Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 85

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S. 157

just so wie wir vor Monaten. Dieser Ersatz soll sofort ins

Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

Malen das Holz barst. -

      Ein Kamerad wettete dass er einen Telephondraht

zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Porzellan-

Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

breiten Bänderspuren, aber die Tore waren

undurchsichtig.

      Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

am G17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


S. 158

am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,

eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -

hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -

      Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am

Tage, helle Mondnächte danach. - Die Laubfärbung in den

reichlichen Waldungen und Wäldchen prächtig. - Gefahr direkt

nicht vorhanden und dennoch Krieg  - die schwerwiegendsten

Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten

an der Front ab. Der aufreibende Rückzug hatte begonnen.

Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.

Ich hatte einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden

die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte

meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser

leichter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -

hin, und die Leute wurden schlapp.

      Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen

und Kissen waren dort zusammengetragen und oft

schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze:  feldmarschmässig

natürlich, Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.

      Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.                     8./9.X.

Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein

anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossem

Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spöttereien

waren nur der Neid anderer schwer schleppender Kameraden.

Wir erreichten Iwuy und später Avesnes le sec.

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S. 157

just so wie wir vor Monaten. Dieser Ersatz soll sofort ins

Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

Malen das Holz barst. -

      Ein Kamerad wettete dass er einen Telephondraht

zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Porzellan-

Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

breiten Bänderspuren, aber die Tore waren

undurchsichtig.

      Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

am G17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


S. 158

am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,

eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -

hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -

      Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am

Tage, helle Mondnächte danach. - Die Laubfärbung in den

reichlichen Waldungen und Wäldchen prächtig. - Gefahr direkt

nicht vorhanden und dennoch Krieg  - die schwerwiegendsten

Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten

an der Front ab. Der aufreibende Rückzug hatte begonnen.

Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.

Ich hatte einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden

die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte

meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser

leichter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -

hin, und die Leute wurden schlapp.

      Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen

und Kissen waren dort zusammengetragen und oft

schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze:  feldmarschmässig

natürlich, Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.

      Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.                     8./9.X.

Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein

anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossem

Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spöttereien

waren nur der Neid anderer schwer schleppender Kameraden.

Wir erreichten Iwuy und später Avesnes le sec.


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  • April 14, 2017 10:06:01 Rolf Kranz

    S. 157

    just so wie wir vor Monaten. Dieser Ersatz soll sofort ins

    Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

    Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

    Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

    Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

    Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

    so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

    Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

    kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

    nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

    So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

    mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

    Malen das Holz barst. -

          Ein Kamerad wettete dass er einen Telephondraht

    zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

    ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Porzellan-

    Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

    einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

    schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

    Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

    deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

    breiten Bänderspuren, aber die Tore waren

    undurchsichtig.

          Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

    am G17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


    S. 158

    am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,

    eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -

    hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -

          Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am

    Tage, helle Mondnächte danach. - Die Laubfärbung in den

    reichlichen Waldungen und Wäldchen prächtig. - Gefahr direkt

    nicht vorhanden und dennoch Krieg  - die schwerwiegendsten

    Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten

    an der Front ab. Der aufreibende Rückzug hatte begonnen.

    Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.

    Ich hatte einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden

    die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte

    meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser

    leichter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -

    hin, und die Leute wurden schlapp.

          Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen

    und Kissen waren dort zusammengetragen und oft

    schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze:  feldmarschmässig

    natürlich, Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.

          Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.                     8./9.X.

    Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein

    anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossem

    Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spöttereien

    waren nur der Neid anderer schwer schleppender Kameraden.

    Wir erreichten Iwuy und später Avesnes le sec.

  • March 5, 2017 12:54:43 Rolf Kranz

    S. 157

    just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins

    Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

    Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

    Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

    Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

    Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

    so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

    Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

    kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

    nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

    So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

    mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

    Malen das Holz barst. -

                Ein Kamerad wettete dass er einen Telephondraht

    zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

    ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-

    Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

    einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

    schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

    Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

    deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

    breiten Bänderspuren, aber die Tore waren

    undurchsichtig.

    Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

    am G17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


    S. 158

    am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,

    eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -

    hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -

    Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am

    Tage, helle Mondnächte danach. - Die Laubfärbung in den

    reichlichen Waldungen und Walecken prächtig. - Gefahr direkt

    nicht vorhanden und dennoch Krieg  - die schwerwiegendsten

    Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten

    an der Front ab. Der aufreibende Rückzug hatte begonnen.

    Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.

    Ich hatte einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden

    die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte

    meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser

    leichter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -

    hin, und die Leute wurden schlapp.

    Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen

    und Kissen waren dort zusammengetragen und oft

    schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze:  feldmarschmässig

    natürlich, Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.

               Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.                     8./9.X.

    Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein

    anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossem

    Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spöttereien

    waren nur der Neid anderer schwer schleppender Kameraden.

    Wir erreichten Iwuy und später Avesnes le sec.


  • January 31, 2017 12:47:07 Corinna Pichler (AUT)

    S. 157

    just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins

    Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

    Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

    Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

    Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

    Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

    so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

    Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

    kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

    nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

    So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

    mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

    Malen das Holz barst. -

    Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht

    zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

    ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-

    Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

    einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

    schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

    Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

    deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

    breiten Ränderspuren, aber die Tore waren

    undurchsichtig.

    Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

    am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


    S. 158

    am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,

    eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -

    hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -

    Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am Tage, helle Mondnächte danach, - Die Laubfärbung in den

    reichlichen Waldungen und Waleben prächtig. - Gefahr direkt

    nicht vorhnden und dennoch Krieg  - die schwer wiegendsten

    Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten

    an der Front ab. Dr aufreibende Rückzug hatte begonnen.

    Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.

    Ich hate einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden

    die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte

    meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser

    beidter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -

    hi , und die Leute wurden schlapp.

    Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen

    und Kissen waren dort zusammengetragen und oft

    schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze.  - feldmarschmässig

    natürlich. Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.

    [8./9.X.] Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.

    Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein

    anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossen

    Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spötterein

    waren nur der Neid, anderer schwer schleppender Kameraden.

    Wir erreichten Iwuy und später Aves nes le sec.


  • January 31, 2017 12:19:38 Corinna Pichler (AUT)

    S. 157

    just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins

    Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

    Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

    Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

    Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

    Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

    so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

    Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

    kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

    nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

    So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

    mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

    Malen das Holz barst. -

    Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht

    zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

    ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-

    Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

    einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

    schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

    Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

    deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

    breiten Ränderspuren, aber die Tore waren

    undurchsichtig.

    Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

    am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


    S. 158

    am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,

    eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -

    hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -

    Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am Tage, helle Mondnächte danach, - Die Laubfärbung in den

    reichlichen Waldungen und Waleben prächtig. - Gefahr direkt

    nicht vorhnden und dennoch Krieg  - die schwer wiegendsten

    Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten

    an der Front ab. Dr aufreibende Rückzug hatte begonnen.

    Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.

    Ich hate einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden

    die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte

    meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser

    beidter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -

    hi , und die Leute wurden schlapp.

    Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen

    und Kissen waren dort zusammengetragen und oft

    schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze.  - feldmarschmässig

    natürlich. Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.

    [8./9.X.] Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.

    Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein

    anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossen

    Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spötterein

    waren nur der Neid, anderer schwer schleppender Kameraden.

    Wir erreichten Iwag und später Aves nes le sec.


  • January 31, 2017 12:19:26 Corinna Pichler (AUT)

    S. 157

    just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins

    Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

    Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

    Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

    Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

    Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

    so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

    Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

    kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

    nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

    So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

    mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

    Malen das Holz barst. -

    Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht

    zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

    ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-

    Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

    einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

    schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

    Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

    deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

    breiten Ränderspuren, aber die Tore waren

    undurchsichtig.

    Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

    am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


    S. 158

    am Canal stiessen wir schon nach 40cm auf Grundwasser,

    eine Stunde später waren die Stände jedesmal ersoffen -

    hier brauchten wir es nicht zu fürchten. -

    Das Wetter war herrlich - blendender Sonnenschein am Tage, helle Mondnächte danach, - Die Laubfärbung in den

    reichlichen Waldungen und Waleben prächtig. - Gefahr direkt

    nicht vorhnden und dennoch Krieg  - die schwer wiegendsten

    Erignisse spielten sich tagtäglich an hunderten von Punkten

    an der Front ab. Dr aufreibende Rückzug hatte begonnen.

    Es war ein Segen, dass man die Gesamtlage nicht kannte.

    Ich hate einen Kinderwagen aufgetrieben, hier rein wurden

    die Patronenkästen gestellt, ebenso das MG selbst, ich konnte

    meinen Leuten das tägliche Schleppen des Geräts nicht besser

    beidter machen. Es ging ja alle Tage mal hier- mal dort -

    hi , und die Leute wurden schlapp.

    Schlafen taten wir in den Kellern, alle Matratzen

    und Kissen waren dort zusammengetragen und oft

    schliefen immer 2 Mann auf einer Matratze.  - feldmarschmässig

    natürlich. Stahlhelm und Gasmaske griffbereit.

    [8./9.X.] Mitternacht, ich hatte mich soeben hingelegt, Alarm.

    Schnell raus, der Kinderwagen wird bepackt und ab. Ein

    anderes Gewehr hatte eine Schubkarre gefunden - Mit grossen

    Halloh wurden die beiden Gefährte begrüsst. Spötterein

    waren nur der Neid, anderer schwer schleppender Kameraden.

    Wir erreichten Iwag und später Ares nes le sec.


  • January 31, 2017 12:13:43 Corinna Pichler (AUT)

    S. 157

    just so wie wir vor Monaten. Diese Ersatz soll sofort ins

    Feuer gekommen sein und soll schwere Verluste gehabt haben.

    Als Unterkünfte dienten uns die Häuser am Canal, das

    Kochen ging lustig weiter und jedes Mal, wenn die

    Schornsteine rauchten schoss Tommy mit Granaten und

    Schrappnells. Feuerungsmaterial war schwer zu finden,

    so mussten oft Einrichtungsgegenstände daran glauben.

    Einmal wurde eine eichene Kommode geopfert, aber es war

    kein Beil da; die Seitengewehre (meist trugen wir

    nur noch Dolche), zu schwach um das Holz zu spalten.

    So wurden die Schübe auf den Boden gelegt, und

    mit Anlauf darauf gesprungen, bis nach wiederholten

    Malen das Holz barst. -

    Ein kamerad wettete dass er einen Telephondraht

    zerschiessen könne. Die Wette um Zigaretten wurde

    ausgetragen, der Schütze zerschoss einen Isolierungs-Pozellan-

    Kopf, der Draht riss und fiel ins Wasser. Um die MGs

    einzuschiessen, stellten wir uns am Wasser auf und

    schossen in den Canal - hochauf spritzte das Wasser.

    Im Orte und in vereinzelt liegenden Gehöfen waren

    deutsche Tanks untergebracht - man sah überall die

    breiten Ränderspuren, aber die Tore waren

    undurchsichtig.

    Am Tage bauten wir M.G. Stände - während wir

    am I17 gleiches getan hatten, im Walde und Gelände


    S. 158



  • January 30, 2017 21:37:31 Corinna Pichler (AUT)

    S. 157

    just so wie wir vor Monaten.


    S. 158


Description

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  • 50.232601||3.321697||

    Iwuy

  • 50.249327||3.374597||

    Avesnes-le-Sec

Location(s)
  • Document location Iwuy
  • Additional document location Avesnes-le-Sec
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ID
15873 / 169056
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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