Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 66

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S. 121

Zeitungsausschnitt 1:


   Die wütenden Kämpfe in Westen.

      Der Berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbüros

an der Westfront meldet: Den Engländern

ist der Einbruch in die vorderste Kampfstellung des

flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

schaurige Trichterfeld östlich Ypern, das die

Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

britischem Blut getränkt worden. Die schwachen

Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

Houthoulsterwald, in Langemarck und an der Straße

Ypern-Menin lagen, überdauerten das stundenlange

feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

britischen und belgischen Waffen nicht zu hindern

vermochten, so räumten ihre Gewehre,

Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmütig

unterstützte sie die Artillerie, die bis zum äußersten

Widerstand leistete. Bis auf Nahkampfentfernung

hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

Passchendaele, das seit der Flandernschlacht nichts

ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

tapferen Infanteristen stundenlang alle

Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

Ypern-Menin kamen englische Tanks über die

Schlammtricher angewackelt. Ein großer Teil wurde

zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.


Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

und Maas stockt der amerikanische Angriff. Der

Berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbureaus

an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

in die Argonnen einzudringen, scheiterten, die

Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

versteckten Maschinengewehre oder in dem

Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

Gefecht.


Zeitungsausschnitt 2:

Mit dem Fesselballon

Erinnerungen an die Tankschlacht bei

Cambrai

Von Ing. Joachim Matthias, Vizefw. d.


Der 19. November ging zu Ende. In

unserem gemütlichen Quartier in

Rumilly, wohl 5 Kilometer südlich Cambrai,

an der charakteristischen Straße Cambrai-

Le Pavé, herrschte schon eine gewisse

Weihnachtsstimmung. Dieser etwas früh

anmutende Zustand hatte verschiedene Gründe.

Als erster muß unbedingt die gute

Kameradschaft, die immer bei uns herrschte, gelten.

Dann war es die sehr ruhige Front und die

damit verbundenen schönen Unterkünfte:

Wohl die besten, die wir hatten. Nicht

zuletzt trug auch der schon von Kamerad Simon

geschaffene "Gesangszirkel" hierzu bei, der

sich die "künstlerische" Ausgestaltung des

Heiligen Abends zur Aufgabe gemacht hatte.

Wohl drei oder vier Tage hatten wir an

keinen Aufstieg denken können, denn ein mehr

oder weniger starker Nebel machte jede Sicht

unmöglich. - So war dann notgedrungen

jede luftschifferische Tätigkeit unterbunden,

bis auf die Erdbeobachtung. Diesem schönen,

alle Mitglieder mit besonderen Stolz er-

----

durchdringlichen feuchten Luft ebensowenig

gewachsen wie unsere Augen.

In unserm Stübchen, belegt mit sechs

Mann, strahlte der mild gedämpfte Schein

einer elektrischen Birne, auch die hatten wir

uns zugelegt. Die sonst geruhsame Stimmung

war etwas aufgestöbert. Ein Kamerad, der

im Kientopp war, brachte die Mitteilung, daß

die Infanterie alarmiert sei! - Gemunkelt

war genug von der kommenden Schlacht bei

Havrincourt. Hatten wir doch schon vor

längerer Zeit englische Truppenzusammenziehungen

festgestellt. - Hoffentlich ließ man

uns Weihnachten über in Ruhe. Es schien

auch so. Kurze Feuerüberfälle, weiter war

nichts zu hören. - Immer langsamer

wurden die Seiten der Bücher umgeschlagen.

Oefter gingen die Kauwerkzeuge

auseinander, um ein wohliges Gähnen ertönen


S. 120

fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

die alte Linie wiederhergestellt.

      Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

Verwundung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

Zeugen daran kennen, abermals umwogt von Kämpfen

und Schlachten.

      Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetebogen, am Tage

meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gesicht

bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

Vizefeldwebel Mathias vom Ballonzug 50 folgen, welcher

seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.

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S. 121

Zeitungsausschnitt 1:


   Die wütenden Kämpfe in Westen.

      Der Berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbüros

an der Westfront meldet: Den Engländern

ist der Einbruch in die vorderste Kampfstellung des

flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

schaurige Trichterfeld östlich Ypern, das die

Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

britischem Blut getränkt worden. Die schwachen

Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

Houthoulsterwald, in Langemarck und an der Straße

Ypern-Menin lagen, überdauerten das stundenlange

feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

britischen und belgischen Waffen nicht zu hindern

vermochten, so räumten ihre Gewehre,

Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmütig

unterstützte sie die Artillerie, die bis zum äußersten

Widerstand leistete. Bis auf Nahkampfentfernung

hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

Passchendaele, das seit der Flandernschlacht nichts

ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

tapferen Infanteristen stundenlang alle

Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

Ypern-Menin kamen englische Tanks über die

Schlammtricher angewackelt. Ein großer Teil wurde

zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.


Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

und Maas stockt der amerikanische Angriff. Der

Berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbureaus

an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

in die Argonnen einzudringen, scheiterten, die

Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

versteckten Maschinengewehre oder in dem

Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

Gefecht.


Zeitungsausschnitt 2:

Mit dem Fesselballon

Erinnerungen an die Tankschlacht bei

Cambrai

Von Ing. Joachim Matthias, Vizefw. d.


Der 19. November ging zu Ende. In

unserem gemütlichen Quartier in

Rumilly, wohl 5 Kilometer südlich Cambrai,

an der charakteristischen Straße Cambrai-

Le Pavé, herrschte schon eine gewisse

Weihnachtsstimmung. Dieser etwas früh

anmutende Zustand hatte verschiedene Gründe.

Als erster muß unbedingt die gute

Kameradschaft, die immer bei uns herrschte, gelten.

Dann war es die sehr ruhige Front und die

damit verbundenen schönen Unterkünfte:

Wohl die besten, die wir hatten. Nicht

zuletzt trug auch der schon von Kamerad Simon

geschaffene "Gesangszirkel" hierzu bei, der

sich die "künstlerische" Ausgestaltung des

Heiligen Abends zur Aufgabe gemacht hatte.

Wohl drei oder vier Tage hatten wir an

keinen Aufstieg denken können, denn ein mehr

oder weniger starker Nebel machte jede Sicht

unmöglich. - So war dann notgedrungen

jede luftschifferische Tätigkeit unterbunden,

bis auf die Erdbeobachtung. Diesem schönen,

alle Mitglieder mit besonderen Stolz er-

----

durchdringlichen feuchten Luft ebensowenig

gewachsen wie unsere Augen.

In unserm Stübchen, belegt mit sechs

Mann, strahlte der mild gedämpfte Schein

einer elektrischen Birne, auch die hatten wir

uns zugelegt. Die sonst geruhsame Stimmung

war etwas aufgestöbert. Ein Kamerad, der

im Kientopp war, brachte die Mitteilung, daß

die Infanterie alarmiert sei! - Gemunkelt

war genug von der kommenden Schlacht bei

Havrincourt. Hatten wir doch schon vor

längerer Zeit englische Truppenzusammenziehungen

festgestellt. - Hoffentlich ließ man

uns Weihnachten über in Ruhe. Es schien

auch so. Kurze Feuerüberfälle, weiter war

nichts zu hören. - Immer langsamer

wurden die Seiten der Bücher umgeschlagen.

Oefter gingen die Kauwerkzeuge

auseinander, um ein wohliges Gähnen ertönen


S. 120

fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

die alte Linie wiederhergestellt.

      Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

Verwundung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

Zeugen daran kennen, abermals umwogt von Kämpfen

und Schlachten.

      Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetebogen, am Tage

meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gesicht

bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

Vizefeldwebel Mathias vom Ballonzug 50 folgen, welcher

seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


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  • April 14, 2017 07:10:14 Rolf Kranz

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:


       Die wütenden Kämpfe in Westen.

          Der Berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbüros

    an der Westfront meldet: Den Engländern

    ist der Einbruch in die vorderste Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Ypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemarck und an der Straße

    Ypern-Menin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu hindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmütig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum äußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampfentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Passchendaele, das seit der Flandernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen Infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Ypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewackelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.


    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas stockt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzudringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    versteckten Maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:

    Mit dem Fesselballon

    Erinnerungen an die Tankschlacht bei

    Cambrai

    Von Ing. Joachim Matthias, Vizefw. d.


    Der 19. November ging zu Ende. In

    unserem gemütlichen Quartier in

    Rumilly, wohl 5 Kilometer südlich Cambrai,

    an der charakteristischen Straße Cambrai-

    Le Pavé, herrschte schon eine gewisse

    Weihnachtsstimmung. Dieser etwas früh

    anmutende Zustand hatte verschiedene Gründe.

    Als erster muß unbedingt die gute

    Kameradschaft, die immer bei uns herrschte, gelten.

    Dann war es die sehr ruhige Front und die

    damit verbundenen schönen Unterkünfte:

    Wohl die besten, die wir hatten. Nicht

    zuletzt trug auch der schon von Kamerad Simon

    geschaffene "Gesangszirkel" hierzu bei, der

    sich die "künstlerische" Ausgestaltung des

    Heiligen Abends zur Aufgabe gemacht hatte.

    Wohl drei oder vier Tage hatten wir an

    keinen Aufstieg denken können, denn ein mehr

    oder weniger starker Nebel machte jede Sicht

    unmöglich. - So war dann notgedrungen

    jede luftschifferische Tätigkeit unterbunden,

    bis auf die Erdbeobachtung. Diesem schönen,

    alle Mitglieder mit besonderen Stolz er-

    ----

    durchdringlichen feuchten Luft ebensowenig

    gewachsen wie unsere Augen.

    In unserm Stübchen, belegt mit sechs

    Mann, strahlte der mild gedämpfte Schein

    einer elektrischen Birne, auch die hatten wir

    uns zugelegt. Die sonst geruhsame Stimmung

    war etwas aufgestöbert. Ein Kamerad, der

    im Kientopp war, brachte die Mitteilung, daß

    die Infanterie alarmiert sei! - Gemunkelt

    war genug von der kommenden Schlacht bei

    Havrincourt. Hatten wir doch schon vor

    längerer Zeit englische Truppenzusammenziehungen

    festgestellt. - Hoffentlich ließ man

    uns Weihnachten über in Ruhe. Es schien

    auch so. Kurze Feuerüberfälle, weiter war

    nichts zu hören. - Immer langsamer

    wurden die Seiten der Bücher umgeschlagen.

    Oefter gingen die Kauwerkzeuge

    auseinander, um ein wohliges Gähnen ertönen


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

          Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwundung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwogt von Kämpfen

    und Schlachten.

          Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetebogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gesicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias vom Ballonzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.

  • March 3, 2017 21:20:57 Rolf Kranz

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:


       Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wolffschen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländern

    ist der Einbruch in die vorderste Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Ypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Ypern-Menin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu hindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmütig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum äußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampfentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Passchendaele, das seit der Flandernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen Infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Ypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewackelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.


    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas stockt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffschen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzudringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    versteckten Maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:

    Mit dem Sesselballon

    Erinnerungen an die Tankschlacht bei

    Von Ing. Joachim Matthias, Vizefw. d.


    Der 19. November ging zu Ende. In

    unserem gemütlichen Quartier in

    Rumilly, wohl 5 Kilometer südlich Cambrai,

    an der charakteristischen Straße Cambrai-

    Le Pavé, herrschte schon eine gewisse

    Weihnachtsstimmung. Dieser etwas früh

    anmutende Zustand hatte verschiedene Gründe.

    Als erster muß unbedingt die gute

    Kameradschaft, die immer bei uns herrschte, gelten.

    Dann war es die sehr ruhige Front und die

    damit verbundenen schönen Unterkünfte:

    Wohl die besten, die wir hatten. Nicht

    zuletzt trug auch der schon von Kamerad Simon

    geschaffene "Gesangszirkel" hierzu bei, der

    sich die "künstlerische" Ausgestaltung des

    Heiligen Abends zur Aufgabe gemacht hatte.

    Wohl drei oder vier Tage haten wir an

    keinen Ausstieg denken können, denn ein mehr

    oder weniger starker Nebel machte jede Sicht

    unmöglich. - So war dann notgedrungen

    jede luftschifferische Tätigkeit unterbunden,

    bis auf die Erdbeobachtung. Diesem schönen,

    alle Mitglieder mit besonderen Stolz er-

    ----

    durchdringlichen feuchten Luft ebensowenig

    gewachsen wie unsere Augen.

    In unserm Stübchen, belegt mit sechs

    Mann, strahlte der mild gedämpfte Schein

    einer elektrischen Birne, auch die hatten wir

    uns zugelegt. Die sonst geruhsame Stimmung

    war etwas aufgestöbert. Ein Kamerad, der

    im Kientopp war, brachte die Mitteilung, daß

    die Infanterie alarmiert sei! - Gemunkelt

    war genug von der kommenden Schlacht bei

    Havrincourt. Hatten wir doch schon vor

    längerer Zeit englische Truppenzusammenziehungen

    festgestellt. - Hoffentlich ließ man

    uns Weihnachten über in Ruhe. Es schien

    auch so. Kurze Feuerüberfälle, weiter war

    nichts zu hören. - Immer langsamer

    wurden die Seiten der Bücher umgeschlagen.

    Oefter gingen die Kauwerkzeuge

    auseinander, um ein wohliges Gähnen ertönen


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwundung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwogt von Kämpfen

    und Schlachten.

        Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetebogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gesicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Rallenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:49:49 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Zypern-Wenin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu bindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmutig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum -ußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampgentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Basschendaele, das seit der Falndernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Zypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewadelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.

    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas Stadt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffischen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzubringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    versteckten Maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:

    Mit dem Sesselballon

    Erinnerungen an die Tankschlacht bei

    Von Ing. Joachim Matthias, Vizefw. d.


    Der 19. November ging zu Ende. In

    unserem gemütlichen Quartier in

    Rumilly, wohl 5 Kilometer südlich Cambrai,

    an der charakteristischen Straße Cambrai-

    Le Pavé, herrschte schon eine gewisse

    Weihnachtsstimmung. Dieser etwas früh

    anmutende Zustand hatte verschiedene Gründe.

    Als erster muß unbedingt die gute

    Kameradschaft, die immer bei uns herrschte, gelten.

    Dann war es die sehr ruhige Front und die

    damit verbundenen schönen Unterkünfte:

    Wohl die besten, die wir hatten. Nicht

    zuletzt trug auch der schon von Kamerad Simon

    geschaffene "Gefangszirkel" hierzu bei, der

    sich die "künstlerische" Ausgestaltung des

    Heiligen Abends zur Aufgabe gemacht hatte.

    Wohl drei oder vier Tage haten wir an

    seinen Ausstieg denken können, denn ein mehr

    oder weniger starker Nebel machte jede Sicht

    unmöglich. - So war dann notgedrungen

    jede luftschifferische Tätigkeit unterbunden,

    bis auf die Erdbeobachtung. Tiefem schönen,

    alle Mitglieder mit besonderen Stolz er-

    ----

    durchdringlichen feuchten Luft ebensowenig

    gewachsen wie unsere Augen.

    In unserm Stübchen, belegt mit sechs

    Mann, strahlte der mild gedämpfte Schein

    einer elektrischen Birne, auch die hatten wir

    uns zugelegt. Die sonst geruhsame Stimmung

    war etwas ausgestöbert. Ein Kamerad, der

    in Kientopp war, brachte die Mitteilung, daß

    die Infanterie alarmiert sei! - Gemunkelt

    war genug von der kommenden Schlacht be

    Havrincourt. Hatten wir doch schon vor

    längerer Zeit englische

    Truppenzusammenziehungen festgestellt. - Hoffentlich ließ man

    uns Weihnachten über in Ruhe. Es schien

    auch so. Kurze Feuerüberfälle, weiter war

    nichts zu hören. - Immer langsamer

    wurden die Seiten der Bücher umgeschlagen.

    Dester gingen die Kauwerkzeuge

    auseinander, um ein wohliges Gähnen ertönen.


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:47:14 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Zypern-Wenin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu bindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmutig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum -ußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampgentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Basschendaele, das seit der Falndernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Zypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewadelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.

    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas Stadt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffischen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzubringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    versteckten Maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:

    Mit dem Sesselballon

    Erinnerungen an die Tankschlacht bei

    Von Ing. Joachim Matthias, Vizefw. d.


    Der 19. November ging zu Ende. In

    unserem gemütlichen Quartier in

    Rumilly, wohl 5 Kilometer südlich Cambrai,

    an der charakteristischen Straße Cambrai-

    Le Pavé, herrschte schon eine gewisse

    Weihnachtsstimmung. Dieser etwas früh

    anmutende Zustand hatte verschiedene Gründe.

    Als erster muß unbedingt die gute

    Kameradschaft, die immer bei uns herrschte, gelten.

    Dann war es die sehr ruhige Front und die

    damit verbundenen schönen Unterkünfte:

    Wohl die besten, die wir hatten. Nicht

    zuletzt trug auch der schon von Kamerad Simon

    geschaffene "Gefangszirkel" hierzu bei, der

    sich die "künstlerische" Ausgestaltung des

    Heiligen Abends zur Aufgabe gemacht hatte.

    Wohl drei oder vier Tage haten wir an

    seinen Ausstieg denken können, denn ein mehr

    oder weniger starker Nebel machte jede Sicht

    unmöglich. - So war dann notgedrungen

    jede luftschifferische Tätigkeit unterbunden,

    bis auf die Erdbeobachtung. Tiefem schönen,

    alle Mitglieder mit besonderen Stolz er-

    ----

    durchdringlichen feuchten Luft ebensowenig

    gewachsen wie unsere Augen.



    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:41:27 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Zypern-Wenin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu bindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmutig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum -ußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampgentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Basschendaele, das seit der Falndernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Zypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewadelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.

    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas Stadt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffischen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzubringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    versteckten Maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:41:18 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Zypern-Wenin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu bindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmutig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum -ußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampgentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Basschendaele, das seit der Falndernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Zypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewadelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.

    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas Stadt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffischen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzubringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    bersteckten maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:40:59 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Zypern-Wenin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu bindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmutig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum -ußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampgentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Basschendaele, das seit der Falndernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Zypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewadelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.

    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas Stadt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffischen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzubringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    berstedten maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Tanks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:40:48 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Zypern-Wenin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu bindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmutig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum -ußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampgentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht. In den hochgelegenen Trümmern von

    Basschendaele, das seit der Falndernschlacht nichts

    ist als ein ziegelroter Hügel in der lehmgelben

    Wüste, harrte Oberstleutnant Bogendörfer, der

    Kommandeur eines bayerischen Infanterie-

    Regiments, mit einer Handvoll Leute und einigen

    Manschinengewehren siegreich bis zum Abend aus.

    Weiter südlich scheiterten an dem Widerstand von 40

    tapferen infanteristen stundenlang alle

    Angriffsversuche der Engländer. An der Straße

    Zypern-Menin kamen englische Tanks über die

    Schlammtricher angewadelt. Ein großer Teil wurde

    zerschossen, der Rest zur Umkehr gezwungen. Im

    Gegenstoß wurde Becelaere wieder genommen.

    Berlin, 30. September. Zwischen Argonnen

    und Maas Stadt der amerikanische Angriff. Der

    Berichterstatter des Wolffischen Telegraphenbureaus

    an der Westfront meldet: Die Maasbrücken flogen

    rechtzeitig in die Luft. Alle Versuche, von Osten her

    in die Argonnen einzubringen, scheiterten, die

    Fronttalstürme aber zwischen Apremont und Brieouelles

    brachen in dem Abwehrfeuer der in den Waldhügeln

    berstedten maschinengewehre oder in dem

    Granat- und Schrapnellfeuer der Artillerie zusammen. In

    Gegenstößen wurden die Amerikaner vielfach wieder

    zurückgedrückt. Vergeblich operierten sie mit Taks.

    Tankabwehrgeschütze, Minenwerfer,

    Maschinengewehre wetteiferten in ihrer Bekämpfung. Wo

    aber die Tanks trotzdem in die deutschen Linien

    eingebrochen waren, ging die Infanterie selber

    entschlossen gegen die Panzerwagen vor. In dem

    Abschnitt des 3. Bataillons des Infanterie-Regiments

    150 griffen die Musketiere jeden heranrasselnden

    Tank mit Handgranaten an und setzten auf diese

    Weise, nicht weniger als sechs Panzerwagen außer

    Gefecht.


    Zeitungsausschnitt 2:


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:33:58 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtrichtern und Wasserlöchern vor dem

    Houthoulsterwald, in Langemard und an der Straße

    Zypern-Wenin lagen, überdauerten das stundenlange

    feindliche Trommelfeuer, das neuerdings auf diese

    bereits tausendfach von Granaten zerissene Erde

    niederging; und wenn sie auch den Einbruch der

    britischen und belgischen Waffen nicht zu bindern

    vermochten, so räumten ihre Gewehre,

    Maschinengewehre und Handgranaten doch blutig unter den

    feindlichen Sturmwellen auf. Heldenmutig

    unterstützte sie die Artillerie, die bis zum -ußersten

    Widerstand leistete. Bis auf Nahkampgentfernung

    hielten die Batterien in ihren Stellungen aus. An

    einer Stelle hielt sich Oberleutnant Eggersdörfer

    von einem bayerischen Artillerieregiment mit einem

    Geschütz und wenigen Infanteristen stundenlang

    gegen den Ansturm einer mehr als zwanzigfachen

    Uebermacht.


    Zeitungsausschnitt 2:


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich die

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:07:17 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121

    Zeitungsausschnitt 1:

    Die wütenden Kämpfe in Westen.

    Der Berichterstatter des Wöffischen

    Telegraphenbüros an der Westfront meldet: Den Engländer

    ist der Einbruch in die vorderster Kampfstellung des

    flandrischen Verteidigungspostens gelungen. Das

    schaurige Trichterfeld östlich Zypern, das die

    Deutschen im April eroberten, ist neuerdings mit

    britischem Blut getränkt worden. Die Schwachen

    Schützengruppen und Maschinengewehre, die in

    Schlammtri


    Zeitungsausschnitt 2:


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich di

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:01:13 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich di

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsausschnitt.


  • January 22, 2017 17:01:05 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich di

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Ballenzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsauasschnitt.


  • January 22, 2017 17:00:54 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich di

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Rollernzug 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsauasschnitt.


  • January 22, 2017 17:00:31 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich di

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Rollmerzig 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Tankschlacht schildert. - Zeitungsauasschnitt.


  • January 22, 2017 17:00:24 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich di

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.

    Zur Abwechslung lasse ich den Bericht von dem damaligen

    Vizefeldwebel Mathias von Rollmerzig 50 folgen, welcher

    seine Erlebnsise aus der Fautschlacht schildert. - Zeitungsauasschnitt.


  • January 22, 2017 16:59:31 Corinna Pichler (AUT)

    S. 121


    S. 120

    fand der grosse engl. Angriff statt, aber schon 3 Tage später, war

    die alte Linie wiederhergestellt.

    Ich war seinerzeit in Deutschland um meine

    Verwunderung auszuheilen und lernte nunmehr im September-

    Oktober das Gebiet der damaligen Schlacht und seine stummen

    Zeugen daran kennen, abermals umwegt von Kämpfen

    und Schlachten.

    Vor Moeuvres, am Bourlonwald, von Bourlon selbst, in

    und um Fontaine, standen die zerstören, ausgebrannten,

    und dem völligen Vorfall preisgegebenen Ungetürme.

    Im Nollendorf Kino im Charlottenbourg sah ich di

    Vorführungen wieder in Gang gebrachter Tanks, sah ihre

    Leistungsfähigkeiten, und konnte im Zoo selbst ein solchen

    in aller Ruhe betrachten. Im Wytschaetsbogen, am Tage

    meiner ersten Verwundung, hatte ich sie erstmalig, wenn

    auch in grosser Entfernung gesehen, und vor Dury dieselben

    praktisch kennengelernt. Später lernte ich noch "Deutsche

    Tanks" kennen. In der Nähe habe ich keine mehr zu Gsicht

    bekommen, als eben hier und dort die Trümmer davon.


Description

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  • 50.164176||3.064022||

    Moeuvres

Location(s)
  • Document location Moeuvres


ID
15873 / 169037
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/







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