Kriegstagebuch 2 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 149

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plötzlich einen  feurigen Gegenstand einige Meter über dem

Erdboden. Noch in derselben Sekunde detonierte eine

einschlagende Granate. Ich war mir erst nicht klar darüber,

was das Feurige gewesen war. Es waren in Wirklichkeit die

Granaten selbst, die man kurz vor ihrem Einschlag einen

Bruchteil einer Sekunde mit bloßem Auge wahrnehmen

konnte. Ich habe ungefähr 10 - 12 solcher Granaten beobachten

können. Eine dieser Granaten traf gerade in einem

Unterstand. Haushoch flogen Kanthölzer und selbst Baumstämme

in die Luft. Allmählich bestreuten die Feinde auch

den Hohlweg mit ihren unwillkommenen Grüßen. Es

wurde für uns Zeit, einen günstigeren Platz zu suchen.

Ich war nur noch mit einem Kameraden zusammen. Durch

den Hohlweg zogen wir uns nach Berny hin. Dort fanden

wir unter einem Hause einen Unterstand, in dem sich eine

Matratze befand. Wir legten uns auf das langentbehrte

Möbel und schliefen sorglos ein. Es mochte ungefähr 9 Uhr

morgens sein. Wir hatten überhaupt keine Sachen bei

uns, auch  nicht unser Gewehr. Den Tornister hatten wir bei unserer

Flucht aus dem Unterstand im Stich gelassen. Wegen

all zu großer Müdigkeit verscheuchte uns die Sorge um die

verlorenen Habseligkeiten keineswegs den erquicklichen Schlaf.

Kurz nach 1 Uhr wurden wir durch heftiges Granatfeuer auf

Berny geweckt. Nachher schliefen wir weiter. Um 5 Uhr wurden

wir wieder vom Granatfeuer geweckt. Ich holte die seit

einigen Tagen unterlassenen Tagebuchaufzeichnungen nach.


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plötzlich einen  feurigen Gegenstand einige Meter über dem

Erdboden. Noch in derselben Sekunde detonierte eine

einschlagende Granate. Ich war mir erst nicht klar darüber,

was das Feurige gewesen war. Es waren in Wirklichkeit die

Granaten selbst, die man kurz vor ihrem Einschlag einen

Bruchteil einer Sekunde mit bloßem Auge wahrnehmen

konnte. Ich habe ungefähr 10 - 12 solcher Granaten beobachten

können. Eine dieser Granaten traf gerade in einem

Unterstand. Haushoch flogen Kanthölzer und selbst Baumstämme

in die Luft. Allmählich bestreuten die Feinde auch

den Hohlweg mit ihren unwillkommenen Grüßen. Es

wurde für uns Zeit, einen günstigeren Platz zu suchen.

Ich war nur noch mit einem Kameraden zusammen. Durch

den Hohlweg zogen wir uns nach Berny hin. Dort fanden

wir unter einem Hause einen Unterstand, in dem sich eine

Matratze befand. Wir legten uns auf das langentbehrte

Möbel und schliefen sorglos ein. Es mochte ungefähr 9 Uhr

morgens sein. Wir hatten überhaupt keine Sachen bei

uns, auch  nicht unser Gewehr. Den Tornister hatten wir bei unserer

Flucht aus dem Unterstand im Stich gelassen. Wegen

all zu großer Müdigkeit verscheuchte uns die Sorge um die

verlorenen Habseligkeiten keineswegs den erquicklichen Schlaf.

Kurz nach 1 Uhr wurden wir durch heftiges Granatfeuer auf

Berny geweckt. Nachher schliefen wir weiter. Um 5 Uhr wurden

wir wieder vom Granatfeuer geweckt. Ich holte die seit

einigen Tagen unterlassenen Tagebuchaufzeichnungen nach.



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  • May 17, 2017 21:00:12 Beate Jochem

    plötzlich einen  feurigen Gegenstand einige Meter über dem

    Erdboden. Noch in derselben Sekunde detonierte eine

    einschlagende Granate. Ich war mir erst nicht klar darüber,

    was das Feurige gewesen war. Es waren in Wirklichkeit die

    Granaten selbst, die man kurz vor ihrem Einschlag einen

    Bruchteil einer Sekunde mit bloßem Auge wahrnehmen

    konnte. Ich habe ungefähr 10 - 12 solcher Granaten beobachten

    können. Eine dieser Granaten traf gerade in einem

    Unterstand. Haushoch flogen Kanthölzer und selbst Baumstämme

    in die Luft. Allmählich bestreuten die Feinde auch

    den Hohlweg mit ihren unwillkommenen Grüßen. Es

    wurde für uns Zeit, einen günstigeren Platz zu suchen.

    Ich war nur noch mit einem Kameraden zusammen. Durch

    den Hohlweg zogen wir uns nach Berny hin. Dort fanden

    wir unter einem Hause einen Unterstand, in dem sich eine

    Matratze befand. Wir legten uns auf das langentbehrte

    Möbel und schliefen sorglos ein. Es mochte ungefähr 9 Uhr

    morgens sein. Wir hatten überhaupt keine Sachen bei

    uns, auch  nicht unser Gewehr. Den Tornister hatten wir bei unserer

    Flucht aus dem Unterstand im Stich gelassen. Wegen

    all zu großer Müdigkeit verscheuchte uns die Sorge um die

    verlorenen Habseligkeiten keineswegs den erquicklichen Schlaf.

    Kurz nach 1 Uhr wurden wir durch heftiges Granatfeuer auf

    Berny geweckt. Nachher schliefen wir weiter. Um 5 Uhr wurden

    wir wieder vom Granatfeuer geweckt. Ich holte die seit

    einigen Tagen unterlassenen Tagebuchaufzeichnungen nach.


  • May 17, 2017 20:41:24 Beate Jochem

    plötzlich einen  feurigen Gegenstand einige Meter über dem

    Erdboden. Noch in derselben Sekunde detonierte eine

    einschlagende Granate. Ich war mir erst nicht klar darüber,

    was das Feurige gewesen war. Es waren in Wirklichkeit die

    Granaten selbst, die man kurz vor ihrem Einschlag einen

    Bruchteil einer Sekunde mit bloßem Auge wahrnehmen

    konnte. Ich habe ungefähr 10 - 12 solcher Granaten beobachten

    können. Eine dieser Granaten traf gerade in einem

    Unterstand. Haushoch flogen Kanthölzer und selbst Baumstämme

    in die Luft. Allmählich bestreuten die Feinde auch

    den


  • May 17, 2017 20:36:44 Beate Jochem

    plötzlich einen  feurigen Gegenstand einige Meter über dem

    Erdboden. Noch in derselben Sekunde detonierte eine

    einschlagende Granate. Ich war mir erst nicht klar darüber,

    was das Feurige gewesen war. Es waren in Wirklichkeit die

    Granaten selbst, die man kurz vor ihrem Einschlag einen

    Bruchteil einer Sekunde mit bloßem Auge



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    Somme

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17625 / 200616
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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