Kriegstagebuch von Jakob Graf, Tsingtau 2.08.1914 - 7.11.1914, item 11

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...linke Seite

                                            - 18 -


unserer Abteilung schon erwartete.

Nun flugs aufgesessen u. als wir zum Dorf

hinaussprengten, waren die ersten Japaner

schon am anderen Dorfeingang. Wir zogen

uns nach dem 500 m entfernten Dorf

Fonschanhon zurück u. stellten einen

Doppelposten auf.

Da kam ein Meldereiter von Major Anders

mit dem Befehl abzusatteln, abkochen

im Flußbett, Pferdefüttern u. nach 2 Std.

zurückreiten nach der Moltkekaserne u. weitere

Befehle abzuwarten. O.M.D. sollte nichts weiter

als Vorposten auf den Walderseehoehen

bleiben.

Nachdem wir abgekocht u. gefüttert hatten,

ritten wir, immer zwei zu zwei im Galopp

über die Walderseehoehe 100.

Unaufhörlich pfiffen uns da die Kugeln

um die Koepfe. Kloster Jükenan war unser

Sammelpunkt. Von da aus rückten wir

geschlossen über Tu-wung-schier-Asum

u. über die Ruinen von Sie-on-tschia-tsun


...rechte Seite


                                        - 19 -


in unsere Kaserne.

Es waren gerade 8 Wochen, daß wir von der

Kaserne weg waren! 

Unsere Stallungen wurden während der Zeit

von der Peckinger Haubitzenbatterie u. der

Reservebatterie benützt. In unseren Stuben

lagen Österreicher. Sie machten bereitwillig

Platz, als wir ankamen. Um 5 Uhr Nachmittag

kamen wir in die Kaserne.

1/2 Std. Stalldienst, dann wurde nach langer

Zeit wieder einmal kräftig gegessen u.

1 Glas Bier getrunken, dann gings aber gleich

ins Bett!

Welch eine Wohltat war das, nach 8 Wochen

wieder in ein Bett zu kommen!

Um 4 Uhr wurde ich durch Alarm geweckt.

Im Galopp angekleidet, Pferde gefüttert,

gefrühstückt u. gesattelt, Patronen auf 250 Stck.

ergänzt, dann gings nach dem Kloster Jukuan.

Laut Befehl mussten wir morgens 5 Uhr 30' dort

sein u. waren auch pünktlich dort.



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unserer Abteilung schon erwartete.

Nun flugs aufgesessen u. als wir zum Dorf

hinaussprengten, waren die ersten Japaner

schon am anderen Dorfeingang. Wir zogen

uns nach dem 500 m entfernten Dorf

Fonschanhon zurück u. stellten einen

Doppelposten auf.

Da kam ein Meldereiter von Major Anders

mit dem Befehl abzusatteln, abkochen

im Flußbett, Pferdefüttern u. nach 2 Std.

zurückreiten nach der Moltkekaserne u. weitere

Befehle abzuwarten. O.M.D. sollte nichts weiter

als Vorposten auf den Walderseehoehen

bleiben.

Nachdem wir abgekocht u. gefüttert hatten,

ritten wir, immer zwei zu zwei im Galopp

über die Walderseehoehe 100.

Unaufhörlich pfiffen uns da die Kugeln

um die Koepfe. Kloster Jükenan war unser

Sammelpunkt. Von da aus rückten wir

geschlossen über Tu-wung-schier-Asum

u. über die Ruinen von Sie-on-tschia-tsun


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in unsere Kaserne.

Es waren gerade 8 Wochen, daß wir von der

Kaserne weg waren! 

Unsere Stallungen wurden während der Zeit

von der Peckinger Haubitzenbatterie u. der

Reservebatterie benützt. In unseren Stuben

lagen Österreicher. Sie machten bereitwillig

Platz, als wir ankamen. Um 5 Uhr Nachmittag

kamen wir in die Kaserne.

1/2 Std. Stalldienst, dann wurde nach langer

Zeit wieder einmal kräftig gegessen u.

1 Glas Bier getrunken, dann gings aber gleich

ins Bett!

Welch eine Wohltat war das, nach 8 Wochen

wieder in ein Bett zu kommen!

Um 4 Uhr wurde ich durch Alarm geweckt.

Im Galopp angekleidet, Pferde gefüttert,

gefrühstückt u. gesattelt, Patronen auf 250 Stck.

ergänzt, dann gings nach dem Kloster Jukuan.

Laut Befehl mussten wir morgens 5 Uhr 30' dort

sein u. waren auch pünktlich dort.




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  • February 22, 2017 03:47:02 Tina J

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    unserer Abteilung schon erwartete.

    Nun flugs aufgesessen u. als wir zum Dorf

    hinaussprengten, waren die ersten Japaner

    schon am anderen Dorfeingang. Wir zogen

    uns nach dem 500 m entfernten Dorf

    Fonschanhon zurück u. stellten einen

    Doppelposten auf.

    Da kam ein Meldereiter von Major Anders

    mit dem Befehl abzusatteln, abkochen

    im Flußbett, Pferdefüttern u. nach 2 Std.

    zurückreiten nach der Moltkekaserne u. weitere

    Befehle abzuwarten. O.M.D. sollte nichts weiter

    als Vorposten auf den Walderseehoehen

    bleiben.

    Nachdem wir abgekocht u. gefüttert hatten,

    ritten wir, immer zwei zu zwei im Galopp

    über die Walderseehoehe 100.

    Unaufhörlich pfiffen uns da die Kugeln

    um die Koepfe. Kloster Jükenan war unser

    Sammelpunkt. Von da aus rückten wir

    geschlossen über Tu-wung-schier-Asum

    u. über die Ruinen von Sie-on-tschia-tsun


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    in unsere Kaserne.

    Es waren gerade 8 Wochen, daß wir von der

    Kaserne weg waren! 

    Unsere Stallungen wurden während der Zeit

    von der Peckinger Haubitzenbatterie u. der

    Reservebatterie benützt. In unseren Stuben

    lagen Österreicher. Sie machten bereitwillig

    Platz, als wir ankamen. Um 5 Uhr Nachmittag

    kamen wir in die Kaserne.

    1/2 Std. Stalldienst, dann wurde nach langer

    Zeit wieder einmal kräftig gegessen u.

    1 Glas Bier getrunken, dann gings aber gleich

    ins Bett!

    Welch eine Wohltat war das, nach 8 Wochen

    wieder in ein Bett zu kommen!

    Um 4 Uhr wurde ich durch Alarm geweckt.

    Im Galopp angekleidet, Pferde gefüttert,

    gefrühstückt u. gesattelt, Patronen auf 250 Stck.

    ergänzt, dann gings nach dem Kloster Jukuan.

    Laut Befehl mussten wir morgens 5 Uhr 30' dort

    sein u. waren auch pünktlich dort.



  • February 22, 2017 03:10:10 Tina J

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    unserer Abteilung schon erwartete.

    Nun flugs aufgesessen u. als wir zum Dorf

    hinaussprengten, waren die ersten Japaner

    schon am anderen Dorfeingang. Wir zogen

    uns nach dem 500 m entfernten Dorf

    Fonschanhon zurück u. stellten einen

    Doppelposten auf.

    Da kam ein Meldereiter von Major Anders

    mit dem Befehl abzusatteln, abkochen

    im Flußbett, Pferdefüttern u. nach 2 Std.

    zurückreiten nach der Moltkekaserne u. weitere

    Befehle abzuwarten. O.M.D. sollte nichts weiter

    als Vorposten auf den Walderseehoehen

    bleiben.

    Nachdem wir abgekocht u. gefüttert hatten,

    ritten wir, immer zwei zu zwei im Galopp

    über die Walderseehoehe 100.

    Unaufhörlich pfiffen uns da die Kugeln

    um die Koepfe. Kloster Jükenan war unser

    Sammelpunkt. Von da aus rückten wir

    geschlossen über Tu-wung-schier-Asum

    u. über die Ruinen von Sie-on-tschia-tsun


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  • February 22, 2017 03:08:56 Tina J

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    unserer Abteilung schon erwartete.

    Nun flugs aufgesessen u. als wir zum Dorf

    hinaussprengten, waren die ersten Japaner

    schon am anderen Dorfeingang. Wir zogen

    uns nach dem 500 m entfernten Dorf

    Fonschanhon zurück u. stellten einen

    Doppelposten auf.

    Da kam ein Meldereiter von Major Anders

    mit dem Befehl abzusatteln, abkochen

    im Flußbett, Pferdefüttern u. nach 2 Std.

    zurückreiten nach der Moltkekaserne u. weitere

    Befehle abzuwarten. O.M.D. sollte nichts weiter

    als Vorposten auf den Walderseehoehen

    bleiben.

    Nachdem wir abgekocht u. gefüttert hatten,

    ritten wir, immer zwei zu zwei im Galopp

    über die Walderseehoehe 100.

    Unaufhörlich pfiffen uns da die Kugeln

    um die Koepfe. Kloster Jükenan war unser

    Sammelpunkt. Von da aus rückten wir

    geschlossen über Tu-wung-schier-Asum

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  • February 22, 2017 03:06:09 Tina J

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    unserer Abteilung schon erwartete.

    Nun flugs aufgesessen u. als wir zum Dorf

    hinaussprengten, waren die ersten Japaner

    schon am anderen Dorfeingang. Wir zogen

    uns nach dem 500 m entfernten Dorf

    Fonschanhon zurück u. stellten einen

    Doppelposten auf.

    Da kam ein Meldereiter von Major Anders

    mit dem Befehl abzusatteln, abkochen

    im Flußbett, Pferdefüttern u. nach 2 Std.

    zurückreiten nach der Moltkekaserne u. weitere

    Befehle abzuwarten. O.M.D. sollte nichts weiter

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    bleiben.



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  • 36.0670807||120.38265209999997||

    Tsingtau/China

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  • Story location Tsingtau/China


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18861 / 226559
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Dr. Eva Schubert
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Naval Warfare

  • Prisoners of War



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