Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 86

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S.159

Foto: Avesnes-les-Sec. - La Morquenne


                300 Mann ein Regiment.


        In Avesnes-le-Sec war Frieden. Hier trafen                                      9.X.

wir seit langem wieder auf Zivil. Der Ort aber war

von Militär überfüllt. Auf der Scheune eines Gutes

inmitten des Ortes fanden wir Quartier Der Zugang

war eine Leiter. Hier gruben wir uns förmlich in

das Heu oder Stroh ein, so dass nur der Kopf hervorsah,

und wir schliefen wie im weichsten Bett.

      Noch am gleichen Tage kam ich nochmas nach Iwuy.

Auch hier noch Zivil. Die freie Zeit benutzten wir um

uns umzusehen. Ich sammelte Postkarten aus Alben,


S. 160

welche in verlassenen Häusern herumlagen. Aus

nebenstehendem Hause in welchem einst

ein Fräulein Nelly

wohnte, stammt

diese Karte, ferner

auch die aus

Band I., zwischen

Seite 108/9. Ein

Arnold Pastors

schenkte letztere

dem oben genannten

Frl. Nelly. Wo mochte diese nun jetzt sein? Ob sie wohl

ahnen mag, dass ihr Album einem Deutschen in die Hände

fiel und nun ihre Karten ein Kriegstagebuch schmücken?

Ich konnte mich nicht entschliessen ihre Karten einzukleben.

      Bei einer weiteren Entdeckungsreise kam ich aus dem

Ort heraus und hörte den fernen Donner der Schlacht.

Sssssiiiiiitz schwirrte es durch die Luft und paar hundert

Meter auf der Straße, zurück zur Front schlug eine

Granate ein - englische Langrohre bei der Arbeit. Lange blieben

wir nicht in Avesnes le Sec. In der zweiten Nacht

stürzte ein Kamerad aus der Ladelücke vom Boden

zum Glück auf einen Misthaufen.

      Am 10. X. rückte das Regiment geschlossen ab, es ging                10.X.

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S.159

Foto: Avesnes-les-Sec. - La Morquenne


                300 Mann ein Regiment.


        In Avesnes-le-Sec war Frieden. Hier trafen                                      9.X.

wir seit langem wieder auf Zivil. Der Ort aber war

von Militär überfüllt. Auf der Scheune eines Gutes

inmitten des Ortes fanden wir Quartier Der Zugang

war eine Leiter. Hier gruben wir uns förmlich in

das Heu oder Stroh ein, so dass nur der Kopf hervorsah,

und wir schliefen wie im weichsten Bett.

      Noch am gleichen Tage kam ich nochmas nach Iwuy.

Auch hier noch Zivil. Die freie Zeit benutzten wir um

uns umzusehen. Ich sammelte Postkarten aus Alben,


S. 160

welche in verlassenen Häusern herumlagen. Aus

nebenstehendem Hause in welchem einst

ein Fräulein Nelly

wohnte, stammt

diese Karte, ferner

auch die aus

Band I., zwischen

Seite 108/9. Ein

Arnold Pastors

schenkte letztere

dem oben genannten

Frl. Nelly. Wo mochte diese nun jetzt sein? Ob sie wohl

ahnen mag, dass ihr Album einem Deutschen in die Hände

fiel und nun ihre Karten ein Kriegstagebuch schmücken?

Ich konnte mich nicht entschliessen ihre Karten einzukleben.

      Bei einer weiteren Entdeckungsreise kam ich aus dem

Ort heraus und hörte den fernen Donner der Schlacht.

Sssssiiiiiitz schwirrte es durch die Luft und paar hundert

Meter auf der Straße, zurück zur Front schlug eine

Granate ein - englische Langrohre bei der Arbeit. Lange blieben

wir nicht in Avesnes le Sec. In der zweiten Nacht

stürzte ein Kamerad aus der Ladelücke vom Boden

zum Glück auf einen Misthaufen.

      Am 10. X. rückte das Regiment geschlossen ab, es ging                10.X.


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  • April 14, 2017 10:14:45 Rolf Kranz

    S.159

    Foto: Avesnes-les-Sec. - La Morquenne


                    300 Mann ein Regiment.


            In Avesnes-le-Sec war Frieden. Hier trafen                                      9.X.

    wir seit langem wieder auf Zivil. Der Ort aber war

    von Militär überfüllt. Auf der Scheune eines Gutes

    inmitten des Ortes fanden wir Quartier Der Zugang

    war eine Leiter. Hier gruben wir uns förmlich in

    das Heu oder Stroh ein, so dass nur der Kopf hervorsah,

    und wir schliefen wie im weichsten Bett.

          Noch am gleichen Tage kam ich nochmas nach Iwuy.

    Auch hier noch Zivil. Die freie Zeit benutzten wir um

    uns umzusehen. Ich sammelte Postkarten aus Alben,


    S. 160

    welche in verlassenen Häusern herumlagen. Aus

    nebenstehendem Hause in welchem einst

    ein Fräulein Nelly

    wohnte, stammt

    diese Karte, ferner

    auch die aus

    Band I., zwischen

    Seite 108/9. Ein

    Arnold Pastors

    schenkte letztere

    dem oben genannten

    Frl. Nelly. Wo mochte diese nun jetzt sein? Ob sie wohl

    ahnen mag, dass ihr Album einem Deutschen in die Hände

    fiel und nun ihre Karten ein Kriegstagebuch schmücken?

    Ich konnte mich nicht entschliessen ihre Karten einzukleben.

          Bei einer weiteren Entdeckungsreise kam ich aus dem

    Ort heraus und hörte den fernen Donner der Schlacht.

    Sssssiiiiiitz schwirrte es durch die Luft und paar hundert

    Meter auf der Straße, zurück zur Front schlug eine

    Granate ein - englische Langrohre bei der Arbeit. Lange blieben

    wir nicht in Avesnes le Sec. In der zweiten Nacht

    stürzte ein Kamerad aus der Ladelücke vom Boden

    zum Glück auf einen Misthaufen.

          Am 10. X. rückte das Regiment geschlossen ab, es ging                10.X.

  • March 5, 2017 12:58:55 Rolf Kranz

    S.159

    Foto: Avesnes-les-SEC. - La Morquenne


                    300 Mann ein Regiment.


            In Avesnes-le-Sec war Frieden. Hier trafen                                      9.X.

    wir seit langem wieder auf Zivil. Der Ort aber war

    von Militär überfüllt. Auf der Scheune eines Gutes

    inmitten des Ortes fanden wir Quartier Dier Zugang

    war eine Leiter. Hier gruben wir uns förmlich in

    das Heu oder Stroh ein, so dass nur der Kopf hervorsah,

    und wir schliefen wie im weichsten Bett.

              Noch am gleichen Tage kam ich nochmas nach Iwuy.

    Auch hier noch Zivil. Die freie Zeit benutzten wir um

    uns umzusehen. Ich sammelte Postkarten aus Alben,


    S. 160

    welche in verlassenen Häusern herumlagen. Aus

    nebenstehendem Hause in welchem einst

    ein Fräulein Nelly

    wohnte, stammt

    diese Karte, ferner

    [Foto eingeklebt]

    auch die aus

    Band I., zwischen

    Seite 108/9. Ein

    Arnold Pastors

    schenkte letztere

    dem oben genannten

    Frl. Nelly. Wo mochte diese nun jetzt sein? Ob sie wohl

    ahnen mag, dass ihr Album einem Deutschen in die Hände

    fiel und nun ihre Karten ein Kriegstagebuch schmücken?

    Ich konnte mich nicht entschliessen ihre Karten einzukleben.

    Bei einer weiteren Entdeckungsreise kam ich aus dem

    Ort heraus und hörte den fernen Donner der Schlacht.

    Sssssüüüütz schwirrte es durch die Luft und paar hundert

    Meter auf der Strasse, zurück zur Front schlug eine

    Granate ein - englische Langrohre bei der Arbeit. Lange blieben

    wir nicht in Avesnes le Sec. In der zweiten Nacht

    stürzte ein Kamerad aus der Ladelücke vom Boden

    zum Glück auf einen Misthaufen.

              Am 10. X. rückte das Regiment geschlossen ab, es ging            10.X.


  • January 31, 2017 12:46:32 Corinna Pichler (AUT)

    S.159

    Foto: Avesnes-les-SEC. - La Morquenne


    300 Mann ein Regiment.

    [9.X.]

    In Avesnes-le-Sec war Frieden. hier trafen

    wir seit langem wieder auf Zivil. Der Ort aber war

    von Militär überfüllt Auf der Scheune eines Gutes

    inmitten des Ortes fanden wir Quartier Dier Zugang

    war eine Leiter. Hier gruben wir uns förmlich in

    das Heu oder Stroh ein, so dass nur der Kopf hervorsah,

    und wir schliefen wie im weichsten Bett.

    Noch am gleichen Tage kam ich nochmas nach Iwuy.

    Auch hier noch Zivil. Die freie Zeit benutzten wir um

    uns umzusehen. Ich sammelte Postkarten aus Alben,


    S. 160

    welche in verlassenen Häusern herumlagen. Aus

    nebenstehendem Hause in welchem einst

    ein Fräulein Nelly

    wohnte, stammt

    diese Karte, ferner

    [Foto rechts eingeklebt]

    auch die aus

    Band I., zwischen

    Seite 108/9. Ein

    Arnold Pasotrs

    schenkte letztere

    dem oben genannten

    Frl. Nelly. Wo mochte diese nun jetzt sein? Ob sie wohl

    ahnen mag, dass ihr Album einen Deutschen in die Hände

    fiel und nun ihre Karten ein Kriegstagebuch schmücken?

    Ich konnte mich nicht entschliessen ihre Karten einzukleben.

    Bei einer weiteren Entdeckungsreise kam ich aus dem

    Ort heraus und hörte den fernen Donner der Schlacht.

    Sssssüüüütz schwirrte es durch die Luft und paar hundert

    Meter auf der Strasse, zurück zur Front schlug eine

    Granate ein - englische Langrohre bei der Arbeit. Lange blieben

    wir nicht in Avesnes le Sec. In der zweiten Nacht

    stürzte ein Kamerad aus der Ladelücke vom Boden

    zum Glück auf einen Misthaufen.

    Am 19.X. rückte das Regiment geschlossen ab, es ging


  • January 31, 2017 12:41:01 Corinna Pichler (AUT)

    S.159

    Foto: Avesnes-les-SEC. - La Morquenne


    300 Mann ein Regiment.

    [9.X.]

    In Avesnes-le-Sec war Frieden. hier trafen

    wir seit langem wieder auf Zivil. Der Ort aber war

    von Militär überfüllt Auf der Scheune eines Gutes

    inmitten des Ortes fanden wir Quartier Dier Zugang

    war eine Leiter. Hier gruben wir uns förmlich in

    das Heu oder Stroh ein, so dass nur der Kopf hervorsah,

    und wir schliefen wie im weichsten Bett.

    Noch am gleichen Tage kam ich nochmas nach Iwag.

    Auch hier noch Zivil. Die freie Zeit benutzten wir um

    uns umzusehen. Ich sammelte Postkarten aus Alben,


    S. 160

    welche in verlassenen Häusern herumlagen. Aus

    nebenstehendem Hause in welchem einst

    ein Fräulein Nelly

    wohnte, stammt

    diese Karte, ferner

    [Foto rechts eingeklebt]

    auch die aus

    Band I., zwischen

    Seite 108/9. Ein

    Arnold Pasotrs

    schenkte letztere

    dem oben genannten

    Frl. Nelly. Wo mochte diese nun jetzt sein? Ob sie wohl

    ahnen mag, dass ihr Album einen Deutschen in die Hände

    fiel und nun ihre Karten ein Kriegstagebuch schmücken?

    Ich konnte mich nicht entschliessen ihre Karten einzukleben.

    Bei einer weiteren Entdeckungsreise kam ich aus dem

    Ort heraus und hörte den fernen Donner der Schlacht.

    Sssssüüüütz schwirrte es durch die Luft und paar hundert

    Meter auf der Strasse, zurück zur Front schlug eine

    Granate ein - englische Langrohre bei der Arbeit. Lange blieben

    wir nicht in Avesnes le Sec. In der zweiten Nacht

    stürzte ein Kamerad aus der Ladelücke vom Boden

    zum Glück auf einen Misthaufen.

    Am 19.X. rückte das Regiment geschlossen ab, es ging


  • January 31, 2017 12:34:30 Corinna Pichler (AUT)

    S.159

    Foto: Avesnes-les-SEC. - La Morquenne


    300 Mann ein Regiment.

    [9.X.]



    S. 160


Description

Save description
  • 50.2520388||3.3763253||

    Avesnes-les-Sec

  • 50.232601||3.321697||

    Iwuy

Location(s)
  • Document location Avesnes-les-Sec
  • Additional document location Iwuy


ID
15873 / 169057
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/







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