Kriegstagebuch 2 von Infanterie-Leutnant Hans Altrogge aus Arnsberg, item 50

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14. April.

Nachmittags Vortrag von Ltn. Appel: Kriegsziele und 

Kriegshoffnungen. Ich war damals fest davon überzeugt, daß wir

das alles auch bestimmt erreichen würden. Mit der Möglichkeit,

den Krieg zu verlieren, rechnete wohl niemand von

uns in jener Zeit.

18. April.

Nachdem wir zum Schanzen zurück gekommen waren, erhielt

jeder ein gedrucktes Exemplar der Rede des Kaisers bei der

Besichtigung unseres Korps nach dem Serbischen Feldzug. (s. Bd. I.)

19. April.

Am Abend wurden Liebesgaben verteilt. Ich erhielt ein

Paar Strümpfe, 2 Zigarren und ein Liederbuch. Es waren

dies die ersten Liebesgaben, die ich von unbekannten

Spendern erhalten habe.

          Von der Kompagnie erhielten wir durchschnittlich jeden 2.

Tag 2 Zigarren und 2 Zigaretten und zu mehreren

ein Paket Tabak „Heer und Flotte.“ Da ich mir allmählich

das Rauchen vollständig abgewöhnt hatte, verschenkte ich

meine Rauchwaren. Abnehmer waren genügend vorhanden.

Was man kaum für möglich halten sollte, habe ich selbst

bei einigen unserer Kompagnie erlebt: die Tagesleistung

im Zigarettenverbrauch war bei vielen 20 - 30 Stück.

Einige erreichten eine noch höhere Durchschnittszahl. Ein

Berliner verqualmte einmal an einem Tage nur

die geringe Summe von 54 Zigaretten. Zeigefinger und

Daumen dieser Akkordraucher sahen aus, als ob sie vergoldet

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14. April.

Nachmittags Vortrag von Ltn. Appel: Kriegsziele und 

Kriegshoffnungen. Ich war damals fest davon überzeugt, daß wir

das alles auch bestimmt erreichen würden. Mit der Möglichkeit,

den Krieg zu verlieren, rechnete wohl niemand von

uns in jener Zeit.

18. April.

Nachdem wir zum Schanzen zurück gekommen waren, erhielt

jeder ein gedrucktes Exemplar der Rede des Kaisers bei der

Besichtigung unseres Korps nach dem Serbischen Feldzug. (s. Bd. I.)

19. April.

Am Abend wurden Liebesgaben verteilt. Ich erhielt ein

Paar Strümpfe, 2 Zigarren und ein Liederbuch. Es waren

dies die ersten Liebesgaben, die ich von unbekannten

Spendern erhalten habe.

          Von der Kompagnie erhielten wir durchschnittlich jeden 2.

Tag 2 Zigarren und 2 Zigaretten und zu mehreren

ein Paket Tabak „Heer und Flotte.“ Da ich mir allmählich

das Rauchen vollständig abgewöhnt hatte, verschenkte ich

meine Rauchwaren. Abnehmer waren genügend vorhanden.

Was man kaum für möglich halten sollte, habe ich selbst

bei einigen unserer Kompagnie erlebt: die Tagesleistung

im Zigarettenverbrauch war bei vielen 20 - 30 Stück.

Einige erreichten eine noch höhere Durchschnittszahl. Ein

Berliner verqualmte einmal an einem Tage nur

die geringe Summe von 54 Zigaretten. Zeigefinger und

Daumen dieser Akkordraucher sahen aus, als ob sie vergoldet


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  • May 18, 2017 23:52:46 Beate Jochem

    14. April.

    Nachmittags Vortrag von Ltn. Appel: Kriegsziele und 

    Kriegshoffnungen. Ich war damals fest davon überzeugt, daß wir

    das alles auch bestimmt erreichen würden. Mit der Möglichkeit,

    den Krieg zu verlieren, rechnete wohl niemand von

    uns in jener Zeit.

    18. April.

    Nachdem wir zum Schanzen zurück gekommen waren, erhielt

    jeder ein gedrucktes Exemplar der Rede des Kaisers bei der

    Besichtigung unseres Korps nach dem Serbischen Feldzug. (s. Bd. I.)

    19. April.

    Am Abend wurden Liebesgaben verteilt. Ich erhielt ein

    Paar Strümpfe, 2 Zigarren und ein Liederbuch. Es waren

    dies die ersten Liebesgaben, die ich von unbekannten

    Spendern erhalten habe.

              Von der Kompagnie erhielten wir durchschnittlich jeden 2.

    Tag 2 Zigarren und 2 Zigaretten und zu mehreren

    ein Paket Tabak „Heer und Flotte.“ Da ich mir allmählich

    das Rauchen vollständig abgewöhnt hatte, verschenkte ich

    meine Rauchwaren. Abnehmer waren genügend vorhanden.

    Was man kaum für möglich halten sollte, habe ich selbst

    bei einigen unserer Kompagnie erlebt: die Tagesleistung

    im Zigarettenverbrauch war bei vielen 20 - 30 Stück.

    Einige erreichten eine noch höhere Durchschnittszahl. Ein

    Berliner verqualmte einmal an einem Tage nur

    die geringe Summe von 54 Zigaretten. Zeigefinger und

    Daumen dieser Akkordraucher sahen aus, als ob sie vergoldet

  • February 27, 2017 16:33:57 Erich St

    14. April.

    Nachmittags Vortrag von Ltn. Appel: Kriegsziele und Kriegs-

    hoffnungen. Ich war damals fest davon überzeugt, daß wir

    das alles auch bestimmt erreichen würden. Mit der Möglich-

    keit, den Krieg zu verlieren, rechnete wohl niemand von

    uns in jener Zeit.

    18. April.

    Nachdem wir zum Schanzen zurück gekommen waren, erhielt

    jeder ein gedrucktes Exemplar der Rede des Kaisers bei der

    Besichtigung unseres Korps nach dem Serbischen Feldzug. (s. Bd. I.)

    19. April.

    Am Abend wurden Liebesgaben verteilt. Ich erhielt ein

    Paar Strümpfe, 2 Zigarren und ein Liederbuch. Es waren

    dies die ersten Liebesgaben, die ich von unbekannten

    Spendern erhalten habe.

              Von der Kompagnie erhielten wir durchschnittlich jeden 2.

    Tag 2 Zigarren und 2 Zigaretten und zu mehreren

    ein Paket Tabak „Heer und Flotte.“ Da ich mir allmählich

    das Rauchen vollständig abgewöhnt hatte, verschenkte ich

    meine Rauchwaren. Abnehmer waren genügend vorhanden.

    Was man kaum für möglich halten sollte, habe ich selbst

    bei einigen unserer Kompagnie erlebt: die Tageslei-

    stung im Zigarettenverbrauch war bei vielen 20-30 Stück.

    Einige erreichten eine noch höhere Durchschnittszahl. Ein

    Berliner verqualmte einmal an einem Tage nur

    die geringe Summe von 54 Zigaretten. Zeigefinger und

    Daumen dieser Akkordraucher sahen aus, als ob sie vergoldet


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    Somme

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17625 / 200517
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http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Alexandra Bloch Pfister
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http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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