Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 97

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S. 179

Foto: Bromberg Bahnhof


           1000 km im Lazarettzug


         Die Zimmer des Lazarettes in Maubeuge

waren sauber und freundlich: Ich bekam sofort                  21.X.

Verpflegung, es waren nur wenige Mann im Raum.

Es war schon ziemlich spät des Nachmittags als ich

dorten ankam, ich schlief gut und lange. Mit

Kameraden wurde Mühle gespielt, dann gabs Mittag.

Am Nachmittag wurde man nochmals Ärzten


S. 180

vorgestellt, die allerdings nur den Verband erneuerten

und denselben mit Mastix festklebten, damit er sich

während der nächsten Tage nicht verschiebe. Dann

gab es sogar noch Löhnung und es wurde mir bedeutet,

dass ich mich für den Transport bereit halten solle, es

ginge vielleicht noch am Abend in den Lazarettzug.

Jedoch es verzögerte sich. Um 2.00 nachts wurde ich geweckt.

"Fertigmachen" hiess es wieder einmal, aber dies Wort hatte

diesmal seinen eklen Beigeschmack verloren, fast

lieblich klang es - freudig erregt, dass es nun der Heimat

entgegen gehe, kramte ich meine Sachen zusammen.

Ich hatte nicht viel. Bekleidunggsstücke waren: ein Hemd,

ehemals ein Tischtuch aus Damast, in welches die Biblische

Geschichte hineingewebt war, meinen grauen Rock, zerfetzt

und blutig, und die Feldmütze - dann den Gummisack

ererbt bei La Couture - hier waren einige Briefschaften

und mein Armeerevolver vergraben. Das war alles was

ich mitnahm - und wieder nach Deutschland brachte.

      Um 4.00 morgens holte man mich. Es war kalt, nur                              23.X.

eine Decke zum Zudecken, und im Auto war vorn die

Scheibe entzwei, es zog wie Hechtsuppe. In einer Viertelstunde

etwa waren wir auf dem Bahnhof. Ein langer

Lazarettzug stand bereit. Im Lampenschein leuchteten die Roten

Kreuze, die Türe standen offen. Mehrere Autos

standen daneben, ein Trupp Sanitäter nahm uns in Empfang

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S. 179

Foto: Bromberg Bahnhof


           1000 km im Lazarettzug


         Die Zimmer des Lazarettes in Maubeuge

waren sauber und freundlich: Ich bekam sofort                  21.X.

Verpflegung, es waren nur wenige Mann im Raum.

Es war schon ziemlich spät des Nachmittags als ich

dorten ankam, ich schlief gut und lange. Mit

Kameraden wurde Mühle gespielt, dann gabs Mittag.

Am Nachmittag wurde man nochmals Ärzten


S. 180

vorgestellt, die allerdings nur den Verband erneuerten

und denselben mit Mastix festklebten, damit er sich

während der nächsten Tage nicht verschiebe. Dann

gab es sogar noch Löhnung und es wurde mir bedeutet,

dass ich mich für den Transport bereit halten solle, es

ginge vielleicht noch am Abend in den Lazarettzug.

Jedoch es verzögerte sich. Um 2.00 nachts wurde ich geweckt.

"Fertigmachen" hiess es wieder einmal, aber dies Wort hatte

diesmal seinen eklen Beigeschmack verloren, fast

lieblich klang es - freudig erregt, dass es nun der Heimat

entgegen gehe, kramte ich meine Sachen zusammen.

Ich hatte nicht viel. Bekleidunggsstücke waren: ein Hemd,

ehemals ein Tischtuch aus Damast, in welches die Biblische

Geschichte hineingewebt war, meinen grauen Rock, zerfetzt

und blutig, und die Feldmütze - dann den Gummisack

ererbt bei La Couture - hier waren einige Briefschaften

und mein Armeerevolver vergraben. Das war alles was

ich mitnahm - und wieder nach Deutschland brachte.

      Um 4.00 morgens holte man mich. Es war kalt, nur                              23.X.

eine Decke zum Zudecken, und im Auto war vorn die

Scheibe entzwei, es zog wie Hechtsuppe. In einer Viertelstunde

etwa waren wir auf dem Bahnhof. Ein langer

Lazarettzug stand bereit. Im Lampenschein leuchteten die Roten

Kreuze, die Türe standen offen. Mehrere Autos

standen daneben, ein Trupp Sanitäter nahm uns in Empfang


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  • April 14, 2017 12:41:26 Rolf Kranz

    S. 179

    Foto: Bromberg Bahnhof


               1000 km im Lazarettzug


             Die Zimmer des Lazarettes in Maubeuge

    waren sauber und freundlich: Ich bekam sofort                  21.X.

    Verpflegung, es waren nur wenige Mann im Raum.

    Es war schon ziemlich spät des Nachmittags als ich

    dorten ankam, ich schlief gut und lange. Mit

    Kameraden wurde Mühle gespielt, dann gabs Mittag.

    Am Nachmittag wurde man nochmals Ärzten


    S. 180

    vorgestellt, die allerdings nur den Verband erneuerten

    und denselben mit Mastix festklebten, damit er sich

    während der nächsten Tage nicht verschiebe. Dann

    gab es sogar noch Löhnung und es wurde mir bedeutet,

    dass ich mich für den Transport bereit halten solle, es

    ginge vielleicht noch am Abend in den Lazarettzug.

    Jedoch es verzögerte sich. Um 2.00 nachts wurde ich geweckt.

    "Fertigmachen" hiess es wieder einmal, aber dies Wort hatte

    diesmal seinen eklen Beigeschmack verloren, fast

    lieblich klang es - freudig erregt, dass es nun der Heimat

    entgegen gehe, kramte ich meine Sachen zusammen.

    Ich hatte nicht viel. Bekleidunggsstücke waren: ein Hemd,

    ehemals ein Tischtuch aus Damast, in welches die Biblische

    Geschichte hineingewebt war, meinen grauen Rock, zerfetzt

    und blutig, und die Feldmütze - dann den Gummisack

    ererbt bei La Couture - hier waren einige Briefschaften

    und mein Armeerevolver vergraben. Das war alles was

    ich mitnahm - und wieder nach Deutschland brachte.

          Um 4.00 morgens holte man mich. Es war kalt, nur                              23.X.

    eine Decke zum Zudecken, und im Auto war vorn die

    Scheibe entzwei, es zog wie Hechtsuppe. In einer Viertelstunde

    etwa waren wir auf dem Bahnhof. Ein langer

    Lazarettzug stand bereit. Im Lampenschein leuchteten die Roten

    Kreuze, die Türe standen offen. Mehrere Autos

    standen daneben, ein Trupp Sanitäter nahm uns in Empfang

  • March 5, 2017 17:27:26 Rolf Kranz

    S. 179

    Foto: Bromberg Bahnhof


               1000 km im Lazarettzug


       Die Zimmer des Lazarettes in Maubeuge

    waren sauber und freundlich: Ich bekam sofort              21.X.

    Verpflegung, es waren nur wenige Mann im Raum.

    Es war schon ziemlich spät des Nachmittags als ich

    dorten ankam, ich schlief gut und lange. Mit

    Kameraden wurde Mühle gespielt, dann gabs Mittag.

    Am Nachmittag wurde man nochmals Ärzten


    S. 180

    vorgestellt, die allerdings nur den Verband erneuerten

    und denselben mit Mastix festklebten, damit es sich

    während der nächsten Tage nicht verschiebe. Dann

    gab es sogar noch Löhnung und es wurde mir bedeutet,

    dass ich mich für den Transport bereithalten solle, es

    ginge vielleicht noch am Abend in den Lazarettzug.

    Jedoch es verzögerte sich. Um 2.00 nachts wurde ich geweckt.

    "Fertigmachen" hiess es wieder einmal, aber dies Wort hatte

    diesmal seinen eklen Beigeschmack verloren, fast

    lieblich klang es - freudig erregt, dass es nun der Heimat

    entgegen gehe, kramte ich meine Sachen zusammen.

    Ich hatte nicht viel. Bekleidunggsstücke waren: ein Hemd,

    ehemals ein Tischtuch aus Damast, in welches die Biblische

    Geschichte hineingewebt war, meinen grauen Rock, zerfetzt

    und blutig, und die Feldmütze - dann den Gummisack

    ererbt bei La Conture - hier waren einige Briefschaften

    und mein Armeerevolver vergraben. Das war alles was

    ich mitnahm - und wieder nach Deutschland brachte.

    Um 4.00 morgens holte man mich. Es war kalt, nur                              23.X.

    eine Decke zum Zudecken, und im Auto war vorn die

    Scheibe entzwei, es zog wie Hechtsuppe. In einer Viertelstunde

    etwa waren wir auf dem Bahnhof. Ein langer

    Lazarettzug stand bereit. Im Lampenschein leuchteten die Roten

    Kreuze, die Türe standen offen. Mehrere Autos

    standen daneben, ein Trupp Sanitäter nahm uns in Empfang


  • February 14, 2017 21:28:22 Corinna Pichler (AUT)

    S. 179

    Foto: Bromberg Bahnhof


    100km im Lazarettzug

    [21.X.] Die Zimmer des Lazarettes in Maubeuge

    waren sauber und freundlich: Ich bekam sofort

    Verpflegung, es waren nur wenige Mann im Raum.

    Es war schon ziemlich spät des Nachmittags als ich

    dorten ankam, ich schlief gut und lange. Mit

    Kameraden wurde Mühle gespielt, dann gabs Mittag.

    Am Nachmittag wurde man nochmals Ärzten


    S. 180

    vorgestellt, die allerdings nur den Verband erneuerten

    und denselben mit Mastix festklebten, damit es sich

    wärhrend der nächsten Tage nicht verschiebe. Dann

    gab es sogar noch Löhnung und es wurde mir bedeutet,

    dass ich mich für den Transport bereithalten solle, es

    ginge vielleicht noch am Abend in den Lazarettzug.

    Jedoch es verzögerte sich. Um 2.00 nachts wurde ich geweckt.

    "Fertigmachen" hiess es wieder einmal, aber dies Wort hatte

    diesmal seinen eklen Beigeschmack verloren, fast

    lieblich klang es - freudig erregt, dass es nun der Heimat

    entgegen gehe, kramte ich meine Sachen zusammen.

    Ich hatte nicht viel. Bekleidunggsstücke in welches die Biblische

    Geschichte hineingewebt war, meinen grauen Rock, zerfetzt

    und blutig, und die Feldmütze - dann den Gummisack

    ererbt bei La Conture - hier waren einige Briefschaften

    und mein Armeerevolver vergraben. Das war alles was

    ich mitnahm - und wieder nach Deutschland brachte.

    [23.X] Um 4.00 morgens holte man mich. Es war kalt, nur

    eine Decke zum Zudecken, und im Auto war vorn die

    Scheibe entzwei, es zog wie Hechtsuppe. In einer Viertelstunde

    etwa waren wir auf dem Bahnhof. Ein langer

    Lazarettzug stand bereit. Im Lampenschein leuchteten die Roten

    Kreuze, die Türe standen offen. Mehrere Autos

    standen daneben, ein Trupp Sanitäter nahm uns in Empfang


  • February 14, 2017 21:23:16 Corinna Pichler (AUT)

    S. 179

    Foto: Bromberg Bahnhof


    100km im Lazarettzug

    [21.X.] Die Zimmer des Lazarettes in Maubeuge

    waren sauber und freundlich: Ich bekam sofort

    Verpflegung, es waren nur wenige Mann im Raum.

    Es war schon ziemlich spät des Nachmittags als ich

    dorten ankam, ich schlief gut und lange. Mit

    Kameraden wurde Mühle gespielt, dann gabs Mittag.

    Am Nachmittag wurde man nochmals Ärzten


    S. 180



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  • 50.272916||3.9665722||

    Maubeuge

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  • Document location Maubeuge
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15873 / 169068
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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