Kriegstagebuch 2 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 78

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immerhin kein angenehmer Aufenthalt, so schützte er doch gut

gegen Splitter. Wir zogen vom Uferrand Erde hinein, sodaß

wir wenigstens einen festen Untergrund bekamen.

Kurz darauf setzte auch ein mächtiges Gewehrfeuer

ein. Nun, damit konnte man uns in unserer Latrine

überhaupt nicht imponieren. Nach 12 Uhr hatte das Feuer

ziemlich nachgelassen. Die Kompagnie sammelte sich,

um weiter nach vorn zu gehen. Wir mochten vielleicht

150 m weiter gegangen sein, als das Gewehrfeuer von

neuem einsetzte. Wir befanden uns in einem dichten

Kugelregen. Zuerst in Granattrichtern, dann

in einem niedrigen Laufgraben wurde Deckung

genommen. Allmählich zogen wir uns gedeckt rückwärts.

Auch die Artillerie begann von neuem zu schießen.

Nun hieß es, volle Deckung nehmen. Ich lag in

dem Laufgraben auf dem Bauch mit erhobenem Kopf.

Er war nicht tiefer als höchstens 35 - 40 cm, sodaß mein

Rücken eine Fläche mit dem Rand bildete. So konnte

ich wenigstens beobachten. An dem Geheul der Granaten

konnte ich schon feststellen, ob sie ganz nah

oder etwas weiter einschlugen. Bei den in der Nähe

einschlagenden drückte ich jedesmal die Nase in den

Boden und wartete mit klopfendem Herzen, ob man

Glück hatte oder nicht. Ich hatte trotz des wahnsinnig

hämmernden Herzens das bestimmte Gefühl: du

kommst wieder heil heraus. Abgesehen von 2 Tagen,

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immerhin kein angenehmer Aufenthalt, so schützte er doch gut

gegen Splitter. Wir zogen vom Uferrand Erde hinein, sodaß

wir wenigstens einen festen Untergrund bekamen.

Kurz darauf setzte auch ein mächtiges Gewehrfeuer

ein. Nun, damit konnte man uns in unserer Latrine

überhaupt nicht imponieren. Nach 12 Uhr hatte das Feuer

ziemlich nachgelassen. Die Kompagnie sammelte sich,

um weiter nach vorn zu gehen. Wir mochten vielleicht

150 m weiter gegangen sein, als das Gewehrfeuer von

neuem einsetzte. Wir befanden uns in einem dichten

Kugelregen. Zuerst in Granattrichtern, dann

in einem niedrigen Laufgraben wurde Deckung

genommen. Allmählich zogen wir uns gedeckt rückwärts.

Auch die Artillerie begann von neuem zu schießen.

Nun hieß es, volle Deckung nehmen. Ich lag in

dem Laufgraben auf dem Bauch mit erhobenem Kopf.

Er war nicht tiefer als höchstens 35 - 40 cm, sodaß mein

Rücken eine Fläche mit dem Rand bildete. So konnte

ich wenigstens beobachten. An dem Geheul der Granaten

konnte ich schon feststellen, ob sie ganz nah

oder etwas weiter einschlugen. Bei den in der Nähe

einschlagenden drückte ich jedesmal die Nase in den

Boden und wartete mit klopfendem Herzen, ob man

Glück hatte oder nicht. Ich hatte trotz des wahnsinnig

hämmernden Herzens das bestimmte Gefühl: du

kommst wieder heil heraus. Abgesehen von 2 Tagen,


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  • May 19, 2017 20:39:16 Beate Jochem

    immerhin kein angenehmer Aufenthalt, so schützte er doch gut

    gegen Splitter. Wir zogen vom Uferrand Erde hinein, sodaß

    wir wenigstens einen festen Untergrund bekamen.

    Kurz darauf setzte auch ein mächtiges Gewehrfeuer

    ein. Nun, damit konnte man uns in unserer Latrine

    überhaupt nicht imponieren. Nach 12 Uhr hatte das Feuer

    ziemlich nachgelassen. Die Kompagnie sammelte sich,

    um weiter nach vorn zu gehen. Wir mochten vielleicht

    150 m weiter gegangen sein, als das Gewehrfeuer von

    neuem einsetzte. Wir befanden uns in einem dichten

    Kugelregen. Zuerst in Granattrichtern, dann

    in einem niedrigen Laufgraben wurde Deckung

    genommen. Allmählich zogen wir uns gedeckt rückwärts.

    Auch die Artillerie begann von neuem zu schießen.

    Nun hieß es, volle Deckung nehmen. Ich lag in

    dem Laufgraben auf dem Bauch mit erhobenem Kopf.

    Er war nicht tiefer als höchstens 35 - 40 cm, sodaß mein

    Rücken eine Fläche mit dem Rand bildete. So konnte

    ich wenigstens beobachten. An dem Geheul der Granaten

    konnte ich schon feststellen, ob sie ganz nah

    oder etwas weiter einschlugen. Bei den in der Nähe

    einschlagenden drückte ich jedesmal die Nase in den

    Boden und wartete mit klopfendem Herzen, ob man

    Glück hatte oder nicht. Ich hatte trotz des wahnsinnig

    hämmernden Herzens das bestimmte Gefühl: du

    kommst wieder heil heraus. Abgesehen von 2 Tagen,

  • March 5, 2017 18:11:02 Erich St

    hin kein angenehmer Aufenthalt, so schützte er doch gut

    gegen Splitter. Wir zogen vom Uferrand Erde hinein, sodaß

    wir wenigstens einen festen Untergrund bekamen.

    Kurz darauf setzte auch ein mächtiges Gewehrfeuer

    ein. Nun, damit konnte man uns in unserer Latrine

    überhaupt nicht imponieren. Nach 12 Uhr hatte das Feuer

    ziemlich nachgelassen. Die Kompagnie sammelte sich.

    um weiter nach vorn zu gehen. Wir mochten vielleicht

    150 m weiter gegangen sein, als das Gewehrfeuer von

    neuem einsetzte. Wir befanden uns in einem dichten

    Kugelregen. Zuerst in Granattrichtern, dann

    in einem niedrigen Laufgraben wurde Deckung

    genommen. Allmählich zogen wir uns gedeckt rückwärts.

    Auch die Artillerie begann von neuem zu schießen.

    Nun hieß es, volle Deckung nehmen. Ich lag in

    dem Laufgraben auf dem Bauch mit erhobenem Kopf.

    Er war nicht tiefer als höchstens 35 - 40 cm, sodaß mein

    Rücken eine Fläche mit dem Rand bildete. So konnte

    ich wenigstens beobachten. An dem Geheul der Granaten

    konnte ich schon feststellen, ob sie ganz nah

    oder etwas weiter einschlugen. Bei den in der Nähe

    einschlagenden drückte ich jedesmal die Nase in den

    Boden und wartete mit klopfendem Herzen ob man

    Glück hatte oder nicht. Ich hatte trotz des wahnsinnig

    hämmernden Herzens das bestimmte Gefühl: du

    kommst wieder heil heraus. Abgesehen von 2 Tagen,


  • March 5, 2017 15:16:48 Erich St

    hin kein angenehmer Aufenthalt, so schützte er doch gut

    gegen Splitter


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    Somme

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17625 / 200545
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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