Kriegstagebuch von Jakob Graf, Tsingtau 2.08.1914 - 7.11.1914, item 6

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                    - 8 -

in das anstoßende Kartoffelfeld.

Von der Spitze blieben wohl nur mehr

wenig übrig. Wir hatten die Japaner

überrascht. Wie ein Blitz warf sich die

Kompagnie zu Boden u. wir kamen im

selben Augenblick angeschwärmt.

Als ich in die Stellung kam, machten

die Japaner eine kurze Feuerpause.

Ich erkundigte mich nach der Stärke u.

Stellung des Gegners u. schoß dann, als

ich mein Ziel hatte, lustig darauf los.

Die Japsen hörte ich nur knallen, da

auf einmal surrte es über meinen Kopf

ping, ping, ping u. Schuß auf Schuß

folgte, gerade auf mich abgesehen.

Ich habe mich zu weit gezeigt u. sofort

richteten sämtliche Japaner das ganze

Feuer auf mich. Ich nahm volle Deckung,

(die verkleideten Japsen waren Jung-

schützen) u. ging 3m nach links, zündete

mir eine Zigarette an u. schoß wieder

lustig weiter. Die Japsen schossen zu hoch.


                           - 9 -

Die Schüsse gingen in die 100m hinter uns

liegende Felswand. 50m hinter unserer Stel-

lung war unser Kochplatz. Mitten im Gefecht

wurden von unserm Koch noch die Hühner

gekocht. Trotz des heftigen Kugelregens herrschte

eine geradezu ausgelassene Stimmung bei uns.

Gegen 5 Uhr abends bekamen wir Verstärkung:

1 Kompagnie. Nun versuchten sie, uns zu um-

gehen, was ihnen auch wahrscheinlich gelun-

gen wäre, wenn wir es nicht vorgezogen

hätten, uns zurückzuziehen. Im Schutz der

Dunkelheit gelang es uns auch vollkommen.

Schneider u. ich holten unsere Pferde u. nun

ging es den langen u. beschwerlichen Weg

durch den Kletterpaß. Die Japaner schossen

noch immer lustig auf die Felswand drauf-

los. Kaum waren wir 5 Minuten unterwegs,

als der Reiter-Sergeant Ebbel v. 1.K.O.M.D.

auf uns zugeritten kam u. Befehl von

Major Anders brachte zum Zurückgehen

nach der Kletterpaßhöhe 20g.

Um 11 Uhr nachts kamen wir dort glücklich

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                    - 8 -

in das anstoßende Kartoffelfeld.

Von der Spitze blieben wohl nur mehr

wenig übrig. Wir hatten die Japaner

überrascht. Wie ein Blitz warf sich die

Kompagnie zu Boden u. wir kamen im

selben Augenblick angeschwärmt.

Als ich in die Stellung kam, machten

die Japaner eine kurze Feuerpause.

Ich erkundigte mich nach der Stärke u.

Stellung des Gegners u. schoß dann, als

ich mein Ziel hatte, lustig darauf los.

Die Japsen hörte ich nur knallen, da

auf einmal surrte es über meinen Kopf

ping, ping, ping u. Schuß auf Schuß

folgte, gerade auf mich abgesehen.

Ich habe mich zu weit gezeigt u. sofort

richteten sämtliche Japaner das ganze

Feuer auf mich. Ich nahm volle Deckung,

(die verkleideten Japsen waren Jung-

schützen) u. ging 3m nach links, zündete

mir eine Zigarette an u. schoß wieder

lustig weiter. Die Japsen schossen zu hoch.


                           - 9 -

Die Schüsse gingen in die 100m hinter uns

liegende Felswand. 50m hinter unserer Stel-

lung war unser Kochplatz. Mitten im Gefecht

wurden von unserm Koch noch die Hühner

gekocht. Trotz des heftigen Kugelregens herrschte

eine geradezu ausgelassene Stimmung bei uns.

Gegen 5 Uhr abends bekamen wir Verstärkung:

1 Kompagnie. Nun versuchten sie, uns zu um-

gehen, was ihnen auch wahrscheinlich gelun-

gen wäre, wenn wir es nicht vorgezogen

hätten, uns zurückzuziehen. Im Schutz der

Dunkelheit gelang es uns auch vollkommen.

Schneider u. ich holten unsere Pferde u. nun

ging es den langen u. beschwerlichen Weg

durch den Kletterpaß. Die Japaner schossen

noch immer lustig auf die Felswand drauf-

los. Kaum waren wir 5 Minuten unterwegs,

als der Reiter-Sergeant Ebbel v. 1.K.O.M.D.

auf uns zugeritten kam u. Befehl von

Major Anders brachte zum Zurückgehen

nach der Kletterpaßhöhe 20g.

Um 11 Uhr nachts kamen wir dort glücklich


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  • May 24, 2017 19:42:46 Eva Anna Welles (AUT)

                        - 8 -

    in das anstoßende Kartoffelfeld.

    Von der Spitze blieben wohl nur mehr

    wenig übrig. Wir hatten die Japaner

    überrascht. Wie ein Blitz warf sich die

    Kompagnie zu Boden u. wir kamen im

    selben Augenblick angeschwärmt.

    Als ich in die Stellung kam, machten

    die Japaner eine kurze Feuerpause.

    Ich erkundigte mich nach der Stärke u.

    Stellung des Gegners u. schoß dann, als

    ich mein Ziel hatte, lustig darauf los.

    Die Japsen hörte ich nur knallen, da

    auf einmal surrte es über meinen Kopf

    ping, ping, ping u. Schuß auf Schuß

    folgte, gerade auf mich abgesehen.

    Ich habe mich zu weit gezeigt u. sofort

    richteten sämtliche Japaner das ganze

    Feuer auf mich. Ich nahm volle Deckung,

    (die verkleideten Japsen waren Jung-

    schützen) u. ging 3m nach links, zündete

    mir eine Zigarette an u. schoß wieder

    lustig weiter. Die Japsen schossen zu hoch.


                               - 9 -

    Die Schüsse gingen in die 100m hinter uns

    liegende Felswand. 50m hinter unserer Stel-

    lung war unser Kochplatz. Mitten im Gefecht

    wurden von unserm Koch noch die Hühner

    gekocht. Trotz des heftigen Kugelregens herrschte

    eine geradezu ausgelassene Stimmung bei uns.

    Gegen 5 Uhr abends bekamen wir Verstärkung:

    1 Kompagnie. Nun versuchten sie, uns zu um-

    gehen, was ihnen auch wahrscheinlich gelun-

    gen wäre, wenn wir es nicht vorgezogen

    hätten, uns zurückzuziehen. Im Schutz der

    Dunkelheit gelang es uns auch vollkommen.

    Schneider u. ich holten unsere Pferde u. nun

    ging es den langen u. beschwerlichen Weg

    durch den Kletterpaß. Die Japaner schossen

    noch immer lustig auf die Felswand drauf-

    los. Kaum waren wir 5 Minuten unterwegs,

    als der Reiter-Sergeant Ebbel v. 1.K.O.M.D.

    auf uns zugeritten kam u. Befehl von

    Major Anders brachte zum Zurückgehen

    nach der Kletterpaßhöhe 20g.

    Um 11 Uhr nachts kamen wir dort glücklich

  • February 21, 2017 19:14:15 Susi Je

                        - 8 -

    in das anstoßende Kartoffelfeld.

    Von der Spitze blieben wohl nur mehr

    wenig übrig. Wir hatten die Japaner

    überrascht. Wie ein Blitz warf sich die

    Kompagnie zu Boden u. wir kamen im

    selben Augenblick angeschwärmt.

    Als ich in die Stellung kam, machten

    die Japaner eine kurze Feuerpause.

    Ich erkundigte mich nach der Stärke u.

    Stellung des Gegners u. schoß dann, als

    ich mein Ziel hatte, lustig darauf los.

    Die Japsen hörte ich nur knallen, da

    auf einmal surrte es über meinen Kopf

    ping, ping, ping u. Schuß auf Schuß

    folgte, gerade auf mich abgesehen.

    Ich habe mich zu weit gezeigt u. sofort

    richteten sämtliche Japaner das ganze

    Feuer auf mich. Ich nahm volle Deckung,

    (die verkleideten Japsen waren Jung-

    schützen) u. ging 3m nach links, zündete

    mir eine Zigarette an u. schoß wieder

    lustig weiter. Die Japsen schossen zu hoch.


                               - 9 -

    Die Schüsse gingen in die 100m hinter uns

    liegende Felswand. 50m hinter unserer Stel-

    lung war unser Kochplatz. Mitten im Gefecht

    wurden von unserm Koch noch die Hühner

    gekocht. Trotz des heftigen Kugelregens herrschte

    eine geradezu ausgelassene Stimmung bei uns.

    Gegen 5 Uhr abends bekamen wir Verstärkung:

    1Kompagnie. Nun versuchten sie, uns zu um-

    gehen, was ihnen auch wahrscheinlich gelun-

    gen wäre, wenn wir es nicht vorgezogen

    hätten, uns zurückzuziehen. Im Schutz der

    Dunkelheit gelang es uns auch vollkommen.

    Schneider u. ich holten unsere Pferde u. nun

    ging es den langen u. beschwerlichen Weg

    durch den Kletterpaß. Die Japaner schossen

    noch immer lustig auf die Felswand drauf-

    los. Kaum waren wir 5 Minuten unterwegs,

    als der Reiter-Sergeant Ebbel v. 1.K.O.M.D.

    auf uns zugeritten kam u. Befehl von

    Major Anders brachte zum Zurückgehen

    nach der Kletterpaßhöhe 20g.

    Um 11 Uhr nachts kamen wir dort glücklich


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  • 36.0670807||120.38265209999997||

    Tsingtau/China

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  • Story location Tsingtau/China


ID
18861 / 226554
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Dr. Eva Schubert
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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  • Prisoners of War



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