Kriegstagebuch von Martin Thielemann, item 10

Edit transcription:
...
Transcription saved
Enhance your transcribing experience by using full-screen mode

Transcription

You have to be logged in to transcribe. Please login or register and click the pencil-button again

                              17.

Tagen währenden Truppendurch--

märsche vollständig ausgesogen.

Es gibt außer Schnaps nichts zu kaufen.


           Sonnabend, 22. August

   Wir sollen einen Streifmarsch in

belgisches Gebiet machen, um den

Leuten wieder einmal deutsches

Militär zu zeigen, werden jedoch nach

kurzer Zeit durch Radfahrer zurück-

geholt. Wir erhalten Befehl zum

Abmarsch. Der Major gibt die Nachricht

eines großen deutschen Sieges bekannt,

die große Begeisterung auslöst.

   1/2 11 Uhr marschieren wir nach der

Station Ulflingen, wo wir 3 Stunden

auf dem Bahnsteig halten, ehe wir

verladen werden. Wir fahren über

St.Vith, Weismeß, Malmedy, Staralton.

Riedel und ich zusammen. Es geht die

ganze Nacht durch.


                        18.

          Sonntag, den 23. August.

Ein herrlicher Sonntagsmorgen. Um

6 Uhr halten wir in Strenpas. Wir erfahren,

daß wir falsch gefahren sind. Wir halten

1/4 Stunde vor Lüttich und kehren um.

Seit 24 Stunden habe ich beinahe nichts

gegessen, wenigstens nichts Warmes.

Nur trockenes Kommisbrot.

   Wir fahren über Tilfe, Rivage, Barvaux

und sind 1/2 10 Uhr in Melreux. Von

ferne dröhnt der Kanonendonner von

Namur.

   Wir kochen ab: Büchsenfleisch und

Erbskonserven. Mit aufgepflanztem

Seitengewehr gehts durch den Ort nach

Hutton vor das Haus des Bürgermeisters.

Dann wieder zurück zum

Bahnhof.


                 II. Bahnwacht in Belgien.


   Wir sollen die Bahn sichern, eine

Strecke von 10km zu beiden Seiten des

Bahnhofs. Ich bekomme mit 6 Mann

 









Transcription saved

                              17.

Tagen währenden Truppendurch--

märsche vollständig ausgesogen.

Es gibt außer Schnaps nichts zu kaufen.


           Sonnabend, 22. August

   Wir sollen einen Streifmarsch in

belgisches Gebiet machen, um den

Leuten wieder einmal deutsches

Militär zu zeigen, werden jedoch nach

kurzer Zeit durch Radfahrer zurück-

geholt. Wir erhalten Befehl zum

Abmarsch. Der Major gibt die Nachricht

eines großen deutschen Sieges bekannt,

die große Begeisterung auslöst.

   1/2 11 Uhr marschieren wir nach der

Station Ulflingen, wo wir 3 Stunden

auf dem Bahnsteig halten, ehe wir

verladen werden. Wir fahren über

St.Vith, Weismeß, Malmedy, Staralton.

Riedel und ich zusammen. Es geht die

ganze Nacht durch.


                        18.

          Sonntag, den 23. August.

Ein herrlicher Sonntagsmorgen. Um

6 Uhr halten wir in Strenpas. Wir erfahren,

daß wir falsch gefahren sind. Wir halten

1/4 Stunde vor Lüttich und kehren um.

Seit 24 Stunden habe ich beinahe nichts

gegessen, wenigstens nichts Warmes.

Nur trockenes Kommisbrot.

   Wir fahren über Tilfe, Rivage, Barvaux

und sind 1/2 10 Uhr in Melreux. Von

ferne dröhnt der Kanonendonner von

Namur.

   Wir kochen ab: Büchsenfleisch und

Erbskonserven. Mit aufgepflanztem

Seitengewehr gehts durch den Ort nach

Hutton vor das Haus des Bürgermeisters.

Dann wieder zurück zum

Bahnhof.


                 II. Bahnwacht in Belgien.


   Wir sollen die Bahn sichern, eine

Strecke von 10km zu beiden Seiten des

Bahnhofs. Ich bekomme mit 6 Mann

 










Transcription history
  • April 17, 2017 06:52:49 Rolf Kranz

                                  17.

    Tagen währenden Truppendurch--

    märsche vollständig ausgesogen.

    Es gibt außer Schnaps nichts zu kaufen.


               Sonnabend, 22. August

       Wir sollen einen Streifmarsch in

    belgisches Gebiet machen, um den

    Leuten wieder einmal deutsches

    Militär zu zeigen, werden jedoch nach

    kurzer Zeit durch Radfahrer zurück-

    geholt. Wir erhalten Befehl zum

    Abmarsch. Der Major gibt die Nachricht

    eines großen deutschen Sieges bekannt,

    die große Begeisterung auslöst.

       1/2 11 Uhr marschieren wir nach der

    Station Ulflingen, wo wir 3 Stunden

    auf dem Bahnsteig halten, ehe wir

    verladen werden. Wir fahren über

    St.Vith, Weismeß, Malmedy, Staralton.

    Riedel und ich zusammen. Es geht die

    ganze Nacht durch.


                            18.

              Sonntag, den 23. August.

    Ein herrlicher Sonntagsmorgen. Um

    6 Uhr halten wir in Strenpas. Wir erfahren,

    daß wir falsch gefahren sind. Wir halten

    1/4 Stunde vor Lüttich und kehren um.

    Seit 24 Stunden habe ich beinahe nichts

    gegessen, wenigstens nichts Warmes.

    Nur trockenes Kommisbrot.

       Wir fahren über Tilfe, Rivage, Barvaux

    und sind 1/2 10 Uhr in Melreux. Von

    ferne dröhnt der Kanonendonner von

    Namur.

       Wir kochen ab: Büchsenfleisch und

    Erbskonserven. Mit aufgepflanztem

    Seitengewehr gehts durch den Ort nach

    Hutton vor das Haus des Bürgermeisters.

    Dann wieder zurück zum

    Bahnhof.


                     II. Bahnwacht in Belgien.


       Wir sollen die Bahn sichern, eine

    Strecke von 10km zu beiden Seiten des

    Bahnhofs. Ich bekomme mit 6 Mann

     









  • April 14, 2017 14:14:19 Rolf Kranz

                                  17.

    Tagen währenden Truppendurch--

    märsche vollständig ausgesogen.

    Es gibt außer Schnaps nichts zu kaufen.


               Sonnabend, 22. August

       Wir sollen einen Streifmarsch in

    belgisches Gebiet machen, um den

    Leuten wieder einmal deutsches

    Militär zu zeigen, werden jedoch nach

    kurzer Zeit durch Radfahrer zurück-

    geholt. Wir erhalten Befehl zum

    Abmarsch. Der Major gibt die Nachricht

    eines großen deutschen Sieges bekannt,

    die große Begeisterung auslöst.

       1/2 11 Uhr marschieren wir nach der

    Station Ulflingen, wo wir 3 Stunden

    auf dem Bahnsteig halten, ehe wir

    verladen werden. Wir fahren über

    St.Vith, Weismeß, Malmedy, Staralton.

    Riedel und ich zusammen. Es geht die

    ganze Nacht durch.










  • April 14, 2017 12:05:11 Judith Pammer

    17.

    Tagen währenden Truppendurch--

    märsche vollständig ausge[...]ogen.

    Es gibt außer Schnaps nichts zu kau-

    fen.


    Sonnabend, 22.August

    Wir sollen einen Streifmarsch in

    belgisches Gebiet machen, um den

    Leuten wieder einmal deutsches Mi-

    litär zu zeigen, werden jedoch nach

    kurzer Zeit durch Radfahrer zurück-

    geholt.Wir erhalten Befehl zum Ab-

    marsch.Der Major die Nachricht

    eines großen deutschen Sieges bekannt,

    die gr0ße Begeisterung auslöst.

    1/2 11 Uhr marschieren wir nach der

    Station Ulflingen, wo wir 3 Stunden

    auf dem Bahnsteig halten, ehe wir

    verladen werden. Wir fahren über

    St.Vith ?, Weis[...]mehs,Aalmedy, Ltaralton ?,

    Riedel und ich zusammen. Es geht die

    ganze Nacht durch.










Description

Save description
  • 50.1220148||6.0017026||

    Ulflingen

  • 50.6325574||5.5796662||

    Lüttich

  • 50.48651||5.58491||

    Rivage

  • 50.35064||5.49306||

    Barvaux

  • 50.27968||5.43914||

    Melreux

  • 50.5640699||5.5759823||

    Tilff

  • 50.2788486||6.1273655||

    St.Vith

  • 50.4148914||6.1115604||

    Weißmeß

  • 50.4246396||6.0283276||

    Malmedy

  • 49.556328||4.34751||

    Arnicourt

    ||1
Location(s)
  • Story location Arnicourt
  • Document location Ulflingen
  • Additional document location Lüttich
  • Additional document location Rivage
  • Additional document location Barvaux
  • Additional document location Melreux
  • Additional document location Tilff
  • Additional document location St.Vith
  • Additional document location Weißmeß
  • Additional document location Malmedy
Login and add location


ID
1507 / 16534
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Lutz Köhler
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


Login to edit the languages

Login to edit the fronts
  • Western Front

Login to add keywords

Login and add links

Notes and questions

Login to leave a note