Joseph Spee - Briefe von der Front - vermisst in Maucourt, item 20

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Seite 2:

des Tages nochmals ein Angriff stattfinden,

da wir die Franzosen & Engländer doch schlagen

wollen und müssen, dabei besteht unser Gegner

größten Teils aus Alpenjäger, die ganz vorzügliche

Schützen sind. Ja liebe Eltern

& Geschwister ich kann Euch sagen, im

Krieg ist hart. Ihr glaubt gar nicht was es

zu weilen für Entbehrungen gibt. Die Gegenden

wo wir kommen und vorher von Fran-

zosen besetzt waren, sind alle verwüstet und

die Dörfer zum Teil verbrannt. Die Bewohner

haben Ihre Häuser in wilder Flucht verlassen.

Alles ist durchwühlt vom Keller bis unterm Dach.

Etwas Vieh läuft noch herum wie wild, kein

Mensch der sich drum kümmert, zum Teil liegt es

zerschossen & verschmachtet auf den Straßen & den

Wiesen. Wenn wir ein Dorf besetzten, wird dasselbe

natürlich sofort untersucht, man schreckt zuweilen

zurück, wenn man die Häuser betritt.

Seite 3:

Wie mancher Freiwilliger wird sich

wundern, wenn er in unseren Reihen steht,

wenn er dieses Alles zu sehen bekommt.

Und dann erst, was eine Schlacht anbelangt.

Wenn man sieht, wie die Kameraden fallen

wie die Fliegen, rechts & links, vorn & hinten

schlagen die Granaten ein oder platzen die

Schrappnels in der Luft nach allen Seiten sich

auseinander streuent. Wenn man mal

wieder eine kurze Zeit im Gefecht ist, dann

weiß & sieht man ja von dem alle nichts mehr.

Glaubt nur sicher liebe Eltern, daß sich jetzt schon

mancher bekehrt hat, der vorher nichts mehr von

unserm Herrgott wissen wollte, wie manche Träne

sieht man jetzt fließen. Auch ich habe mich schon

oft in solcher Lage befunden, daß ich dachte jetzt

ist Schluß mit dir, aber wenn man auf unsern

Herrgott & die Mutter Gottes vertraut, dann wird

es einem schon gut gehen und die werden die

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Seite 2:

des Tages nochmals ein Angriff stattfinden,

da wir die Franzosen & Engländer doch schlagen

wollen und müssen, dabei besteht unser Gegner

größten Teils aus Alpenjäger, die ganz vorzügliche

Schützen sind. Ja liebe Eltern

& Geschwister ich kann Euch sagen, im

Krieg ist hart. Ihr glaubt gar nicht was es

zu weilen für Entbehrungen gibt. Die Gegenden

wo wir kommen und vorher von Fran-

zosen besetzt waren, sind alle verwüstet und

die Dörfer zum Teil verbrannt. Die Bewohner

haben Ihre Häuser in wilder Flucht verlassen.

Alles ist durchwühlt vom Keller bis unterm Dach.

Etwas Vieh läuft noch herum wie wild, kein

Mensch der sich drum kümmert, zum Teil liegt es

zerschossen & verschmachtet auf den Straßen & den

Wiesen. Wenn wir ein Dorf besetzten, wird dasselbe

natürlich sofort untersucht, man schreckt zuweilen

zurück, wenn man die Häuser betritt.

Seite 3:

Wie mancher Freiwilliger wird sich

wundern, wenn er in unseren Reihen steht,

wenn er dieses Alles zu sehen bekommt.

Und dann erst, was eine Schlacht anbelangt.

Wenn man sieht, wie die Kameraden fallen

wie die Fliegen, rechts & links, vorn & hinten

schlagen die Granaten ein oder platzen die

Schrappnels in der Luft nach allen Seiten sich

auseinander streuent. Wenn man mal

wieder eine kurze Zeit im Gefecht ist, dann

weiß & sieht man ja von dem alle nichts mehr.

Glaubt nur sicher liebe Eltern, daß sich jetzt schon

mancher bekehrt hat, der vorher nichts mehr von

unserm Herrgott wissen wollte, wie manche Träne

sieht man jetzt fließen. Auch ich habe mich schon

oft in solcher Lage befunden, daß ich dachte jetzt

ist Schluß mit dir, aber wenn man auf unsern

Herrgott & die Mutter Gottes vertraut, dann wird

es einem schon gut gehen und die werden die


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  • January 8, 2019 20:24:40 Xip K

    Seite 2:

    des Tages nochmals ein Angriff stattfinden,

    da wir die Franzosen & Engländer doch schlagen

    wollen und müssen, dabei besteht unser Gegner

    größten Teils aus Alpenjäger, die ganz vorzügliche

    Schützen sind. Ja liebe Eltern

    & Geschwister ich kann Euch sagen, im

    Krieg ist hart. Ihr glaubt gar nicht was es

    zu weilen für Entbehrungen gibt. Die Gegenden

    wo wir kommen und vorher von Fran-

    zosen besetzt waren, sind alle verwüstet und

    die Dörfer zum Teil verbrannt. Die Bewohner

    haben Ihre Häuser in wilder Flucht verlassen.

    Alles ist durchwühlt vom Keller bis unterm Dach.

    Etwas Vieh läuft noch herum wie wild, kein

    Mensch der sich drum kümmert, zum Teil liegt es

    zerschossen & verschmachtet auf den Straßen & den

    Wiesen. Wenn wir ein Dorf besetzten, wird dasselbe

    natürlich sofort untersucht, man schreckt zuweilen

    zurück, wenn man die Häuser betritt.

    Seite 3:

    Wie mancher Freiwilliger wird sich

    wundern, wenn er in unseren Reihen steht,

    wenn er dieses Alles zu sehen bekommt.

    Und dann erst, was eine Schlacht anbelangt.

    Wenn man sieht, wie die Kameraden fallen

    wie die Fliegen, rechts & links, vorn & hinten

    schlagen die Granaten ein oder platzen die

    Schrappnels in der Luft nach allen Seiten sich

    auseinander streuent. Wenn man mal

    wieder eine kurze Zeit im Gefecht ist, dann

    weiß & sieht man ja von dem alle nichts mehr.

    Glaubt nur sicher liebe Eltern, daß sich jetzt schon

    mancher bekehrt hat, der vorher nichts mehr von

    unserm Herrgott wissen wollte, wie manche Träne

    sieht man jetzt fließen. Auch ich habe mich schon

    oft in solcher Lage befunden, daß ich dachte jetzt

    ist Schluß mit dir, aber wenn man auf unsern

    Herrgott & die Mutter Gottes vertraut, dann wird

    es einem schon gut gehen und die werden die

  • November 11, 2018 09:57:12 Xip K

    Seite 2:

    des Tages nochmals ein Angriff stattfinden,

    da wir die Franzosen & Engländer doch schlagen

    wollen und müssen, dabei besteht unser Gegner

    größten Teils aus Alpenjäger, die ganz vor-

    zügliche Schützen sind. Ja liebe Eltern

    & Geschwister ich kann Euch sagen, im

    Krieg ist hart. Ihr glaubt gar nicht was es

    zu weilen für Entbehrungen gibt. Gegenden

    wo wir kommen und vorher von Fran-

    zosen besetzt waren, sind alle verwüstet und

    die Dörfer zum Teil verbrannt. Die Bewohner

    haben ihre Häuser in wilder Flucht verlassen.

    Alles ist durchwühlt vom Keller bis unterm Dach.

    Etwas Vieh läuft noch herum wie wild, kein

    Mensch der sich drum kümmert, zum Teil liegt es

    zerschossen & verschmachtet auf den Straßen & den

    Wiesen. Wenn wir ein Dorf besetzten, wird dasselbe

    natürlich sofort untersucht, man schreckt zuweilen

    zurück, wenn man die Häuser betritt.

    Seite 3:

    Wie mancher Freiwilliger wird sich

    wundern, wenn er in unseren Reihen steht,

    wenn er dieses Alles zu sehen bekommt.

    Und dann erst, was eine Schlacht anbelangt.

    Wenn man sieht, wie die Kameraden fallen

    wie die Fliegen, rechts & links, vorn & hinten

    schlagen die Granaten ein oder platzen die

    Schrappnels in der Luft nach allen Seiten sich

    auseinander streuent. Wenn man mal

    wieder eine kurze Zeit im Gefecht ist, dann

    weiß & sieht man ja von dem alle nichts mehr.

    Glaubt nur sicher liebe Eltern, daß sich jetzt schon

    mancher bekehrt hat, der vorher nichts mehr von

    unserm Herrgott wissen wollte, wie manche Träne

    sieht man jetzt fließen. Auch ich habe mich schon

    oft in solcher Lage befunden, daß ich dachte jetzt

    ist Schluß mit dir, aber wenn man auf unsern

    Herrgott & die Mutter Gottes vertraut, dann wird

    es einem schon gut gehen und die werden die


  • November 11, 2018 09:51:48 Xip K

    Seite 2:

    des Tages nochmals ein Angriff stattfinden,

    da wir die Franzosen & Engländer doch schlagen

    wollen und müssen, dabei besteht unser Gegner

    größten Teils aus Alpenjäger, die ganz vor-

    zügliche Schützen sind. Ja liebe Eltern

    & Geschwister ich kann Euch sagen, im

    Krieg ist hart. Ihr glaubt gar nicht was es

    zu weilen für Entbehrungen gibt. Gegenden

    wo wir kommen und vorher von Fran-

    zosen besetzt waren, sind alle verwüstet und

    die Dörfer zum Teil verbrannt. Die Bewohner

    haben ihre Häuser in wilder Flucht verlassen.

    Alles ist durchwühlt vom Keller bis unterm Dach.

    Etwas Vieh läuft noch herum wie wild, kein

    Mensch der sich drum kümmert, zum Teil liegt es

    zerschossen & verschmachtet auf den Straßen & den

    Wiesen. Wenn wir ein Dorf besetzten, wird dasselbe

    natürlich sofort untersucht, man schreckt zuweilen

    zurück, wenn man die Häuser betritt.

    Seite 3:

    Wie mancher Freiwilliger wird sich

    wundern, wenn er in unseren Reihen steht,

    wenn er dieses Alles zu sehen bekommt.

    Und dann erst, was eine Schlacht anbelangt.


  • November 11, 2018 09:49:56 Xip K

    Seite 2:

    des Tages nochmals ein Angriff stattfinden,

    da wir die Franzosen & Engländer doch schlagen

    wollen und müssen, dabei besteht unser Gegner

    größten Teils aus Alpenjäger, die ganz vor-

    zügliche Schützen sind. Ja liebe Eltern

    & Geschwister ich kann Euch sagen, im

    Krieg ist hart. Ihr glaubt gar nicht was es

    zu weilen für Entbehrungen gibt. Gegenden

    wo wir kommen und vorher von Fran-

    zosen besetzt waren, sind alle verwüstet und

    die Dörfer zum Teil verbrannt. Die Bewohner

    haben ihre Häuser in wilder Flucht verlassen.

    Alles ist durchwühlt vom Keller bis unterm Dach.

    Etwas Vieh läuft noch herum wie wild, kein

    Mensch der sich drum kümmert, zum Teil liegt es

    zerschossen & verschmachtet auf den Straßen & den

    Wiesen. Wenn wir ein Dorf besetzten, wird dasselbe

    natürlich sofort untersucht, man schreckt zuweilen

    zurück, wenn man die Häuser betritt.


Description

Save description
  • 49.79566678138806||2.766191020996075||

    Chilly, France

  • 49.793495||2.754101||

    Maucourt

    ||1
Location(s)
  • Story location Maucourt
  • Document location Chilly, France


ID
14717 / 178507
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Maria Böckmann
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


September 29, 1914
  • Deutsch

  • Western Front

  • Battle
  • Chasseurs Alpins
  • conversion
  • destruction
  • grenades
  • religion



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