Tagebuch meines Großvaters Erich Schubert, item 12

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Seite 24:

In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

auch diese beschossen. So wurde denn am anderen Tage

das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

Max und Moritz.

1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh ich oder seh ich nicht.

5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hos.

Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


Das Lauselied

Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

3.) Es ist auch wirklich eine Bein Pein wie mögs erst bei den Russen sein,

Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doch ein bischen toll.

6.) Gar trollich drollig ist es anzusehn wenn die Läuse spazierengehn,

Da schwöre ich denn in meiner Not der ganzen Lausebrut den Tot Tod.

7.) Es ist wahrhaftich nicht mehr schön wenn man des Nachts soll Posten stehn.

Da juckts am Stiefel, juckts am Bauch am Halse juckts und hinten auch.

8.) Wenn man im Stroh sich hingestreckt wird von den Läusen man geweckt,

Da üben sie Parasemarsch Parademarsch am Bauch am Rücken und am -------------- (Arsch)

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Seite 24:

In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

auch diese beschossen. So wurde denn am anderen Tage

das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

Max und Moritz.

1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh ich oder seh ich nicht.

5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hos.

Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


Das Lauselied

Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

3.) Es ist auch wirklich eine Bein Pein wie mögs erst bei den Russen sein,

Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doch ein bischen toll.

6.) Gar trollich drollig ist es anzusehn wenn die Läuse spazierengehn,

Da schwöre ich denn in meiner Not der ganzen Lausebrut den Tot Tod.

7.) Es ist wahrhaftich nicht mehr schön wenn man des Nachts soll Posten stehn.

Da juckts am Stiefel, juckts am Bauch am Halse juckts und hinten auch.

8.) Wenn man im Stroh sich hingestreckt wird von den Läusen man geweckt,

Da üben sie Parasemarsch Parademarsch am Bauch am Rücken und am -------------- (Arsch)


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  • November 27, 2018 00:32:36 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wurde denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh ich oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hos.

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein Pein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

    Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doch ein bischen toll.

    6.) Gar trollich drollig ist es anzusehn wenn die Läuse spazierengehn,

    Da schwöre ich denn in meiner Not der ganzen Lausebrut den Tot Tod.

    7.) Es ist wahrhaftich nicht mehr schön wenn man des Nachts soll Posten stehn.

    Da juckts am Stiefel, juckts am Bauch am Halse juckts und hinten auch.

    8.) Wenn man im Stroh sich hingestreckt wird von den Läusen man geweckt,

    Da üben sie Parasemarsch Parademarsch am Bauch am Rücken und am -------------- (Arsch)

  • November 27, 2018 00:30:39 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wurde denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh ich oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hos.

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

    Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doc ein bischen toll.

    6.) Gar trollich drollig ist es anzusehn wenn die Läuse spazierengehn,

    Da schwöre ich denn in meiner Not der ganzen Lausebrut den Tot Tod.

    7.) Es ist wahrhaftich nicht mehr schön wenn man des Nachts soll Posten stehn.

    Da juckts am Stiefel, juckts am Bauch am Halse juckts und hinten auch.

    8.) Wenn man im Stroh sich hingestreckt wird von den Läusen man geweckt,

    Da üben sie Parasemarsch Parademarsch am Bauch am Rücken und am -------------- (Arsch)


  • November 14, 2018 06:51:43 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wurde denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hose

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

    Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doc ein bischen toll.

    6.) Gar trollich drollig ist es anzusehn wenn die Läuse spazierengehn,

    Da schwöre ich denn in meiner Not der ganzen Lausebrut den Tot Tod.

    7.) Es ist wahrhaftich nicht mehr schön wenn man des Nachts soll Posten stehn.

    Da juckts am Stiefel, juckts am Bauch am Halse juckts und hinten auch.

    8.) Wenn man im Stroh sich hingestreckt wird von den Läusen man geweckt,

    Da üben sie Parasemarsch Parademarsch am Bauch am Rücken und am -------------- (Arsch)


  • November 14, 2018 06:49:21 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hose

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

    Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doc ein bischen toll.

    6.) Gar trollich drollig ist es anzusehn wenn die Läuse spazierengehn,

    Da schwöre ich denn in meiner Not der ganzen Lausebrut den Tot Tod.

    7.) Es ist wahrhaftich nicht mehr schön wenn man des Nachts soll Posten stehn.

    Da juckts am Stiefel, juckts am Bauch am Halse juckts und hinten auch.

    8.) Wenn man im Stroh sich hingestreckt wird von den Läusen man geweckt,

    Da üben sie Parasemarsch Parademarsch am Bauch am Rücken und am -------------- (Arsch)


  • November 14, 2018 06:47:29 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hose

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

    Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doc ein bischen toll.

    6.) Gar trollich drollig ist es anzusehn wenn die Läuse spazierengehn,

    Da schwöre ich denn in meiner Not der ganzen Lausebrut den Tot Tod.

    7.) Es ist wahrhaftich nicht mehr schön wenn man des Nachts soll Posten stehn.

    Da juckts am Stiefel, juckts am Bauch am Halse juckts und hinten auch.



  • November 14, 2018 06:45:19 Xip K

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    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hose

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback. diesem Lausepack

    Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doc ein bischen toll.


  • November 14, 2018 06:45:01 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hose

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback.

    Sogar die Strümpfe sahsen saßen voll das war mir doc ein bischen toll.


  • November 14, 2018 06:39:00 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hose

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite


    Das Lauselied

    Mel.: Steh ich in finsterer Mitternacht.

    1.) Geh ich in finstrer Mitternacht ganz einsam auf die Lausejagd

    So denk ich an mein fernes Lieb ob sie davon verschont wohl blieb.

    2.) Als ich zur Fahne fort gemusst hat sie so herzlich mich geküsst

    Doch wird sie mich beim Läusen sehn wird ihr das Küssen schon vergehn.

    3.) Es ist auch wirklich eine Bein wie mögs erst bei den Russen sein,

    Ihr macht zu Hause schon Hallo wenn euch beist ein kleiner Floh.

    4.) Als ich die erste Laus erblickt ward ich beinahe bald verrückt,

    Entsetzend juckte mich am End als untersuchte ich mein Hemd.

    5.) Auch Unterhose, Unterjack sahs saß voll von dieser Lauseback.

    Sogar die Strümpfe sahsen voll das war


  • November 14, 2018 06:33:19 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen

    6.) Vielleicht ists gar ne Ratte bloss, und du hast auch schon voll die Hose

    Da bass mal uff die Diskus hier, die fliegt jetzt naus verstehste mir.

    7.) Und eins zwei drei schwupp die muss sitzen, ein Krachen folgt ein hell aufblitzen

    Dann wird es still, nichts sieht man mehr, es ist als wenn geschehn nichts wär

    8.) Doch Max und Moritz trauen nicht sie tun getreulich ihre Pflicht.

    Sie nehmen ihr Gewehr zur Hand und legen an am Grabenrand.

    9,) Der Inder hat sich voller Tücke, heran gemacht mit viel Geschicke,

    Der Rest ist vermutlich auf der Rückseite



  • November 14, 2018 06:29:15 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner


    Seite 25, eingeklebte, mit Schreibmachine geschriebene Gelegenheitsgedichte:

    Max und Moritz.

    1.) Tiefschwarz war die Novembernacht, Stinkgranaten flogen,

    Max und Moritz hielten Wacht aber feste ungelogen.

    2.) Indes aus Feindesgraben ganz sacht ein Inder sich auf Kundschaft macht.

    Bewaffnet selbst im Mund ein Messer, kam er gekraucht der Deutschenfresser.

    3.) Max und Moritz guckten schon fast 2 Stunden s'ist zum Hohn.

    Nichts regt sich auf weiter Flur, Nichts fürs Auge nichts fürs Ohr.

    4.) Doch da auf einmal, was war das? bewegt sich da im Gras nicht was?

    Der Moritz fast erschrocken spricht. Max seh uch oder seh ich nicht.

    5.) Guck mal naus, der Schatten dort, ich bleib nicht mehr, ich mach mich fort

    Mensch bist verrückt hier auszureissen, jetzt wolln wir Handgranaten schm. schmeißen



  • November 14, 2018 06:22:18 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend ging es der

    Heimat entgegen. Der Zug fuhr uns viel zu langsam.

    So kam ich wohlbehalten in meiner Heimat an und

    verlebte das erste Weihnachten 1915 im Kreise meiner



  • November 14, 2018 06:21:02 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier. Die Sachen

    wurden gepackt und freudestrahlend


  • November 14, 2018 06:20:29 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen. Als die 12. Komp. wieder in Stellung

    ging, es war Mitte Dezember, wurde mir vom Komp.-Feldwebel,

    genannt der kleine Mann, gesagt, daß ich das

    nächste Mal auf Urlaub fahre wenn wir wieder aus

    der Stellung kommen. Die 4 Nächte im Graben habe

    ich da nicht schlafen können vor Freude. Wo unsere

    Ablösung kam, ging es gleich aus dem Graben heraus und

    auf die Ypernstraße entlang in das Ruhequartier.


  • November 14, 2018 06:18:00 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert. Der Engländer

    verhielt sich dabei ruhig und antwortete nur mit

    wenigen Schüssen.


  • November 14, 2018 06:17:06 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,

    denn sie hatten gleich ein M. G. aufgestellt und auf

    die Minierer geschoßen. Als unsere Sanitäter die

    Verwundeten und Toten heraufholen wollten, wurden

    auch diese beschossen. So wure denn am anderen Tage

    das Gelände, wo die Engländer ihren Stolleneingang

    haben mußten, unter schweres Artillerie- und Minenfeuer

    genommen und völlig umgeackert.


  • November 14, 2018 06:14:39 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe [sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben [sic] mußten sich darauf eingerichtet haben,


  • November 14, 2018 06:14:25 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe[sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert. Eines Nachts waren die Pioniere mit den

    Engländern unter der Erde zusammen gestoßen.

    Diesselben mußten sich darauf eingerichtet haben,


  • November 14, 2018 06:13:20 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe[sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung. Der Beschuß war, bis auf einige Feuerüberfälle,

    nicht sehr groß. In der Trichterstellung wurde

    noch miniert.


  • November 14, 2018 06:12:37 Xip K

    Seite 24:

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Käsereste. Die Frau dankte mir herzlichst.

    Nach größerer Ruhepause löste dann I.R. 105 das I.R.

    172 ab und bezog am 10. Nov. die Stellung. Diesselbe[sic] war

    gut ausgebaut und Unterstände und Annäherungswege

    in bester Ordnung.


  • November 14, 2018 06:10:49 Xip K

    In Menin kam die 11. und 12. Komp. in einem

    Spiegelsaal zu liegen. Dort besuchte ich eines Tages meine

    alten Quartierleute. Die Frau kochte gerade eine Suppe von

    verschimmeltem Brot denn sie hatten sehr wenig Lebensmittel.

    Die Freude war groß als sie mich wieder erkannte.

    Nach dem Gesehenen ging ich gleich wieder in mein

    Quartier, wo von den Soldaten noch sehr mit Lebensmitteln

    gewüstet wurde, und sammelte die Brot- und

    Kuasereste. Die Frau dankte mir herzlichst.


Description

Save description
  • 50.7962915||3.121342||

    Menin / Menen, Belgium

  • 49.2208||5.432199999999966||

    Douaumont

    ||1
Location(s)
  • Story location Douaumont
  • Document location Menin / Menen, Belgium


ID
15519 / 164640
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Christine Geist
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


September 25, 1915 – December 25, 1915
  • Deutsch

  • Western Front

  • Civilian
  • Humor
  • leave
  • Minenbau
  • recreation
  • Trench Life
  • Urlaub
  • Zivilbevölkerung
  • Zivilisten



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