Kriegstagebuch von Jakob Graf, Tsingtau 2.08.1914 - 7.11.1914, item 22

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... linke Seite

                                             - 40 -


wo wir in den Straßengraben in Stellung

gingen. Es war aber schon ganz Tag, als

wir vom Observatorium aus die weisse

Fahne sahen.

Da blutete wohl Jedem von uns das Herz!

Unser Schicksal war besiegelt!


Wir bekamen auch hier im Straßengraben

heftiges Schrauppnell- u. Maschinengewehrfeuer.


Als nun die weiße Fahne, das Zeichen

der Übergabe sichtbar war, kommandierte

Leutnant Rapmann: "Kehrt durch den Fort,

Richtung Bismarckkaserne!"

Als wir dann einige Meter im Fort waren,

bekamen wir direkt von allen Seiten ein

furchtbares Gewehr- und Maschinengewehrfeuer.

Wir mußten aber vorwärts u. schlugen uns

auch brav durch in den Wald.

Freilich blieb noch mancher Kamerad im

Forst blutend liegen.

Als wir vom Gouvernementsfriedhof vorbeikamen,


... rechte Seite


                                              - 41 -


flog uns wieder ein Hagel von

Geschossen entgegen. Mancher Kamerad

blieb auch hier noch liegen. Als wir zur

Bismarckkaserne kamen, war der ganze

Kasernenhof schon voll von Japsen. Leute von

uns liefen auch ganz frei dazwischen.

Bevor wir in der Kaserne anlangten, schlugen

wir unsere Gewehre kaputt, warfen die

Munition weg, u. nun waren wir

       "Japanische Kriegsgefangene!"


... Photo




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wo wir in den Straßengraben in Stellung

gingen. Es war aber schon ganz Tag, als

wir vom Observatorium aus die weisse

Fahne sahen.

Da blutete wohl Jedem von uns das Herz!

Unser Schicksal war besiegelt!


Wir bekamen auch hier im Straßengraben

heftiges Schrauppnell- u. Maschinengewehrfeuer.


Als nun die weiße Fahne, das Zeichen

der Übergabe sichtbar war, kommandierte

Leutnant Rapmann: "Kehrt durch den Fort,

Richtung Bismarckkaserne!"

Als wir dann einige Meter im Fort waren,

bekamen wir direkt von allen Seiten ein

furchtbares Gewehr- und Maschinengewehrfeuer.

Wir mußten aber vorwärts u. schlugen uns

auch brav durch in den Wald.

Freilich blieb noch mancher Kamerad im

Forst blutend liegen.

Als wir vom Gouvernementsfriedhof vorbeikamen,


... rechte Seite


                                              - 41 -


flog uns wieder ein Hagel von

Geschossen entgegen. Mancher Kamerad

blieb auch hier noch liegen. Als wir zur

Bismarckkaserne kamen, war der ganze

Kasernenhof schon voll von Japsen. Leute von

uns liefen auch ganz frei dazwischen.

Bevor wir in der Kaserne anlangten, schlugen

wir unsere Gewehre kaputt, warfen die

Munition weg, u. nun waren wir

       "Japanische Kriegsgefangene!"


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  • February 24, 2017 03:54:11 Tina J

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    wo wir in den Straßengraben in Stellung

    gingen. Es war aber schon ganz Tag, als

    wir vom Observatorium aus die weisse

    Fahne sahen.

    Da blutete wohl Jedem von uns das Herz!

    Unser Schicksal war besiegelt!


    Wir bekamen auch hier im Straßengraben

    heftiges Schrauppnell- u. Maschinengewehrfeuer.


    Als nun die weiße Fahne, das Zeichen

    der Übergabe sichtbar war, kommandierte

    Leutnant Rapmann: "Kehrt durch den Fort,

    Richtung Bismarckkaserne!"

    Als wir dann einige Meter im Fort waren,

    bekamen wir direkt von allen Seiten ein

    furchtbares Gewehr- und Maschinengewehrfeuer.

    Wir mußten aber vorwärts u. schlugen uns

    auch brav durch in den Wald.

    Freilich blieb noch mancher Kamerad im

    Forst blutend liegen.

    Als wir vom Gouvernementsfriedhof vorbeikamen,


    ... rechte Seite


                                                  - 41 -


    flog uns wieder ein Hagel von

    Geschossen entgegen. Mancher Kamerad

    blieb auch hier noch liegen. Als wir zur

    Bismarckkaserne kamen, war der ganze

    Kasernenhof schon voll von Japsen. Leute von

    uns liefen auch ganz frei dazwischen.

    Bevor wir in der Kaserne anlangten, schlugen

    wir unsere Gewehre kaputt, warfen die

    Munition weg, u. nun waren wir

           "Japanische Kriegsgefangene!"


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  • February 24, 2017 03:52:00 Tina J

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    wo wir in den Straßengraben in Stellung

    gingen. Es war aber schon ganz Tag, als

    wir vom Observatorium aus die weisse

    Fahne sahen.

    Da blutete wohl Jedem von uns das Herz!

    Unser Schicksal war besiegelt!


    Wir bekamen auch hier im Straßengraben

    heftiges Schrauppnell- u. Maschinengewehrfeuer.


    Als nun die weiße Fahne, das Zeichen

    der Übergabe sichtbar war, kommandierte

    Leutnant Rapmann: "Kehrt durch den Fort,

    Richtung Bismarckkaserne!"

    Als wir dann einige Meter im Fort waren,

    bekamen wir direkt von allen Seiten ein

    furchtbares Gewehr- und Maschinengewehrfeuer.

    Wir mußten aber vorwärts u. schlugen uns

    auch brav durch in den Wald.

    Freilich blieb noch mancher Kamerad im

    Forst blutend liegen.

    Als wir vom Gouvernementsfriedhof vorbeikamen,





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  • 36.0670807||120.38265209999997||

    Tsingtau/China

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Location(s)
  • Story location Tsingtau/China


ID
18861 / 226570
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Dr. Eva Schubert
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Naval Warfare

  • Prisoners of War



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