Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 2, item 61

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S. 90

durch die Fenster. Die Kameraden erwachten ebenfalls, durch

den plötzlichen Beginn des englischen Trommelfeuers. Einige darunter

auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

ganze Horizont glich einer Feuerbrunst und war in Rauch

und Qualm gehüllt, - Im Osten ging indessen die Sonne auf und

beleuchtete das grosse Schlachtendrama. - An Schlaf war ja nicht

zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht uns keine

Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

drittens waren die Nerven derart beschäftigt, dass man vor Erregung

zitterte.

      Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

Lotte Voigt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


S. 91

      Die Gewehrbedienungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen mengte

sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

(Flak = Fliegerabwehrkanone). Gegen 5.30 kam endlich der Befehl

zum Abrücken,  ein jeder ergriff sein bereitliegendes Gerät, ein

kurzes "Glück auf - machs gut" und los ging es. Feldwebel Schneider

und Ordennanz führten uns zum Sammelplatz. Im Marsch zu

Einem tippelten wir in den feuchten Niederrungen des Kortekarbaches

unter den hohen Weiden und Laubbäumen entlang, um uns

möglichst gegen Sicht vor den feindlichen Fliegern zu decken.


 ... Foto:

Ein Haus an der Strassenkreuzung vor dem

Sammelplatz bei Messines.

17.VI.17.

"Garde Tien(?)


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S. 90

durch die Fenster. Die Kameraden erwachten ebenfalls, durch

den plötzlichen Beginn des englischen Trommelfeuers. Einige darunter

auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

ganze Horizont glich einer Feuerbrunst und war in Rauch

und Qualm gehüllt, - Im Osten ging indessen die Sonne auf und

beleuchtete das grosse Schlachtendrama. - An Schlaf war ja nicht

zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht uns keine

Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

drittens waren die Nerven derart beschäftigt, dass man vor Erregung

zitterte.

      Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

Lotte Voigt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


S. 91

      Die Gewehrbedienungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen mengte

sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

(Flak = Fliegerabwehrkanone). Gegen 5.30 kam endlich der Befehl

zum Abrücken,  ein jeder ergriff sein bereitliegendes Gerät, ein

kurzes "Glück auf - machs gut" und los ging es. Feldwebel Schneider

und Ordennanz führten uns zum Sammelplatz. Im Marsch zu

Einem tippelten wir in den feuchten Niederrungen des Kortekarbaches

unter den hohen Weiden und Laubbäumen entlang, um uns

möglichst gegen Sicht vor den feindlichen Fliegern zu decken.


 ... Foto:

Ein Haus an der Strassenkreuzung vor dem

Sammelplatz bei Messines.

17.VI.17.

"Garde Tien(?)



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  • April 7, 2017 20:55:42 Rolf Kranz

    S. 90

    durch die Fenster. Die Kameraden erwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Trommelfeuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer Feuerbrunst und war in Rauch

    und Qualm gehüllt, - Im Osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachtendrama. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht uns keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, dass man vor Erregung

    zitterte.

          Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

    einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

    dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

    ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

    wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

    sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

    auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

    Lotte Voigt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

    diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

    Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

    einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

    Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

    Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

    fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

    war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

    in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


    S. 91

          Die Gewehrbedienungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

    5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

    dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

    Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

    Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen mengte

    sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

    englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

    oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

    Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

    (Flak = Fliegerabwehrkanone). Gegen 5.30 kam endlich der Befehl

    zum Abrücken,  ein jeder ergriff sein bereitliegendes Gerät, ein

    kurzes "Glück auf - machs gut" und los ging es. Feldwebel Schneider

    und Ordennanz führten uns zum Sammelplatz. Im Marsch zu

    Einem tippelten wir in den feuchten Niederrungen des Kortekarbaches

    unter den hohen Weiden und Laubbäumen entlang, um uns

    möglichst gegen Sicht vor den feindlichen Fliegern zu decken.


     ... Foto:

    Ein Haus an der Strassenkreuzung vor dem

    Sammelplatz bei Messines.

    17.VI.17.

    "Garde Tien(?)


  • February 19, 2017 21:59:55 Rolf Kranz

    S. 90

    durch die Fenster. Die Kameraden erwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Trommelfeuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer Feuerbrunst und war in Rauch

    und Qualm gehüllt, - Im Osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht uns keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, dass man vor Erregung

    zitterte.

    Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

    einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

    dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

    ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

    wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

    sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

    auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

    Lotte Voigt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

    diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

    Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

    einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

    Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

    Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

    fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

    war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

    in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


    S. 91

    Die Gewehrbedinungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

    5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

    dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

    Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

    Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen mengte

    sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

    englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

    oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

    Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

    (Flak = Fliegerabwehrkanone). Gegen 5.30 kam endlich der Befehl

    zum Abrücken,  ein jeder ergriff sein bereitliegendes Gerät, ein

    kurzes "Glück auf - machs gut" und los ging es. Feldwebel Schmider

    und Ordennanz führten uns zum Sammelplatz. Im Marsch zu

    Einem tippelten wir in den feuchten Niederrungen des

    Kortekarbackes unter den hohen Weiden und Laubbäumen entlang, um uns

    möglichst gegen Sicht vor den feindlichen Fliegern zu decken.



  • January 2, 2017 12:31:58 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    daher durch die Fenster. Die Kameraden erwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Trommelfeuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer Feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im Osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht uns keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, dass man vor Erregung

    zitterte.

    Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

    einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

    dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

    ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

    wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

    sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

    auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

    Lotte Voyt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

    diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

    Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

    einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

    Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

    Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

    fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

    war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

    in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


    S. 91

    Die Gewehrbedinungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

    5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

    dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

    Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

    Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen wengte

    sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

    englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

    oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

    Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

    (Flak = Fliegerabwehrkanone). Gegen 5.30 kam endlich der Befehl

    zum Abrücken,  ein jeder ergriff sein bereitliegendes Gerät, ein

    kurzes "Gleich auf - machs gut" und los ging es. Feldwebel Schmider

    und Ordennanz führten uns zum Sammelplatz. Im Marsch zu

    einem tippelten wir in den furchten Niederrngen des

    Kortekarbackes unter den hohen Weiden und Laubbäumen entlang, um uns

    möglichst gegen Sicht vor den feindlichen Fliegern zu decken.



  • January 2, 2017 12:29:56 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    daher durch die Fenster. Die kameradene rwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Tromelheuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht und keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, das sman vor Erregung

    zitterte.

    Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

    einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

    dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

    ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

    wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

    sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

    auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

    Lotte Voyt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

    diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

    Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

    einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

    Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

    Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

    fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

    war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

    in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


    S. 91

    Die Gewehrbedinungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

    5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

    dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

    Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

    Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen wengte

    sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

    englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

    oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

    Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

    (Flak = Fliegerabwehrkanone). Gegen 5.30 kam endlich der Befehl

    zum Abrücken,  ein jeder ergriff sein bereitliegendes Gerät, ein

    kurzes "Gleich auf - machs gut" und los ging es. Feldwebel Schmider

    und Ordennanz führten uns zum Sammelplatz. Im Marsch zu

    einem tippelten wir in den furchten Niederrngen des

    Kortekarbackes unter den hohen Weiden und Laubbäumen entlang, um uns

    möglichst gegen Sicht vor den feindlichen Fliegern zu decken.



  • January 2, 2017 12:29:45 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    daher durch die Fenster. Die kameradene rwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Tromelheuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht und keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, das sman vor Erregung

    zitterte.

    Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

    einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

    dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

    ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

    wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

    sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

    auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

    Lotte Voyt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

    diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

    Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

    einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

    Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

    Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

    fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

    war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

    in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


    S. 91

    Die Gewehrbedinungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

    5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

    dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

    Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

    Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen wengte

    sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

    englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

    oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

    Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

    (Flak = Fliegerabwehrkanone). Gegen 5.30 kam endlich der Befehl

    zum Abrücken,  ein jeder ergriff sein bereitliegendes Gerät, ein

    kurzes "Gleich auf - machs gut" und los ging es. Feldwebel Schmider

    und Ordennanz führten uns zum Sammelplatz. Im Marsch zu

    einem tippelten wir in den furchten Niederrngen des

    Kortekarbackes unter den hohen Weiden und Laubbäumen entlang, um uns

    möglichst gegen Sicht vor den feindlcihen Fliegern zu decken.



  • January 2, 2017 12:27:44 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    daher durch die Fenster. Die kameradene rwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Tromelheuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht und keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, das sman vor Erregung

    zitterte.

    Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

    einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

    dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

    ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

    wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

    sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

    auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

    Lotte Voyt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

    diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

    Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

    einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

    Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

    Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

    fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

    war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

    in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.


    S. 91

    Die Gewehrbedinungen waren eingeteilt. Ein Gewehrführer mit

    5 Mann. Unser Gewehr führte Gefreiter Zech, Richtschütze war Cient,

    dann als Patronenschütze 2-5, Ich #2, Schilleng (3), Matieschewsky (4) und

    Blaumann (N.5). Wir hatten also nichts anderes zu tun, als auf den

    Befehl zu warten, der uns in die Schlacht führt, - Draussen wengte

    sich ein neuer Ton hinzu, - das Surren der Proppeller von Dutzenden

    englischer Flieger, welche ziemlich tief flogen, um zu beobachten,

    oder mit Bomben und M.G. Feuer selbst tatkräftig einzugreifen.

    Hin und wieder knatterten die Abwehr M.Gs. und Flakbatterien

    (Flak = Fliegerabwehrkanone)



  • January 2, 2017 12:24:01 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    daher durch die Fenster. Die kameradene rwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Tromelheuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht und keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, das sman vor Erregung

    zitterte.

    Der Form halber wurden wir geweckt und das Gerät noch

    einmal nachgesehen. Ein Jeder wusste nun heut kommen wir

    dran, und das Warten war eine Qual. Bei mir stellte sich

    ein Gedanke blitzschnell ein, nähmlich ich hatte das Gefühl: "Heut

    wirst du verwundet" und ich wünschte nur das es am Arm

    sein möge, damit ich selbst zurückkann,  indessen aber vertraute ich

    auf die 3 vierblättrigen Kleeblätter, welche mir meine Kusine

    Lotte Voyt vor Monaten geschickt hatte, aber diese hatte ich nun

    diesmal im Gepäck bei den Fahrzeugen gelassen, desgleichen mein

    Feldtagebuch. Na komme was kommen mag, dachte ich, es war

    einem ganz sonderbar zu Mute, man kam sich in einer fremden

    Welt vor, so ganz losgelöst von allem, ich dachte wohl an meine

    Lieben daheim, empfand  aber kaum mehr als wie für völlig

    fremde Leute, und der Kopf, der doch sonst voller Gedanken ist,

    war so leer, ich hatte das so eigenartige Gefühl, welches

    in ähnlicher Weise einer Ohnmacht oder Narkose vorausgeht.




  • January 2, 2017 12:19:22 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    daher durch die Fenster. Die kameradene rwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Tromelheuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht und keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, das sman vor Erregung

    zitterte.


  • January 2, 2017 12:18:48 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    diesher durch die Fenster. Die kameradene rwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Tromelheuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht und keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, das sman vor Erregung

    zitterte.


  • January 1, 2017 11:09:15 Corinna Pichler (AUT)

    S. 90

    diesiger durch die Fenster. Die kameradene rwachten ebenfalls, durch

    den plötzlichen Beginn des englischen Tromelheuers. Einige darunter

    auch ich liefen ins Freie um irgendetwas zu sehen. - Der

    ganze Horizont glich einer feuerbrunst und war in Rauch

    und Säulen gehüllt, - Im osten ging indessen die Sonne auf und

    beleuchtete das grosse Schlachten draussen. - An Schlaf war ja nicht

    zu denken, einmal hätte der Lärm der Schlacht und keine

    Ruhe gelassen, dann konnten wir so wie so jeden Augenblick alarmiert

    und eingesetzt werden, da wir ja in Bereitschaft lagen, und

    drittens waren die Nerven derart beschäftigt, das sman vor Erregung

    zitterte.


Description

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  • 50.7962915||3.121342||

    Menen (Messines)

  • 50.2912494||2.7777485000000297||

    Schlacht von Arras

    ||1
Location(s)
  • Story location Schlacht von Arras
  • Document location Menen (Messines)


ID
15872 / 168869
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



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