Gedicht "Die Helden von Passchendaele", item 3

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- 51 -

Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

aus, was auf dem hohen Friedhof vor sich ging. Damals

hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

und starken Fiebern eingesetzt hatte. Es ging auch aufwärts,

bis am 3. April ein Rückfall eintrat; am 12. starb er im 49.

Jahre. Der Sohn Jakob, durch Bartflechte von der West=

front zurückgekommen, ist noch im Urlaub daheim. Die Werk=

statt steht verlassen. Wie wird der fleißige, sorgfältige Wag=

ner, der brauchbares, haltbares, preiswertes Gerät lieferte,

vermißt, auch von den Nachbardörfern, und vorab in der

Kriegszeit. - Der Männergesangsverein sang seinem Vorsitzen=

den zur letzten Ehre. Vor Ostern ist nach kurzer Krankheit

der alte Grammes verschieden. In der Kaiserschlacht hatten

wir drei Verwundete. Otto Maurer wurde am 21. März vor

St. Quentin durch Granatsplitter am rechten Oberschenkel und

beiden Unterschenkel     ... unlesbar

 ton . "Durch die vielen Verwundeten wäre ich beinahe gar

nicht mitgekommen. Wenn man nicht laufen kann, ist man

doch arm dran. Aber ich habe doch gesorgt, daß ich mitgekom=

men bin. Denn die Sachen, die ich noch bei mir hatte, habe

ich im Munde nachgezogen und dann habe ich mich auf die

Knie und auf die Hände gesetzt und so bin ich an den Lazarett=

zug herangekrochen." - (Er hat auch an dem Unternehmen

vom 30. Oktober 1917 bei Passchendaele teilgenommen, das

vorne in dem Gedicht beschrieben ist, und danach das E.K.

erhalten.) Emil Spielmann erhielt am 27.3. vor Cambrai

Granatsplitter an den rechten Ellenbogen, er liegt im Res.=Laz.

Detmold, Abt. Evang. Vereinshaus. Otto Schmell erlitt Bein=

wunde bei einem Volltreffer in 2 Munitionswagen seiner

Kolonne vor St. Quentin, er ist im Kriegslazarett 2 (Ins=

mingen).  In Urlaub von Westen kamen August Frick

(Ostende) und Willi Spielmann (von Verdun). In die Ukraine

kamen 4 Oberreidenbacher. Sergt. Schäfer war mit bei Odessa,

kam mit Rheumatismus zurück ins Lazarett zu Kiew und liegt

jetzt in  Biala (Kriegslaz. Kloster, Station Gericht, D.F.B.

192). Das Regiment des Leutn. Heinr. Schäfer hatte am

Palmsonntag gegen eine Uebermacht bolschewistischer Banden,

etwa 150 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt, zu kämp=

fen, dabei erhielt er zwei Schüsse in den rechten Oberschenkel,

einen durch den Knochen. Er liegt im Streckverband im

 

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Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

aus, was auf dem hohen Friedhof vor sich ging. Damals

hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

und starken Fiebern eingesetzt hatte. Es ging auch aufwärts,

bis am 3. April ein Rückfall eintrat; am 12. starb er im 49.

Jahre. Der Sohn Jakob, durch Bartflechte von der West=

front zurückgekommen, ist noch im Urlaub daheim. Die Werk=

statt steht verlassen. Wie wird der fleißige, sorgfältige Wag=

ner, der brauchbares, haltbares, preiswertes Gerät lieferte,

vermißt, auch von den Nachbardörfern, und vorab in der

Kriegszeit. - Der Männergesangsverein sang seinem Vorsitzen=

den zur letzten Ehre. Vor Ostern ist nach kurzer Krankheit

der alte Grammes verschieden. In der Kaiserschlacht hatten

wir drei Verwundete. Otto Maurer wurde am 21. März vor

St. Quentin durch Granatsplitter am rechten Oberschenkel und

beiden Unterschenkel     ... unlesbar

 ton . "Durch die vielen Verwundeten wäre ich beinahe gar

nicht mitgekommen. Wenn man nicht laufen kann, ist man

doch arm dran. Aber ich habe doch gesorgt, daß ich mitgekom=

men bin. Denn die Sachen, die ich noch bei mir hatte, habe

ich im Munde nachgezogen und dann habe ich mich auf die

Knie und auf die Hände gesetzt und so bin ich an den Lazarett=

zug herangekrochen." - (Er hat auch an dem Unternehmen

vom 30. Oktober 1917 bei Passchendaele teilgenommen, das

vorne in dem Gedicht beschrieben ist, und danach das E.K.

erhalten.) Emil Spielmann erhielt am 27.3. vor Cambrai

Granatsplitter an den rechten Ellenbogen, er liegt im Res.=Laz.

Detmold, Abt. Evang. Vereinshaus. Otto Schmell erlitt Bein=

wunde bei einem Volltreffer in 2 Munitionswagen seiner

Kolonne vor St. Quentin, er ist im Kriegslazarett 2 (Ins=

mingen).  In Urlaub von Westen kamen August Frick

(Ostende) und Willi Spielmann (von Verdun). In die Ukraine

kamen 4 Oberreidenbacher. Sergt. Schäfer war mit bei Odessa,

kam mit Rheumatismus zurück ins Lazarett zu Kiew und liegt

jetzt in  Biala (Kriegslaz. Kloster, Station Gericht, D.F.B.

192). Das Regiment des Leutn. Heinr. Schäfer hatte am

Palmsonntag gegen eine Uebermacht bolschewistischer Banden,

etwa 150 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt, zu kämp=

fen, dabei erhielt er zwei Schüsse in den rechten Oberschenkel,

einen durch den Knochen. Er liegt im Streckverband im

 


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  • May 6, 2017 12:57:51 Rolf Kranz

    - 51 -

    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

    aus, was auf dem hohen Friedhof vor sich ging. Damals

    hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

    es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

    und starken Fiebern eingesetzt hatte. Es ging auch aufwärts,

    bis am 3. April ein Rückfall eintrat; am 12. starb er im 49.

    Jahre. Der Sohn Jakob, durch Bartflechte von der West=

    front zurückgekommen, ist noch im Urlaub daheim. Die Werk=

    statt steht verlassen. Wie wird der fleißige, sorgfältige Wag=

    ner, der brauchbares, haltbares, preiswertes Gerät lieferte,

    vermißt, auch von den Nachbardörfern, und vorab in der

    Kriegszeit. - Der Männergesangsverein sang seinem Vorsitzen=

    den zur letzten Ehre. Vor Ostern ist nach kurzer Krankheit

    der alte Grammes verschieden. In der Kaiserschlacht hatten

    wir drei Verwundete. Otto Maurer wurde am 21. März vor

    St. Quentin durch Granatsplitter am rechten Oberschenkel und

    beiden Unterschenkel     ... unlesbar

     ton . "Durch die vielen Verwundeten wäre ich beinahe gar

    nicht mitgekommen. Wenn man nicht laufen kann, ist man

    doch arm dran. Aber ich habe doch gesorgt, daß ich mitgekom=

    men bin. Denn die Sachen, die ich noch bei mir hatte, habe

    ich im Munde nachgezogen und dann habe ich mich auf die

    Knie und auf die Hände gesetzt und so bin ich an den Lazarett=

    zug herangekrochen." - (Er hat auch an dem Unternehmen

    vom 30. Oktober 1917 bei Passchendaele teilgenommen, das

    vorne in dem Gedicht beschrieben ist, und danach das E.K.

    erhalten.) Emil Spielmann erhielt am 27.3. vor Cambrai

    Granatsplitter an den rechten Ellenbogen, er liegt im Res.=Laz.

    Detmold, Abt. Evang. Vereinshaus. Otto Schmell erlitt Bein=

    wunde bei einem Volltreffer in 2 Munitionswagen seiner

    Kolonne vor St. Quentin, er ist im Kriegslazarett 2 (Ins=

    mingen).  In Urlaub von Westen kamen August Frick

    (Ostende) und Willi Spielmann (von Verdun). In die Ukraine

    kamen 4 Oberreidenbacher. Sergt. Schäfer war mit bei Odessa,

    kam mit Rheumatismus zurück ins Lazarett zu Kiew und liegt

    jetzt in  Biala (Kriegslaz. Kloster, Station Gericht, D.F.B.

    192). Das Regiment des Leutn. Heinr. Schäfer hatte am

    Palmsonntag gegen eine Uebermacht bolschewistischer Banden,

    etwa 150 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt, zu kämp=

    fen, dabei erhielt er zwei Schüsse in den rechten Oberschenkel,

    einen durch den Knochen. Er liegt im Streckverband im

     

  • April 30, 2017 17:15:55 Anna Conrad

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    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

    aus, was auf dem  hohen Friedhof vor sich ging. damals

    hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

    es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

    und starken Fiebern eingesetzt hatte. es ging auch aufwärts,

    bis am 3. April ein Rückfall eintrat; am 12. starb er im 49.

    Jahre. Der Sohn Jakob, durch Bartflechte von der West=

    front zurückgekommen, ist noch im Urlaub daheim. Die Werk=

    statt steht verlassen. Wie wird der fleißige, sorgfältige Wag=

    ner, der brauchbares, haltbares, preiswertes Gerät lieferte,

    vermißt, auch von den Nachbardörfern, und vorab in der

    Kriegszeit. - Der Männergesangsverein sang seinem Vorsitzen=

    den zur letzten Ehre. Vor Ostern ist nach kurzer Krankheit

    der alte  Brammes verschieden. In der Kaiserschlacht hatten

    wir drei Verwundete. Otto Maurer wurde am 21. März vor

    St. Quentin durch Granatsplitter am rechten Oberschenkel und

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     ton . "Durch die vielen Verwundeten wäre ich beinahe gar

    nicht mitgekommen. Wenn man nicht laufen kann, ist man

    doch arm dran. Aber ich habe doch gesorgt, daß ich mitgekom=

    men bin. Denn die Sachen, die ich noch bei mir hatte, habe

    ich im Munde nachgezogen und dann habe ich mich auf die

    Knie und auf die Hände gesetzt und so bin ich an den Lazarett=

    zug herangekrochen." - (Er hat auch an dem Unternehmen

    vom 30. Oktober 1917 bei Passchendaele teilgenommen, das

    vorne in dem Gedicht beschrieben ist, und danach das E.K.

    erhalten.) Emil Spielmann erhielt am 27.3. vor Cambrai

    Granatsplitter an den rechten Ellenbogen, er liegt im Res.=Laz.

    Detmold, Abt. Evang. Vereinshaus. Otto Schmell erlitt Bein=

    wunde bei einem Volltreffer in 2 Munitionswagen seiner

    Kolonne vor St. Quentin, er ist im Kriegslazarett 2 (Ins=

    mingen).  In Urlaub von Westen kamen August Frid

    (Ostende) und Willi Spielmann (von Verdun). in die Ukraine

    kamen 4 Oberreidenbacher. Sergt. Schäfer war mit bei Odessa,

    kam mit Rheumatismus zurück ins Lazarett zu Kiew und liegt

    jetzt in  Biala (Kriegslaz. Kloster, Station Gericht, D.F.B.

    192). Das Regiment desLeutn. Heinr. Schäfer hatte am

    Palmsonntag gegen eine Uebermacht bolschewistischer Banden,

    etwa 150 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt, zu kämp=

    fen, dabei erhielt er zwei Schüsse in den rechten Oberschenkel,

    einen durch den knochen. Er liegt im Streckverband im

     


  • April 30, 2017 16:07:02 Anna Conrad

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    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

    aus, was auf dem  hohen Friedhof vor sich ging. damals

    hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

    es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

    und starken Fiebern eingesetzt hatte. es ging auch aufwärts,

    bis am 3. April ein RÜckfall eintrat; am 12. starb er im 49.

    Jahre. Der Sohn jakob, durch Bartflechte von der West=

    front zurückgekommen, ist noch im Urlaub daheim. Die Werk=

    statt steht verlassen. Wie wird der fleißige, sorgfältige Wag=

    ner, der brauchbares, haltbares, preiswertes Gerät lieferte,

    vermißt, auch von den Nachbardörfern, und vorab in der

    Kriegszeit. - Der Männergesangsverein sang seinem Vorsitzen=

    den zur letzten Ehre. Vor Ostern ist nach kurzer Krankheit

    der alte  Brammes verschieden. In der Kaiserschlacht hatten

    wir drei Verwundete. Otto Maurer wurde am 21. März vor

    St. Quentin durch Granatsplitter am rechten Oberschenkel und

    missing Unterschenkel missing

     ton . "Durch die vielen Verwundeten wäre ich beinahe gar

    nicht mitgekommen. Wenn man nicht laufen kann, ist man

    doch arm dran. Aber ich habe doch gesorgt, daß ich mitgekom=

    men bin. Denn die sachen, die ich noch bei mir hatte, habe

    ich im Munde nachgezogen und dann habe ich mich auf die

    Knie und auf die Hände gesetzt und so bin ich an den Lazarett=

    zug herangekrochen." - (Er hat auch an dem Unternehmen

    vom 30. Oktober 1917 bei Passchendaele teilgenommen, das

    vorne in dem Gedicht beschrieben ist, und danach das E.K.

    erhalten.) Emil Spielmann erhielt am 27.3. vor Cambrai

    Granatsplitter an den rechten Ellenbogen, er liegt im Res.=Laz.

    Detmold, Abt. Evang. Vereinshaus. Otto Schmell erlitt Bein=

    wunde bei einem Volltreffer in 2 Munitionswagen seiner

    Kolonne vor St. Quentin, er ist im Kriegslazarett 2 (Ins=

    mingen).  In Urlaub von Westen kamen August Frid

    (Ostende) und Willi Spielmann (von Verdun). in die Ukraine

    kamen 4 Oberreidenbacher. Sergt. Schäfer war mit bei Odessa,

    kam mit Rheumatismus zurück ins Lazarett zu Kiew und liegt

    jetzt in  Biala (Kriegslaz. Kloster, Station Gericht, D.F.B.

    192). Das Regiment desLeutn. Heinr. Schäfer hatte am

    Palmsonntag gegen eine Uebermacht bolschewistischer Banden,

    etwa 150 Kilometer vom Schwarzen Meer entfernt, zu kämp=

    fen, dabei erhielt er zwei Schüsse in den rechten Oberschenkel,

    einen durch den knochen. Er liegt im Streckverband im



  • April 30, 2017 15:59:50 Anna Conrad

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    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

    aus, was auf dem  hohen Friedhof vor sich ging. damals

    hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

    es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

    und starken Fiebern eingesetzt hatte. es ging auch aufwärts,

    bis am 3. April ein RÜckfall eintrat; am 12. starb er im 49.

    Jahre. Der Sohn jakob, durch Bartflechte von der West=

    front zurückgekommen, ist noch im Urlaub daheim. Die Werk=

    statt steht verlassen. Wie wird der fleißige, sorgfältige Wag=

    ner, der brauchbares, haltbares, preiswertes Gerät lieferte,

    vermißt, auch von den Nachbardörfern, und vorab in der

    Kriegszeit. - Der Männergesangsverein sang seinem Vorsitzen=

    den zur letzten Ehre. Vor Ostern ist nach kurzer Krankheit

    der alte  Brammes verschieden. In der Kaiserschlacht hatten

    wir drei Verwundete. Otto Maurer wurde am 21. März vor

    St. Quentin durch Granatsplitter am rechten Oberschenkel und

    missing Unterschenkel missing

     ton . "Durch die vielen Verwundeten wäre ich beinahe gar

    nicht mitgekommen. Wenn man nicht laufen kann, ist man

    doch arm dran. Aber ich habe doch gesorgt, daß ich mitgekom=

    men bin. Denn die sachen, die ich noch bei mir hatte, habe

    ich im Munde nachgezogen und dann habe ich mich auf die

    Knie und auf die Hände gesetzt und so bin ich an den Lazarett=

    zug herangekrochen." - (Er hat auch an dem Unternehmen

    vom 30. Oktober 1917 bei Passchendaele teilgenommen, das

    vorne in dem Gedicht beschrieben ist, und danach das E.K.

    erhalten.) Emil Spielmann erhielt am 27.3. vor Cambrai

    Granatsplitter an den rechten Ellenbogen, er liegt im Res.=Laz.

    Detmold, Abt. Evang. Vereinshaus. Otto Schmell erlitt Bein=

    wunde bei einem Volltreffer in 2 Munitionswagen seiner




  • April 30, 2017 15:54:43 Anna Conrad

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    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

    aus, was auf dem  hohen Friedhof vor sich ging. damals

    hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

    es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

    und starken Fiebern eingesetzt hatte. es ging auch aufwärts,

    bis am 3. April ein RÜckfall eintrat; am 12. starb er im 49.

    Jahre. Der Sohn jakob, durch Bartflechte von der West=

    front zurückgekommen, ist noch im Urlaub daheim. Die Werk=

    statt steht verlassen. Wie wird der fleißige, sorgfältige Wag=

    ner, der brauchbares, haltbares, preiswertes Gerät lieferte,

    vermißt, auch von den Nachbardörfern, und vorab in der

    Kriegszeit. - Der Männergesangsverein sang seinem Vorsitzen=

    den zur letzten Ehre. Vor Ostern ist nach kurzer Krankheit

    der alte  Brammes verschieden. In der Kaiserschlacht hatten

    wir drei Verwundete. Otto Maurer wurde am 21. März vor

    St. Quentin durch Granatsplitter am rechten Oberschenkel und

    missing Unterschenkel missing

     ton . "Durch die vielen Verwundeten wäre ich beinahe gar

    nicht mitgekommen. Wenn man nicht laufen kann, ist man

    doch arm dran.


  • April 30, 2017 15:48:39 Anna Conrad

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    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel. Der Vater verfolgte mit dem Auge von seinem Lager

    aus, was auf dem  hohen Friedhof vor sich ging. damals

    hatten wir für den kräftigen Mann soviel Hoffnung, obwohl

    es bei ihm zu Anfang noch mit einer Lungenverschleimung

    und starken Fiebern eingesetzt hatte. es ging auch aufwärts,

    bis am 3. April ein RÜckfall eintrat; am 12. starb er im 49.

    Jahre. Der Sohn jakob, durch Bartflechte


  • April 30, 2017 15:44:51 Anna Conrad

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    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, Karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel.


  • April 30, 2017 15:44:46 Anna Conrad

    - 51 -

    Oberreidenbach. Schweres Dunkel brach über das unse=

    rer Kirche benachbarte Haus des Wagners Arnold herein. 3

    Wochen vor Ostern nach einem scharf durchschafften Winter

    legten sich Vater und Sohn Peter Arnold; der Vater lag im

    untern Stock, der Sohn im obern. Der Sohn erlag zuerst

    dem Typhus, karfreitag begruben wir ihn, die Kameraden

    vom Konfirmandenjahrgang 1915 wölbten ihm den Grab=

    hügel.


  • April 30, 2017 15:39:38 Anna Conrad

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    Oberreidenbach. 


Description

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  • 49.7065235||7.4606376||

    Oberreidenbach

  • 50.899689||3.020941099999959||

    Passchendaele

    ||1
Location(s)
  • Story location Passchendaele
  • Document location Oberreidenbach


ID
20197 / 228965
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Gerd Schäfer
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Western Front

  • Propaganda
  • Remembrance
  • Trench Life



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