Kriegstagebuch von Hans-Joachim Röhr aus Görlitz - Band 2, item 28

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S. 32

Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

des Geländes durch diese, schlugen kurz hintereinander 3 Granaten

zwischen die wartenden Mannschaften unseres Bataillons.

Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

Weinreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

wir weiter Umstehenden warfen uns platt auf die

Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

aber - es war ein Blindgänger und warf nur Schollen

auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

verdutzt von dem Vorgehen, welches sich in Sekunden abspielte,

stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche den

Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trafen

sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich warf mich zu

Boden,


S. 33

musste aber über mich selbst lachen, als ich der

Nutzlosigkeit meiner Bewegung klar wurde, denn das Schrappnell, welches

gerade über mir explodiert war, hatte längst alle Kugeln und

Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

marsch. - Bei

der Passage eines Grabens

stiegen, 5 verwundete

Tommys heraus,

welche von einem ebenfalls

Verwundeten Deutschen, nach

hinten gebracht wurden.


Foto: Schützengraben bei Arras.


Eine zweite Gruppe

Gefangener folgte bald,

während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen

umgingen wir das Dorf Navireuil, welches unter

schwerem engl. Feuer lag. Unablässig schlugen die Granaten

zwischen die Häuser, die in Schutt und Asche sanken, mächtige

Fontainen von Erde, Holz und Dachsparren stiegen gen Himmel

und brachen in sich zusammen. Eine grosse Dampf +

Staub + Rauchwolke hüllte die berstenden Häuser ein. An

einer Hecke stand ein verlassenes kleines Geschütz.

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S. 32

Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

des Geländes durch diese, schlugen kurz hintereinander 3 Granaten

zwischen die wartenden Mannschaften unseres Bataillons.

Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

Weinreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

wir weiter Umstehenden warfen uns platt auf die

Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

aber - es war ein Blindgänger und warf nur Schollen

auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

verdutzt von dem Vorgehen, welches sich in Sekunden abspielte,

stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche den

Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trafen

sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich warf mich zu

Boden,


S. 33

musste aber über mich selbst lachen, als ich der

Nutzlosigkeit meiner Bewegung klar wurde, denn das Schrappnell, welches

gerade über mir explodiert war, hatte längst alle Kugeln und

Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

marsch. - Bei

der Passage eines Grabens

stiegen, 5 verwundete

Tommys heraus,

welche von einem ebenfalls

Verwundeten Deutschen, nach

hinten gebracht wurden.


Foto: Schützengraben bei Arras.


Eine zweite Gruppe

Gefangener folgte bald,

während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen

umgingen wir das Dorf Navireuil, welches unter

schwerem engl. Feuer lag. Unablässig schlugen die Granaten

zwischen die Häuser, die in Schutt und Asche sanken, mächtige

Fontainen von Erde, Holz und Dachsparren stiegen gen Himmel

und brachen in sich zusammen. Eine grosse Dampf +

Staub + Rauchwolke hüllte die berstenden Häuser ein. An

einer Hecke stand ein verlassenes kleines Geschütz.


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  • April 4, 2017 22:01:48 Rolf Kranz

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, schlugen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Bataillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Weinreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Umstehenden warfen uns platt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und warf nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdutzt von dem Vorgehen, welches sich in Sekunden abspielte,

    stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

    der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

    zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

    anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

    zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche den

    Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trafen

    sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

    264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

    denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

    waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

    nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

    Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

    linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

    ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

    sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich warf mich zu

    Boden,


    S. 33

    musste aber über mich selbst lachen, als ich der

    Nutzlosigkeit meiner Bewegung klar wurde, denn das Schrappnell, welches

    gerade über mir explodiert war, hatte längst alle Kugeln und

    Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

    und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

    marsch. - Bei

    der Passage eines Grabens

    stiegen, 5 verwundete

    Tommys heraus,

    welche von einem ebenfalls

    Verwundeten Deutschen, nach

    hinten gebracht wurden.


    Foto: Schützengraben bei Arras.


    Eine zweite Gruppe

    Gefangener folgte bald,

    während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

    rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

    ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

    Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen

    umgingen wir das Dorf Navireuil, welches unter

    schwerem engl. Feuer lag. Unablässig schlugen die Granaten

    zwischen die Häuser, die in Schutt und Asche sanken, mächtige

    Fontainen von Erde, Holz und Dachsparren stiegen gen Himmel

    und brachen in sich zusammen. Eine grosse Dampf +

    Staub + Rauchwolke hüllte die berstenden Häuser ein. An

    einer Hecke stand ein verlassenes kleines Geschütz.

  • February 3, 2017 19:24:53 Rolf Kranz

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, schlugen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Bataillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Weinreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Umstehenden warfen uns platt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und warf nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdutzt von dem Vorgehen, welches sich in Sekunden abspielte,

    stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

    der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

    zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

    anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

    zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche die

    Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trafen

    sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

    264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

    denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

    waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

    nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

    Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

    linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

    ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

    sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich warf mich zu

    Boden,


    S. 33

    musste aber über mich selbst lachen, als ich der

    Nutzlosigkeit meiner Bewegung kar wurde, denn das Schrappnell, welches

    gerade über mir explodiert war, hatte längst alle Kugeln und

    Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

    und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

    marsch. - Bei

    der Passage eines Grabens

    stiegen, 5 verwundete

    Tommys heraus,

    welche von einem ebenfalls

    Verwundeten Deutschen, nach

    hinten gebracht wurden.


    Foto: Schützengraben bei Arras


    Eine zweite Gruppe

    Gefangener folgte bald,

    während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

    rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

    ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

    Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen

    umgingen wir das Dorf Navireuil, welches unter

    schwerem engl. Feuer lag. Unablässig schlugen die Granaten

    zwischen die Häuser, die in Schutt und Asche sanken, mächtige

    Fontainen von Erde, Holz und Dachsparren stiegen gen Himmel

    und brachen in sich zusammen. Eine grosse Dampf +

    Staub + Rauchwolke hüllte die berstenden Häuser ein. An

    einer Hecke stand ein verlassenes kleines Geschütz.


  • December 27, 2016 18:21:42 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hantlebenden warfen uns platt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem Vergehen, welches sich in Sekunden abspielte,

    stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

    der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

    zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

    anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

    zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche die

    Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trefen

    sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

    264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

    denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

    waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

    nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

    Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

    linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

    ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

    sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich war mich zu

    Boden,


    S. 33

    musste aber über mich selbst lachen, als ich der

    Nutzlosigkeit meiner Bewegung kar wurde, denn das Schrappnell, welches

    gerade über mich explodiert war, hatte klängst alle Kugeln und

    Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

    und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

    marsch. - Bei

    der Passage eines Grabens

    stiegen, 5 verwundete

    Tommys heraus,

    welche von einem [e]benfalls

    Verwundeten Deutschen, nach

    hinten gebracht wurden.


    Foto: Schützengraben bei Arras


    Eine zweite Gruppe

    Gefangener folgte bald,

    während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

    rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

    ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

    Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen

    umgingen wir das Dorf Navireuil, welches unter

    schwerem engl. Feuer lag. Unablässig schlugen die Granaten

    zwischen die Häuser, die in Schutt und Asche sanken, mächtige

    Fontainen von Erde, Holz und Dachsparren stiegen gen Himmel

    und brachen in sich zusammen. Eine grosse Dampf +

    Staub + Rauchwolke hüllte die beste[he]nden Häuser ein. An

    einer Hecke stand ein verlassenes kleines Geschütz.


  • December 27, 2016 18:03:37 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hantlebenden warfen uns platt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem Vergehen, welches sich in Sekunden abspielte,

    stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

    der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

    zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

    anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

    zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche die

    Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trefen

    sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

    264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

    denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

    waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

    nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

    Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

    linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

    ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

    sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich war mich zu

    Boden,


    S. 33

    musste aber über mich selbst lachen, als ich der

    Nutzlosigkeit meiner Bewegung kar wurde, denn das Schrappnell, welches

    gerade über mich explodiert war, hatte klängst alle Kugeln und

    Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

    und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

    marsch. - Bei

    der Passage eines Grabens

    stiegen, 5 verwundete

    Tommys heraus,

    welche von einem [e]benfalls

    Verwundeten Deutschen, nach

    hinten gebracht wurden.

    Foto: Schützengraben bei Arras

    Eine zweite Gruppe

    Gefangener folgte bald,

    während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

    rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

    ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

    Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen

    umgingen wir das Dorf Navireuil, welches unter

    schwerem engl. Feuer lag. Unablässig schlugen die Granaten

    zwischen die Häuser, die in Schutt und Asche sanken, mächtige

    Fontainen von Erde, Holz und Dachsparren stiegen gen Himmel

    und brachen in sich zusammen. Eine grosse Dampf +

    Staub + Rauchwolke hüllte die beste[he]nden Häuser ein. An

    einer Hecke stand ein verlassenes kleines Geschütz.


  • December 27, 2016 18:02:52 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hantlebenden warfen uns platt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem Vergehen, welches sich in Sekunden abspielte,

    stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

    der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

    zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

    anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

    zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche die

    Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trefen

    sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

    264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

    denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

    waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

    nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

    Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

    linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

    ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

    sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich war mich zu

    Boden,


    S. 33

    musste aber über mich selbst lachen, als ich der

    Nutzlosigkeit meiner Bewegung kar wurde, denn das Schrappnell, welches

    gerade über mich explodiert war, hatte klängst alle Kugeln und

    Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

    und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

    marsch. - Bei

    der Passage eines Grabens

    stiegen, 5 verwundete

    Tommys heraus,

    welche von einem [e]benfalls

    Verwundeten Deutschen, nach

    hinten gebracht wurden.

    Foto: Schützengraben bei Arras

    Eine zweite Gruppe

    Gefangener folgte bald,

    während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

    rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

    ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

    Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen

    umgingen wir das Dorf Navireuil, welches unter

    schwerem engl. Feuer lag. Unablässig schlugen die Granaten

    zwischen die Häuser, die in Schutt und Asche sanken, mächtige

    Fontainen von Erde, Holz und Dachsparren stiegen gen Himmel

    und brachen in sich zusammen. Eine grosse Dampf +

    Staub + Rauchwolke hüllte die beste[he]nden Häuser ein. An

    einer Hecke stand ein verlassenes kleines Geschütz. Grandt


  • December 27, 2016 18:00:20 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hantlebenden warfen uns platt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem Vergehen, welches sich in Sekunden abspielte,

    stand auf drehte sich um, und merkte nun erst den Ernst

    der Lage, ebenso waren die beiden andern Granaten

    zum Glück Blindgänger, denn sie hätten grossen Schaden

    anrichten können. Dennoch gab es schon allerlei Verwundete,

    zumal sich immer mehr Truppen ansammelten, welche die

    Geländeeinschnitt nur langsam passierten konnten. Es trefen

    sich zufällig auf der Höhe die Reserve Regimenter 64, 164 und

    264. - Um 4.00 konnte unsere 7 Komp. und die M.Gs. daran

    denken die Höhe zu passieren. Mehrere Mann meines M.Gs.

    waren schon durch, meine Batt. kam an die Reihe. Schon

    nach cr. 100 metern fiel mein Begleiter mit leichter

    Beinverwundung aus, ich pilgerte allein weiter. 350 Patronen auf der

    linken Schulter 250, in der rechten Hand. Da ein Krach und

    ein Schlag, der mich fast taub machte, rings um mich

    sprangen kleine Staubwölkchen auf, und ich war mich zu

    Boden,


    S. 33

    musste aber über mich selbst lachen, als ich der

    Nutzlosigkeit meiner Bewegung kar wurde, denn das Schrappnell, welches

    gerade über mich explodiert war, hatte klängst alle Kugeln und

    Splitter in die Erde gesandt, daher die Staubwölkchen um mich,

    und ich konnte nichts mehr abbekommen, also auf marsch -

    marsch. - Bei

    der Passage eines Grabens

    stiegen, 5 verwundete

    Tommys heraus,

    welche von einem [e]benfalls

    Verwundeten Deutschen, nach

    hinten gebracht wurden.

    Foto: Schützengraben bei Arras

    Eine zweite Gruppe

    Gefangener folgte bald,

    während ich der Kompagnie nacheilte. Einer dieser Engländer,

    rief mir auf Deutsch zu: "O, Deutschland ist ein schönes Land,

    ich war lange in Hamburg", und freute sich ob seiner

    Gefangennahme riesig. Immer noch in grossen Abständen



  • December 27, 2016 17:52:17 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hantlebenden warfen uns ptatt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem



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  • December 27, 2016 17:52:02 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sackte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hintlehenden warfen uns ptatt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem



    S. 33


  • December 27, 2016 17:51:41 Corinna Pichler (AUT)

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    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen kurz hintereinander 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sachte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hintlehenden warfen uns ptatt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem



    S. 33


  • December 27, 2016 17:51:29 Corinna Pichler (AUT)

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    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstreuen

    des Geländes durch diese, selbigen beim hinterainder 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sachte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hintlehenden warfen uns ptatt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem



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  • December 27, 2016 17:50:33 Corinna Pichler (AUT)

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    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstrauen

    des Geländes durch diese, selbigen beim hinterainder 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sachte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hintlehenden warfen uns ptatt auf die

    Erde. Im nächsten Augenblick musste das Geschoss krepieren,

    aber - es war ein Blindgänger und war nur Schollen

    auf, welche dem W. in den Rücken flogen, dieser ganz

    verdrückt von dem



    S. 33


  • December 27, 2016 17:49:27 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstrauen

    des Geländes durch diese, selbigen beim hinterainder 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser sachte durch den Luftdruck in die Knie,

    wir weiter Hintlehenden warfen uns ptatt auf die

    Erde.



    S. 33


  • December 27, 2016 17:48:36 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde. Beim Abstrauen

    des Geländes durch diese, selbigen beim hinterainder 3 Granaten

    zwischen die wartenden Mannschaften unseres Patroillons.

    Eine Granate flog kaum einen halben Meter hinter den Schützen

    Winreich ein. Dieser suchte durch den Luftdruck in die Keue,

    wir weiter Kantlehenden warfen uns ptatt auf die

    Erde.



    S. 33


  • December 26, 2016 16:07:35 Corinna Pichler (AUT)

    S. 32

    Engländern noch vergeblich gesucht wurde.



    S. 33


Description

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  • 50.35463773345933||2.9161375395508458||

    Neuvireuil

  • 50.2912494||2.7777485000000297||

    Schlacht von Arras

    ||1
Location(s)
  • Story location Schlacht von Arras
  • Document location Neuvireuil


ID
15872 / 168822
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Heike Knothe
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/



  • Western Front

  • Artillery
  • Prisoners of War
  • Propaganda
  • Tanks and Armoured Fighting Vehicles
  • Trench Life



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