Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 2, item 73

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[Es fehlen Scans für S.104-105]

S. 106

   Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

die Engländer immer noch auf das Hintergelände, und so versuchten

wir der Gefahr des Getroffenwerdens schneller zu entgegen und

zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

      Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

langsam fahren. In Marschkolonnen rückten die Verstärkungen

heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

Hebung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

      Wir dagegen empfanden zur Beruhigung, dass es dem Feinde

angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

in der Revierstube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


S. 107

      Auch hier konnten sich die Leute keine Vorstellung des Kampfes

machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

nur wenige zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig versprengt bei anderen

Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Aushalten des ersten

Angriffs. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Krankenwagens zur

Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

und weiterverteilt. Es war mir nicht mehr möglich mich                                            8.VI.17

aufrecht zu halten, auf einer Bahre wurde ich um 4.00 morgens in

ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

Feldlazarett 12 in Roubaix.

      Dieses Feldlazarett war eine katholische Stiftung, äusserst

sauber und freundlich. Schmutzig wie ich war, kam ich

in ein weiches Bett, fein mit weissen Federbetten und Decken.

Es war ein himmlisches Gefühl sich seit Monaten wieder in einem

richtigen Bett zu befinden, in sauberer Stube und guter Pflege.

Nur in den raschen Wechsel all des Erlebens der letzten 24

Stunden konnte ich mich nur langsam finden. Vor Stunden

noch das wahnsinnige Getöse der grössten Flandernschlacht

mit all ihren Schrecken, nun die himmlische Ruhe in

sonnendurchflutetem Zimmer - ich glaubte zu träumen.

      Im Zimmer standen noch 11 Betten, welche bald alle belegt

waren von den Opfern des blutigen Ringens.

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[Es fehlen Scans für S.104-105]

S. 106

   Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

die Engländer immer noch auf das Hintergelände, und so versuchten

wir der Gefahr des Getroffenwerdens schneller zu entgegen und

zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

      Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

langsam fahren. In Marschkolonnen rückten die Verstärkungen

heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

Hebung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

      Wir dagegen empfanden zur Beruhigung, dass es dem Feinde

angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

in der Revierstube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


S. 107

      Auch hier konnten sich die Leute keine Vorstellung des Kampfes

machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

nur wenige zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig versprengt bei anderen

Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Aushalten des ersten

Angriffs. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Krankenwagens zur

Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

und weiterverteilt. Es war mir nicht mehr möglich mich                                            8.VI.17

aufrecht zu halten, auf einer Bahre wurde ich um 4.00 morgens in

ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

Feldlazarett 12 in Roubaix.

      Dieses Feldlazarett war eine katholische Stiftung, äusserst

sauber und freundlich. Schmutzig wie ich war, kam ich

in ein weiches Bett, fein mit weissen Federbetten und Decken.

Es war ein himmlisches Gefühl sich seit Monaten wieder in einem

richtigen Bett zu befinden, in sauberer Stube und guter Pflege.

Nur in den raschen Wechsel all des Erlebens der letzten 24

Stunden konnte ich mich nur langsam finden. Vor Stunden

noch das wahnsinnige Getöse der grössten Flandernschlacht

mit all ihren Schrecken, nun die himmlische Ruhe in

sonnendurchflutetem Zimmer - ich glaubte zu träumen.

      Im Zimmer standen noch 11 Betten, welche bald alle belegt

waren von den Opfern des blutigen Ringens.


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  • April 8, 2017 09:21:38 Rolf Kranz

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

       Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Hintergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenwerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

          Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnen rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Hebung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

          Wir dagegen empfanden zur Beruhigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Revierstube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107

          Auch hier konnten sich die Leute keine Vorstellung des Kampfes

    machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

    nur wenige zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

    Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

    Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig versprengt bei anderen

    Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

    ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Aushalten des ersten

    Angriffs. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

    Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Krankenwagens zur

    Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

    Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

    und weiterverteilt. Es war mir nicht mehr möglich mich                                            8.VI.17

    aufrecht zu halten, auf einer Bahre wurde ich um 4.00 morgens in

    ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

    Feldlazarett 12 in Roubaix.

          Dieses Feldlazarett war eine katholische Stiftung, äusserst

    sauber und freundlich. Schmutzig wie ich war, kam ich

    in ein weiches Bett, fein mit weissen Federbetten und Decken.

    Es war ein himmlisches Gefühl sich seit Monaten wieder in einem

    richtigen Bett zu befinden, in sauberer Stube und guter Pflege.

    Nur in den raschen Wechsel all des Erlebens der letzten 24

    Stunden konnte ich mich nur langsam finden. Vor Stunden

    noch das wahnsinnige Getöse der grössten Flandernschlacht

    mit all ihren Schrecken, nun die himmlische Ruhe in

    sonnendurchflutetem Zimmer - ich glaubte zu träumen.

          Im Zimmer standen noch 11 Betten, welche bald alle belegt

    waren von den Opfern des blutigen Ringens.

  • February 21, 2017 21:01:17 Rolf Kranz

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Hintergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenwerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnen rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Hebung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Beruhigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Revierstube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107

    Auch hier konnten sich die Leute keine Vorstellung des Kampfes

    machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

    nur weniger zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

    Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

    Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig versprengt bei anderen

    Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

    ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Aushalten des ersten

    Angriffs. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

    Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Krankenwagens zur

    Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

    Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

    und weiterverteilt. [8.VI.17] Es war mir nicht mehr möglich mich

    aufrecht zu halten, auf einer Bahre wurde ich um 4.00 morgens in

    ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

    Feldlazarett 12 in Roubaix.

    Dieses Feldlazarett war eine katholische Stiftung, äusserst

    sauber und freundlich. Schmutzig wie ich war, kam ich

    in ein weiches Bett, fein mit weissen Federbetten und Decken.

    Es war ein himmlisches Gefühl sich seit Monaten wieder in einem

    richtigen Bett zu befinden, in sauberer Stube und guter Pflege.

    Nur in den raschen Wechsel all des Erlebens der letzten 24

    Stunden konnte ich mich nur langsam finden. Vor Stunden

    noch das wahnsinnige Getöse der grössten Flandernschlacht

    mit all ihren Schrecken, nun die himmlische Ruhe in

    sonnendurchflutetem Zimmer - ich glaubte zu träumen.

    Im Zimmer standen noch 11 Betten, welche bald alle belegt

    waren von den Opfern des blutigen Ringens.


  • January 6, 2017 10:25:52 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Habung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Besichtigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Reversestube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107

    Auch hier konnten sich die Leute keine Vostellung des Kampfes

    machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

    nur weniger zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

    Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

    Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig verprengt bei anderen

    Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

    ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Mithalten des ersten

    Angriff. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

    Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Kranenwagens zur

    Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

    Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

    und weitervertelt. [8.VI.17] Es war mir nicht mehr möglich mich

    aufrecht zu halten, auf einer Röhre wurde ich um 4.00 morgens in

    ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

    Feldlazarett 12 in Bonbaix.

    Dieses Feldlazarett war eine katholische Stiftung, äusserst

    sauber und freundlich. Schmutzig wie ich war, kam ich

    in ein weiches Bett, fein mit weissen Federbette und Decken.

    Es war ein himmlisches Gefühl sich seit Monaten wieder in einem

    richtigen Bett zu befinden, in sauberer Stube und guter Pflege.

    Nur in den raschen Wachsel all des Erlebens der letzten 24

    Stunden konnte ich mich nur langsam finden. Vor Stunden

    noch das wahnsinnige Getöse der grössten Flandernschlacht

    mit all ihren Schrecken, nun die himmlische Ruhe in

    sonnendurchflutetem Zimmer - ich glaubte zu träumen.

    Im Zimmer standen noch 11 Betten, welche bald alle belegt

    waren von den Opfern des blutigen Reigens.


  • January 6, 2017 10:25:49 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Habung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Besichtigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Reversestube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107

    Auch hier konnten sich die Leute keine Vostellung des Kampfes

    machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

    nur weniger zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

    Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

    Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig verprengt bei anderen

    Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

    ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Mithalten des ersten

    Angriff. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

    Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Kranenwagens zur

    Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

    Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

    und weitervertelt. [8.VI.17] Es war mir nicht mehr möglich mich

    aufrecht zu halten, auf einer Röhre wurde ich um 4.00 morgens in

    ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

    Feldlazarett 12 in Bonbaix.

    Dieses Feldlazarett war eine katholische Stiftung, äusserst

    sauber und freundlich. Schmutzig wie ich war, kam ich

    in ein weiches Bett, fein mit weissen Federbette und Decken.

    Es war ein himmlisches Gefühl sich seit Monaten wieder in einem

    richtigen Bett zu befinden, in sauberer Stube und guter Pflege.

    Nur in den raschen Wachsel all des Erlebens der letzten 24

    Stunden konnte ich mich nur langsam finden. Vor Stunden

    noch das wahnsinnige Getöse der grössten Flandernschlacht

    mit all ihren Schrecken, nun die himmlische Ruhe in

    sonnendurchflutetem Zimmer - ich glaubte zu träumen.

    Im Zimmer standen noch 11 Betten, welche bald alle belegt

    warenvon den Opfern des blutigen Reigens.


  • January 6, 2017 10:25:29 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Habung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Besichtigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Reversestube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107

    Auch hier konnten sich die Leute keine Vostellung des Kampfes

    machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

    nur weniger zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

    Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

    Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig verprengt bei anderen

    Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

    ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Mithalten des ersten

    Angriff. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

    Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Kranenwagens zur

    Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

    Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

    und weitervertelt. [8.VI.17] Es war mir nicht mehr möglich mich

    aufrecht zu halten, auf einer Röhre wurde ich um 4.00 morgens in

    ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

    Feldlazarett 12 in Bonbaix.

    Dieses Feldlazarett war eine katholische Stiftung, äusserst

    sauber und freundlich. Schmutzig wie ich war, kam ich

    in ein weiches Bett, fein mit weissen Federbette und Decken.

    Es war ein himmlisches Gefühl sich seit Monaten wieder in einem

    richtigen Bett zu befinden, in sauberer Stube und guter Pflege.

    Nur in den raschen Wachsel all des Erlebens der letzten 24

    Stunden konnte ich mich nur langsam finden. Vor Stunden

    noch das wahnsinnige Getöse der grössten Flandernschlacht

    mit all ihren Schrecken, nun die himmlische Ruhe in

    samenduflatetem Zimmer - ich glaubte zu träumen.

    Im Zimmer standen noch 11 Betten, welche bald alle belegt

    warenvon den Opfern des blutigen Reigens.


  • January 6, 2017 10:22:48 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Habung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Besichtigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Reversestube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107

    Auch hier konnten sich die Leute keine Vostellung des Kampfes

    machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

    nur weniger zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

    Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

    Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig verprengt bei anderen

    Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

    ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Mithalten des ersten

    Angriff. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

    Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Kranenwagens zur

    Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 der erste grosse

    Schub angekommen, nun schon an die 800 Mann aufgenommen

    und weitervertelt. Es war mir nicht mehr möglich mich

    aufrecht zu halten, auf einer Röhre wurde ich um 4.00 morgens in

    ein Auto geladen und kam früh um 6.20 ins bayrische

    Feldlazarett 12 in Bonbaix


  • January 6, 2017 10:21:31 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Habung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Besichtigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Reversestube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107

    Auch hier konnten sich die Leute keine Vostellung des Kampfes

    machen, waren nur verwundert, dass von ihren eigenen Leuten

    nur weniger zurückkamen, und ebenso über die Verluste unserer

    Division. Die Mehrzahl der Überlebenden Bayern mag wohl in

    Gefangenschaft gekommen sein oder war vollständig verprengt bei anderen

    Truppenteilen, denn die Sprengungen ihrer Stellungen mag

    ihnen viele Leute gekostet haben, ebenso das Mithalten des ersten

    Angriff. - Ich erhielt hier meine Einspritzung gegen

    Wundstarrkrampf und wurde mitten in der Nacht mittels Kranenwagens zur

    Verwundeten Sammelstelle gefahren, dort war nachmittags 5.00 erste grosse

    Schub n


  • January 6, 2017 10:19:00 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Habung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Besichtigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Reversestube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division.


    S. 107



  • January 6, 2017 10:18:31 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über

    die grossen Verwundetentransporte erstaunt, es mag ja nicht zur

    Habung ihrer Begeisterung beigetragen haben, als ich erzählte

    wie es unserem Bataillon seit Mittag 12.00 ergangen war.

    Wir dagegen empfanden zur Besichtigung, dass es dem Feinde

    angesichts der vielen Verstärkungen nicht gelingen würde, die

    Front zu durchbrechen. Die Wagen führten bis Linselles, wo ich

    in der Reversestube des 1. Bataillon des Reg. I.R.5 abgesetzt

    wurde. Ich war der 70ste, welcher an diesem Tage dort

    Aufnahme fand und der 1. meines Regiments und der 1. Division



    S. 107


  • January 6, 2017 10:14:21 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht aufgefunden, teilweise nichts mehr übrig gefunden

    als Trümmer, die nicht wert waren geborgen zu werden.

    Bis zur Kanalbrücke dauerte die schnelle Fahrt, dann

    mussten sie, wegen des Verkehrs, den immer neue zur

    Verstärkung anrückende Reserve Divisionen verursachten,

    langsam fahren. In Marschkolonnien rückten die Verstärkungen

    heran, singend und pfeifend. Von den Führern wurden

    wir über die Stellungen ausgefragt, denn diese waren über



    S. 107


  • January 6, 2017 10:12:28 Corinna Pichler (AUT)

    [Es fehlen Scans für S.104-105]

    S. 106

    Chausée nach Comines zu. Bei der rasenden Fahrt über die

    an vielen Stellen zerschossene Strasse stöhnten wir Verwundeten.

    Bei jedem Sprung den der Wagen über Pflastersteine, Löcher, oder

    Äste machte stauchte mein Fuss auf den Boden, was die Schmerzen

    vermehrte, aber dieser Galopp ward notwendig, einmal schossen

    die Engländer immer noch auf das Untergelände, und so versuchten

    wir der Gefahr des Getroffenswerdens schneller zu entgegen und

    zweitens musste der Wagen den anderen nach. Diese Wagen

    gehörten einem Feldartillerieregiment und waren nach vorn

    gefahren um ihre Batterien zu bergen, hatten aber teilweise

    diesselben nicht


    S. 107


  • January 6, 2017 10:08:11 Corinna Pichler (AUT)

Description

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  • 50.6927049||3.177847||

    Roubaix

  • 50.739197||3.080101||

    Linselles

  • 50.2912494||2.7777485000000297||

    Schlacht von Arras

    ||1
Location(s)
  • Story location Schlacht von Arras
  • Document location Roubaix
  • Additional document location Linselles
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ID
15872 / 168903
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
Licence
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


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