Kriegstagebuch von Jakob Graf, Tsingtau 2.08.1914 - 7.11.1914, item 15

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... linke Seite

                                             - 26 -


uns die Japaner noch so ziemlich in Ruhe gelassen.

Nur hin u. wieder flogen nachts ein paar

Kugeln rein, wenn sich ein Mann unvorsichtig

zeigte. Die Japaner arbeiteten an ihren

Artilleriestellungen u. die Infanterie rückte

unseren Hindernissen immer näher, indem

sie nachts gedeckte Wege bauten u. uns so

immer näher kamen. Von unserer Seite wurden

auch mehrere Ausfälle gemacht, aber

von Erfolg konnte keine Rede sein!

Wohl fügten wir den Japanern empfindliche

Verluste bei, aber was konnten wir

3000 Mann machen gegen eine solche Übermacht!


Anfangs November machten die 3.K.v.O.M.D.

unter anderem einen Ausfall u. konnte bis

zum Wasserwerk Janschiatschwang vordringen,

jedoch unter schweren Verlusten:

Hauptmann Graf von Herzberg K1 u. 15 Mann

tot u. 20 Mann verwundet, größtenteils aber

nur Streifschüsse.

Am 28. Oktober 6 Uhr morgens begann das


... rechte Seite


                                     - 27 -


eigentliche Bombardement auf die Festungsanlagen

u. die Stadt Tsingtau.

Wir lagen noch im Bett, als die Granaten

in unsere Kaserne einschlugen. Die feindliche

Artillerie hatte sich überraschend

schnell eingeschossen.

Unsere Batterien, welche bis jetzt Tag u.

Nacht schossen, feuerten immer langsamer,

denn die Munition wurde immer weniger.

Vor unserem Schweinestall waren 2,15 v. Haubitzen

in Stellung, genannt von uns die

Schweinestallbatterie, die beiden Geschütze waren

von S.M.I. Kaiserin Elisabeth u. wurden von

16 Mann von Elisabeth bedient.

Diese beiden Geschütze traf heute morgen

ein schwerer Verlust: Ein 30er Geschoß explodierte

von der Seeseite her kommend, als

die Mannschaften gerade beim Frühstück waren

u. der österreichische Fregattenleutnant schwerverwundet

wurde. 1 Obermaat u. 3 Mann waren

tot u. 4 Mann schwer verwundet, so daß von

der ganzen Bedienung nur mehr 5 Mann übrig waren.


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uns die Japaner noch so ziemlich in Ruhe gelassen.

Nur hin u. wieder flogen nachts ein paar

Kugeln rein, wenn sich ein Mann unvorsichtig

zeigte. Die Japaner arbeiteten an ihren

Artilleriestellungen u. die Infanterie rückte

unseren Hindernissen immer näher, indem

sie nachts gedeckte Wege bauten u. uns so

immer näher kamen. Von unserer Seite wurden

auch mehrere Ausfälle gemacht, aber

von Erfolg konnte keine Rede sein!

Wohl fügten wir den Japanern empfindliche

Verluste bei, aber was konnten wir

3000 Mann machen gegen eine solche Übermacht!


Anfangs November machten die 3.K.v.O.M.D.

unter anderem einen Ausfall u. konnte bis

zum Wasserwerk Janschiatschwang vordringen,

jedoch unter schweren Verlusten:

Hauptmann Graf von Herzberg K1 u. 15 Mann

tot u. 20 Mann verwundet, größtenteils aber

nur Streifschüsse.

Am 28. Oktober 6 Uhr morgens begann das


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eigentliche Bombardement auf die Festungsanlagen

u. die Stadt Tsingtau.

Wir lagen noch im Bett, als die Granaten

in unsere Kaserne einschlugen. Die feindliche

Artillerie hatte sich überraschend

schnell eingeschossen.

Unsere Batterien, welche bis jetzt Tag u.

Nacht schossen, feuerten immer langsamer,

denn die Munition wurde immer weniger.

Vor unserem Schweinestall waren 2,15 v. Haubitzen

in Stellung, genannt von uns die

Schweinestallbatterie, die beiden Geschütze waren

von S.M.I. Kaiserin Elisabeth u. wurden von

16 Mann von Elisabeth bedient.

Diese beiden Geschütze traf heute morgen

ein schwerer Verlust: Ein 30er Geschoß explodierte

von der Seeseite her kommend, als

die Mannschaften gerade beim Frühstück waren

u. der österreichische Fregattenleutnant schwerverwundet

wurde. 1 Obermaat u. 3 Mann waren

tot u. 4 Mann schwer verwundet, so daß von

der ganzen Bedienung nur mehr 5 Mann übrig waren.



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  • February 22, 2017 23:15:19 Tina J

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    uns die Japaner noch so ziemlich in Ruhe gelassen.

    Nur hin u. wieder flogen nachts ein paar

    Kugeln rein, wenn sich ein Mann unvorsichtig

    zeigte. Die Japaner arbeiteten an ihren

    Artilleriestellungen u. die Infanterie rückte

    unseren Hindernissen immer näher, indem

    sie nachts gedeckte Wege bauten u. uns so

    immer näher kamen. Von unserer Seite wurden

    auch mehrere Ausfälle gemacht, aber

    von Erfolg konnte keine Rede sein!

    Wohl fügten wir den Japanern empfindliche

    Verluste bei, aber was konnten wir

    3000 Mann machen gegen eine solche Übermacht!


    Anfangs November machten die 3.K.v.O.M.D.

    unter anderem einen Ausfall u. konnte bis

    zum Wasserwerk Janschiatschwang vordringen,

    jedoch unter schweren Verlusten:

    Hauptmann Graf von Herzberg K1 u. 15 Mann

    tot u. 20 Mann verwundet, größtenteils aber

    nur Streifschüsse.

    Am 28. Oktober 6 Uhr morgens begann das


    ... rechte Seite


                                         - 27 -


    eigentliche Bombardement auf die Festungsanlagen

    u. die Stadt Tsingtau.

    Wir lagen noch im Bett, als die Granaten

    in unsere Kaserne einschlugen. Die feindliche

    Artillerie hatte sich überraschend

    schnell eingeschossen.

    Unsere Batterien, welche bis jetzt Tag u.

    Nacht schossen, feuerten immer langsamer,

    denn die Munition wurde immer weniger.

    Vor unserem Schweinestall waren 2,15 v. Haubitzen

    in Stellung, genannt von uns die

    Schweinestallbatterie, die beiden Geschütze waren

    von S.M.I. Kaiserin Elisabeth u. wurden von

    16 Mann von Elisabeth bedient.

    Diese beiden Geschütze traf heute morgen

    ein schwerer Verlust: Ein 30er Geschoß explodierte

    von der Seeseite her kommend, als

    die Mannschaften gerade beim Frühstück waren

    u. der österreichische Fregattenleutnant schwerverwundet

    wurde. 1 Obermaat u. 3 Mann waren

    tot u. 4 Mann schwer verwundet, so daß von

    der ganzen Bedienung nur mehr 5 Mann übrig waren.


  • February 22, 2017 23:07:03 Tina J

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    uns die Japaner noch so ziemlich in Ruhe gelassen.

    Nur hin u. wieder flogen nachts ein paar

    Kugeln rein, wenn sich ein Mann unvorsichtig

    zeigte. Die Japaner arbeiteten an ihren

    Artilleriestellungen u. die Infanterie rückte

    unseren Hindernissen immer näher, indem

    sie nachts gedeckte Wege bauten u. uns so

    immer näher kamen. Von unserer Seite wurden

    auch mehrere Ausfälle gemacht, aber

    von Erfolg konnte keine Rede sein!

    Wohl fügten wir den Japanern empfindliche

    Verluste bei, aber was konnten wir

    3000 Mann machen gegen eine solche Übermacht!


    Anfangs November machten die 3.K.v.O.M.D.

    unter anderem einen Ausfall u. konnte bis

    zum Wasserwerk Janschiatschwang vordringen,

    jedoch unter schweren Verlusten:

    Hauptmann Graf von Herzberg K1 u. 15 Mann

    tot u. 20 Mann verwundet, größtenteils aber

    nur Streifschüsse.

    Am 28. Oktober 6 Uhr morgens begann das


  • February 22, 2017 23:04:42 Tina J

    ... linke Seite

                                                 - 26 -

    uns die Japaner noch so ziemlich in Ruhe gelassen.

    Nur hin u. wieder flogen nachts ein paar

    Kugeln rein, wenn sich ein Mann unvorsichtig

    zeigte. Die Japaner arbeiteten an ihren

    Artilleriestellungen u. die Infanterie rückte

    unseren Hindernissen immer näher, indem

    sie nachts gedeckte Wege bauten u. uns so

    immer naeher kamen. Von unserer Seite wurden

    auch mehrere Ausfaelle gemacht, aber

    von Erfolg konnte keine Rede sein!

    Wohl fuegten wir den Japanern empfindliche

    Verluste bei, aber was konnten wir

    3000 Mann machen gegen eine solche Uebermacht!


    Anfangs November machten die 3.K.v.O.M.D.

    unter anderem einen Ausfall u. konnte bis

    zum Wasserwerk Janschiatschwang vordringen,

    jedoch unter schweren Verlusten:

    Hauptmann Graf von Herzberg K1 u. 15 Mann

    tot u. 20 Mann verwundet, groesstenteils aber

    nur Streifschuesse.

    Am 28. Oktober 6 Uhr morgens begann das


  • February 22, 2017 23:02:34 Tina J

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                                                 - 26 -

    uns die Japaner noch so ziemlich in Ruhe gelassen.

    Nur hin u. wieder flogen nachts ein paar

    Kugeln rein, wenn sich ein Mann unvorsichtig

    zeigte. Die Japaner arbeiteten an ihren

    Artilleriestellungen u. die Infanterie rückte

    unseren Hindernissen immer näher, indem

    sie nachts gedeckte Wege bauten u. uns so

    immer naeher kamen. Von unserer Seite wurden

    auch mehrere Ausfaelle gemacht, aber

    von Erfolg konnte keine Rede sein!

    Wohl fuegten wir den Japanern empfindliche

    Verluste bei, aber was konnten wir

    3000 Mann machen gegen eine solche Uebermacht!


    Anfangs November machten die 3.K.v.O.M.D.

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Description

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  • 36.0670807||120.38265209999997||

    Tsingtau/China

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Location(s)
  • Story location Tsingtau/China


ID
18861 / 226563
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Dr. Eva Schubert
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Naval Warfare

  • Prisoners of War



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