Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 2, item 99

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S. 154

Wirtin, welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nach dem

Andern reichen; zuletzt noch die fast bange Frage "-Wo-

wo ist mein Revolver?

      Um 2 Uhr nachts rasselten Automobile vor das

Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

Berlin, wo sie etwa eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

liegen blieben. Ich kam während dieser Zeit mehreremals

nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

13. Februar.                                                                                            13.II.

      Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.                15.II.-3.III.1918

      Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

habe ich sie nie, sondern sogar bald nach Haus geschickt.


 ... Urlaubsschein

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S. 154

Wirtin, welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nach dem

Andern reichen; zuletzt noch die fast bange Frage "-Wo-

wo ist mein Revolver?

      Um 2 Uhr nachts rasselten Automobile vor das

Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

Berlin, wo sie etwa eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

liegen blieben. Ich kam während dieser Zeit mehreremals

nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

13. Februar.                                                                                            13.II.

      Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.                15.II.-3.III.1918

      Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

habe ich sie nie, sondern sogar bald nach Haus geschickt.


 ... Urlaubsschein


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  • April 8, 2017 22:18:39 Rolf Kranz

    S. 154

    Wirtin, welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nach dem

    Andern reichen; zuletzt noch die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

          Um 2 Uhr nachts rasselten Automobile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie etwa eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. Ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.                                                                                            13.II.

          Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.                15.II.-3.III.1918

          Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sondern sogar bald nach Haus geschickt.


     ... Urlaubsschein

  • February 24, 2017 22:16:44 Rolf Kranz

    S. 154

    Wirtin, welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt noch die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

    Um 2 Uhr nachts rasselten Automobile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie extra eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. Ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.

    Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.

    Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sondern sogar bald nach Haus geschickt.




  • January 16, 2017 15:20:44 Corinna Pichler (AUT)

    S. 154

    Wirtin welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt nach die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

    Um 2 Uhr nachts rasselten Autombile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie extra eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.

    Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.

    Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sodass sogar bald nach Haus geschickt.


    S. 155

    Am 12. März hatte ich einen Brief nach Zehlendorf zu schaffen.

    Ich verpasste den Zug auf dem Postdamer Bahnhof und hatte eine

    Stunde Zeit. Als ich die Anhalter Strasse entlang schlenderte härte ich das

    bekannte tatü tata der kaiserlichen Autos, aber es war leer. Kurze

    Zeit darauf hörte ich, als ich versunken ein Schaufenster besah, ein

    sonderbar dumpfes Autohupen. Beim raschen Umdrehen sah ich 3


    [eingelegt über den Rest der Seite]

    Urlaubsschein

    Der_______________________________________________________________________

    von der___________________________________________________________________

    wird hiermit vom __________________ bis einschließlich ____________ 191 nachts __________ Uhr

    nach ________________________

    Alle Behörden werden ersucht, ihn ungehindert reisen zu lassen und ihm nötigenfalls Schutz und Hilfe zu gewähren.

    [Stempel] _______________, den _________________ 191  .

    eigenhändige Unterschrift und Bezeichnung

    -------------------------------------------------------------------------------------------------

    1. Der Urlaubsschein ist beim Lösen der Militärfahrkarte dem Schalterbeamten ohne Aufforderung und

    offen vorzulegen, während der Fahrt auf Verlangen vorzuzeigen und nach Rückkehr vom Urlaub abzugeben.

    2. Ncht ausfragen lassen! Nicht über militärische Dinge reden! (Spiongefahr!)

    3. Bei Reisen zu Erwerbszwecken stets Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs lösen.

    4. Strenge Bestrafung hat zu gewärtigen:

    a) wer irgend eine Änderung oder Ergänzung auf dem Urlaubsschein vornimmt,

    b) wer versucht, sich durch irgend welche unredichen Maßnahmen (z.B. Fälschen von Urlaubsscheinen)

    Waren über den zuständigen Bedarf zu verschaffen.


  • January 16, 2017 15:20:13 Corinna Pichler (AUT)

    S. 154

    Wirtin welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt nach die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

    Um 2 Uhr nachts rasselten Autombile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie extra eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.

    Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.

    Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sodass sogar bald nach Haus geschickt.


    S. 155

    Am 12. März hatte ich einen Brief nach Zehlendorf zu schaffen.

    Ich verpasste den Zug auf dem Postdamer Bahnhof und hatte eine

    Stunde Zeit. Als ich die Anhalter Strasse entlang schlenderte härte ich das

    bekannte tatü tata der kaiserlichen Autos, aber es war leer. Kurze

    Zeit darauf hörte ich, als ich versunken ein Schaufenster besah, ein

    sonderbar dumpfes Autohupen. Beim raschen Umdrehen sah ich 3


    [eingelegt über den Rest der Seite]

    Urlaubsschein

    Der_______________________________________________________________________

    von der___________________________________________________________________

    wird hiermit vom __________________ bis einschließlich ____________ 191 nachts __________ Uhr

    nach ________________________

    Alle Behörden werden ersucht, ihn ungehindert reisen zu lassen und ihm nötigenfalls Schutz und Hilfe zu gewähren.

    [Stempel] _______________, den _________________ 191  .

    eigenhändige Unterschrift und Bezeichnung

    -------------------------------------------------------------------------------------------------

    1. Der Urlaubsschein ist beim Lösen der Militärfahrkarte dem Schalterbeamten ohne Aufforderung und

    offen vorzulegen, während der Fahrt auf Verlangen vorzuzeigen und nach Rückkehr vom Urlaub abzugeben.

    2. Ncht ausfragen lassen! Nicht über militärische Dinge reden! (Spiongefahr!)

    3. Bei Reisen zu Erwerbsgweden stets Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs lösen.

    4. Strenge Bestrafung hat zu gewärtigen:

    a) wer irgend eine Änderung oder Ergänzung auf dem Urlaubsschein vornimmt,

    b) wer versucht, sich durch irgend welche unredichen Maßnahmen (z.B. Fälschen von Urlaubsscheinen)

    Waren über den zuständigen Bedarf zu verschaffen.


  • January 16, 2017 15:17:28 Corinna Pichler (AUT)

    S. 154

    Wirtin welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt nach die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

    Um 2 Uhr nachts rasselten Autombile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie extra eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.

    Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.

    Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sodass sogar bald nach Haus geschickt.


    S. 155

    Am 12. März hatte ich einen Brief nach Zehlendorf zu schaffen.

    Ich verpasste den Zug auf dem Postdamer Bahnhof und hatte eine

    Stunde Zeit. Als ich die Anhalter Strasse entlang schlenderte härte ich das

    bekannte tatü tata der kaiserlichen Autos, aber es war leer. Kurze

    Zeit darauf hörte ich, als ich versunken ein Schaufenster besah, ein

    sonderbar dumpfes Autohupen. Beim raschen Umdrehen sah ich 3


    [eingelegt über den Rest der Seite]

    Urlaubsschein

    Der_______________________________________________________________________

    von der___________________________________________________________________

    wird hiermit vom __________________ bis einschließlich ____________ 191 nachts __________ Uhr

    nach ________________________

    Alle Behörden werden ersucht, ihn ungehindert reisen zu lassen und ihm nötigenfalls Schutz und Hilfe zu gewähren.

    [Stempel] _______________, den _________________ 191  .

    eigenhändige Unterschrift und Bezeichnung

    -------------------------------------------------------------------------------------------------



  • January 16, 2017 15:15:08 Corinna Pichler (AUT)

    S. 154

    Wirtin welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt nach die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

    Um 2 Uhr nachts rasselten Autombile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie extra eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.

    Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.

    Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sodass sogar bald nach Haus geschickt.


    S. 155

    Am 12. März hatte ich einen Brief nach Zehlendorf zu schaffen.

    Ich verpasste den Zug auf dem Postdamer Bahnhof und hatte eine

    Stunde Zeit. Als ich die Anhalter Strasse entlang schlenderte härte ich das

    bekannte tatü tata der kaiserlichen Autos, aber es war leer. Kurze

    Zeit darauf hörte ich, als ich versunken ein Schaufenster besah, ein

    sonderbar dumpfes Autohupen. Beim raschen Umdrehen sah ich 3


  • January 16, 2017 15:13:14 Corinna Pichler (AUT)

    S. 154

    Wirtin welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt nach die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

    Um 2 Uhr nachts rasselten Autombile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie extra eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.

    Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.

    Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sodass sogar bald nach Haus geschickt.


    S. 155


  • January 16, 2017 15:13:04 Corinna Pichler (AUT)

    Wirtin welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt nach die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?

    Um 2 Uhr nachts rasselten Autombile vor das

    Kommando und nahmen die Mannschaften auf, es ging nach

    Berlin, wo sie extra eine Woche in ständiger Alarmbereitschaft

    liegen blieben. ich kam während dieser Zeit mehreremals

    nach Berlin und sah allerorts Schutzmannsdoppelposten,

    mit Karabinern. Der Belagerungszustand dauerte bis

    13. Februar.

    Am 15. Februar fuhr ich wiedermal nach Görlitz, ich hatte

    bis 28. Urlaub, und erbat dann bis 3. März Nachurlaub.

    Während des Urlaubs verlebte ich abermals schöne Stunden,

    allerdings schon mit dem Hintergedanken an meines baldiges

    zweites Aurücken. Von Urlaub zurück versah ich weiter

    hin Ordonnanzdienste, mit dem Erfolge, dass ich mir aus

    purem Spass blanko Urlaubsscheine besorgte versehen mit

    allen nötigen Stempeln, sodass dieselben nur ausgefüllt zu

    werden brauchten. Ich tat dies aus dem Grunde nur ein

    Andenken zu schaffen, und um etwas zu renommieren, gebraucht

    habe ich sie nie, sodass sogar bald nach Haus geschickt.


  • January 16, 2017 14:58:07 Corinna Pichler (AUT)

    Wirtin welche mir zu Tode erschrocken im Schlafrock öffnete

    war keines Wortes mächtig und wies mir stumm das

    Schlafgemach des Leutnants. Ich klopfte auch gleich mit der

    Faust und riss den Schläfer aus den schönsten Träumen.

    Er stand aber im Nu auf. Anders ein Feldwebelleutnant

    den ich im Anschluss ebenfalls nach allerlei Hindernissen

    weckte, diesem musste ich ein Kleidungsstück nachdem

    Andern reichen; zuletzt nach die fast bange Frage "-Wo-

    wo ist mein Revolver?



Description

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  • 50.2912494||2.7777485000000297||

    Schlacht von Arras

    ||1
Location(s)
  • Story location Schlacht von Arras


ID
15872 / 168932
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Western Front

  • Artillery
  • Prisoners of War
  • Propaganda
  • Tanks and Armoured Fighting Vehicles
  • Trench Life



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