Kriegstagebuch von Jakob Graf, Tsingtau 2.08.1914 - 7.11.1914, item 16

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 linke Seite

                                                                        - 28 -


Die Mannschaften wurden sofort wieder

von Elisabeth ergänzt. Das Geschoß hat

furchtbares Unheil angerichtet. Wie sah

es da aus! Köpfe, Arme u. Füße lagen

da herrenlos herum! Auch in unserer

Kaserne sah es bös aus! Die Granaten

schlugen nur so durch die Dächer.

Die Verbindungsstraßen u. Wege wurden

von Schrauppnells überschüttetet. Wir durften

den ganzen Tag keinen Fuß aus den bombensicheren

Kellern tun. Bei Dunkelheit

wurde Generalalarm geschlagen u. mit

Sturmgepäck, Mantel gerollt, gings auf,

über den gedeckten Weg nach unserer Stellung.


Der erste Zug kam in IW 3 u. der 2. u. 3. Zug

nach IW 4 in Alarmquartier.


Ich war beim 2. Zug u. kam in die

Südwache von I.W. 4


Abwechslungsweise war immer ein Zug in

der Stellung als Wache.


Mein Gruppenführer war Sergeant Fürl.


... rechte Seite


                                      - 29 -


Ich war stellvertretender Gruppenführer.

Des Nachts wurden wir gewöhnlich 3 - 4 x

alarmiert, immer aber umsonst.


Jede 2. Nacht hatten wir auch Stellungswache

u. wenn wir keine Nachtstellungswache hatten,

dann gabs Patrouillen.


Die Nächte benützten die Japaner um ihre

Pioniere mit Drahtscheren ans Hindernis

zu schicken, um diese immer teilweise zu zerstören.


Am 3. Oktober nachts ist es 200 Japanern

gelungen das Hindernis zu durchschneiden

u. in I.W. 4 einzudringen. Rasch wurden

sie aber wieder mit Handgranaten verjagt

u. das Hindernis wieder ausgebessert.

Während der ganzen Zeit wurden sämtliche I.W.,

sowie die Verbindungsstraßen mit Tsingtau

aufs Heftigste mit Granaten u. Schrauppnell

beschossen.


4.XI. Heute Abend hatte unser Zug wieder

Stellungswache. Als wir in der Stellung waren,

suchte Vizefeldwebel Appel freiwillige Leute


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 linke Seite

                                                                        - 28 -


Die Mannschaften wurden sofort wieder

von Elisabeth ergänzt. Das Geschoß hat

furchtbares Unheil angerichtet. Wie sah

es da aus! Köpfe, Arme u. Füße lagen

da herrenlos herum! Auch in unserer

Kaserne sah es bös aus! Die Granaten

schlugen nur so durch die Dächer.

Die Verbindungsstraßen u. Wege wurden

von Schrauppnells überschüttetet. Wir durften

den ganzen Tag keinen Fuß aus den bombensicheren

Kellern tun. Bei Dunkelheit

wurde Generalalarm geschlagen u. mit

Sturmgepäck, Mantel gerollt, gings auf,

über den gedeckten Weg nach unserer Stellung.


Der erste Zug kam in IW 3 u. der 2. u. 3. Zug

nach IW 4 in Alarmquartier.


Ich war beim 2. Zug u. kam in die

Südwache von I.W. 4


Abwechslungsweise war immer ein Zug in

der Stellung als Wache.


Mein Gruppenführer war Sergeant Fürl.


... rechte Seite


                                      - 29 -


Ich war stellvertretender Gruppenführer.

Des Nachts wurden wir gewöhnlich 3 - 4 x

alarmiert, immer aber umsonst.


Jede 2. Nacht hatten wir auch Stellungswache

u. wenn wir keine Nachtstellungswache hatten,

dann gabs Patrouillen.


Die Nächte benützten die Japaner um ihre

Pioniere mit Drahtscheren ans Hindernis

zu schicken, um diese immer teilweise zu zerstören.


Am 3. Oktober nachts ist es 200 Japanern

gelungen das Hindernis zu durchschneiden

u. in I.W. 4 einzudringen. Rasch wurden

sie aber wieder mit Handgranaten verjagt

u. das Hindernis wieder ausgebessert.

Während der ganzen Zeit wurden sämtliche I.W.,

sowie die Verbindungsstraßen mit Tsingtau

aufs Heftigste mit Granaten u. Schrauppnell

beschossen.


4.XI. Heute Abend hatte unser Zug wieder

Stellungswache. Als wir in der Stellung waren,

suchte Vizefeldwebel Appel freiwillige Leute



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  • August 5, 2018 18:54:17 Beate Jochem

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     linke Seite

                                                                            - 28 -


    Die Mannschaften wurden sofort wieder

    von Elisabeth ergänzt. Das Geschoß hat

    furchtbares Unheil angerichtet. Wie sah

    es da aus! Köpfe, Arme u. Füße lagen

    da herrenlos herum! Auch in unserer

    Kaserne sah es bös aus! Die Granaten

    schlugen nur so durch die Dächer.

    Die Verbindungsstraßen u. Wege wurden

    von Schrauppnells überschüttetet. Wir durften

    den ganzen Tag keinen Fuß aus den bombensicheren

    Kellern tun. Bei Dunkelheit

    wurde Generalalarm geschlagen u. mit

    Sturmgepäck, Mantel gerollt, gings auf,

    über den gedeckten Weg nach unserer Stellung.


    Der erste Zug kam in IW 3 u. der 2. u. 3. Zug

    nach IW 4 in Alarmquartier.


    Ich war beim 2. Zug u. kam in die

    Südwache von I.W. 4


    Abwechslungsweise war immer ein Zug in

    der Stellung als Wache.


    Mein Gruppenführer war Sergeant Fürl.


    ... rechte Seite


                                          - 29 -


    Ich war stellvertretender Gruppenführer.

    Des Nachts wurden wir gewöhnlich 3 - 4 x

    alarmiert, immer aber umsonst.


    Jede 2. Nacht hatten wir auch Stellungswache

    u. wenn wir keine Nachtstellungswache hatten,

    dann gabs Patrouillen.


    Die Nächte benützten die Japaner um ihre

    Pioniere mit Drahtscheren ans Hindernis

    zu schicken, um diese immer teilweise zu zerstören.


    Am 3. Oktober nachts ist es 200 Japanern

    gelungen das Hindernis zu durchschneiden

    u. in I.W. 4 einzudringen. Rasch wurden

    sie aber wieder mit Handgranaten verjagt

    u. das Hindernis wieder ausgebessert.

    Während der ganzen Zeit wurden sämtliche I.W.,

    sowie die Verbindungsstraßen mit Tsingtau

    aufs Heftigste mit Granaten u. Schrauppnell

    beschossen.


    4.XI. Heute Abend hatte unser Zug wieder

    Stellungswache. Als wir in der Stellung waren,

    suchte Vizefeldwebel Appel freiwillige Leute


  • February 22, 2017 23:31:44 Tina J

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     linke Seite

                                                                            - 28 -


    Die Mannschaften wurden sofort wieder

    von Elisabeth ergänzt. Das Geschoß hat

    furchtbares Unheil angerichtet. Wie sah

    es da aus! Köpfe, Arme u. Füße lagen

    da herrenlos herum! Auch in unserer

    Kaserne sah es bös aus! Die Granaten

    schlugen nur so durch die Dächer.

    Die Verbindungsstraßen u. Wege wurden

    von Schrauppnells überschüttetet. Wir durften

    den ganzen Tag keinen Fuß aus den bombensicheren

    Kellern tun. Bei Dunkelheit

    wurde Generalalarm geschlagen u. mit

    Sturmgepäck, Mantel gerollte, gings auf,

    über den gedeckten Weg nach unserer Stellung.


    Der erste Zug kam in IW 3 u. der 2. u. 3. Zug

    nach IW 4 in Alarmquartier.


    Ich war beim 2. Zug u. kam in die

    Südwache von I.W. 4


    Abwechslungsweise war immer ein Zug in

    der Stellung als Wache.


    Mein Gruppenführer war Sergeant Fürl.


    ... rechte Seite


                                          - 29 -


    Ich war stellvertretender Gruppenführer.

    Des Nachts wurden wir gewöhnlich 3 - 4 x

    alarmiert, immer aber umsonst.


    Jede 2. Nacht hatten wir auch Stellungswache

    u. wenn wir keine Nachtstellungswache hatten,

    dann gabs Patrouillen.


    Die Nächte benützten die Japaner um ihre

    Pioniere mit Drahtscheren ans Hindernis

    zu schicken, um diese immer teilweise zu zerstören.


    Am 3. Oktober nachts ist es 200 Japanern

    gelungen das Hindernis zu durchschneiden

    u. in I.W. 4 einzudringen. Rasch wurden

    sie aber wieder mit Handgranaten verjagt

    u. das Hindernis wieder ausgebessert.

    Während der ganzen Zeit wurden sämtliche I.W.,

    sowie die Verbindungsstraßen mit Tsingtau

    aufs Heftigste mit Granaten u. Schrauppnell

    beschossen.


    4.XI. Heute Abend hatte unser Zug wieder

    Stellungswache. Als wir in der Stellung waren,

    suchte Vizefeldwebel Appel freiwillige Leute



  • February 22, 2017 23:27:29 Tina J

    ...

     linke Seite

                                                                            - 28 -


    Die Mannschaften wurden sofort wieder

    von Elisabeth ergänzt. Das Geschoß hat

    furchtbares Unheil angerichtet. Wie sah

    es da aus! Köpfe, Arme u. Füße lagen

    da herrenlos herum! Auch in unserer

    Kaserne sah es bös aus! Die Granaten

    schlugen nur so durch die Dächer.

    Die Verbindungsstraßen u. Wege wurden

    von Schrauppnells überschüttetet. Wir durften

    den ganzen Tag keinen Fuß aus den bombensicheren

    Kellern tun. Bei Dunkelheit

    wurde Generalalarm geschlagen u. mit

    Sturmgepäck, Mantel gerollte, gings auf,

    über den gedeckten Weg nach unserer Stellung.


    Der erste Zug kam in IW 3 u. der 2. u. 3. Zug

    nach IW 4 in Alarmquartier.


    Ich war beim 2. Zug u. kam in die

    Südwache von I.W. 4


    Abwechslungsweise war immer ein Zug in

    der Stellung als Wache.


    Mein Gruppenführer war Sergeant Fürl.


    ... rechte Seite


                                                                            - 29 -


    Ich war stellvertretender Gruppenfuehrer.

    Des Nachts wurden wir gewoehnlich 3 - 4 x

    alarmiert, immer aber umsonst.


    Jede 2. Nacht hatten wir auch Stellungswache

    u. wenn wir keine Nachtstellungswache hatten,

    dann gabs Patrouillen.


    Die Naechte benuetzten die Japaner um ihre

    Pioniere mit Drahtscheren ans Hindernis

    zu schicken, um diese immer teilweise zu zerstoeren.


    Am 3. Oktober nachts ist es 200 Japanern

    gelungen das Hindernis zu durchschneiden

    u. in I.W. 4 einzudringen. Rasch wurden

    sie aber wieder mit Handgranaten verjagt

    u. das Hindernis wieder ausgebessert.

    Waehrend der ganzen Zeit wurden saemtliche I.W.,

    sowie die Verbindungsstrassen mit Tsingtau

    aufs Heftigste mit Granaten u. Schrauppnell

    beschossen.


    4.XI. Heute Abend hatte unser Zug wieder

    Stellungswache. Als wir in der Stellung waren,

    suchte Vizefeld



  • February 22, 2017 23:22:44 Tina J

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     linke Seite

                                                                            - 28 -


    Die Mannschaften wurden sofort wieder

    von Elisabeth ergänzt. Das Geschoß hat

    furchtbares Unheil angerichtet. Wie sah

    es da aus! Köpfe, Arme u. Füße lagen

    da herrenlos herum! Auch in unserer

    Kaserne sah es bös aus! Die Granaten

    schlugen nur so durch die Dächer.

    Die Verbindungsstraßen u. Wege wurden

    von Schrauppnells überschüttetet. Wir durften

    den ganzen Tag keinen Fuß aus den bombensicheren

    Kellern tun. Bei Dunkelheit

    wurde Generalalarm geschlagen u. mit

    Sturmgepäck, Mantel gerollte, gings auf,

    über den gedeckten Weg nach unserer Stellung.


    Der erste Zug kam in IW 3 u. der 2. u. 3. Zug

    nach IW 4 in Alarmquartier.


    Ich war beim 2. Zug u. kam in die

    Südwache von I.W. 4


    Abwechslungsweise war immer ein Zug in

    der Stellung als Wache.


    Mein Gruppenführer war Sergeant Fürl.




Description

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  • 36.0670807||120.38265209999997||

    Tsingtau/China

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  • Story location Tsingtau/China


ID
18861 / 226564
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Dr. Eva Schubert
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Naval Warfare

  • Prisoners of War



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