Kriegstagebuch 3 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 104

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                                                                               30. April.

Um 3:15 Uhr löste ich vorn ab. Der anbrechende Morgen

versprach einen schönen Tag. Warm und wohltuend strahlte

die Sonne vom Himmel. Mittags beobachtete ich 

mehrere Stunden durch das Scherenfernrohr. Beim Feinde

konnte man manches feststellen, besonder Truppen=

verschiebungen, bezw. - ansammlungen. Ich machte

Meldung nach hinten und bat um Vernichtungs=

feuer. Aber kein Schuß wurde abgegeben. Entweder

hielt man die Sache nicht für wichtig, oder man

wollte mit der Munition sparen. Später habe ich 

erfahren, daß in der Zeit tatsächlich Munitionsmangel

herrschte. Weil es tags über ruhig blieb, waren

wir alle im Graben, keiner im Unterstand. Wir 

empfanden es hart, daß wir bei einem solch

herrlichen Wetter im Graben sitzen mußten, statt

im Gottes herrlicher Natur herumzuwandern.

Am Abend erfolgte ein kurzer feindlicher Feuer=

überfall, dem  gottlob niemand zum Opfer fiel.

In der Nacht arbeiteten wir an dem Stollen. Es hatte

sich wieder eine Menge Wasser angesammelt, das

wir hinausbeförderten.

                                                                        1. Mai.

Um 1/2 5 Uhr wurde ich abgelöst. Die feindliche Artillerie 

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                                                                               30. April.

Um 3:15 Uhr löste ich vorn ab. Der anbrechende Morgen

versprach einen schönen Tag. Warm und wohltuend strahlte

die Sonne vom Himmel. Mittags beobachtete ich 

mehrere Stunden durch das Scherenfernrohr. Beim Feinde

konnte man manches feststellen, besonder Truppen=

verschiebungen, bezw. - ansammlungen. Ich machte

Meldung nach hinten und bat um Vernichtungs=

feuer. Aber kein Schuß wurde abgegeben. Entweder

hielt man die Sache nicht für wichtig, oder man

wollte mit der Munition sparen. Später habe ich 

erfahren, daß in der Zeit tatsächlich Munitionsmangel

herrschte. Weil es tags über ruhig blieb, waren

wir alle im Graben, keiner im Unterstand. Wir 

empfanden es hart, daß wir bei einem solch

herrlichen Wetter im Graben sitzen mußten, statt

im Gottes herrlicher Natur herumzuwandern.

Am Abend erfolgte ein kurzer feindlicher Feuer=

überfall, dem  gottlob niemand zum Opfer fiel.

In der Nacht arbeiteten wir an dem Stollen. Es hatte

sich wieder eine Menge Wasser angesammelt, das

wir hinausbeförderten.

                                                                        1. Mai.

Um 1/2 5 Uhr wurde ich abgelöst. Die feindliche Artillerie 


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  • June 17, 2017 21:06:00 Rolf Kranz

                                                                                   30. April.

    Um 3:15 Uhr löste ich vorn ab. Der anbrechende Morgen

    versprach einen schönen Tag. Warm und wohltuend strahlte

    die Sonne vom Himmel. Mittags beobachtete ich 

    mehrere Stunden durch das Scherenfernrohr. Beim Feinde

    konnte man manches feststellen, besonder Truppen=

    verschiebungen, bezw. - ansammlungen. Ich machte

    Meldung nach hinten und bat um Vernichtungs=

    feuer. Aber kein Schuß wurde abgegeben. Entweder

    hielt man die Sache nicht für wichtig, oder man

    wollte mit der Munition sparen. Später habe ich 

    erfahren, daß in der Zeit tatsächlich Munitionsmangel

    herrschte. Weil es tags über ruhig blieb, waren

    wir alle im Graben, keiner im Unterstand. Wir 

    empfanden es hart, daß wir bei einem solch

    herrlichen Wetter im Graben sitzen mußten, statt

    im Gottes herrlicher Natur herumzuwandern.

    Am Abend erfolgte ein kurzer feindlicher Feuer=

    überfall, dem  gottlob niemand zum Opfer fiel.

    In der Nacht arbeiteten wir an dem Stollen. Es hatte

    sich wieder eine Menge Wasser angesammelt, das

    wir hinausbeförderten.

                                                                            1. Mai.

    Um 1/2 5 Uhr wurde ich abgelöst. Die feindliche Artillerie 

  • May 16, 2017 21:55:21 Eva Bammer

    30. April.

    Um 3:15 Uhr löste ich vorn ab. Der anbrechende Morgen

    versprach einen schönen Tag. Warm und wohltuend strahl=

    te die Sonne vom Himmel. Mittags beobachtete ich 

    mehrere Stunden durch das Scherenfernrohr. Beim Feinde

    konnte man manches feststellen, besonder Truppen=

    verschiebungen, bezw.. - ansammlungen. Ich machte

    Meldung nach hinten und bat um Vernichtungs=

    feuer. Aber kein Schuß wurde abgegeben. Entweder

    hielt man die Sache nicht für wichtig, oder man

    wollte mit der Munition sparen. Später habe ich 

    erfahren, daß in der Zeit tatsächlich Munitionsman=

    gel herrschte. Weil es tags über ruhig blieb, waren

    wir alle im Graben, keiner im Unterstand. Wir 

    empfanden es hart, daß wir bei einem solch

    herrlichen Wetter im Graben sitzen mußten, statt

    im Gottes herrlicher Natur herumzuwandern.

    Am Abend erfolgte ein kurzer feindlicher Feuer=

    überfall, dem  gottlob niemand zum Opfer fiel.

    In der Nacht arbeiteten wir an dem Stollen. Es hatte

    sich wieder eine Menge Wasser angesammelt, das

    wir hinausbeförderten.

    1. Mai.

    Um 1/2 5 Uhr wurde ich abgelöst. Die feindliche Artillerie 


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    Arnsberg

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  • Story location Arnsberg
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ID
17626 / 200725
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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