Kriegstagebuch 3 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 135

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wurde gegeben. In den Kafés, die voll waren

von deutschen Soldaten, gab es sogar Schlagsahne, ein Genuß,

den man in Deutschland nicht mehr kannte. In einem

solchen Lokale hatte ich Gelegenheit, jüdische Geschäftstricks

bei einem kleinen Jungen zu beobachten. Der kleine

Kerl hatte sich eine einzige Zeitung gekauft, die er

an irgend einen deutschen Offizier verkaufte. Von

einer sicheren Stelle aus beobachtete er den Lesenden.

Sobald dieser die Zeitung durchgelesen hatte und sie

achtlos beiseite legte, kam unser kleiner Israelit

an. "Lieber Herr, darf ich haben die Zeitung wieder?"

Sorgfältig faltete er die Zeitung wieder zusammen,

um sie dann einem andern zu verkaufen. Derselbe

Vorgang wiederholte sich noch ein paarmal und mit

500- 700 % war am Abend das Geschäft mit einer

einzigen Zeitung gemacht.

Am 20. März fuhr ich dieselbe Strecke wieder zurück

nach Wloclawek. In meinem Abteil saß ein Feldgeistlicher,

der mir sehr bekannt vorkam, den ich aber

nicht erkannte. Mein Gepäck ließ ich in Wloclawek

auf der Schreibstube der 4. Kompagnie. Ein Leutnant

Westermann der 4. Komp. war Ortskommandant

in dem Badeort Cichocinek, den sollte ich ablösen.

Ich meldete mich beim Gouverneur, Generalleutnant von 

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wurde gegeben. In den Kafés, die voll waren

von deutschen Soldaten, gab es sogar Schlagsahne, ein Genuß,

den man in Deutschland nicht mehr kannte. In einem

solchen Lokale hatte ich Gelegenheit, jüdische Geschäftstricks

bei einem kleinen Jungen zu beobachten. Der kleine

Kerl hatte sich eine einzige Zeitung gekauft, die er

an irgend einen deutschen Offizier verkaufte. Von

einer sicheren Stelle aus beobachtete er den Lesenden.

Sobald dieser die Zeitung durchgelesen hatte und sie

achtlos beiseite legte, kam unser kleiner Israelit

an. "Lieber Herr, darf ich haben die Zeitung wieder?"

Sorgfältig faltete er die Zeitung wieder zusammen,

um sie dann einem andern zu verkaufen. Derselbe

Vorgang wiederholte sich noch ein paarmal und mit

500- 700 % war am Abend das Geschäft mit einer

einzigen Zeitung gemacht.

Am 20. März fuhr ich dieselbe Strecke wieder zurück

nach Wloclawek. In meinem Abteil saß ein Feldgeistlicher,

der mir sehr bekannt vorkam, den ich aber

nicht erkannte. Mein Gepäck ließ ich in Wloclawek

auf der Schreibstube der 4. Kompagnie. Ein Leutnant

Westermann der 4. Komp. war Ortskommandant

in dem Badeort Cichocinek, den sollte ich ablösen.

Ich meldete mich beim Gouverneur, Generalleutnant von 


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  • July 1, 2017 18:29:12 Rolf Kranz

    wurde gegeben. In den Kafés, die voll waren

    von deutschen Soldaten, gab es sogar Schlagsahne, ein Genuß,

    den man in Deutschland nicht mehr kannte. In einem

    solchen Lokale hatte ich Gelegenheit, jüdische Geschäftstricks

    bei einem kleinen Jungen zu beobachten. Der kleine

    Kerl hatte sich eine einzige Zeitung gekauft, die er

    an irgend einen deutschen Offizier verkaufte. Von

    einer sicheren Stelle aus beobachtete er den Lesenden.

    Sobald dieser die Zeitung durchgelesen hatte und sie

    achtlos beiseite legte, kam unser kleiner Israelit

    an. "Lieber Herr, darf ich haben die Zeitung wieder?"

    Sorgfältig faltete er die Zeitung wieder zusammen,

    um sie dann einem andern zu verkaufen. Derselbe

    Vorgang wiederholte sich noch ein paarmal und mit

    500- 700 % war am Abend das Geschäft mit einer

    einzigen Zeitung gemacht.

    Am 20. März fuhr ich dieselbe Strecke wieder zurück

    nach Wloclawek. In meinem Abteil saß ein Feldgeistlicher,

    der mir sehr bekannt vorkam, den ich aber

    nicht erkannte. Mein Gepäck ließ ich in Wloclawek

    auf der Schreibstube der 4. Kompagnie. Ein Leutnant

    Westermann der 4. Komp. war Ortskommandant

    in dem Badeort Cichocinek, den sollte ich ablösen.

    Ich meldete mich beim Gouverneur, Generalleutnant von 

  • May 22, 2017 18:35:41 Eva Bammer

    schon" wurde gegeben. In den Kafés, die voll waren

    von deutschen Soldaten, gab es sogar Schlagsahne, ein Genuß,

    den man in Deutschland nicht mehr kannte. In einem

    solchen Lokale hatte ich Gelegenheit, jüdische Geschäftstricks

    bei einem kleinen Jungen zu beobachten. Der kleine

    Karl hatte sich eine einzige Zeitung gekauft, die er

    an irgend einen deutschen Offizier verkaufte. Von

    einer sicheren Stelle aus beobachtete er den Lesenden.

    Sobald dieser die Zeitung durchgelesen hatte und sie

    achtlos beiseite legte, kam unser kleiner Israelit

    an. "Lieber Herr, darf ich haben die Zeitung wieder?"

    Sorgfältig faltete er die Zeitung wieder zusammen,

    um sie dann einem andern zu verkaufen. Derselbe

    Vorgang wiederholte sich noch ein paarmal und mit

    500- 700 % war am Abend das Geschäft mit einer ein=

    zigen Zeitung gemacht.

    Am 20. März fuhr ich dieselbe Strecke wieder zurück

    nach Wloclawek. In meinem Abteil saß ein Feldgeist=

    licher, der mir sehr bekannt vorkam, den ich aber

    nicht erkannte. Mein Gepäck ließ ich in Wloclawek

    auf der Schreibstube der 4. Kompagnie. Ein Leutnant

    Westermann der 4. Komp. war Ortskommandant

    in dem Badeort Lichocinek, den sollte ich ablösen.

    Ich meldete mich beim Gouverneur, Generalleutnant von 


Description

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  • 52.6483303||19.0677357||

    Wloclawek

  • 51.406047|| 8.066486||

    Arnsberg

    ||1
Location(s)
  • Story location Arnsberg
  • Document location Wloclawek


ID
17626 / 200756
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


March 19, 1918 – March 20, 1918

  • Balkans
  • Eastern Front

  • Trench Life



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