Tagebuch meines Großvaters Erich Schubert, item 15

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Seite 28:

Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

einander standen. Inzwischen war es finster geworden

und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

Scheune ein Lager zu recht und legten uns

schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald Bois de Caurrieres.

Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

Seite 29:

Wir marschierten an der Chambrett-Ferm Ferme des Chambrettes vorbei und kamen

in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.

So setzten wir uns hinter die Ferm und rauchten

erst eine Zigarette. Nachdem gings wieder zur Komp.

Das Feuer hatte am Nachmittag etwas nachgelassen.

Am Abend hieß es Essen holen. Der Kamerad von

meiner Gruppe, welcher an diesem Tage gehen mußte,

bat mich, ich möchte für ihn gehen da ich Bescheid

wüßte. So ging ich denn nochmals mit nach der Ferm.

O' wenn das die Franzosen gewußt hätten,

daß dort 12 Kompagnien Essen holten, hätte es

aber ein Feuer hin gegeben. Verschiedene wollten

schon nicht mehr vorgehen und abhauen. Unser

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Seite 28:

Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

einander standen. Inzwischen war es finster geworden

und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

Scheune ein Lager zu recht und legten uns

schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald Bois de Caurrieres.

Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

Seite 29:

Wir marschierten an der Chambrett-Ferm Ferme des Chambrettes vorbei und kamen

in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.

So setzten wir uns hinter die Ferm und rauchten

erst eine Zigarette. Nachdem gings wieder zur Komp.

Das Feuer hatte am Nachmittag etwas nachgelassen.

Am Abend hieß es Essen holen. Der Kamerad von

meiner Gruppe, welcher an diesem Tage gehen mußte,

bat mich, ich möchte für ihn gehen da ich Bescheid

wüßte. So ging ich denn nochmals mit nach der Ferm.

O' wenn das die Franzosen gewußt hätten,

daß dort 12 Kompagnien Essen holten, hätte es

aber ein Feuer hin gegeben. Verschiedene wollten

schon nicht mehr vorgehen und abhauen. Unser


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  • November 15, 2018 07:54:40 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald Bois de Caurrieres.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferm Ferme des Chambrettes vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

    hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

    war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

    mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

    wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

    Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

    Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

    Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

    verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

    mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

    weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

    nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

    mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

    setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

    Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

    erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

    Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

    betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

    gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.

    So setzten wir uns hinter die Ferm und rauchten

    erst eine Zigarette. Nachdem gings wieder zur Komp.

    Das Feuer hatte am Nachmittag etwas nachgelassen.

    Am Abend hieß es Essen holen. Der Kamerad von

    meiner Gruppe, welcher an diesem Tage gehen mußte,

    bat mich, ich möchte für ihn gehen da ich Bescheid

    wüßte. So ging ich denn nochmals mit nach der Ferm.

    O' wenn das die Franzosen gewußt hätten,

    daß dort 12 Kompagnien Essen holten, hätte es

    aber ein Feuer hin gegeben. Verschiedene wollten

    schon nicht mehr vorgehen und abhauen. Unser

  • November 15, 2018 07:22:49 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferm vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

    hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

    war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

    mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

    wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

    Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

    Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

    Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

    verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

    mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

    weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

    nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

    mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

    setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

    Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

    erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

    Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

    betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

    gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.

    So setzten wir uns hinter die Ferm und rauchten

    erst eine Zigarette. Nachdem gings wieder zur Komp.

    Das Feuer hatte am Nachmittag etwas nachgelassen.

    Am Abend hieß es Essen holen. Der Kamerad von

    meiner Gruppe, welcher an diesem Tage gehen mußte,

    bat mich, ich möchte für ihn gehen da ich Bescheid

    wüßte. So ging ich denn nochmals mit nach der Ferm.

    O' wenn das die Franzosen gewußt hätten,

    daß dort 12 Kompagnien Essen holten, hätte es

    aber ein Feuer hin gegeben. Verschiedene wollten

    schon nicht mehr vorgehen und abhauen. Unser


  • November 15, 2018 07:22:21 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferme vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

    hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

    war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

    mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

    wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

    Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

    Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

    Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

    verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

    mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

    weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

    nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

    mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

    setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

    Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

    erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

    Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

    betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

    gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.

    So setzten wir uns hinter die Ferm und rauchten

    erst eine Zigarette. Nachdem gings wieder zur Komp.

    Das Feuer hatte am Nachmittag etwas nachgelassen.

    Am Abend hieß es Essen holen. Der Kamerad von

    meiner Gruppe, welcher an diesem Tage gehen mußte,

    bat mich, ich möchte für ihn gehen da ich Bescheid

    wüßte. So ging ich denn nochmals mit nach der Ferm.

    O' wenn das die Franzosen gewußt hätten,

    daß dort 12 Kompagnien Essen holten, hätte es

    aber ein Feuer hin gegeben. Verschiedene wollten

    schon nicht mehr vorgehen und abhauen. Unser


  • November 15, 2018 07:22:14 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferme vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

    hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

    war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

    mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

    wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

    Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

    Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

    Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

    verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

    mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

    weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

    nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

    mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

    setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

    Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

    erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

    Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

    betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

    gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.

    So setzten wir uns hinter die Ferm und rauchten

    erst eine Zigarette. Nachdem gings wieder zur Komp.

    Das Feuer hatte am Nachmittag etwas nachgelassen.

    Am Abend hieß es Essen holen. Der Kamerad von

    meiner Gruppe, welcher an diesem Tage gehen mußte,

    bat mich, ich möchte für ihn gehen da ich Bescheid

    wüßte. So ging ich denn nochmals mit nach der Ferm.

    O' wenn das die Franzosen gewußt hätten,

    daß dort 12 Kompagnien Esse holten, hätte es

    aber ein Feuer hin gegeben. Verschiedene wollten

    schon nicht mehr vorgehen und abhauen. Unser


  • November 15, 2018 07:19:24 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferme vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

    hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

    war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

    mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

    wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

    Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

    Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

    Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

    verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

    mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

    weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

    nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

    mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

    setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

    Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

    erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

    Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

    betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

    gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.

    So setzten wir uns hinter die Ferm und rauchten


  • November 15, 2018 07:19:00 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferme vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

    hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

    war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

    mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

    wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

    Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder. So lagen wir mehrere

    Stunden in diesem Feuer. Gegen mittag wurde unser

    Komp. Führer durch Granatsplitter am Bein schwer

    verwundet. Da die Sanitäter bei der Komp. bleiben

    mußten, meldete ich mich freiwillig denselben mit

    weg zu tragen. Wir stolperten über das zerriessnene Gelände

    nach der Chambrett Ferm. Ich dachte immer für

    mich, wenn sie uns nur keine Granate unter die Tragbahre

    setzen. Wir schafften unseren Komp. Führer in den

    Sanitätsunterstand und hatten damit unsere Pflicht

    erfüllt. Der ganze Hof lag hier schon voll von Toten. Am

    Hause wurden gerade Kartoffeln gekocht wo wir uns einige

    betteln wollten. Wir wurden aber mit der Bemerkung zurück

    gewiesen, daß dieselben für den Divisionsstab seien.


  • November 15, 2018 07:14:49 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferme vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden. Als einmal eine Granate kurz über mir

    hinweg saußte, reskierte ich ein Auge wo sie eingeschlagen

    war. Diesselbe war aber noch zirka 1000 Meter von mir

    mitten unter eine Tragbahre, wo Sanitäter einen Verwundeten

    wegtrugen, exblodiert explodiert. Mir ging gleich ein

    Kruseln Gruseln durch sämtliche Glieder.


  • November 15, 2018 07:12:20 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferme vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.

    Kaum getan, setzte Artilleriefeuer mit Sprenggranaten ein.

    Die Geschosse hatten eine sehr große Wirkung, denn der

    Erdboden war gefroren. So lag ich mehrere Stunden ohne

    mich zu rühren. Später hatten wir genügend Granatlöcher

    um uns da hinein zu legen. Rechts und links schriehen

    die Kameraden.


  • November 15, 2018 07:10:20 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.

    Seite 29:

    Wir marschierten an der Chambrett-Ferme vorbei und kamen

    in eine Mulde, wo sich das III. Batl. in Zügen hinlegen mußte.


  • November 15, 2018 07:00:35 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte. Die Komp. formierte sich in der Schlucht

    und marschierte ab. Als wir aus dem Walde

    heraus kamen, schossen mehrere M.G., vermutlich

    vom Kirchturm Douaumont, auf uns. Am Waldrande

    stand die II. Batterie 84 wo sich die Kanoniere

    ebenfalls hinter ihren Geschützen versteckten.

    Hier soll auch Hauptmann Huber gefallen sein.


  • November 15, 2018 06:58:41 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte. Hier lagen

    mehrere tote französische Soldaten. Gegen mittag ging

    es in einem Laufgraben nach dem Courieres Wald.

    Ein mächtiger Feuerüberfall brachte das ganze Regt.

    auseinander. Jeder grub sich ein kleines Erdloch

    und legte sich gegen Abend in Gottes freier Natur

    schlafen. Am frühen Morgen, es war gegen 4 Uhr,

    wurde zum Kaffeefassen geweckt. Als ich aufstehen

    wollte, kippte ich auch schon nach der anderen

    Seite wieder um. Meine Beine waren steif von

    der Kälte.


  • November 15, 2018 06:55:09 Xip K

    Seite 28:

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Ornes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte.


  • November 15, 2018 06:52:17 Xip K

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf. So machten wir uns in einer

    Scheune ein Lager zu recht und legten uns

    schlafen. Gegen morgen kletterten wir auf den Omes-

    Rücken wo das Regiment sich sammelte.


  • November 15, 2018 06:51:04 Xip K

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Mörser zu 12 Stück neben

    einander standen. Inzwischen war es finster geworden

    und weiter gings im Gänsemarsch. Als wir immer

    noch zu keinem Ziel kamen, wurde durchgefragt

    ob vorn eine Führung sei. Keine Antwort kam

    zurück. So ging es in das Dorf Ornes hinein und

    die Mannschaften bauten hier ab und bezogen

    selbst in den Häusern Quartiere. Wir wußten

    nicht wo wir waren. Unsere Artillerie schoß dauernt

    kurz hinter das Dorf auf den Höhenweg. Trotz

    Abschießen mehrerer grüner Leuchtkugeln, hörte

    dasselbe nicht auf.


  • November 15, 2018 06:47:45 Xip K

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen. Ein großer Gefangenentransport kam

    an uns vorbei. Eine Kolonne schwarze Kavallerie

    brachte gleich die Pferde mit. Wir kamen an einer

    Batterie vorbei, wo die 21cm Muorser zu 12 Stück neben

    einander standen.


  • November 15, 2018 06:46:08 Xip K

    Zugmaschinen unter Dampf. Auf der Straße fuhren

    ununterbrochen 21er und 30er Mörser an uns vorbei.

    Man bekam den Eindruck, daß wir in die brenzlichste

    Gegend kamen.


  • November 15, 2018 06:45:01 Xip K

    Zugmaschinen unter Dampf.


Description

Save description
  • 49.2514841||5.4655827||

    Ornes, France

  • 49.25808193331879||5.452744666992203||

    Bois de Caurrieres

  • 49.2208||5.432199999999966||

    Douaumont

    ||1
Location(s)
  • Story location Douaumont
  • Document location Ornes, France
  • Additional document location Bois de Caurrieres


ID
15519 / 164643
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Christine Geist
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


February 25, 1916 – February 26, 1916
  • Deutsch

  • Western Front

  • Hauptmann Huber
  • Trench Life



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