Kriegstagebuch mit handgefertigten Zeichnungen von Rudolf Kämmerer, SM Hilfskreuzer "Berlin", item 60

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                Montag: 26. 10. 14.

   Kurs N.1/2W. das Wetter war etwas
besser. Nachmittags auf Freiwache mußten
wir bei hoher Dünung Freiübung, zur
Abwechselung, machen. Dies war ein Dienst,
den wir mit Widerwillen machten, weil
uns dabei, während der Freizeit, der Schlaf
genommen und schlafen muß der Mensch.
Tag und Nacht auf Wache, da gibt es
Bewegung genug. Wir nannten es nur
Arm und Bein verrenken. Maschinen
gehen langsame Fahrt. Nichts gesehen.

           Dienstag: 27. 10. 14.

     Stimmung wird gemütlich. Die
Fahrt noch immer langsam. Wir treiben
auf der Höhe von Grönland 65 ° Grad
nördl. Breite. Die Kessel hatten unmög"
liches geleistet und bedurfen noch eine
gründliche Reinigung. Da dies hier der
geeigenste Platz war, wurde heute
damit bekommen. Wetter wird ruhig.


           Mittwoch: 28. 10. 14.

    Fahren langsam zwischen Grönland und
Island. Öfters kamen Walfische zu Gesicht.
Wind erhebt sich von N.O.

        Donnerstag: 29. 10. 14.

  Der Wind war wieder abgeflaut nur
die Dünung rollt noch schwer. Wegen
Kesselreinigung trieben wir noch weiter
umher. Zu Mittag ließ uns der I.O.
wieder antreten und teilte uns mit,
daß der Kommandant beabsichtige, in
den nächsten Tagen weiter zu fahren
und wenn möglich Schiffe zu kapern.
Zu diesem Zwecke wurde ein Raum
für etwaige Gefangene hergerichtet.
Auch wurden zwei Prisenboots Mann"
schaften abgeteilt, wo ich mich auch
darunter befand. Pro Prisenboot 2 Offiz.
1 Unteroffz. und 12 Matrosen. Jeder Mann
hatte ein Gewehr, Seitengewehr und 50 Patr.



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                Montag: 26. 10. 14.

   Kurs N.1/2W. das Wetter war etwas
besser. Nachmittags auf Freiwache mußten
wir bei hoher Dünung Freiübung, zur
Abwechselung, machen. Dies war ein Dienst,
den wir mit Widerwillen machten, weil
uns dabei, während der Freizeit, der Schlaf
genommen und schlafen muß der Mensch.
Tag und Nacht auf Wache, da gibt es
Bewegung genug. Wir nannten es nur
Arm und Bein verrenken. Maschinen
gehen langsame Fahrt. Nichts gesehen.

           Dienstag: 27. 10. 14.

     Stimmung wird gemütlich. Die
Fahrt noch immer langsam. Wir treiben
auf der Höhe von Grönland 65 ° Grad
nördl. Breite. Die Kessel hatten unmög"
liches geleistet und bedurfen noch eine
gründliche Reinigung. Da dies hier der
geeigenste Platz war, wurde heute
damit bekommen. Wetter wird ruhig.


           Mittwoch: 28. 10. 14.

    Fahren langsam zwischen Grönland und
Island. Öfters kamen Walfische zu Gesicht.
Wind erhebt sich von N.O.

        Donnerstag: 29. 10. 14.

  Der Wind war wieder abgeflaut nur
die Dünung rollt noch schwer. Wegen
Kesselreinigung trieben wir noch weiter
umher. Zu Mittag ließ uns der I.O.
wieder antreten und teilte uns mit,
daß der Kommandant beabsichtige, in
den nächsten Tagen weiter zu fahren
und wenn möglich Schiffe zu kapern.
Zu diesem Zwecke wurde ein Raum
für etwaige Gefangene hergerichtet.
Auch wurden zwei Prisenboots Mann"
schaften abgeteilt, wo ich mich auch
darunter befand. Pro Prisenboot 2 Offiz.
1 Unteroffz. und 12 Matrosen. Jeder Mann
hatte ein Gewehr, Seitengewehr und 50 Patr.




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  • March 16, 2017 21:46:55 Rolf Kranz

                    Montag: 26. 10. 14.

       Kurs N.1/2W. das Wetter war etwas
    besser. Nachmittags auf Freiwache mußten
    wir bei hoher Dünung Freiübung, zur
    Abwechselung, machen. Dies war ein Dienst,
    den wir mit Widerwillen machten, weil
    uns dabei, während der Freizeit, der Schlaf
    genommen und schlafen muß der Mensch.
    Tag und Nacht auf Wache, da gibt es
    Bewegung genug. Wir nannten es nur
    Arm und Bein verrenken. Maschinen
    gehen langsame Fahrt. Nichts gesehen.

               Dienstag: 27. 10. 14.

         Stimmung wird gemütlich. Die
    Fahrt noch immer langsam. Wir treiben
    auf der Höhe von Grönland 65 ° Grad
    nördl. Breite. Die Kessel hatten unmög"
    liches geleistet und bedurfen noch eine
    gründliche Reinigung. Da dies hier der
    geeigenste Platz war, wurde heute
    damit bekommen. Wetter wird ruhig.


               Mittwoch: 28. 10. 14.

        Fahren langsam zwischen Grönland und
    Island. Öfters kamen Walfische zu Gesicht.
    Wind erhebt sich von N.O.

            Donnerstag: 29. 10. 14.

      Der Wind war wieder abgeflaut nur
    die Dünung rollt noch schwer. Wegen
    Kesselreinigung trieben wir noch weiter
    umher. Zu Mittag ließ uns der I.O.
    wieder antreten und teilte uns mit,
    daß der Kommandant beabsichtige, in
    den nächsten Tagen weiter zu fahren
    und wenn möglich Schiffe zu kapern.
    Zu diesem Zwecke wurde ein Raum
    für etwaige Gefangene hergerichtet.
    Auch wurden zwei Prisenboots Mann"
    schaften abgeteilt, wo ich mich auch
    darunter befand. Pro Prisenboot 2 Offiz.
    1 Unteroffz. und 12 Matrosen. Jeder Mann
    hatte ein Gewehr, Seitengewehr und 50 Patr.



  • January 14, 2017 11:39:41 Eva Anna Welles (AUT)

    Montag: 26. 10. 14.

    Kurs N.1/2W. das Wetter war etwas
    besser. Nachmittags auf Freiwache mußten
    wir bei hoher Dünung Freiübung, zur
    Abwechselung, machen. Dies war ein Dienst,
    den wir mit Widerwillen machten, weil
    uns dabei, während der Freizeit, der Schlaf
    genommen und schlafen muß der Mensch.
    Tag und Nacht auf Wache, da gibt es
    Bewegung genug. Wir nannten es nur
    Arm und Bein verrenken. Maschinen
    gehen langsame Fahrt. Nichts gesehen.

    Dienstag: 27. 10. 14.

    Stimmung wird gemütlich. Die
    Fahrt noch immer langsam. Wir treiben
    auf der Höhe von Grönland 65 ° Grad
    nördl. Breite. Die Kessel hatten unmög"
    liches geleistet und bedurfen noch eine
    gründliche Reinigung. Da dies hier der
    geeigenste Platz war, wurde heute
    damit bekommen. Wetter wird ruhig.


    Mittwoch: 28. 10. 14.

    Fahren langsam zwischen Grönland und
    Island. Öfters kamen Walfische zu Gesicht.
    Wind erhebt sich von N.O.

    Donnerstag: 29. 10. 14.

    Der Wind war wieder abgeflaut nur
    die Dünung rollt noch schwer. Wegen
    Kesselreinigung trieben wir noch weiter
    umher. Zu Mittag ließ uns der I.O.
    wieder antreten und teilte uns mit,
    daß der Kommandant beabsichtige, in
    den nächsten Tagen weiter zu fahren
    und wenn möglich Schiffe zu kapern.
    Zu diesem Zwecke wurde ein Raum
    für etwaige Gefangene hergerichtet.
    Auch wurden zwei Prisenboots Mann"
    schaften abgeteilt, wo ich mich auch
    darunter befandte. Pro Prisenboot 2 Offiz.
    1 Unteroffz. und 12 Matrosen. Jeder Mann
    hatte ein Gewehr, Seitengewehr und 50 Patr.




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Bernd Rossberg
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