Tagebuch meines Großvaters Erich Schubert, item 7

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Seite 14:

Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schubert

es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobachten.

Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

Seite 15:

auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Derselbe

ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artilleriebeobachtung

und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

würde dann auf d. die Höhe 60 kommen um nachzusehen wie

dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. die Höhe 60

um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir befanden

uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

auch schon die Engländer mit M. G. in den Sprengtrichter.

Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. Artillerie-Offizier angejagt

und gab die Befehle auf Sperrfeuer. Unser Zug

mußte sofort in den ersten Graben zur Verstärkung.

Mein Kamerad Winkler und ich sollten bei der Art.-Beobachtung

bleiben. Der Offz. ging 20 Meter von seinem

Stande um besser beobachten zu können. Wir beide

legten uns in den Graben und riefen so die Befehle

dem Telefonisten zu. Nachdem es dann ganz finster

war, konnten wir zu unserem Zug in die vordere

Linie gehen. Hier standen wir die ganze Nacht mit

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Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schubert

es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobachten.

Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

Seite 15:

auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Derselbe

ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artilleriebeobachtung

und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

würde dann auf d. die Höhe 60 kommen um nachzusehen wie

dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. die Höhe 60

um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir befanden

uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

auch schon die Engländer mit M. G. in den Sprengtrichter.

Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. Artillerie-Offizier angejagt

und gab die Befehle auf Sperrfeuer. Unser Zug

mußte sofort in den ersten Graben zur Verstärkung.

Mein Kamerad Winkler und ich sollten bei der Art.-Beobachtung

bleiben. Der Offz. ging 20 Meter von seinem

Stande um besser beobachten zu können. Wir beide

legten uns in den Graben und riefen so die Befehle

dem Telefonisten zu. Nachdem es dann ganz finster

war, konnten wir zu unserem Zug in die vordere

Linie gehen. Hier standen wir die ganze Nacht mit


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  • November 13, 2018 23:02:15 Xip K

    Seite 14:

    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schubert

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobachten.

    Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Derselbe

    ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artilleriebeobachtung

    und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

    würde dann auf d. die Höhe 60 kommen um nachzusehen wie

    dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

    ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

    gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

    Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

    sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. die Höhe 60

    um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

    Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

    langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

    Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir befanden

    uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

    Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

    60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

    auch schon die Engländer mit M. G. in den Sprengtrichter.

    Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

    Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

    Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. Artillerie-Offizier angejagt

    und gab die Befehle auf Sperrfeuer. Unser Zug

    mußte sofort in den ersten Graben zur Verstärkung.

    Mein Kamerad Winkler und ich sollten bei der Art.-Beobachtung

    bleiben. Der Offz. ging 20 Meter von seinem

    Stande um besser beobachten zu können. Wir beide

    legten uns in den Graben und riefen so die Befehle

    dem Telefonisten zu. Nachdem es dann ganz finster

    war, konnten wir zu unserem Zug in die vordere

    Linie gehen. Hier standen wir die ganze Nacht mit

  • November 13, 2018 23:01:45 Xip K

    Seite 14:

    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schubert

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobachten.

    Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Derselbe

    ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artilleriebeobachtung

    und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

    würde dann auf d. die Höhe 60 kommen um nachzusehen wie

    dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

    ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

    gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

    Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

    sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. die Höhe 60

    um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

    Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

    langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

    Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir befanden

    uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

    Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

    60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

    auch schon die Engländer mit M. G. in den Sprengtrichter.

    Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

    Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

    Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. angejagt

    und gab die Befehle auf Sperrfeuer. Unser Zug

    mußte sofort in den ersten Graben zur Verstärkung.

    Mein Kamerad Winkler und ich sollten bei der Art.-Beobachtung

    bleiben. Der Offz. ging 20 Meter von seinem

    Stande um besser beobachten zu können. Wir beide

    legten uns in den Graben und riefen so die Befehle

    dem Telefonisten zu. Nachdem es dann ganz finster

    war, konnten wir zu unserem Zug in die vordere

    Linie gehen. Hier standen wir die ganze Nacht mit


  • November 13, 2018 23:01:35 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schubert

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobachten.

    Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Derselbe

    ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artilleriebeobachtung

    und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

    würde dann auf d. die Höhe 60 kommen um nachzusehen wie

    dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

    ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

    gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

    Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

    sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. die Höhe 60

    um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

    Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

    langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

    Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir befanden

    uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

    Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

    60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

    auch schon die Engländer mit M. G. in den Sprengtrichter.

    Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

    Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

    Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. ange-

    jagt und gab die Befehle auf Sperrfeuer. Unser Zug

    mußte sofort in den ersten Graben zur Verstärkung.

    Mein Kamerad Winkler und ich sollten bei der Art.-Beobachtung

    bleiben. Der Offz. ging 20 Meter von seinem

    Stande um besser beobachten zu können. Wir beide

    legten uns in den Graben und riefen so die Befehle

    dem Telefonisten zu. Nachdem es dann ganz finster

    war, konnten wir zu unserem Zug in die vordere

    Linie gehen. Hier standen wir die ganze Nacht mit


  • November 12, 2018 23:50:33 Xip K

    Seite 14:

    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schubert

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Der-

    selbe ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artillerie-

    beobachtung und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-

    Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

    würde dann auf d. 60 kommen um nachzusehen wie

    dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

    ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

    gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

    Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

    sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. 60

    um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

    Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

    langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

    Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir be-

    fanden uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

    Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

    60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

    auch schon die Engländer mit M. G. in den Spreng-

    trichter. Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

    Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

    Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. ange-

    jagt und gab die Befehle auf Sperrfeuer. Unser Zug

    mußte sofort in den ersten Graben zur Verstärkung.

    Mein Kamerad Winkler und ich sollten bei der Art.-

    Beobachtung bleiben. Der Offz. ging 20 Meter von seinem

    Stande um besser beobachten zu können. Wir beide

    legten uns in den Graben und riefen so die Befehle

    dem Telefonisten zu. Nachdem es dann ganz finster

    war, konnten wir zu unserem Zug in die vordere

    Linie gehen. Hier standen wir die ganze Nacht mit


  • November 12, 2018 07:05:11 Xip K

    Seite 14:

    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Der-

    selbe ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artillerie-

    beobachtung und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-

    Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

    würde dann auf d. 60 kommen um nachzusehen wie

    dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

    ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

    gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

    Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

    sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. 60

    um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

    Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

    langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

    Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir be-

    fanden uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

    Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

    60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

    auch schon die Engländer mit M. G. in den Spreng-

    trichter. Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

    Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

    Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. ange-

    jagt und gab die Befehle auf Sperrfeuer. Unser Zug

    mußte sofort in den ersten Graben zur Verstärkung.

    Mein Kamerad Winkler und ich sollten bei der Art.-

    Beobachtung bleiben. Der Offz. ging 20 Meter von seinem

    Stande um besser beobachten zu können. Wir beide

    legten uns in den Graben und riefen so die Befehle

    dem Telefonisten zu. Nachdem es dann ganz finster

    war, konnten wir zu unserem Zug in die vordere

    Linie gehen. Hier standen wir die ganze Nacht mit


  • November 12, 2018 07:02:55 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Der-

    selbe ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artillerie-

    beobachtung und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-

    Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

    würde dann auf d. 60 kommen um nachzusehen wie

    dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

    ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

    gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

    Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere

    sollten an denselben bleiben. Nun ging er auf d. H. 60

    um sich von dem Einschlag der Geschosse zu überzeugen.

    Es war eine große Ruhe vor dem Sturm. Die Sonne ging

    langsam unter. Der Offizier war vielleicht auf dem halben

    Wege zurück nach seinem Stande, als plötzlich, wir be-

    fanden uns alle im Graben, die Erde anfing zu wackeln.

    Nach einem unterirdischen Rollen sahen wir die

    60 in die Luft fliegen. In dem Moment sprangen

    auch schon die Engländer mit M. G. in den Spreng-

    trichter. Schnell nahmen wir unsere Gewehre zur

    Hand und schoßen feste auf die herüber hastenden

    Truppen. Da kam fast ohne Atem der Art.-Offz. ange-

    jagt und gab die Befehle auf Sperrfeuer.


  • November 12, 2018 06:58:53 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Der-

    selbe ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artillerie-

    beobachtung und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-

    Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten. Er selbst

    würde dann auf d. 60 kommen um nachzusehen wie

    dieselben gesessen haben. Nach der bestimmten Zeit

    ließ der Leutnant 2 Schuß abfeuern. Dieselben saßen

    gut auf dem Graben, das sahen wir mit dem bloßen

    Augen Auge. Er ließ die Geschütze laden und die Kanoniere


  • November 12, 2018 06:57:05 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Der-

    selbe ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artillerie-

    beobachtung und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei. Durch das Fernrohr sah er dann auch, daß sehr viel

    Truppen sich im Graben befinden. Er gab dem Feldwebel den

    Bescheid, in der viertel Stunde wolle er zwei Aufschag- Aufschlag-

    Schrappnel auf den englischen Graben schießen und der

    Feldwebel möchte die Einschläge gut beobachten.


  • November 12, 2018 06:55:19 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Der-

    selbe ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoff. Unteroffizier

    Gleich danach kam ein Feldwebel v. d. 60 zur Artillerie-

    beobachtung und meldete, daß bei den Engländern düchtiger

    Betrieb sei.


  • November 12, 2018 06:53:43 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen. Der-

    selbe ging dann auch gegen Abend zu seinem alten Freund

    und übergab den Zug dem ältesten Untoffz. Unteroffizier


  • November 12, 2018 06:52:51 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Kompagnie Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    Seite 15:

    auf die H. Höhe 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen.


  • November 12, 2018 06:52:04 Xip K

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    Foto 1:Der große Sprengtrichter auf d. Höhe 60

    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. Höhe 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend

    auf die H. 60 kommen. Er sollte gleich mit Abendbrot dort essen

    und anschließend wollten sie dann etwas Karte spielen.


  • November 12, 2018 06:50:52 Xip K

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    Foto 2:12. Komp. in der Badeanstalt zu Wervik. + cross marks Erich Schreiber

    es für ihn keinen großen Nutzen von dort zu beobach-

    ten. Gegen 2 Uhr mittags bekam unser Zug einen

    neuen Leutnant. Nach kurzer Zeit kam auch schon

    ein Mann von der H. 60 und frug uns ob wir

    einen Zugführer bekommen hätten. Wir führten

    ihn an den Unterstand und sagte er zu demselben,

    sein Komp. Führer ließ den Leutnant, vermutlich ein

    guter Freund von ihm, bitten, er möchte heute Abend


  • November 12, 2018 05:28:03 Xip K

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Description

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  • 50.824842025895116||2.9350531428221984||

    Zwarte Leen, Belgium

  • 49.2208||5.432199999999966||

    Douaumont

    ||1
Location(s)
  • Story location Douaumont
  • Document location Zwarte Leen, Belgium


ID
15519 / 164635
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Christine Geist
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


April 17, 1915
  • Deutsch

  • Western Front

  • Trench Life



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