Kriegstagebuch 2 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 139

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wurde das Feuer. Ich war durch die Pappelreihe in einen Garten

gestürmt und warf mich dort in ein kleines Granatloch.

Mutterseelenallein war ich plötzlich, d. h. man sah und hörte keinen.

Einige Sekunden mochte ich drin gelegen haben, da flog 

ein anderer Körper auf mich, daß die Rippen krachten.

Es war ein Kamerad von der M.G.K. Teils freiwillig und

teils gezwungen von dem Luftdruck einer einschlagenden

Granate hatte er bei mir Platz genommen. Die Granaten

heulten unaufhörlich heran. Die Luft zitterte von

dem Krachen und Bersten der mordenden Geschosse. Mehrmals

wurden wir mit einem Hagel von Steinen,

Schutt und Erde überdeckt. Manches heiße Stoßgebet

wurde zum Himmel geschickt. Zu uns zweien hatte

sich noch ein dritter eingefunden. Die französischen Kanoniere

mußten wohl die Pappelreihe aufs Korn genommen

haben. Ich wagte einmal den Kopf etwas zu erheben.

In demselben Augenblick sah ich, wie ein mächtig dicker

Baum wie von unsichtbarer Hand durchschnitten wurde

und umstürzte. Eine Reihe anderer Bäume waren

bereits schon total zersplittert. Wie lange die Kanonade

gedauert hat, weiß ich nicht. Aber uns allen wird sie wohl

zu einer Ewigkeit geworden sein. Nach längerer

Zeit hörte ich verschiedene, u. a. auch meinen Namen

rufen. Ich ging dorthin und fand die beiden Vizefeldwebel

Backes und  Mette. Von einer Gefechtsordonanz erfuhren

wir, daß Winner schwer verwundet und Dexheimer,


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wurde das Feuer. Ich war durch die Pappelreihe in einen Garten

gestürmt und warf mich dort in ein kleines Granatloch.

Mutterseelenallein war ich plötzlich, d. h. man sah und hörte keinen.

Einige Sekunden mochte ich drin gelegen haben, da flog 

ein anderer Körper auf mich, daß die Rippen krachten.

Es war ein Kamerad von der M.G.K. Teils freiwillig und

teils gezwungen von dem Luftdruck einer einschlagenden

Granate hatte er bei mir Platz genommen. Die Granaten

heulten unaufhörlich heran. Die Luft zitterte von

dem Krachen und Bersten der mordenden Geschosse. Mehrmals

wurden wir mit einem Hagel von Steinen,

Schutt und Erde überdeckt. Manches heiße Stoßgebet

wurde zum Himmel geschickt. Zu uns zweien hatte

sich noch ein dritter eingefunden. Die französischen Kanoniere

mußten wohl die Pappelreihe aufs Korn genommen

haben. Ich wagte einmal den Kopf etwas zu erheben.

In demselben Augenblick sah ich, wie ein mächtig dicker

Baum wie von unsichtbarer Hand durchschnitten wurde

und umstürzte. Eine Reihe anderer Bäume waren

bereits schon total zersplittert. Wie lange die Kanonade

gedauert hat, weiß ich nicht. Aber uns allen wird sie wohl

zu einer Ewigkeit geworden sein. Nach längerer

Zeit hörte ich verschiedene, u. a. auch meinen Namen

rufen. Ich ging dorthin und fand die beiden Vizefeldwebel

Backes und  Mette. Von einer Gefechtsordonanz erfuhren

wir, daß Winner schwer verwundet und Dexheimer,



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  • May 19, 2017 23:45:15 Beate Jochem

    wurde das Feuer. Ich war durch die Pappelreihe in einen Garten

    gestürmt und warf mich dort in ein kleines Granatloch.

    Mutterseelenallein war ich plötzlich, d. h. man sah und hörte keinen.

    Einige Sekunden mochte ich drin gelegen haben, da flog 

    ein anderer Körper auf mich, daß die Rippen krachten.

    Es war ein Kamerad von der M.G.K. Teils freiwillig und

    teils gezwungen von dem Luftdruck einer einschlagenden

    Granate hatte er bei mir Platz genommen. Die Granaten

    heulten unaufhörlich heran. Die Luft zitterte von

    dem Krachen und Bersten der mordenden Geschosse. Mehrmals

    wurden wir mit einem Hagel von Steinen,

    Schutt und Erde überdeckt. Manches heiße Stoßgebet

    wurde zum Himmel geschickt. Zu uns zweien hatte

    sich noch ein dritter eingefunden. Die französischen Kanoniere

    mußten wohl die Pappelreihe aufs Korn genommen

    haben. Ich wagte einmal den Kopf etwas zu erheben.

    In demselben Augenblick sah ich, wie ein mächtig dicker

    Baum wie von unsichtbarer Hand durchschnitten wurde

    und umstürzte. Eine Reihe anderer Bäume waren

    bereits schon total zersplittert. Wie lange die Kanonade

    gedauert hat, weiß ich nicht. Aber uns allen wird sie wohl

    zu einer Ewigkeit geworden sein. Nach längerer

    Zeit hörte ich verschiedene, u. a. auch meinen Namen

    rufen. Ich ging dorthin und fand die beiden Vizefeldwebel

    Backes und  Mette. Von einer Gefechtsordonanz erfuhren

    wir, daß Winner schwer verwundet und Dexheimer,


  • May 15, 2017 21:05:01 Beate Jochem

    wurde das Feuer. Ich war durch die Pappelreihe in einen Garten

    gestürmt und warf mich dort in ein kleines Granatloch.

    Mutterseelenallein war ich plötzlich, d. h. man sah und hörte keinen.

    Einige Sekunden mochte ich drin gelegen haben, da flog 

    ein anderer Körper auf mich, daß die Rippen krachten.

    Es war ein Kamerad von der M.G.K.. Teils freiwillig und

    teils gezwungen von dem Luftdruck einer einschlagenden

    Granate hatte er bei mir Platz genommen. Die Granaten

    heulten unaufhörlich heran. Die Luft zitterte von

    dem Krachen und Bersten der mordenden Geschosse. Mehrmals

    wurden wir mit einem Hagel von Steinen,

    Schutt und Erde überdeckt. Manches heiße Stoßgebet

    wurde zum Himmel geschickt. Zu uns zweien hatte

    sich noch ein dritter eingefunden. Die französischen Kanoniere

    mußten wohl die Pappelreihe aufs Korn genommen

    haben. Ich wagte einmal den Kopf etwas zu erheben.

    In demselben Augenblick sah ich, wie ein mächtig dicker

    Baum wie von unsichtbarer Hand durchschnitten wurde

    und umstürzte. Eine Reihe anderer Bäume waren

    bereits schon total zersplittert. Wie lange die Kanonade

    gedauert hat, weiß ich nicht. Aber uns allen wird sie wohl

    zu einer Ewigkeit geworden sein. Nach längerer

    Zeit hörte ich verschiedene, u. a. auch meinen Namen

    rufen. Ich ging dorthin und fand die beiden Vizefeldwebel

    Backes und  Mette. Von einer Gefechtsordonanz erfuhren

    wir, daß Winner schwer verwundet und Dexheimer,



  • May 15, 2017 21:02:23 Beate Jochem

    wurde das Feuer. Ich war durch die Pappelreihe in einen Garten

    gestürmt und warf mich dort in ein kleines Granatloch.

    Mutterseelenallein war ich plötzlich, d. h. man sah und hörte keinen.

    Einige Sekunden mochte ich drin gelegen haben, da flog 

    ein anderer Körper auf mich, daß die Rippen krachten.

    Es war ein Kamerad von der M.G.K.. Teils freiwillig und

    teils gezwungen von dem Luftdruck einer einschlagenden

    Granate hatte er bei mir Platz genommen. Die Granaten

    heulten unaufhörlich heran. Die Luft zitterte von

    dem Krachen und Bersten der mordenden Geschosse. Mehrmals

    wurden wir mit einem Hagel von seinen,

    Schutt und Erde überdeckt. Manches heiße Stoßgebet

    wurde zum Himmel geschickt. Zu uns zweien hatte

    sich noch ein dritter eingefunden. Die französischen Kanoniere

    mußten wohl die Pappelreihe aufs Korn genommen

    haben. Ich wagte einmal den Kopf etwas zu erheben.

    In demselben Augenblick sah ich, wie ein mächtig dicker

    Baum wie von unsichtbarer Hand durchschnitten wurde

    und umstürzte. Eine Reihe anderer Bäume waren

    bereits schon total zersplittert. Wie lange die Kanonade

    gedauert hat, weiß ich nicht. Aber uns allen wird sie wohl

    zu einer Ewigkeit geworden sein. Nach längerer

    Zeit hörte ich verschiedene, u. a. auch meinen Namen

    rufen. Ich ging dorthin und fand die beiden Vizefeldwebel

    Backes und  Mette. Von einer Gefechtsordonanz erfuhren

    wir, daß Winner schwer verwundet und Dexheimer,



  • May 15, 2017 20:38:35 Beate Jochem

    wurde das Feuer. Ich war durch die Pappelreihe in einen Garten

    gestürmt und warf mich dort in ein kleines Granatloch.

    Mutterseelenallein war ich plötzlich, d. h. man sah und hörte keinen.

    Einige Sekunden mochte ich drin gelegen haben, da flog 

    ein anderer Körper auf mich, daß die Rippen krachten.

    Es war ein Kamerad von der M.G.K.. Teils freiwillig und

    teils gezwungen von dem Luftdruck einer einschlagenden


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17625 / 200606
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Contributor
Alexandra Bloch Pfister
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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