Kriegstagebuch 2 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 71

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vollends aufgehört. Deshalb überschritten wir den Sumpf in

einem verhältnismäßig gemütlichen Tempo. An einer Stelle

fehlte die Laufbrücke. Das Wasser kam uns oben in die

Stiefel. Im Walde angekommen, wurde das Schanzzeug

abgegeben. Dann ging es ziemlich lebhaft weiter. Der

Regen hatte den Boden mächtig aufgeweicht und deshalb

ließ sich sehr schlecht marschieren. Gegen 6 Uhr kamen wir

bei unseren Zelten an.

8. Mai.

          Um 12.45 Uhr gab es Essen. Nachher schlief ich weiter.

Um ¼ vor 8 Uhr marschierten wir wieder ab. Ohne Aufenthalt

ging es bis in unsern Laufgraben. Da der Mond schien, 

war das Gelände gut zu überblicken. Wie habe ich da

gestaunt! Ein Granattrichter befand sich neben dem anderen.

Dazwischen sah man Balken, Schanzzeug, Gewehre,

Tornister und – viele Leichen. Nicht umsonst führte dieser

Berg den Namen „Toter Mann.“ Um ½11 Uhr waren

wir an Ort und Stelle. Ich arbeitete ganz am Ende des

Grabens mit Franz Demmel. Er hatte eine Spitzhacke, ich

einen Spaten. Er begann zu hacken. „Mann,“ sagte er,

„die Hacke fliegt zurück als ob man auf Gummi schlüge.“

Er schlug noch einmal zu. Diesesmal flog die Hacke

nicht zurück, wohl aber zischte eine Flüssigkeit hoch in

die Luft, die einen fürchterlichen Gestank verbreitete.

Was los war, wußten wir beide sofort, und ohne einen

Ton von sich zu geben, rannten wir beide gleichzeitig von

dieser furchtbaren Stelle ein Stück weiter. Er hatte mit

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vollends aufgehört. Deshalb überschritten wir den Sumpf in

einem verhältnismäßig gemütlichen Tempo. An einer Stelle

fehlte die Laufbrücke. Das Wasser kam uns oben in die

Stiefel. Im Walde angekommen, wurde das Schanzzeug

abgegeben. Dann ging es ziemlich lebhaft weiter. Der

Regen hatte den Boden mächtig aufgeweicht und deshalb

ließ sich sehr schlecht marschieren. Gegen 6 Uhr kamen wir

bei unseren Zelten an.

8. Mai.

          Um 12.45 Uhr gab es Essen. Nachher schlief ich weiter.

Um ¼ vor 8 Uhr marschierten wir wieder ab. Ohne Aufenthalt

ging es bis in unsern Laufgraben. Da der Mond schien, 

war das Gelände gut zu überblicken. Wie habe ich da

gestaunt! Ein Granattrichter befand sich neben dem anderen.

Dazwischen sah man Balken, Schanzzeug, Gewehre,

Tornister und – viele Leichen. Nicht umsonst führte dieser

Berg den Namen „Toter Mann.“ Um ½11 Uhr waren

wir an Ort und Stelle. Ich arbeitete ganz am Ende des

Grabens mit Franz Demmel. Er hatte eine Spitzhacke, ich

einen Spaten. Er begann zu hacken. „Mann,“ sagte er,

„die Hacke fliegt zurück als ob man auf Gummi schlüge.“

Er schlug noch einmal zu. Diesesmal flog die Hacke

nicht zurück, wohl aber zischte eine Flüssigkeit hoch in

die Luft, die einen fürchterlichen Gestank verbreitete.

Was los war, wußten wir beide sofort, und ohne einen

Ton von sich zu geben, rannten wir beide gleichzeitig von

dieser furchtbaren Stelle ein Stück weiter. Er hatte mit


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  • May 19, 2017 20:22:44 Beate Jochem

    vollends aufgehört. Deshalb überschritten wir den Sumpf in

    einem verhältnismäßig gemütlichen Tempo. An einer Stelle

    fehlte die Laufbrücke. Das Wasser kam uns oben in die

    Stiefel. Im Walde angekommen, wurde das Schanzzeug

    abgegeben. Dann ging es ziemlich lebhaft weiter. Der

    Regen hatte den Boden mächtig aufgeweicht und deshalb

    ließ sich sehr schlecht marschieren. Gegen 6 Uhr kamen wir

    bei unseren Zelten an.

    8. Mai.

              Um 12.45 Uhr gab es Essen. Nachher schlief ich weiter.

    Um ¼ vor 8 Uhr marschierten wir wieder ab. Ohne Aufenthalt

    ging es bis in unsern Laufgraben. Da der Mond schien, 

    war das Gelände gut zu überblicken. Wie habe ich da

    gestaunt! Ein Granattrichter befand sich neben dem anderen.

    Dazwischen sah man Balken, Schanzzeug, Gewehre,

    Tornister und – viele Leichen. Nicht umsonst führte dieser

    Berg den Namen „Toter Mann.“ Um ½11 Uhr waren

    wir an Ort und Stelle. Ich arbeitete ganz am Ende des

    Grabens mit Franz Demmel. Er hatte eine Spitzhacke, ich

    einen Spaten. Er begann zu hacken. „Mann,“ sagte er,

    „die Hacke fliegt zurück als ob man auf Gummi schlüge.“

    Er schlug noch einmal zu. Diesesmal flog die Hacke

    nicht zurück, wohl aber zischte eine Flüssigkeit hoch in

    die Luft, die einen fürchterlichen Gestank verbreitete.

    Was los war, wußten wir beide sofort, und ohne einen

    Ton von sich zu geben, rannten wir beide gleichzeitig von

    dieser furchtbaren Stelle ein Stück weiter. Er hatte mit

  • March 4, 2017 22:45:15 Erich St

    vollends aufgehört. Deshalb überschritten wir den Sumpf in

    einem verhältnismäßig gemütlichen Tempo. An einer Stel-

    le fehlte die Laufbrücke. Das Wasser kam uns oben in die

    Stiefel. Im Walde angekommen, wurde das Schanzzeug

    abgegeben. Dann ging es ziemlich lebhaft weiter. Der

    Regen hatte den Boden mächtig aufgeweicht und deshalb

    ließ sich sehr schlecht marschieren. Gegen 6 Uhr kamen wir

    bei unseren Zelten an.

    8. Mai.

              Um 12h45 Uhr gab es Essen. Nachher schlief ich weiter.

    Um ¼ vor 8 Uhr marschierten wir wieder ab. Ohne Aufent-

    halt ging es bis in unsern Laufgraben. Da der Mond schien, 

    war das Gelände gut zu überblicken. Wie habe ich da

    gestaunt! Ein Granattrichter befand sich neben dem an-

    deren. Dazwischen sah man Balken, Schanzzeug, Gewehre,

    Tornister und – viele Leichen. Nicht umsonst führte die-

    ser Berg den Namen „Toter Mann.“ Um ½11 Uhr waren

    wir an Ort und Stelle. Ich arbeitete ganz am Ende des

    Grabens mit Franz Demmel. Er hatte eine Spitzhacke, ich

    einen Spaten. Er begann zu hacken. „Mann,“ sagte er,

    „die Hacke fliegt zurück als ob man auf Gummi schlü-

    ge.“ Er schlug noch einmal zu. Diesesmal flog die Hacke

    nicht zurück, wohl aber zischte eine Flüssigkeit hoch in

    die Luft, die einen fürchterlichen Gestank verbreitete.

    Was los war, wußten wir beide sofort, und ohne einen

    Ton von sich zu geben, rannten wir beide gleichzeitig von

    dieser furchtbaren Stelle ein Stück weiter. Er hatte mit


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    Somme

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17625 / 200538
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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