Tagebuch meines Großvaters Erich Schubert, item 9

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Seite 18:

In St. Voorte Zandvoorde bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

Beschwerden machte, mit dem Sanitätswagen nach

Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik Cortrijk 

gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

war nicht schwerer Natur und so entfernte der

Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

Foto 1:Im Lazarett Munizipal Pfingsten 1915.

Seite 19:

im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

     Am 17.6. kam ich dann wieder zur Komp. Das

Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

Stellung bleiben.

Foto 2 (links):Das weiße Schloß

Foto 3 (rechts):Feldwebel Kall


links:In der Bayern-   

Stellung   

mitte: Foto 4

Im vorderen Graben

Gefr. Stiehler, Max

Gefr. Haase, Gustl

Gefr. Kirsten

und meine Person

           


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Seite 18:

In St. Voorte Zandvoorde bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

Beschwerden machte, mit dem Sanitätswagen nach

Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik Cortrijk 

gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

war nicht schwerer Natur und so entfernte der

Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

Foto 1:Im Lazarett Munizipal Pfingsten 1915.

Seite 19:

im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

     Am 17.6. kam ich dann wieder zur Komp. Das

Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

Stellung bleiben.

Foto 2 (links):Das weiße Schloß

Foto 3 (rechts):Feldwebel Kall


links:In der Bayern-   

Stellung   

mitte: Foto 4

Im vorderen Graben

Gefr. Stiehler, Max

Gefr. Haase, Gustl

Gefr. Kirsten

und meine Person

           



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  • November 13, 2018 23:35:40 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte Zandvoorde bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanitätswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik Cortrijk 

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Munizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

         Am 17.6. kam ich dann wieder zur Komp. Das

    Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

    die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

    besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

    Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

    hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

    Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

    wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

    Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

    Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

    Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

    Stellung bleiben.

    Foto 2 (links):Das weiße Schloß

    Foto 3 (rechts):Feldwebel Kall


    links:In der Bayern-   

    Stellung   

    mitte: Foto 4

    Im vorderen Graben

    Gefr. Stiehler, Max

    Gefr. Haase, Gustl

    Gefr. Kirsten

    und meine Person

               


  • November 13, 2018 00:59:39 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Munizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

         Am 17.6. kam ich dann wieder zur Komp. Das

    Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

    die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

    besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

    Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

    hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

    Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

    wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

    Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

    Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

    Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

    Stellung bleiben.

    Foto 2 (links):Das weiße Schloß

    Foto 3 (rechts):Feldwebel Kall


    links:In der Bayern-   

    Stellung   

    mitte: Foto 4

    Im vorderen Graben

    Gefr. Stiehler, Max

    Gefr. Haase, Gustl

    Gefr. Kirsten

    und meine Person

               



  • November 13, 2018 00:59:00 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Munizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

         Am 17.6. kam ich dann wieder zur Kom. Das

    Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

    die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

    besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

    Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

    hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

    Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

    wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

    Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

    Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

    Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

    Stellung bleiben.

    Foto 2 (links):Das weiße Schloß

    Foto 3 (rechts):Feldwebel Kall


    links:In der Bayern-   

    Stellung   

    mitte: Foto 4

    Im vorderen Graben

    Gefr. Stiehler, Max

    Gefr. Haase, Gustl

    Gefr. Kirsten

    und meine Person

               



  • November 13, 2018 00:57:23 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Minizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

         Am 17.6. kam ich dann wieder zur Kom. Das

    Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

    die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

    besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

    Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

    hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

    Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

    wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

    Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

    Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

    Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

    Stellung bleiben.

    Foto 2 (links):Das weiße Schloß

    Foto 3 (rechts):Feldwebel Kall


    links:In der Bayern-   

    Stellung   

    mitte: Foto 4

    Im vorderen Graben

    Gefr. Stiehler, Max

    Gefr. Haase, Gustl

    Gefr. Kirsten

    und meine Person

               



  • November 13, 2018 00:56:29 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Minizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

         Am 17.6. kam ich dann wieder zur Kom. Das

    Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

    die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

    besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

    Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

    hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

    Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

    wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

    Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

    Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

    Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

    Stellung bleiben.

    Foto 2 (links):Das weiße Schloß.

    Foto 3 (rechts):Feldwebel Kall


    links:In der Bayern-   

    Stellung   

    mitte: Foto 4

    Im vorderen Graben

    Gefr. Stiehler, Max

    Gefr. Haase, Gustl

    Gefr. Kirsten

    und meine Person

               



  • November 13, 2018 00:50:43 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Minizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

         Am 17.6. kam ich dann wieder zur Kom. Das

    Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

    die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

    besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

    Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

    hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

    Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

    wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.

    Dafür bekamen die Engländer am anderen Tage ein

    Vergeltungsfeuer, welches wir gut beobachten konnten.

    Lange sollte unser Regt. nicht in dieser ruhigen

    Stellung bleiben.


  • November 13, 2018 00:49:40 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Minizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.

         Am 17.6. kam ich dann wieder zur Kom. Das

    Regiment wurde am 20.6. abgelöst, und so bekam ich

    die Höhe 60 nicht wieder zu sehen. In einigen Tagen

    besetzten wir die Bayern-Stellung. Hier war es sehr ruhig.

    Die Schwalben hatten ihr Nest im Unterstand gebaut. Von

    hier aus sahen wir eines morgens wie bei unserem linken

    Nachbar Regt. 245 ein Haus von den Engländern gesprengt

    wurde. Dieselben sollen wohl dabei 40-50 Tote gehabt haben.


  • November 13, 2018 00:47:14 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Minizipal Pfingsten 1915.

    Seite 19:

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.



  • November 13, 2018 00:46:44 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Minizipal Pfingsten 1915.

    im Fleische befanden. Am Oberarm hatte ich einen, und

    an der Hüfte zwei Splitter so groß wie ein 10Pfenigstück.

    Im Handgelenk habe ich jetzt noch einen als Andenken.

    So verbrachte ich bald 2 Monate im Lazarett.



  • November 13, 2018 00:45:15 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper

    Foto 1:Im Lazarett Minizipal Pfingsten 1915.



  • November 13, 2018 00:44:34 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt. Er maß mein

    Fieber und da es hoch war, durfte ich nicht mit

    weiter fahren und mußte in Kortrik bleiben.

    Ich kam in das Lazarett Munizipal. Nachdem

    ich vom Nachmittag bis früh geschlafen hatte

    ging es dann zum Arzt. Meine Verwundung

    war nicht schwerer Natur und so entfernte der

    Arzt mir 18 Splitter, welche sich im rechten Oberkörper


  • November 13, 2018 00:42:39 Xip K

    Seite 18:

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen. Ich war von den mehreren

    schlaflosen Nächten am Tische eingeschlafen und

    wurde von einem Sanitäter geweckt.


  • November 13, 2018 00:41:46 Xip K

    In St. Voorte bekam ich eine Fieberspritze. Als ich

    meine Brust frei machte, dachte der Arzt, es sei meine

    Verwundung. Doch ich erklärte ihm, daß dieses nur

    von den Läusen sei. Ich war furchtbar aufgekratzt.

    Hatten wir doch bald 8 Tage in mehreren Unter-

    ständen gehockt und nicht geschlafen. Zum Lausen

    hatten wir keine Zeit gehabt. So kam es, daß uns

    das Viehzeug bald aufgefressen hatte.

    Von da aus fuhr ich, da das Laufen mir

    Beschwerden machte, mit dem Sanittatswagen nach

    Wervik wo ich verbunden wurde. Hier ging es gegen

    11 Uhr mit dem Leichtkrankenzug ab. In Kortrik

    gab es Mittagessen. Ein Jeder versuchte in den

    Wartesaal zu kommen um endlich wieder etwas

    Warmes zu bekommen.


Description

Save description
  • 50.8194776||3.2577263||

    Kortrik (Cortrijk), Belgium

  • 50.8123365||2.9816989||

    St. Voorte (Zandvoorde), Belgium

  • 49.2208||5.432199999999966||

    Douaumont

    ||1
Location(s)
  • Story location Douaumont
  • Document location Kortrik (Cortrijk), Belgium
  • Additional document location St. Voorte (Zandvoorde), Belgium


ID
15519 / 164637
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Christine Geist
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


April 19, 1915 – May, 1915
  • Deutsch

  • Western Front

  • hospital
  • Läuse
  • Lazarett
  • lice
  • Minensprengung
  • Trench Life



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