Fotos, Feldpost und Zeichnung von Jakob Hecht, item 8

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...linke Seite

vor - da gäbe doch ein friedl. Bild. Ein moderner

Soldat, dieser Ansicht bist Du doch auch, ist kein bißchen weniger

malerisch als der, jeder historischen Zeit. Um die Einrichtung

vollständig zu machen, fehlt auch der Ofen nicht.

                 Dies ist also das Bild, von dem Du doch

sicher zugeben wirst, daß es einer gewissen Romantik

nicht bar ist.

                      Auf meinem Klubsessel sitze ich nun

seit gestern abend 9:00 [Uhr] mit kurzen Unterbrechungen,

wie Posten visitieren u.s.w., schlief darauf, und

werde auch darauf sitzen bleiben, bis heute 9:00 [Uhr].

Und, ich wundere mich selbst darüber, bis jetzt ist

mir die Zeit noch kein bißchen zu lang geworden.

Ich esse dann zu Abend daheim u. gehe sofort wieder

in eine andere Stellung auf 24 Stunden. Das ist

das Stück Leben, das ich Dir schildern wollte, natürlich

ist das Donnern der Geschütze und Summen der

Infanteriegeschoße draußen mit einzurechnen in

das ganze Bild.

Zum Schluße grüße ich Dich herzlichst !

N.B. [Nota Bene]

Wenn Du mir mein Leben durch eine gute Zigarre angenehmer machen willst, so wird sie gern

genommen. Tabak habe ich erst von Tante Hedwig bekommen.


...rechte Seite

                                                     St. Mihiel, 31. August 1915

Lieber Onkel !

Dein letzter Brief, der mir wirklich sehr

große Freude machte, ist dann doch, was meine

Person betrifft, stark übertrieben. Was

die herrliche Kunst betrifft, so muß ich allerdings

gestehen, daß es mir jederzeit ehrliche

Absicht war, das anzustreben und zu

erreichen, was meiner Veranlagung entsprach.

Leider mußte ich gerade zu der Zeit,

in der ich, nach meiner Ansicht, im Begriffe

war der Meisterin Natur ein gutes Stück

näher zu kommen, der Kunst den Rücken

wenden. Es kam die Zeit, die zu erleben,

allerdings anfangs mit sehr viel Unannehmlichkeiten

verbunden war, die aber





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...linke Seite

vor - da gäbe doch ein friedl. Bild. Ein moderner

Soldat, dieser Ansicht bist Du doch auch, ist kein bißchen weniger

malerisch als der, jeder historischen Zeit. Um die Einrichtung

vollständig zu machen, fehlt auch der Ofen nicht.

                 Dies ist also das Bild, von dem Du doch

sicher zugeben wirst, daß es einer gewissen Romantik

nicht bar ist.

                      Auf meinem Klubsessel sitze ich nun

seit gestern abend 9:00 [Uhr] mit kurzen Unterbrechungen,

wie Posten visitieren u.s.w., schlief darauf, und

werde auch darauf sitzen bleiben, bis heute 9:00 [Uhr].

Und, ich wundere mich selbst darüber, bis jetzt ist

mir die Zeit noch kein bißchen zu lang geworden.

Ich esse dann zu Abend daheim u. gehe sofort wieder

in eine andere Stellung auf 24 Stunden. Das ist

das Stück Leben, das ich Dir schildern wollte, natürlich

ist das Donnern der Geschütze und Summen der

Infanteriegeschoße draußen mit einzurechnen in

das ganze Bild.

Zum Schluße grüße ich Dich herzlichst !

N.B. [Nota Bene]

Wenn Du mir mein Leben durch eine gute Zigarre angenehmer machen willst, so wird sie gern

genommen. Tabak habe ich erst von Tante Hedwig bekommen.


...rechte Seite

                                                     St. Mihiel, 31. August 1915

Lieber Onkel !

Dein letzter Brief, der mir wirklich sehr

große Freude machte, ist dann doch, was meine

Person betrifft, stark übertrieben. Was

die herrliche Kunst betrifft, so muß ich allerdings

gestehen, daß es mir jederzeit ehrliche

Absicht war, das anzustreben und zu

erreichen, was meiner Veranlagung entsprach.

Leider mußte ich gerade zu der Zeit,

in der ich, nach meiner Ansicht, im Begriffe

war der Meisterin Natur ein gutes Stück

näher zu kommen, der Kunst den Rücken

wenden. Es kam die Zeit, die zu erleben,

allerdings anfangs mit sehr viel Unannehmlichkeiten

verbunden war, die aber






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  • January 8, 2017 19:59:39 Rolf Kranz

    ...linke Seite

    vor - da gäbe doch ein friedl. Bild. Ein moderner

    Soldat, dieser Ansicht bist Du doch auch, ist kein bißchen weniger

    malerisch als der, jeder historischen Zeit. Um die Einrichtung

    vollständig zu machen, fehlt auch der Ofen nicht.

                     Dies ist also das Bild, von dem Du doch

    sicher zugeben wirst, daß es einer gewissen Romantik

    nicht bar ist.

                          Auf meinem Klubsessel sitze ich nun

    seit gestern abend 9:00 [Uhr] mit kurzen Unterbrechungen,

    wie Posten visitieren u.s.w., schlief darauf, und

    werde auch darauf sitzen bleiben, bis heute 9:00 [Uhr].

    Und, ich wundere mich selbst darüber, bis jetzt ist

    mir die Zeit noch kein bißchen zu lang geworden.

    Ich esse dann zu Abend daheim u. gehe sofort wieder

    in eine andere Stellung auf 24 Stunden. Das ist

    das Stück Leben, das ich Dir schildern wollte, natürlich

    ist das Donnern der Geschütze und Summen der

    Infanteriegeschoße draußen mit einzurechnen in

    das ganze Bild.

    Zum Schluße grüße ich Dich herzlichst !

    N.B. [Nota Bene]

    Wenn Du mir mein Leben durch eine gute Zigarre angenehmer machen willst, so wird sie gern

    genommen. Tabak habe ich erst von Tante Hedwig bekommen.


    ...rechte Seite

                                                         St. Mihiel, 31. August 1915

    Lieber Onkel !

    Dein letzter Brief, der mir wirklich sehr

    große Freude machte, ist dann doch, was meine

    Person betrifft, stark übertrieben. Was

    die herrliche Kunst betrifft, so muß ich allerdings

    gestehen, daß es mir jederzeit ehrliche

    Absicht war, das anzustreben und zu

    erreichen, was meiner Veranlagung entsprach.

    Leider mußte ich gerade zu der Zeit,

    in der ich, nach meiner Ansicht, im Begriffe

    war der Meisterin Natur ein gutes Stück

    näher zu kommen, der Kunst den Rücken

    wenden. Es kam die Zeit, die zu erleben,

    allerdings anfangs mit sehr viel Unannehmlichkeiten

    verbunden war, die aber





  • January 8, 2017 19:58:09 Rolf Kranz

    ...linke Seite

    vor - da gäbe doch ein friedl. Bild. Ein moderner

    Soldat, dieser Ansicht bist Du doch auch, ist kein bißchen weniger

    malerisch als der, jeder historischen Zeit. Um die Einrichtung

    vollständig zu machen, fehlt auch der Ofen nicht.

                     Dies ist also das Bild, von dem Du doch

    sicher zugeben wirst, daß es einer gewissen Romantik

    nicht bar ist.

                          Auf meinem Klubsessel sitze ich nun

    seit gestern abend 9:00 [Uhr] mit kurzen Unterbrechungen,

    wie Posten visitieren u.s.w., schlief darauf, und

    werde auch darauf sitzen bleiben, bis heute 9:00 [Uhr].

    Und, ich wundere mich selbst darüber, bis jetzt ist

    mir die Zeit noch kein bißchen zu lang geworden.

    Ich esse dann zu Abend daheim u. gehe sofort wieder

    in eine andere Stellung auf 24 Stunden. Das ist

    das Stück Leben, das ich Dir schildern wollte, natürlich

    ist das Donnern der Geschütze und Summen der

    Infanteriegeschoße draußen mit einzunehmen in

    das ganze Bild.

    Zum Schluße grüße ich Dich herzlichst !

    N.B. [Nota Bene]

    Wenn Du mir mein Leben durch eine gute Zigarre angenehmer machen willst, so wird sie gern

    genommen. Tabak habe ich erst von Tante Hedwig bekommen.


    ...rechte Seite

                                                         St. Mihiel, 31. August 1915

    Lieber Onkel !

    Dein letzter Brief, der mir wirklich sehr

    große Freude machte, ist dann doch, was meine

    Person betrifft, stark übertrieben. Was

    die herrliche Kunst betrifft, so muß ich allerdings

    gestehen, daß es mir jederzeit ehrliche

    Absicht war, das anzustreben und zu

    erreichen, was meiner Veranlagung entsprach.

    Leider mußte ich gerade zu der Zeit,

    in der ich, nach meiner Ansicht, im Begriffe

    war der Meisterin Natur ein gutes Stück

    näher zu kommen, der Kunst den Rücken

    wenden. Es kam die Zeit, die zu erleben,

    allerdings anfangs mit sehr viel Unannehmlichkeiten

    verbunden war, die aber






  • January 8, 2017 19:49:12 Rolf Kranz

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    6)

    vor - da gäbe doch ein friedl. Bild. Ein moderner

    Soldat, dieser Ansicht bist Du doch auch, ist kein bißchen weniger

    malerisch als der, jeder historischen Zeit. Um die Einrichtung

    vollständig zu machen, fehlt auch der Ofen nicht.

                     Dies ist also das Bild, von dem Du doch

    sicher zugeben wirst, daß es einer gewissen Romantik

    nicht bar ist.

                          Auf meinem Klubsessel sitze ich nun

    seit gestern abend 9:00 [Uhr] mit kurzen Unterbrechungen,

    wie Posten visitieren u.s.w., schlief darauf, und

    werde auch darauf sitzen bleiben, bis heute 9:00 [Uhr].

    Und, ich wundere mich selbst darüber, bis jetzt ist

    mir die Zeit noch kein bißchen zu lang geworden.

    Ich esse dann zu Abend daheim u. gehe sofort wieder

    in eine andere Stellung auf 24 Stunden. Das ist

    das Stück Leben, das ich Dir schildern wollte, natürlich

    ist das Donnern der Geschütze und Summen der

    Infanteriegeschoße draußen mit einzunehmen in

    das ganze Bild.

    Zum Schluße grüße ich Dich herzlichst !


    Wenn Du mir mein Leben durch eine gute Zigarre angenehmer machen willst, so wird sie gern

    genommen. Tabak habe ich erst von Tante Hedwig bekommen.


    ...rechte Seite

                                                         St. Mihiel, 31. August 1915

    Lieber Onkel !

    Dein letzter Brief, der mir wirklich sehr

    große Freude machte, ist dann doch, was meine

    Person betrifft, stark übertrieben. Was

    die herrliche Kunst betrifft, so muß ich allerdings

    gestehen, daß es mir jederzeit ehrliche

    Absicht war, das anzustreben und zu

    erreichen, was meiner Veranlagung entsprach.

    Leider mußte ich gerade zu der Zeit,

    in der ich, nach meiner Ansicht, im Begriffe

    war der Meisterin Natur ein gutes Stück

    näher zu kommen, der Kunst den Rücken

    wenden. Es kam die Zeit, die zu erleben,

    allerdings anfangs mit sehr viel Unannehmlichkeiten

    verbunden war, die aber






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    St. Mihiel

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2174 / 28807
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Ruth Pausch
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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