Kriegstagebuch von Jakob Graf, Tsingtau 2.08.1914 - 7.11.1914, item 8

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linke Seite

-12-

öfter großes Lob von Major Anders erhalten.

24.9. Heute ritten wir zur Verstärkung

des Postens Tschangtsun dorthin u. biwa-

kierten dort auf dem Dorfplatz.

Der Posten war stark: 1 Offizier, Leutnant

Fries 5. K., 2 Unteroffiziere u. 20 Mann.

Die eine Hälfte der Mannschaften

stand auf vorgeschobenen Vaidolen,

während der Rest, dabei auch ich,

Patrouillenritte gewöhnlich nach der

Hanghofenseite machte. In derselben

wurden wir gewöhnlich von Japsen,

welche in Schainikleidern steckten u. auf

dem Felde arbeiteten, angeschossen. Darauf

schossen wir jeden Kuli, der auf dem

Feld war, über den Haufen. In der Nacht

vom 26.9 war heftiges Geschützfeuer von

Schartzyku zu vernehmen. Die Japaner beschossen

vom See aus sehr stark Schartzyku

u. landeten unter dem Schutz ihres Feuers.

Sie suchten die ganze Gegend mit Scheinwerfern

u. Leuchtsignalen ab.


rechte Seite

-13-

Das Detachement, das dort war, war 1 Offizier,

Oblt. Trendberg u. 30 Mann; 4 Maschinengewehre

u. 3 Maschinenkanonen waren zugeteilt.

Das Detachement ging nach verzweifelter Gegen-

wehr 6000 Mann gegenüber über die Prinz-Heinrich-

Berge u. Kaiserstuhl der Walderseehöhe zurück.

Die Scheinwerfer u. Leuchtsignale erleuchteten

noch die ganze Gegend bis Schangtsun.

Im Laufe der Nacht machten die Japaner

von der Hanhafenecke aus nach Siaho einen

gewaltigen Vorstoß. Das kleine Detarche-

ment Anders ging zurück bis an die

Litsumer Höhen. Auch die anderen Posten

in Kutabu, Siatschwang, Pukushan u.

Tsangkon wurden von großen Infanterie-

einheiten, welche von Thimo kamen, nach

Sysang zurückgeschlagen.

In Litsun war noch ein heftiges Gefecht

von K 2 u. 3. O.M.D. u. K 4 von S.B. u. M-G-K.

Mit großer Übermacht stürmten nach kurzer

Zeit die Japsen Litsun.

Vorher wurden das Bezirksamt u. die anderen


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-12-

öfter großes Lob von Major Anders erhalten.

24.9. Heute ritten wir zur Verstärkung

des Postens Tschangtsun dorthin u. biwa-

kierten dort auf dem Dorfplatz.

Der Posten war stark: 1 Offizier, Leutnant

Fries 5. K., 2 Unteroffiziere u. 20 Mann.

Die eine Hälfte der Mannschaften

stand auf vorgeschobenen Vaidolen,

während der Rest, dabei auch ich,

Patrouillenritte gewöhnlich nach der

Hanghofenseite machte. In derselben

wurden wir gewöhnlich von Japsen,

welche in Schainikleidern steckten u. auf

dem Felde arbeiteten, angeschossen. Darauf

schossen wir jeden Kuli, der auf dem

Feld war, über den Haufen. In der Nacht

vom 26.9 war heftiges Geschützfeuer von

Schartzyku zu vernehmen. Die Japaner beschossen

vom See aus sehr stark Schartzyku

u. landeten unter dem Schutz ihres Feuers.

Sie suchten die ganze Gegend mit Scheinwerfern

u. Leuchtsignalen ab.


rechte Seite

-13-

Das Detachement, das dort war, war 1 Offizier,

Oblt. Trendberg u. 30 Mann; 4 Maschinengewehre

u. 3 Maschinenkanonen waren zugeteilt.

Das Detachement ging nach verzweifelter Gegen-

wehr 6000 Mann gegenüber über die Prinz-Heinrich-

Berge u. Kaiserstuhl der Walderseehöhe zurück.

Die Scheinwerfer u. Leuchtsignale erleuchteten

noch die ganze Gegend bis Schangtsun.

Im Laufe der Nacht machten die Japaner

von der Hanhafenecke aus nach Siaho einen

gewaltigen Vorstoß. Das kleine Detarche-

ment Anders ging zurück bis an die

Litsumer Höhen. Auch die anderen Posten

in Kutabu, Siatschwang, Pukushan u.

Tsangkon wurden von großen Infanterie-

einheiten, welche von Thimo kamen, nach

Sysang zurückgeschlagen.

In Litsun war noch ein heftiges Gefecht

von K 2 u. 3. O.M.D. u. K 4 von S.B. u. M-G-K.

Mit großer Übermacht stürmten nach kurzer

Zeit die Japsen Litsun.

Vorher wurden das Bezirksamt u. die anderen



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  • May 25, 2017 09:43:18 Eva Anna Welles (AUT)

    linke Seite

    -12-

    öfter großes Lob von Major Anders erhalten.

    24.9. Heute ritten wir zur Verstärkung

    des Postens Tschangtsun dorthin u. biwa-

    kierten dort auf dem Dorfplatz.

    Der Posten war stark: 1 Offizier, Leutnant

    Fries 5. K., 2 Unteroffiziere u. 20 Mann.

    Die eine Hälfte der Mannschaften

    stand auf vorgeschobenen Vaidolen,

    während der Rest, dabei auch ich,

    Patrouillenritte gewöhnlich nach der

    Hanghofenseite machte. In derselben

    wurden wir gewöhnlich von Japsen,

    welche in Schainikleidern steckten u. auf

    dem Felde arbeiteten, angeschossen. Darauf

    schossen wir jeden Kuli, der auf dem

    Feld war, über den Haufen. In der Nacht

    vom 26.9 war heftiges Geschützfeuer von

    Schartzyku zu vernehmen. Die Japaner beschossen

    vom See aus sehr stark Schartzyku

    u. landeten unter dem Schutz ihres Feuers.

    Sie suchten die ganze Gegend mit Scheinwerfern

    u. Leuchtsignalen ab.


    rechte Seite

    -13-

    Das Detachement, das dort war, war 1 Offizier,

    Oblt. Trendberg u. 30 Mann; 4 Maschinengewehre

    u. 3 Maschinenkanonen waren zugeteilt.

    Das Detachement ging nach verzweifelter Gegen-

    wehr 6000 Mann gegenüber über die Prinz-Heinrich-

    Berge u. Kaiserstuhl der Walderseehöhe zurück.

    Die Scheinwerfer u. Leuchtsignale erleuchteten

    noch die ganze Gegend bis Schangtsun.

    Im Laufe der Nacht machten die Japaner

    von der Hanhafenecke aus nach Siaho einen

    gewaltigen Vorstoß. Das kleine Detarche-

    ment Anders ging zurück bis an die

    Litsumer Höhen. Auch die anderen Posten

    in Kutabu, Siatschwang, Pukushan u.

    Tsangkon wurden von großen Infanterie-

    einheiten, welche von Thimo kamen, nach

    Sysang zurückgeschlagen.

    In Litsun war noch ein heftiges Gefecht

    von K 2 u. 3. O.M.D. u. K 4 von S.B. u. M-G-K.

    Mit großer Übermacht stürmten nach kurzer

    Zeit die Japsen Litsun.

    Vorher wurden das Bezirksamt u. die anderen


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  • 36.0670807||120.38265209999997||

    Tsingtau/China

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  • Story location Tsingtau/China


ID
18861 / 226556
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Dr. Eva Schubert
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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  • Prisoners of War



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