Tagebuch meines Großvaters Erich Schubert, item 19

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Seite 34:

Foto 1:[Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.]

Foto 2: [Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie]

wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

Seite 35:

und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

wurde ich k.v. kriegsdienstverwendungsfähig geschrieben und kam am 30. April zur

12. Komp. ins Feld.

      Das Regiment lag in der Champagne und dort

war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

Schüttelreim erdacht.


Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

geplagt von sogenannter Dierreee Diarrhoe, Durchfall frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs saß dazu

ein Liebesbrieflein lass. Der Schüttelreim besagt sehr wahr, ganns ganz unverblümt

und offenbart zum Reissen Reisen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.

Zum Reissen braucht mann Schuhe, zum Scheissen Braucht man Ruhe.



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Foto 1:[Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.]

Foto 2: [Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie]

wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

Seite 35:

und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

wurde ich k.v. kriegsdienstverwendungsfähig geschrieben und kam am 30. April zur

12. Komp. ins Feld.

      Das Regiment lag in der Champagne und dort

war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

Schüttelreim erdacht.


Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

geplagt von sogenannter Dierreee Diarrhoe, Durchfall frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs saß dazu

ein Liebesbrieflein lass. Der Schüttelreim besagt sehr wahr, ganns ganz unverblümt

und offenbart zum Reissen Reisen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.

Zum Reissen braucht mann Schuhe, zum Scheissen Braucht man Ruhe.




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  • November 16, 2018 17:00:36 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:[Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.]

    Foto 2: [Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie]

    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. kriegsdienstverwendungsfähig geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee Diarrhoe, Durchfall frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs saß dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schüttelreim besagt sehr wahr, ganns ganz unverblümt

    und offenbart zum Reissen Reisen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

    Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

    Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

    mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

    dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

    schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

    krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

    jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

    just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

    empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

    renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

    Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

    uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

    nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

    schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

    Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

    man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

    scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

    ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

    Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.

    Zum Reissen braucht mann Schuhe, zum Scheissen Braucht man Ruhe.



  • November 16, 2018 06:13:33 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1

    Foto 2


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. kriegsdienstverwendungsfähig geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee Diarrhoe, Durchfall frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs saß dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schüttelreim besagt sehr wahr, ganns ganz unverblümt

    und offenbart zum Reissen Reisen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

    Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

    Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

    mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

    dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

    schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

    krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

    jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

    just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

    empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

    renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

    Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

    uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

    nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

    schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

    Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

    man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

    scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

    ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

    Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.

    Zum Reissen braucht mann Schuhe, zum Scheissen Braucht man Ruhe.




  • November 16, 2018 06:04:59 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. kriegsdienstverwendungsfähig geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee Diarrhoe, Durchfall frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs saß dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schüttelreim besagt sehr wahr, ganns ganz unverblümt

    und offenbart zum Reissen Reisen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

    Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

    Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

    mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

    dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

    schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

    krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

    jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

    just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

    empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

    renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

    Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

    uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

    nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

    schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

    Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

    man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

    scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

    ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

    Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.

    Zum Reissen braucht mann Schuhe, zum Scheissen Braucht man Ruhe.




  • November 16, 2018 01:18:50 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee Diarrhoe, Durchfall frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs saß dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schüttelreim besagt sehr wahr, ganns ganz unverblümt

    und offenbart zum Reissen Reisen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

    Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

    Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

    mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

    dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

    schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

    krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

    jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

    just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

    empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

    renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

    Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

    uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

    nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

    schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

    Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

    man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

    scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

    ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

    Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.

    Zum Reissen braucht mann Schuhe, zum Scheissen Braucht man Ruhe.




  • November 16, 2018 01:14:56 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schütelreim besagt sehr wahr, ganns ganz unverblümt

    und offenbart zum Reissen Reisen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

    Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

    Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

    mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

    dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

    schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

    krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

    jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

    just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

    empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

    renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

    Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

    uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

    nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

    schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

    Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

    man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

    scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

    ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

    Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.

    Zum Reissen braucht mann Schuhe, zum Scheissen Braucht man Ruhe.




  • November 16, 2018 01:13:58 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schütelreim besagt sehr wahr, ganns unverblümt

    und offenbart zum Reissen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

    Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

    Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

    mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte. Schiss ich

    dann seelenruhig fort an dem dazu bestimmten Ort. Jedoch das Schicksal schreitet

    schnell heran gesaust lam ein Schrapnell, unmittelbar in meiner Nähe,

    krepiert das niederträchtige As, das war mir wirklich ausser Spass, denn ohne

    jeden Zweifel marsch, die Luders Zielen nach meinem Arsch, der Dreck flog rum

    just wie die Spreu, da wars mit der Geduld vorbei mit einem Satze sprang ich

    empor, das ich die Stiefel bald verlor, die Hosen waren noch abgeknöpft und

    renne bis ich hier erschöpft, von dem verflixten Scheisshaus fort, in meines

    Erdloch sichern Ort. Dort hab ich philosophiert, de Schütelreim einmal seziert

    uns war mir völlig drüberklar, wie treffend jenes Sprichwort war. Wenn man dagegen

    nun bedenkt, sich in Erinnerung still versenkt, wie war es in der Heimat

    schön muss man daselbst mal Scheissen gehn. Ne Zeitung nahm man schnell zur

    Hand, ein Zigarettchen wird abgebrannt und Seelenruhig – ei der Daus – schiss

    man sich recht gemütlich aus. Drumm wenn wem dieses holde Glück beschieden der

    scheisse fröhlich und beschieden und denke an den Kriegersmann, der nicht mal

    ruhig scheissen kann. Doch wenn der Friede kommt ins Land, wir reichen uns die

    Bruderhand, dann fällt uns im Moment wohl ein, der wohlbekannte Schüttelreim.




  • November 16, 2018 01:05:16 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schütelreim besagt sehr wahr, ganns unverblümt

    und offenbart zum Reissen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum

    Kurz hinterm Scheisshaus schlägt sie ein und wüllt ein tiefes Loch hinein.

    Na denk ich was kann das sein, für dieses mal hattest du noch Schwein, und was

    mich noch einwenig quelte, auch nicht am richtigen Nachdruk fehlte.



  • November 16, 2018 01:03:50 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schütelreim besagt sehr wahr, ganns unverblümt

    und offenbart zum Reissen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.

    Wie ich auf den Gedanken kam verhält sich so–hört mich mal an! Ich sahs wie

    ich schon angefürt auf einer Stange ungeniert, schiess fort mit aller Jugendkraft,

    was mir im Leibe beschwerde macht. Mit Bumms und Krach tief in das Loch

    aus dem es ganz abscheulich roch, und tatellos gelang der Schiess, ganz furchtbar

    scheisst man beim Kommis. Da Plötzlich ei verflixt nochmal, da saust mit

    schrecklichem Skandal, mit niederträchtigem Gebrumm unheimlich ne Granate rum



  • November 16, 2018 01:00:39 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


    Ein Abendteuer auf dem Kriegsschauplatze 1914-1916.

    An den bekannten Schuutelreim, der oft schon ward belacht den jeder wird bekannt

    er sein hab neulich ich gedacht. Als ich im Schützengraben vor Souplet

    geplagt von sogenannter Dierreee frühmorgens auf dem Scheisshaus sahs dazu

    ein Liebesbrieflein lass. Der Schütelreim besagt sehr wahr, ganns unverblümt

    und offenbart zum Reissen braucht man Schuh zum Scheissen braucht man Ruh.




  • November 16, 2018 00:57:55 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.

          Das Regiment lag in der Champagne und dort

    war das ganze III. Batl. durch einen nächtlichen Überfall

    geschnappt worden. Als die Komp. antrat waren es nur

    noch wenige Leute. So kam der ganze Transport zum

    III. Batl. Feldwebel Tenchert frug die alten Leute der Komp.

    wer zu den Minenwerfern gehen möchte. Ich meldete

    mich mit und so war vielleicht auch das Glück für mich

    beschieden. Wir kamen in ein Waldlager hinter die Front

    und genossen eine schöne Ausbildung. So verlebte unsere

    Abteilung ein fröhliches Pfingsten unter grünen Maien.

    Nach 4 Wochen ging es wieder zum Regiment, welches

    in der Champagnestellung bei Souplet lag. Die Stellung

    war sehr gut ausgebaut und tiefe Unterstände

    waren vorhanden. Hier wurde dieser untenstehende

    Schüttelreim erdacht.


  • November 16, 2018 00:53:30 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich

    Seite 35:

    und mit ihr auch das Schicksal. Im Frühjahr 1917

    wurde ich k.v. geschrieben und kam am 30. April zur

    12. Komp. ins Feld.


  • November 16, 2018 00:52:09 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. garnisonsverwendungsfähig geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich


  • November 16, 2018 00:51:51 Xip K

    Seite 34:

    Foto 1:Eine Gruppe Soldaten, inkl. vieler Unteroffiziere, beim Kegelspielen.

    Foto 2:Soldatengruppe (1 Feldwebel, 1 Unteroffzier, 1 Gefreiter und 4 Mann), möglicherweise vor dem Geschäftszimmer der Genesendenkompagnie)


    wurde ich dann immer g.v. geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich


  • November 16, 2018 00:48:55 Xip K

    wurde ich dann immer g.v. geschrieben. Der Winter

    zog ins Land. Da ging es jeden Abend mit

    dem Liebchen auf die Rodelbahn und man dachte

    nicht mehr an die Kameraden, welche draußen im

    Schlamme lagen. Doch die Zeiten ändern sich


Description

Save description
  • 50.00290324656143||8.27583421926272||

    Mainz, Germany

  • 50.05502||3.530189||

    Souplet, France

  • 49.2208||5.432199999999966||

    Douaumont

    ||1
Location(s)
  • Story location Douaumont
  • Document location Mainz, Germany
  • Additional document location Souplet, France


ID
15519 / 164647
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Christine Geist
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


Nov, 1916 – May, 1917
  • Deutsch

  • Western Front

  • Gedicht
  • k.v.
  • Latrinenhumor
  • Minenwerfer
  • Trench Life



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