Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 34

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S. 60

englischen Gräben vorbei.

      Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.                          20.VIII.

Diese Stellungen waren nun nicht mehr zusammhängend,                        21.-26.VIII.

sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.h.

das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg zerschossene

Häusergruppe, neben welchen sandsackbedeckte

Wellblechbaracken der Engländer standen. An diesen vorbei führte

die Strasse von Richebourg kommend. Unseren eigentlichen

Gefechtsstand mussten wir uns erst bauen, diesmal mitten

in ein freies Feld. Innerhalb von 2 Nächten war Stand

und Bunker fertig, jeden Morgen musste das Bauwerk

gegen Fliegersicht abgeblendet werden, d.h. die frisch

ausgehobene Erde wurde mit Rasenstücken gedeckt, Sträucher

neu eingepflanzt und der Graben mit Strohmatten

überdeckt. Der Bunker wurde 3m tief eingegraben, rechts

und links Eisenbahnschwellen eingebaut und mit Wellblech

überdacht, dann alles mit Erde zugeworfen und

abgeblendet. Es wurde unser Heim für weitere 4 Tage.

Unteroffizier Thiring war mein Gewehrführer - Der Gewehrstand vom

Feinde nicht erkannt bekam überhaupt kein direktes Feuer

nur hin und wieder flogen Splitter bis zu uns. Prachtvolle

Sommertage waren uns beschieden, und die Nächte so warm,

dass man gar nicht das Empfinden hatte, zumal bei der Ruhe,




S. 61

 ... Radierung:

Pauvre gosse!

Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

voulu de la paix.

 ... [Übersetzung:

             Armes Kerlchen!

Rache für meinen Kleinen!

Rache für ihn, der nichts wollte als Frieden! ]


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S. 60

englischen Gräben vorbei.

      Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.                          20.VIII.

Diese Stellungen waren nun nicht mehr zusammhängend,                        21.-26.VIII.

sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.h.

das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg zerschossene

Häusergruppe, neben welchen sandsackbedeckte

Wellblechbaracken der Engländer standen. An diesen vorbei führte

die Strasse von Richebourg kommend. Unseren eigentlichen

Gefechtsstand mussten wir uns erst bauen, diesmal mitten

in ein freies Feld. Innerhalb von 2 Nächten war Stand

und Bunker fertig, jeden Morgen musste das Bauwerk

gegen Fliegersicht abgeblendet werden, d.h. die frisch

ausgehobene Erde wurde mit Rasenstücken gedeckt, Sträucher

neu eingepflanzt und der Graben mit Strohmatten

überdeckt. Der Bunker wurde 3m tief eingegraben, rechts

und links Eisenbahnschwellen eingebaut und mit Wellblech

überdacht, dann alles mit Erde zugeworfen und

abgeblendet. Es wurde unser Heim für weitere 4 Tage.

Unteroffizier Thiring war mein Gewehrführer - Der Gewehrstand vom

Feinde nicht erkannt bekam überhaupt kein direktes Feuer

nur hin und wieder flogen Splitter bis zu uns. Prachtvolle

Sommertage waren uns beschieden, und die Nächte so warm,

dass man gar nicht das Empfinden hatte, zumal bei der Ruhe,




S. 61

 ... Radierung:

Pauvre gosse!

Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

voulu de la paix.

 ... [Übersetzung:

             Armes Kerlchen!

Rache für meinen Kleinen!

Rache für ihn, der nichts wollte als Frieden! ]



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  • April 10, 2017 20:33:51 Rolf Kranz

    S. 60

    englischen Gräben vorbei.

          Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.                          20.VIII.

    Diese Stellungen waren nun nicht mehr zusammhängend,                        21.-26.VIII.

    sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

    Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

    für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.h.

    das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

    entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg zerschossene

    Häusergruppe, neben welchen sandsackbedeckte

    Wellblechbaracken der Engländer standen. An diesen vorbei führte

    die Strasse von Richebourg kommend. Unseren eigentlichen

    Gefechtsstand mussten wir uns erst bauen, diesmal mitten

    in ein freies Feld. Innerhalb von 2 Nächten war Stand

    und Bunker fertig, jeden Morgen musste das Bauwerk

    gegen Fliegersicht abgeblendet werden, d.h. die frisch

    ausgehobene Erde wurde mit Rasenstücken gedeckt, Sträucher

    neu eingepflanzt und der Graben mit Strohmatten

    überdeckt. Der Bunker wurde 3m tief eingegraben, rechts

    und links Eisenbahnschwellen eingebaut und mit Wellblech

    überdacht, dann alles mit Erde zugeworfen und

    abgeblendet. Es wurde unser Heim für weitere 4 Tage.

    Unteroffizier Thiring war mein Gewehrführer - Der Gewehrstand vom

    Feinde nicht erkannt bekam überhaupt kein direktes Feuer

    nur hin und wieder flogen Splitter bis zu uns. Prachtvolle

    Sommertage waren uns beschieden, und die Nächte so warm,

    dass man gar nicht das Empfinden hatte, zumal bei der Ruhe,




    S. 61

     ... Radierung:

    Pauvre gosse!

    Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

    voulu de la paix.

     ... [Übersetzung:

                 Armes Kerlchen!

    Rache für meinen Kleinen!

    Rache für ihn, der nichts wollte als Frieden! ]


  • April 10, 2017 20:24:06 Rolf Kranz

    S. 60

    englischen Gräben vorbei.

          Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.                          20.VIII.

    Diese Stellungen waren nun nicht mehr zusammhängend,                        21.-26.VIII.

    sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

    Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

    für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.h.

    das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

    entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg zerschossene

    Häusergruppe, neben welchen sandsackbedeckte

    Wellblechbaracken der Engländer standen. An diesen vorbei führte

    die Strasse von Richebourg kommend. Unseren eigentlichen

    Gefechtsstand mussten wir uns erst bauen, diesmal mitten

    in ein freies Feld. Innerhalb von 2 Nächten war Stand

    und Bunker fertig, jeden Morgen musste das Bauwerk

    gegen Fliegersicht abgeblendet werden, d.h. die frisch

    ausgehobene Erde wurde mit Rasenstücken gedeckt, Sträucher

    neu eingepflanzt und der Graben mit Strohmatten

    überdeckt. Der Bunker wurde 3m tief eingegraben, rechts

    und links Eisenbahnschwellen eingebaut und mit Wellblech

    überdacht, dann alles mit Erde zugeworfen und

    abgeblendet. Es wurde unser Heim für weitere 4 Tage.

    Unteroffizier Thiring war mein Gewehrführer - Der Gewehrstand vom

    Feinde nicht erkannt bekam überhaupt kein direktes Feuer

    nur hin und wieder flogen Splitter bis zu uns. Prachtvolle

    Sommertage waren uns beschieden, und die Nächte so warm,

    dass man gar nicht das Empfinden hatte, zumal bei der Ruhe,




    S. 61

    Foto: Pauvre gosse!

    Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

    voulu de la paix.


  • February 26, 2017 13:12:55 Rolf Kranz

    S. 60

    englischen Gräben vorbei.

    Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.                                 20.VIII., 21.-26.VIII.

    Diese Stellungen waren nun nicht mehr

    zusammhängend, sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

    Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

    für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.h.

    das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

    entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg

    zerschossene Häusergruppe, neben welchen sandsackbedeckte

    Wellblechbaracken der Engländer standen. An diesen vorbei führte

    die Strasse von Richebourg kommend. Unseren eigentlichen

    Gefechtsstand mussten wir uns erst bauen, diesmal mitten

    in ein freies Feld. Innerhalb von 2 Nächten war Stand

    und Binder fertig, jeden Morgen musste das Bauwerk

    gegen Fliegersicht abgeblendet werden, d.h. die frisch

    ausgehobene Erde wurde mit Rasenstücken gedeckt, Sträucher

    neu eingepflanzt und der Graben mit Strohmatten

    überdeckt. Der Binder wurde 3m tief eingegraben, rechts

    und links Eisenbahnschwellen eingebaut und mit Wellblech

    überdacht, dann alles mit Erde zugeworfen und

    abgeblendet. Es wurde unser Heim für weitere 4 Tage.

    Unteroffizier Thiring war mein Gewehrführer - Der Gewehrstand vom

    Feinde nicht erkannt bekam überhaupt kein direktes Feuer

    nur hin und wieder flogen Splitter bis zu uns. Prachtvolle

    Sommertage waren uns beschieden, und die Nächte so warm,

    dass man gar nicht das Empfinden hatte, zumal bei der Ruhe,




    S. 61

    Foto: Pauvre gosse!

    Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

    voulu de la paix.


  • January 20, 2017 09:42:03 Corinna Pichler (AUT)

    S. 60

    englischen Gräben vorbei.

    [20.VIII., 21.-26.VIII.] Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.

    Diese Stellungen waren nun nicht mehr

    zusammhängend, sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

    Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

    für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.

    h. das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

    entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg

    zerschossene Häusergruppe, neben welchen Sandsackbedeckte

    Wellblechbaracken der Engländer standen. An diesen vorbei führte

    die Strasse von Richebourg kommend. Unseren eigentlichen

    Gefechtsstand mussten wir uns erst bauen, diesmal mitten

    in ein freies Feld. Innerhalb von 2 Nächsten war Stand

    und Binder fertig, jeden Morgen musste das Bauwerk

    gegen Fliegersicht abgeblendet werden, d.h. die frisch

    ausgehobene Erde wurde mit Rasenstücken gedeckt, Sträucher

    neu eingepflanzt und der Graben mit Strohmatten

    überdeckt. Der Binder wurde 3m tief eingegraben, rechts

    und links Eisenbahnschwellen eingebaut und mit Nellblech

    überdacht, dann alles mit Erde zugeworfen und

    abgeblendet. Es wurde unser Heim für weitere 4 Tage.

    Unteroffizier Thiring war mein Gewehrführer - Der Gewehrstand vom

    Feinde nicht erkannt bekam überhaupt kein direktes Feuer

    nur hin und wieder flogen Splitter bis zu uns. Prachtvolle

    Sommertage waren uns beschieden, und die Nächte so warm,

    dass man gar nicht das Empfinden hatte, zumal bei der Ruhe,




    S. 61

    Foto: Pauvre gosse!

    Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

    voulu de la paix.


  • January 20, 2017 09:39:51 Corinna Pichler (AUT)

    S. 60

    englischen Gräben vorbei.

    [20.VIII., 21.-26.VIII.] Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.

    Diese Stellungen waren nun nicht mehr

    zusammhängend, sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

    Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

    für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.

    h. das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

    entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg

    zerschossene Häusergruppe, neben welchen Sandsackbedeckte

    Wellblechbaracken der Engländer standen. An diesen vorbei führte

    die Strasse von Richebourg kommend. Unseren eigentlichen

    Gefechtsstand mussten wir uns erst bauen, diesmal mitten

    in ein freies Feld. Innerhalb von 2 Nächsten war Stand

    und Binder fertig, jeden Morgen musste das Bauwerk

    gegen Fliegersicht abgeblendet werden, d.h. die frisch

    ausgehobene Erde wurde mit Rasenstücken gedeckt, Sträucher

    neu angepflanzt und der Graben mit Strohmatten

    überdeckt. Der Binder wurde 3m tief eingegraben, rechts

    und links Eisenbahnschwellen eingebaut und mit Nellblech

    überdacht, dann alles mit Erde zugeworfen und

    abgeblendet. Es wurde unser Heim für weitere 4 Tage.

    Unteroffizier Thiring war mein Gewehrführer - Der Gewehrstand vom

    Feinde nicht erkannt bekam überhaupt kein direktes Feuer

    mit hin und wieder flogen Splitter bis zu uns. Prachtvolle

    Sommertage waren uns beschieden, und die Nächte so warm,

    dass man gar nicht das Empfinden hatte, zumal bei der Ruhe,




    S. 61

    Foto: Pauvre gosse!

    Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

    voulu de la paix.


  • January 20, 2017 09:35:30 Corinna Pichler (AUT)

    S. 60

    englischen Gräben vorbei.

    [20.VIII., 21.-26.VIII.] Am 20. August abends rückten wir wieder in Stellung.

    Diese Stellungen waren nun nicht mehr

    zusammhängend, sondern die M.Gs lagen weit verstreut zwischen den

    Infanteriepostierungen. Es war manchmal recht einsam

    für eine Bedienung von 4 Mann, doch war ein Zug, d.

    h. das zweite M.G. meistens nur ein paar hundert Schritte

    entfernt. Diesmal kam unser Zug in eine arg

    zerschossene Häusergruppe, neben welchen Sandsackbedeckte

    Wellblechbaracken der Engländers standen.



    S. 61

    Foto: Pauvre gosse!

    Vengeance pour mon petit! - Venge-le sur celui qui n'a pas

    voulu de la paix.


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  • 50.5795875||2.7495577||

    Richebourg

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  • Document location Richebourg
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15873 / 169005
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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