Kriegstagebuch 2 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 140

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Korach und noch mehrere andere tot waren. Von der ersten

Gruppe war nicht ein einziger mehr unverwundet, alle tot

oder verwundet. Ich setzte mich in einen angefangenen

Stollen und betete meinen Rosenkranz. Als ich nachher mal

heraussah, bemerkte ich noch mehrere, die in dem Garten

zerstreut herumlagen. Ich rief sie zu mir in den

Unterstand. Aber nicht lange saßen wir dort. Der

Kompagnieführer brüllte einen Befehl, daß alle ihm in

Richtung auf den  nordöstlich von Berny gelegenen

Wald folgen sollten. Während heftigen Artilleriefeuers

rannten wir durch das Dorf. Die Zunge hing wie bei

einem Jagdhund weit aus dem Munde. Von einer plötzlich

in einem  Fachhause krepierenden Granate bekam

ich eine Menge Staub und Pulverqualm in den Hals,

daß ich glaubte, sticken (sic) zu müssen. Ich begann heftig

zu husten und meinte, Gas geschluckt zu haben. Einige

Schritt weiter kam ich in einen Hohlweg, der guten Schutz

bot. In großen Zwischenräumen zogen wir uns rechts

bis in den Wald.  Der größte  Teil der Kompagnie war

dort schon versammelt.  Wir bereiteten uns in dem Hohlweg

einige Deckung. Stets mußten wir Acht auf die

feindlichen Flieger geben, die sehr niedrig kreisten.

Bei Eintritt der Dunkelheit ging unsere Kompagnie vor.

Kurz vorher war Ltn. Gerloff von unserer Kompagnie

als Führer zur 4. gekommen. Sämtliche 4 Offiziere

dieser Kompagie waren schon verwundet. Bei unserm





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Korach und noch mehrere andere tot waren. Von der ersten

Gruppe war nicht ein einziger mehr unverwundet, alle tot

oder verwundet. Ich setzte mich in einen angefangenen

Stollen und betete meinen Rosenkranz. Als ich nachher mal

heraussah, bemerkte ich noch mehrere, die in dem Garten

zerstreut herumlagen. Ich rief sie zu mir in den

Unterstand. Aber nicht lange saßen wir dort. Der

Kompagnieführer brüllte einen Befehl, daß alle ihm in

Richtung auf den  nordöstlich von Berny gelegenen

Wald folgen sollten. Während heftigen Artilleriefeuers

rannten wir durch das Dorf. Die Zunge hing wie bei

einem Jagdhund weit aus dem Munde. Von einer plötzlich

in einem  Fachhause krepierenden Granate bekam

ich eine Menge Staub und Pulverqualm in den Hals,

daß ich glaubte, sticken (sic) zu müssen. Ich begann heftig

zu husten und meinte, Gas geschluckt zu haben. Einige

Schritt weiter kam ich in einen Hohlweg, der guten Schutz

bot. In großen Zwischenräumen zogen wir uns rechts

bis in den Wald.  Der größte  Teil der Kompagnie war

dort schon versammelt.  Wir bereiteten uns in dem Hohlweg

einige Deckung. Stets mußten wir Acht auf die

feindlichen Flieger geben, die sehr niedrig kreisten.

Bei Eintritt der Dunkelheit ging unsere Kompagnie vor.

Kurz vorher war Ltn. Gerloff von unserer Kompagnie

als Führer zur 4. gekommen. Sämtliche 4 Offiziere

dieser Kompagie waren schon verwundet. Bei unserm






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  • May 15, 2017 21:37:20 Beate Jochem

    Korach und noch mehrere andere tot waren. Von der ersten

    Gruppe war nicht ein einziger mehr unverwundet, alle tot

    oder verwundet. Ich setzte mich in einen angefangenen

    Stollen und betete meinen Rosenkranz. Als ich nachher mal

    heraussah, bemerkte ich noch mehrere, die in dem Garten

    zerstreut herumlagen. Ich rief sie zu mir in den

    Unterstand. Aber nicht lange saßen wir dort. Der

    Kompagnieführer brüllte einen Befehl, daß alle ihm in

    Richtung auf den  nordöstlich von Berny gelegenen

    Wald folgen sollten. Während heftigen Artilleriefeuers

    rannten wir durch das Dorf. Die Zunge hing wie bei

    einem Jagdhund weit aus dem Munde. Von einer plötzlich

    in einem  Fachhause krepierenden Granate bekam

    ich eine Menge Staub und Pulverqualm in den Hals,

    daß ich glaubte, sticken (sic) zu müssen. Ich begann heftig

    zu husten und meinte, Gas geschluckt zu haben. Einige

    Schritt weiter kam ich in einen Hohlweg, der guten Schutz

    bot. In großen Zwischenräumen zogen wir uns rechts

    bis in den Wald.  Der größte  Teil der Kompagnie war

    dort schon versammelt.  Wir bereiteten uns in dem Hohlweg

    einige Deckung. Stets mußten wir Acht auf die

    feindlichen Flieger geben, die sehr niedrig kreisten.

    Bei Eintritt der Dunkelheit ging unsere Kompagnie vor.

    Kurz vorher war Ltn. Gerloff von unserer Kompagnie

    als Führer zur 4. gekommen. Sämtliche 4 Offiziere

    dieser Kompagie waren schon verwundet. Bei unserm





  • May 15, 2017 21:15:53 Beate Jochem

    Korach und noch mehrere andere tot waren. Von der ersten

    Gruppe war nicht ein einziger mehr unverwundet, alle tot

    oder verwundet. Ich setzte mich in einen angefangenen

    Stollen und betete meinen Rosenkranz. Als ich nachher mal

    heraussah, bemerkte ich noch mehrere, die in dem Garten

    zerstreut herumlagen. Ich rief sie zu mir in den

    Unterstand. Aber nicht lange saßen wir dort. Der

    Kompagnieführer brüllte einen Befehl, daß alle ihm in

    Richtung auf den  nordöstlich von Berny gelegenen

    Wald folgen sollten. Während heftigen Artilleriefeuers

    rannten wir durch das Dorf



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    Somme

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17625 / 200607
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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