Kriegstagebuch 3 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 23

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Posten und guckte nach dem Franzmann herüber. Da schoß

der 2. Posten, Philipp aus Berlin, eine Kugel nahe neben

ihn in die Grabenwand. Wie der Blitz lag er auf dem

Boden und auf allen vieren kroch er seinem Unter-

stand zu und ließ sich während der ganzen Nacht nicht

mehr sehen. In dieser Nacht bekamen die Leute mehr

Schlaf. Nachts um 2 Uhr gab es Essen.

                                                                        13. August.

   Von 6 Uhr ab schlief ich. Um 10 Uhr weckte mich W. Bahnschulte,

der soeben die Nachricht bekommen hatte, daß

Dr. Müller, unser Klassenlehrer, den wir im März noch

in Mouron besucht hatten, vor Verdun gefallen sei.

Die Gedanken an dem Tage drehten sich nur um den

von und geliebten und geschätzten Lehrer. Nachmittags

schrieb ich einige Briefe. Dann schlief ich bis 10 Uhr. Am

Abend bauten wir einen Handgranatenunterstand. In

die Lücken, die am Tage in das Drahtverhau geschossen

worden waren, arbeiteten wir einige spanische Reiter

hinein. Von 2 - 4 hatte ich wieder Grabendienst. Nachher

verzehrte ich meine Bohnensuppe, die sehr dünn und

mager ausgefallen war, und legte mich dann schlafen.


                                                                                 14. August.

   Gegen 8 Uhr wurde ich geweckt. Ich ging, um Lebensmittel

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Posten und guckte nach dem Franzmann herüber. Da schoß

der 2. Posten, Philipp aus Berlin, eine Kugel nahe neben

ihn in die Grabenwand. Wie der Blitz lag er auf dem

Boden und auf allen vieren kroch er seinem Unter-

stand zu und ließ sich während der ganzen Nacht nicht

mehr sehen. In dieser Nacht bekamen die Leute mehr

Schlaf. Nachts um 2 Uhr gab es Essen.

                                                                        13. August.

   Von 6 Uhr ab schlief ich. Um 10 Uhr weckte mich W. Bahnschulte,

der soeben die Nachricht bekommen hatte, daß

Dr. Müller, unser Klassenlehrer, den wir im März noch

in Mouron besucht hatten, vor Verdun gefallen sei.

Die Gedanken an dem Tage drehten sich nur um den

von und geliebten und geschätzten Lehrer. Nachmittags

schrieb ich einige Briefe. Dann schlief ich bis 10 Uhr. Am

Abend bauten wir einen Handgranatenunterstand. In

die Lücken, die am Tage in das Drahtverhau geschossen

worden waren, arbeiteten wir einige spanische Reiter

hinein. Von 2 - 4 hatte ich wieder Grabendienst. Nachher

verzehrte ich meine Bohnensuppe, die sehr dünn und

mager ausgefallen war, und legte mich dann schlafen.


                                                                                 14. August.

   Gegen 8 Uhr wurde ich geweckt. Ich ging, um Lebensmittel


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  • May 31, 2017 19:34:17 Rolf Kranz

    Posten und guckte nach dem Franzmann herüber. Da schoß

    der 2. Posten, Philipp aus Berlin, eine Kugel nahe neben

    ihn in die Grabenwand. Wie der Blitz lag er auf dem

    Boden und auf allen vieren kroch er seinem Unter-

    stand zu und ließ sich während der ganzen Nacht nicht

    mehr sehen. In dieser Nacht bekamen die Leute mehr

    Schlaf. Nachts um 2 Uhr gab es Essen.

                                                                            13. August.

       Von 6 Uhr ab schlief ich. Um 10 Uhr weckte mich W. Bahnschulte,

    der soeben die Nachricht bekommen hatte, daß

    Dr. Müller, unser Klassenlehrer, den wir im März noch

    in Mouron besucht hatten, vor Verdun gefallen sei.

    Die Gedanken an dem Tage drehten sich nur um den

    von und geliebten und geschätzten Lehrer. Nachmittags

    schrieb ich einige Briefe. Dann schlief ich bis 10 Uhr. Am

    Abend bauten wir einen Handgranatenunterstand. In

    die Lücken, die am Tage in das Drahtverhau geschossen

    worden waren, arbeiteten wir einige spanische Reiter

    hinein. Von 2 - 4 hatte ich wieder Grabendienst. Nachher

    verzehrte ich meine Bohnensuppe, die sehr dünn und

    mager ausgefallen war, und legte mich dann schlafen.


                                                                                     14. August.

       Gegen 8 Uhr wurde ich geweckt. Ich ging, um Lebensmittel

  • May 10, 2017 18:22:05 Eva Bammer

    Posten und guckte nach dem Franzmann herüber. Da schoß

    der 2. Posten Philipp aus Berlin, eine Kugel nahe neben

    ihm in die Grabenwand. Wie der Blitz lag er auf dem

    Boden und auf allen vieren kroch er seinem Unter-

    stand zu und ließ sich während der ganzen Nacht nicht

    mehr sehen. Zu dieser Nacht bekamen die Leute mehr

    Schlaf. Nachts um 2 Uhr gab es Essen.

    13. August.

    Von 6 Uhr ab schlief ich. Um 10 Uhr weckte mich W. Balm=

    schulte, der soeben die Nachricht bekommen hatte, daß

    Dr. Müller, unser Klassenlehrer, den wir im März noch

    in Mouron besucht hatten, vor Verdun gefallen sei.

    Die Gedanken an dem Tage drehten sich nur um da

    von und geliebten und geschätzten Lehrer. Nachmittags

    schrieb ich einige Briefe. Dann schlief ich bis 10 Uhr. Am

    Abend bauten wir einen Handgranatenunterstand. In

    die Lücken, die am Tage in das Drahtverhau geschossen

    worden waren, arbeiteten wir einige spanische Reiter

    hinein. Von 2 - 4 hatte ich wieder Grabendienst. Nachher

    missingich meine missing, die sehr dünn und

    mager ausgefallen war, und legte mich dann schla=

    fen.

    14. August.

    Gegen 8 Uhr wurde ich geweckt. Ich ging, um Lebensmittel


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  • 51.406047|| 8.066486||

    Arnsberg

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  • Story location Arnsberg


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17626 / 200644
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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