Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 3, item 13

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S. 20

schweisstriefend aber glücklich zum Gewehr zurück. Hier

stürzten sich gleich alle auf mich, selbst der Zugführer

der bei uns kampierte hielt nicht zurück. - Aber welch ein

Entsetzen malte sich auf die Gesichter als ich kleinlaut

eingestand dass es "Drahtverhau" (Dörrgemüse) gegeben

hatte. "Und solch nen Dreck schleppst du erst hierher?"

war der Dank dafür. Alle 6 die wir zusammenlagen

assen bloss ein Kochgeschirr leer, aus den anderen angelten

wir die Fleischstücke heraus. - und hofften herzlich auf

die Kameradschaft der Infanterie, welche uns von ihrer

Reiss oder Bohnensuppe etwas abgeben sollte. Bald kamen

auch diese, wir boten ihnen unsere Warme Verpflegung

an, glücklich griffen sie zu - die armen Kerle hofften

das Gleiche wie wir- im ganzen Bataillon gabs

Drahtverhau - das Ende vom Liede war, dass den ganzen Graben

entlang das Essen über Deckung geschüttet wurde.

So blieb nur das Brot und die Wurst übrig und der

Glaube an morgen. - Das Reinigen der Geschirre wurde

mit dem Lehmwasser der Pfützen und Granatlöcher

vorgenommen, ohne dass man wusste was es den Augen

verbarg, dann wurden die Kochgeschirre mit

Zeitungspapier trocken gerieben.

     In der Nacht von 15 zum 16  Juli war ein schweres Gewitter

Blitz und Donner folgten ohn Unterlass, als wollten sie den

Menschen mit ihren 1000den von Geschützen Konkurrenz machen,


S. 21

und es gelang ihnen doch, - Die Artillerien verschwiegen, die

Natur tobte allein, plaschend schlug der Regen auf den

Lehmboden, verwandelte die Gräben zu Bächen und die

Niederungen in Seen. Dazu war am Abend das

Vorkommando des ablösenden Regiments eingetroffen und die

wenigen unzureichenden Bunker waren gepfropft voll.

Uns allen graute vor dem Zurückschleppen, des gesammten

Materials, wie M.Gs. die teilweise mit grossen Schlitten in

Stellung waren, ferner dass 4000 Patronen, Wasserkessel

Leuchtmunition und was sonst noch. Um 4.00 morgens erhielt

ich Befehl an meinem Gewehr als Nachkommando, d.h.

noch 24 Stunden länger, beim neuen Regiment in Stellung

zu verbleiben, um die neue Grabenbesatzung mit den

Verhältnissen vertraut zu machen, ihnen die Richtpunkte

und alles sonst Wissenswerte mitzuteilen. So war ich

der Schlepperei in den aufgeweichten Gräben glücklich

enthoben, mit mir noch ein Unteroffizier und 3 Mann.

Im Morgengrauen bei leichtem Regen fand die Ablösung

statt. Durch das Abhandenkommen meines Tagebuches,

weiss ich heute nicht mehr, welches Regiment uns ablöste.

      Eine Freude war es nicht schon mit nasser Kleidung

in Stellung zu gelangen, dazu von oben bis unten

lehmbedeckt in völlig unbekanntem Gelände und auch wir

vom Nachkommando schimpften, - nur noch die

Unterschenkel, welche durch die über die Stiefel gewickelten Gamaschen

geschützt waren, waren trocken, jedes übrige

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S. 20

schweisstriefend aber glücklich zum Gewehr zurück. Hier

stürzten sich gleich alle auf mich, selbst der Zugführer

der bei uns kampierte hielt nicht zurück. - Aber welch ein

Entsetzen malte sich auf die Gesichter als ich kleinlaut

eingestand dass es "Drahtverhau" (Dörrgemüse) gegeben

hatte. "Und solch nen Dreck schleppst du erst hierher?"

war der Dank dafür. Alle 6 die wir zusammenlagen

assen bloss ein Kochgeschirr leer, aus den anderen angelten

wir die Fleischstücke heraus. - und hofften herzlich auf

die Kameradschaft der Infanterie, welche uns von ihrer

Reiss oder Bohnensuppe etwas abgeben sollte. Bald kamen

auch diese, wir boten ihnen unsere Warme Verpflegung

an, glücklich griffen sie zu - die armen Kerle hofften

das Gleiche wie wir- im ganzen Bataillon gabs

Drahtverhau - das Ende vom Liede war, dass den ganzen Graben

entlang das Essen über Deckung geschüttet wurde.

So blieb nur das Brot und die Wurst übrig und der

Glaube an morgen. - Das Reinigen der Geschirre wurde

mit dem Lehmwasser der Pfützen und Granatlöcher

vorgenommen, ohne dass man wusste was es den Augen

verbarg, dann wurden die Kochgeschirre mit

Zeitungspapier trocken gerieben.

     In der Nacht von 15 zum 16  Juli war ein schweres Gewitter

Blitz und Donner folgten ohn Unterlass, als wollten sie den

Menschen mit ihren 1000den von Geschützen Konkurrenz machen,


S. 21

und es gelang ihnen doch, - Die Artillerien verschwiegen, die

Natur tobte allein, plaschend schlug der Regen auf den

Lehmboden, verwandelte die Gräben zu Bächen und die

Niederungen in Seen. Dazu war am Abend das

Vorkommando des ablösenden Regiments eingetroffen und die

wenigen unzureichenden Bunker waren gepfropft voll.

Uns allen graute vor dem Zurückschleppen, des gesammten

Materials, wie M.Gs. die teilweise mit grossen Schlitten in

Stellung waren, ferner dass 4000 Patronen, Wasserkessel

Leuchtmunition und was sonst noch. Um 4.00 morgens erhielt

ich Befehl an meinem Gewehr als Nachkommando, d.h.

noch 24 Stunden länger, beim neuen Regiment in Stellung

zu verbleiben, um die neue Grabenbesatzung mit den

Verhältnissen vertraut zu machen, ihnen die Richtpunkte

und alles sonst Wissenswerte mitzuteilen. So war ich

der Schlepperei in den aufgeweichten Gräben glücklich

enthoben, mit mir noch ein Unteroffizier und 3 Mann.

Im Morgengrauen bei leichtem Regen fand die Ablösung

statt. Durch das Abhandenkommen meines Tagebuches,

weiss ich heute nicht mehr, welches Regiment uns ablöste.

      Eine Freude war es nicht schon mit nasser Kleidung

in Stellung zu gelangen, dazu von oben bis unten

lehmbedeckt in völlig unbekanntem Gelände und auch wir

vom Nachkommando schimpften, - nur noch die

Unterschenkel, welche durch die über die Stiefel gewickelten Gamaschen

geschützt waren, waren trocken, jedes übrige


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  • April 9, 2017 22:35:06 Rolf Kranz

    S. 20

    schweisstriefend aber glücklich zum Gewehr zurück. Hier

    stürzten sich gleich alle auf mich, selbst der Zugführer

    der bei uns kampierte hielt nicht zurück. - Aber welch ein

    Entsetzen malte sich auf die Gesichter als ich kleinlaut

    eingestand dass es "Drahtverhau" (Dörrgemüse) gegeben

    hatte. "Und solch nen Dreck schleppst du erst hierher?"

    war der Dank dafür. Alle 6 die wir zusammenlagen

    assen bloss ein Kochgeschirr leer, aus den anderen angelten

    wir die Fleischstücke heraus. - und hofften herzlich auf

    die Kameradschaft der Infanterie, welche uns von ihrer

    Reiss oder Bohnensuppe etwas abgeben sollte. Bald kamen

    auch diese, wir boten ihnen unsere Warme Verpflegung

    an, glücklich griffen sie zu - die armen Kerle hofften

    das Gleiche wie wir- im ganzen Bataillon gabs

    Drahtverhau - das Ende vom Liede war, dass den ganzen Graben

    entlang das Essen über Deckung geschüttet wurde.

    So blieb nur das Brot und die Wurst übrig und der

    Glaube an morgen. - Das Reinigen der Geschirre wurde

    mit dem Lehmwasser der Pfützen und Granatlöcher

    vorgenommen, ohne dass man wusste was es den Augen

    verbarg, dann wurden die Kochgeschirre mit

    Zeitungspapier trocken gerieben.

         In der Nacht von 15 zum 16  Juli war ein schweres Gewitter

    Blitz und Donner folgten ohn Unterlass, als wollten sie den

    Menschen mit ihren 1000den von Geschützen Konkurrenz machen,


    S. 21

    und es gelang ihnen doch, - Die Artillerien verschwiegen, die

    Natur tobte allein, plaschend schlug der Regen auf den

    Lehmboden, verwandelte die Gräben zu Bächen und die

    Niederungen in Seen. Dazu war am Abend das

    Vorkommando des ablösenden Regiments eingetroffen und die

    wenigen unzureichenden Bunker waren gepfropft voll.

    Uns allen graute vor dem Zurückschleppen, des gesammten

    Materials, wie M.Gs. die teilweise mit grossen Schlitten in

    Stellung waren, ferner dass 4000 Patronen, Wasserkessel

    Leuchtmunition und was sonst noch. Um 4.00 morgens erhielt

    ich Befehl an meinem Gewehr als Nachkommando, d.h.

    noch 24 Stunden länger, beim neuen Regiment in Stellung

    zu verbleiben, um die neue Grabenbesatzung mit den

    Verhältnissen vertraut zu machen, ihnen die Richtpunkte

    und alles sonst Wissenswerte mitzuteilen. So war ich

    der Schlepperei in den aufgeweichten Gräben glücklich

    enthoben, mit mir noch ein Unteroffizier und 3 Mann.

    Im Morgengrauen bei leichtem Regen fand die Ablösung

    statt. Durch das Abhandenkommen meines Tagebuches,

    weiss ich heute nicht mehr, welches Regiment uns ablöste.

          Eine Freude war es nicht schon mit nasser Kleidung

    in Stellung zu gelangen, dazu von oben bis unten

    lehmbedeckt in völlig unbekanntem Gelände und auch wir

    vom Nachkommando schimpften, - nur noch die

    Unterschenkel, welche durch die über die Stiefel gewickelten Gamaschen

    geschützt waren, waren trocken, jedes übrige

  • February 26, 2017 11:32:59 Rolf Kranz

    S. 20

    schweisstriefend aber glücklich zum Gewehr zurück. Hier

    stürzten sich gleich alle auf mich, selbst der Zugführer

    der bei uns kampierte hielt nicht zurück. - Aber welch ein

    Entsetzen malte sich auf die Gesichter als ich kleinlaut

    eingestand dass es "Drahtverhau" (Dörrgemuse) gegeben

    hatte. "Und solch nen Dreck schleppst du erst hierher?"

    war der Dank dafür. Alle 6 die wir zusammenlagen

    assen bloss ein Kochgeschirr leer, aus den anderen angelten

    wir die Fleischstücke heraus. - und hofften herzlich auf

    die Kameradschaft der Infanterie, welche uns von ihrer

    Reiss oder Bohnensuppe etwas abgeben sollte. Bald kamen

    auch diese, wir boten ihnen unsere Warme Verpflegung

    an, glücklich griffen sie zu - die armen Kerle hofften

    das Gleiche wie wir. im ganzen Bataillon gabs

    Drahtverhau - das Ende vom Liede war, dass den ganzen Graben

    entlang das Essen über Deckung geschüttet wurde.

    So blieb nur das Brot und die Wurst übrig und der

    Glaube an morgen. - Das Reinigen der Geschirre wurde

    mit dem Lehmwasser der Pfützen und Granatlöcher

    vorgenommen, ohne dass man wusste was es den Augen

    verbarg, dann wurde die Kochgeschirre mit

    Zeitungspapier trocken gerieben.

    In der Nacht von 15 zum 16. Juli war ein schweres Gewitter

    Blitz und Donner folgten ohn Unterlass, als wollten sie den

    Menschen mit ihren 1000 den von Geschützen Konkurrenz machen,


    S. 21

    und es gelang ihnen doch, - Die Artillerien verschwiegen, die

    Natur tobte allein, plaschend schlug der Regen auf den

    Lehmboden, verwandelte die Gräben zu Bächen und die

    Niederungen in Seen. Dazu war am Abend das

    Vorkommando des ablösenden Regiments eingetroffen und die

    wenigen unzureichenden Bunker waren gepfropft voll.

    Uns allen graute vor dem Zurückschleppen, des gesammten

    Materials, wie M.Gs. die teilweise mit grossen Schlitten in

    Stellung waren, ferner dass 4000 Patronen, Wasserkessel

    Leuchtmunition und was sonst noch. Um 4.00 morgens erhielt

    ich Befehl an meinem Gewehr als Nachkommando, d.h.

    noch 24 Stunden länger, beim neuen Regiment in Stellung

    zu verbleiben, um die neue Grabenbesatzung mit den

    Verhältnissen vertraut zu machen, ihnen die Richtpunkte

    und alles sonst Wissenswerte mitzuteilen. So war ich

    der Schlepperei in den aufgeweichten Gräben glücklich

    enthoben, mit mir noch ein Unteroffizier und 3 Mann.

    Im Morgengrauen bei leichtem Regen fand die Ablösung

    statt. Durch das Abhandenkommen meines Tagebuches,

    weiss ich heute nicht mehr, welches Regiment uns ablöste.

    Eine Freude war es nicht schon mit nasser Kleidung

    in Stellung zu gelangen, dazu von oben bis unten

    lehmbedeckt in völlig unbekanntem Gelände und auch wir

    vom Nachkommando schimpften, - nur noch die

    Unterschenkel, welche durch die über die Stiefel gewickelten Gamaschen

    geschützt waren, waren trocken, jedes übrige


  • January 18, 2017 21:49:09 Corinna Pichler (AUT)

    S. 20

    schweisstriefend aber glücklich zum Gewehr zurück. Hier

    stürzten sich gleich alle auf mich, selbst der Zugführer

    der bei uns kampierte hielt nicht zurück. - Aber welch ein

    Entsetzen malte sich auf die Gesichter als ich kleinlaut

    eingestand dass es "Drahtverhau" (Dörrgemuse) gegeben

    hatte. "Und solch nen Dreck schleppst du erst hierher?"

    war der Dank dafür. Alle 6 die wir zusammenlagen

    assen bloss ein Kochgeschirr hier, aus den anderen angelten

    wir die Fleischstücke heraus. - und hofften herzlich auf

    die Kameradschaft der Infanterie, welche uns von ihrer

    Reiss oder Bohnensuppe etwas abgeben sollte. Bald kamen

    auch diese, wir boten ihnen unsere Warme Verpflegung

    an, glücklich griffen sie zu - die armen Kerle hofften

    das Gleiche wie wir. im ganzen Bataillon gabs

    Drahtverhau - das Ende vom Liede war, dass den ganzen Graben

    entlang das Essen über Deckung geschüttet wurde.

    So blieb nur das Brot und die Wurst übrig und der

    Glaube an morgen. - Das Reinigen der Geschirre wurde

    mit dem Lehmwasser der Pfützen und Granatlöcher

    vorgenommen, ohne dass man wusste was es den Augen

    verbarg, dann wurde die Kochgeschirre mit

    Zeitungspapier trocken gerieben.

    In der Nacht von 15 zum 16. Juli war ein schweres gewitter

    Blitz und Donner folgten ohn [sic!] Unterlass, als wollten sie den

    Menschen mit ihren 1000 den von Geschützen Konkurrenz machen,


    S. 21

    und es gelang ihnen doch, - Die Artillerien verschwiegen, die

    Natur tobte allein, planschend schlug der Regen auf den

    Lehmboden, verwandelte die Gräben zu Bächen und die

    Niederungen in Seen. Dazu war am Abend das

    Vorkommando des ablösenden Regiments eingetroffen und die

    wenigen unzureichenden Bunker waren gepforpft voll.

    Uns allen graute vor dem Zurückschleppen, des gesammten

    Materials, wie M.Gs. die teilweise mit grossen Schlitten in

    Stellung waren, ferner dass 4000 Patronen, Wasserkessel

    Leuchtmunition und was sonst noch. Um 4.00 morgens erhielt

    ich Befehl an meinem Gewehr als Nachkommando, d.h.

    noch 24 Stunden länger, beim neuen Regiment in Stellung

    zu verbleiben, um die neue Grabenbesatzung mit den

    Verhältnissen vertraut zu machen, ihnen die Richtpunkte

    und alles sonst Wissenswerte mitzuteilen. So war ich

    der Schlepperei in den aufgeweckten Gräben glücklich

    enthoben, mit mir noch ein Unteroffizier und 3 Mann.

    Im Morgengrauen bei leichtem Regen fand die Ablösung

    statt. Durch das Abhandenkommen meines Tagebäckes,

    weiss ich heute nicht mehr, welches Regiment uns ablöste.

    Eine Freude war es nicht schon mit nasser Kleidung

    in Stellung zu gelangen, dazu von oben bis unten

    lehmbedeckt in völlig unbekanntem Gelände und auch wir

    vom Nachkommando schimpften, - nur noch die

    Unterschenkel, welche durch die über die Stiefel gewickelten Gamaschen

    geschützt waren, waren trocken, jedoch übrige


  • January 18, 2017 21:43:06 Corinna Pichler (AUT)

    S. 20

    schweisstriefend aber glücklich zum Gewehr zurück. Hier

    stürzten sich gleich alle auf mich, selbst der Zugführer

    der bei uns kampierte hielt nicht zurück. - Aber welch ein

    Entsetzen malte sich auf die Gesichter als ich kleinlaut

    eingestand dass es "Drahtverhau" (Dörrgemuse) gegeben

    hatte. "Und solch nen Dreck schleppst du erst hierher?"

    war der Dank dafür. Alle 6 die wir zusammenlagen

    assen bloss ein Kochgeschirr hier, aus den anderen angelten

    wir die Fleischstücke heraus. - und hofften herzlich auf

    die Kameradschaft der Infanterie, welche uns von ihrer

    Reiss oder Bohnensuppe etwas abgeben sollte. Bald kamen

    auch diese, wir boten ihnen unsere Warme Verpflegung

    an, glücklich griffen sie zu - die armen Kerle hofften

    das Gleiche wie wir. im ganzen Bataillon gabs

    Drahtverhau - das Ende vom Liede war, dass den ganzen Graben

    entlang das Essen über Deckung geschüttet wurde.

    So blieb nur das Brot und die Wurst übrig und der

    Glaube an morgen. - Das Reinigen der Geschirre wurde

    mit dem Lehmwasser der Pfützen und Granatlöcher

    vorgenommen, ohne dass man wusste was es den Augen

    verbarg, dann wurde die Kochgeschirre mit

    Zeitungspapier trocken gerieben.

    In der Nacht von 15 zum 16. Juli war ein schweres gewitter

    Blitz und Donner folgten ohn [sic!] Unterlass, als wollten sie den

    Menschen mit ihren 1000 den von Geschützen Konkurrenz machen,


    S. 21



  • January 18, 2017 21:41:01 Corinna Pichler (AUT)

    S. 20

    schweisstriefend aber glücklich zum Gewehr zurück. Hier

    stürzten sich gleich alle auf mich, selbst der Zugführer

    der bei uns kampierte hielt nicht zurück. - Aber welch ein

    Entsetzen malte sich auf die Gesichter als ich kleinlaut

    eingestand dass es "Drahtverhau" (Dörrgemuse) gegeben

    hatte. "Und solch nen Dreck schleppst du erst hierher?"

    war der Dank dafür. Alle 6 die wir zusammenlagen

    assen bloss ein Kochgeschirr hier, aus den anderen angelten

    wir die Fleischstücke heraus. - und hofften herzlich auf

    die Kameradschaft der Infanterie, welche uns von ihrer

    Reiss oder Bohnensuppe etwas abgeben sollte. Bald kamen

    auch diese, wir boten ihnen unsere Warme Verpflegung

    an, glücklich griffen sie zu - die armen Kerle hofften

    das Gleiche wie wir. im ganzen Bataillon gabs

    Drahtverhau - das Ende vom Liede war, dass den ganzen Graben

    entlang das Essen über Deckung geschüttet wurde.


    S. 21



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    15873 / 168984
    Source
    http://europeana1914-1918.eu/...
    Contributor
    Heike Knothe
    License
    http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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