser unterrichtet vom 15. 9 - 31. 10. 1915. Hier ist eine

         Lücke, welche Lehrkraft da hinein fehlt konnte ich nicht feststellen.

    Max Pöschel aus Batzdorf und   war vom Kriegsdienst enthoben und

         war hier Lehrer vom 15./9. 1916 bis Juli 1918. Max Pöschel war ein vor-

         züglicher Lehrer, der sich dann auch in der Tschechenzeit sich um die  nationale?

         Erziehung bes.(onders) im Turnverein Verdienste erwarb. In hervorragendem

         Maße beteiligte sich auch R. Knoblich, der jetzige Bürgerschuldirektor

         von Giesshübel an der nationalen Wiederaufrichtung.


    Rechte Seite:


    P. Cistecky, ein Deutscher, junger Geistlicher in Bielei versah vom 16. 9. 18

         bis 31. 11. 1918 gelegentlich an einigen Tagen hier den Unterricht.

         Nach ihm kam dann Elsa Pischel die Frau des nachfolgenden Wilhelm

         Pischel als provisorische Lehrerin zu uns.


    Gemeindevorsteher u. G.(emeinde) Vertretung

    August Neugebauer Nr 52 war und blieb den ganzen Krieg über

    Vorsteher der Gemeinde. Diese Amtszeit brachte ihm viel Arbeit und auch

    Ärger. Die Aufbringung der landw.(irtschaftlichen) Erzeugnisse zur Ablieferung, die Aufteilung

    und Ausgabe der Lebensmittel für die Nichtselbstversorger, welche lange

    Zeit in seinem Hause geschah, dann noch Misstrauen und Verdächtigun-

    gen, wenn die verschiedenen Enthebungs-Versorgungsansuchen udgl (und dergleichen)

    nicht entsprechend und erwartet gut ausfielen, machten ihn seinen Mit-

    bürgern unliebsam. Bei der ersten Gemeindewahl erhielt er dann auch nur

    17 von 71 Stimmen und kam nicht mehr in die Vertretung.


    Die schlimsten Folgen erlebte er davon in seinem Hause. Durch seine oftmalige

    Abwesenheit gewöhnte sich seine durch Erbanlage zur Trunksucht neigende

    Frau an dieses Laster; dieses zerüttete sein Familienleben und führte zu Ver-

    brechen. Vielleicht schreibe ich im nächsten Kapitel noch etwas davon.

    Wenn man ihm gerecht sein will so muss man anerkennen, dass er als

    Vorsteher tat was er imstande war und dass es ein anderer schwer hätte

    besser machen können.





  • September 26, 2017 18:40:35 Eva Anna Welles (AUT)

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    Gewerbe An u. Abmeldung

    Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

    weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

    u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

    Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

    geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

    Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

    in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

    te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

    dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

    Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


    12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

    Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

    1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

    handel.

    Lehrer

    Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

         die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

    Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

         er an die Schule nach Groß-Auers ... 

    Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

         nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg

    Alfred Ham wird ab 26. 7. 1915 unserer Schule als provisorischer Lehrer

         zugeteilt; er bleibt bis 15. 9. d.J. Dann wird er nach Gr.Auerschin versetzt.

    Rudolf Knoblich, dieser unterrichtet vom 15. 9 - 31. 10. 1915. Hier ist eine

         Lücke, welche Lehrkraft da hinein fehlt konnte ich nicht feststellen.

    Max Pöschel aus Batzdorf und   war vom Kriegsdienst enthoben und

         war hier Lehrer vom 15./9. 1916 bis Juli 1918. Max Pöschel war ein vor-

         züglicher Lehrer, der sich dann auch in der Tschechenzeit sich um die  nationale?

         Erziehung bes.(onders) im Turnverein Verdienste erwarb. In hervorragendem

         Maße beteiligte sich auch R. Knoblich, der jetzige Bürgerschuldirektor

         von Giesshübel an der nationalen Wiederaufrichtung.


    Rechte Seite:


    P. Cistecky, ein Deutscher, junger Geistlicher in Bielei versah vom 16. 9. 18

         bis 31. 11. 1918 gelegentlich an einigen Tagen hier den Unterricht.

         Nach ihm kam dann Elsa Pischel die Frau des nachfolgenden Wilhelm

         Pischel als provisorische Lehrerin zu uns.


    Gemeindevorsteher u. G.(emeinde) Vertretung

    August Neugebauer Nr 52 war und blieb den ganzen Krieg über

    Vorsteher der Gemeinde. Diese Amtszeit brachte ihm viel Arbeit und auch

    Ärger. Die Aufbringung der landw.(irtschaftlichen) Erzeugnisse zur Ablieferung, die Aufteilung

    und Ausgabe der Lebensmittel für die Nichtselbstversorger, welche lange

    Zeit in seinem Hause geschah, dann noch Misstrauen und Verdächtigun-

    gen, wenn die verschiedenen Enthebungs-Versorgungsansuchen udgl (und dergleichen)

    nicht entsprechend und erwartet gut ausfielen, machten ihn seinen Mit-

    bürgern unliebsam. Bei der ersten Gemeindewahl erhielt er dann auch nur

    17 von 71 Stimmen und kam nicht mehr in die Vertretung.




  • September 26, 2017 18:33:22 Eva Anna Welles (AUT)

     Linke Seite: 

    198

    Gewerbe An u. Abmeldung

    Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

    weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

    u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

    Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

    geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

    Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

    in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

    te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

    dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

    Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


    12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

    Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

    1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

    handel.

    Lehrer

    Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

         die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

    Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

         er an die Schule nach Groß-Auers ... 

    Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

         nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg

    Alfred Ham wird ab 26. 7. 1915 unserer Schule als provisorischer Lehrer

         zugeteilt; er bleibt bis 15. 9. d.J. Dann wird er nach Gr.Auerschin versetzt.

    Rudolf Knoblich, dieser unterrichtet vom 15. 9 - 31. 10. 1915. Hier ist eine

         Lücke, welche Lehrkraft da hinein fehlt konnte ich nicht feststellen.

    Max Pöschel aus Batzdorf und   war vom Kriegsdienst enthoben und

         war hier Lehrer vom 15./9. 1916 bis Juli 1918. Max Pöschel war ein vor-

         züglicher Lehrer, der sich dann auch in der Tschechenzeit sich um die  nationale?

         Erziehung bes.(onders) im Turnverein Verdienste erwarb. In hervorragendem

         Maße beteiligte sich auch R. Knoblich, der jetzige Bürgerschuldirektor

         von Giesshübel an der nationalen Wiederaufrichtung.






  • September 26, 2017 18:26:59 Eva Anna Welles (AUT)

     Linke Seite: 

    198

    Gewerbe An u. Abmeldung

    Nach Ausbruch des Krieges wurden einige Gewerbe still gelegt

    weil die Inhaber eingezogen waren (z.Bsp. ((zum  Beispiel)) Bauer Ant. Michaletz

    u. Neumann). Das Gasthaus des Franz Nentwich Nr 67 wurde über

    Auftrag des Bez.(irks) Hauptm.(anns) vom 2/8/1915 am 10./8. vom Gemeindevorst.(eher)

    geschlossen; der Schlüssel vom Schanklokal der Behörde eingesand.

    Letzte Ursache dafür ist mir unbekannt; die Wirtin befand sich eben

    in einem unaufhörlichen Widerspruch mit den Vorschriften. Sie woll-

    te den Krieg nicht ungenützt vergehen lassen. Wie lange die Sperre

    dauerte ist nicht vermerkt. Am 16/4 1918 wird ihr wieder das Abhalten von

    Tanzunterhaltungen verboten durch die Bez.Hauptm.


    12/5. 1915 erhält Heinrich Seidel Nr 26 die Bewilligung zum Butter und

    Eierhandel; dieses Gewerbe giebt er am 16/12 1917 wieder auf.

    1918 im Frühjahr beginnt Heinrich Seidel Nr 26 mit dem Holzspanschachtel

    handel.

    Lehrer

    Am 25./8. 1914 erhielt der früher schon beschriebene Lehrer Josef Uhlir

    die Berufung als Oberlehrer nach Hernfeld. Zu uns kommt

    Ortwin Ohnhäuser, er wirkt hier vom 1. 9. 1914 bis 31. 1. 1915, dann geht

    er an die Schule nach Groß-Auers ... 

    Josef Liebner, Schulleiter in Kampusch versieht vom 8./2. 1915 bis 15./7. 15

    nebenbei den Untericht in unserer Schule und zwar Mont.(ag), Mitw.(och), Freitg





Description

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  • 50.166521387495415||16.54822416147465||

    Batzdorf - heute: Bartosovice v Orlickych horach, Tschechien

  • 50.1995526922854||16.343088816015666||

    Groß-Auerschim bei Rehberg - heute: Teil von Liberk, Tschechien

  • 50.2203664||16.385328399999935||

    Kunzendorf (Adlergebirge, Böhmen), jetzt tschechisch: Kuncina Ves

    ||1
Location(s)
  • Story location Kunzendorf (Adlergebirge, Böhmen), jetzt tschechisch: Kuncina Ves
  • Document location Batzdorf - heute: Bartosovice v Orlickych horach, Tschechien
  • Additional document location Groß-Auerschim bei Rehberg - heute: Teil von Liberk, Tschechien


ID
2575 / 32706
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Dr. Helmut Sprinz
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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