Tagebuch von Margarethe Wirringa, item 21

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Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

Wir fragten uns gegenseitig: Wie es nächstes

Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

wußten es damals ja schon, wie schlecht es

um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

die sie seinerzeit eingenommen haben,

wieder räumen müssen. Sie müssen immer

weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

vom Feinde frei. Wären bloß die Amerikaner

nicht hinzugekommen, dann

würde es auch nicht so schlecht um unser

Deutschland  - mein liebes Vaterland -

gestanden haben. Wie es wohl

noch wird ? Deutschland u. Amerika wechseln

noch immerzu Noten zwecks eines

baldigen Friedens. Deutschland hat den

Frieden angeboten. Auch unsere Verbündeten

sind kaputt. Amerika (Wilson)

verlangt aber nicht zu wenig von uns.

Unter anderem verlangt es Zurückziehung

unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

im Westen, Wiederherstellung

Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

entlassen werden) Und dann soll unser

Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

Dieses alles und noch mehr verlangen

die Feinde von uns zwecks eines Waf-

fenstillstandes. Danach werden die Frie-

densverhandlungen beginnen können.

Wilson wollte mit dem Deutschen Volke

 

rechte Seite

verhandeln, aber nicht mit dem

Hohenzollernhause. Unser Kaiser ist bei den

Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

Auch wollen sie unsern Militarismus unterdrücken. -

Unser Johann geht alle 3 Wochen

zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

Kea Danneboom. Am Sonntag, wie die

traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

war Tönni mit ihm nach Gr.; er war bei

Zimmermstr. Kruse.

 

Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918:

In dieser Spanne Zeit hat sich unendlich viel

neues zugetragen. Am 8. Novbr. abends, wie

wir zu Bett wollten, kam Trachte und

rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

an allen Fronten!" - Es war aber erstmal

Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

Von da an haben wir richtigen Waffenstillstand.

Deutschland hat die schweren

Waffenstillstandsbedingungen angenommen, die

uns aber kurz darauf noch etwas gemildert

wurden, nämlich brauchen wir nicht

die volle Zahl von Kraftwagen u.s.w.

abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

Nähere kann man in den Zeitungen

lesen, die ich mir wieder seit dem

W.-stillstand aufhebe. Leider werden aber

unsere Gefangenen vorläufig nicht ausgeliefert,

die aber in Deutschland gefangen sind,

müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

Vorteil haben doch jetzt die Feinde für allererst.

 Diese Gedanke trübt uns am meisten

die große Freude auf den Frieden.



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Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

Wir fragten uns gegenseitig: Wie es nächstes

Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

wußten es damals ja schon, wie schlecht es

um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

die sie seinerzeit eingenommen haben,

wieder räumen müssen. Sie müssen immer

weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

vom Feinde frei. Wären bloß die Amerikaner

nicht hinzugekommen, dann

würde es auch nicht so schlecht um unser

Deutschland  - mein liebes Vaterland -

gestanden haben. Wie es wohl

noch wird ? Deutschland u. Amerika wechseln

noch immerzu Noten zwecks eines

baldigen Friedens. Deutschland hat den

Frieden angeboten. Auch unsere Verbündeten

sind kaputt. Amerika (Wilson)

verlangt aber nicht zu wenig von uns.

Unter anderem verlangt es Zurückziehung

unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

im Westen, Wiederherstellung

Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

entlassen werden) Und dann soll unser

Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

Dieses alles und noch mehr verlangen

die Feinde von uns zwecks eines Waf-

fenstillstandes. Danach werden die Frie-

densverhandlungen beginnen können.

Wilson wollte mit dem Deutschen Volke

 

rechte Seite

verhandeln, aber nicht mit dem

Hohenzollernhause. Unser Kaiser ist bei den

Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

Auch wollen sie unsern Militarismus unterdrücken. -

Unser Johann geht alle 3 Wochen

zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

Kea Danneboom. Am Sonntag, wie die

traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

war Tönni mit ihm nach Gr.; er war bei

Zimmermstr. Kruse.

 

Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918:

In dieser Spanne Zeit hat sich unendlich viel

neues zugetragen. Am 8. Novbr. abends, wie

wir zu Bett wollten, kam Trachte und

rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

an allen Fronten!" - Es war aber erstmal

Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

Von da an haben wir richtigen Waffenstillstand.

Deutschland hat die schweren

Waffenstillstandsbedingungen angenommen, die

uns aber kurz darauf noch etwas gemildert

wurden, nämlich brauchen wir nicht

die volle Zahl von Kraftwagen u.s.w.

abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

Nähere kann man in den Zeitungen

lesen, die ich mir wieder seit dem

W.-stillstand aufhebe. Leider werden aber

unsere Gefangenen vorläufig nicht ausgeliefert,

die aber in Deutschland gefangen sind,

müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

Vorteil haben doch jetzt die Feinde für allererst.

 Diese Gedanke trübt uns am meisten

die große Freude auf den Frieden.




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  • January 15, 2017 20:50:06 Rolf Kranz

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    Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wie es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Sie müssen immer

    weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Amerikaner

    nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um unser

    Deutschland  - mein liebes Vaterland -

    gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird ? Deutschland u. Amerika wechseln

    noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbündeten

    sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    im Westen, Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

    Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

    entlassen werden) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waf-

    fenstillstandes. Danach werden die Frie-

    densverhandlungen beginnen können.

    Wilson wollte mit dem Deutschen Volke

     

    rechte Seite

    verhandeln, aber nicht mit dem

    Hohenzollernhause. Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen sie unsern Militarismus unterdrücken. -

    Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

    Kea Danneboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

    war Tönni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.

     

    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918:

    In dieser Spanne Zeit hat sich unendlich viel

    neues zugetragen. Am 8. Novbr. abends, wie

    wir zu Bett wollten, kam Trachte und

    rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

    an allen Fronten!" - Es war aber erstmal

    Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

    Von da an haben wir richtigen Waffenstillstand.

    Deutschland hat die schweren

    Waffenstillstandsbedingungen angenommen, die

    uns aber kurz darauf noch etwas gemildert

    wurden, nämlich brauchen wir nicht

    die volle Zahl von Kraftwagen u.s.w.

    abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

    2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

    bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

    mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

    Nähere kann man in den Zeitungen

    lesen, die ich mir wieder seit dem

    W.-stillstand aufhebe. Leider werden aber

    unsere Gefangenen vorläufig nicht ausgeliefert,

    die aber in Deutschland gefangen sind,

    müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

    Vorteil haben doch jetzt die Feinde für allererst.

     Diese Gedanke trübt uns am meisten

    die große Freude auf den Frieden.



  • January 11, 2017 16:08:43 Kappandra

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    Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wir es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Sie müssen im-

    mer weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Ame-

    rikaner nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um un-

    ser Deutschland  - mein liebes Vater-

    land - gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschland u. Amerika wech-

    seln noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbün-

    deten sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    im Westen, Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

    Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

    entlassen werden) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waf-

    fenstillstandes. Danach werden die Frie-

    densverhandlungen beginnen können.

    Wilson wollte mit dem Deutschen Volke

     

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    verhandeln, aber nicht mit dem Hohen-

    zollernhause. Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen sie unsern Militarismus unter-

    drücken. - Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

    Kea Danneboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

    war Tönni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.

     

    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918

    In dieser Spanne Zeit hat sich endlich viel

    neues zugetragen. Am 8. Novbr. abends, wie

    wir zu Bett wollten, kam Trachte und

    rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

    an allen Fronten!" - Es war aber erst-

    mal Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

    Von da an haben wir richtigen Waffenstill-

    stand. Deutschland hat die schweren Waffen-

    stillstandsbedingungen angenommen, die

    uns aber kurz darauf noch etwas gemil-

    dert wurden, nämlich brauchen wir nicht

    die volle Zahl von Kraftwagen u.s.w.

    abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

    2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

    bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

    mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

    Nähere kann man in den Zeitungen

    lesen, die ich mir wieder seit dem W.-

    stillstand aufhebe. Leider werden aber

    unsere Gefangenen vorläufig nicht ausge-

    liefert, die aber in Deutschland gefangen sind,

    müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

    Vorteil haben doch jetzt die Feinde für aller-

    erst. Diese Gedanke trübt uns am meisten

    die große Freude auf den Frieden.




  • January 11, 2017 16:08:37 Kappandra

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    Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wir es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Sie müssen im-

    mer weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Ame-

    rikaner nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um un-

    ser Deutschland  - mein liebes Vater-

    land - gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschland u. Amerika wech-

    seln noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbün-

    deten sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    im Westen, Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

    Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

    entlassen werden) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waf-

    fenstillstandes. Danach werden die Frie-

    densverhandlungen beginnen können.

    Wilson wollte mit dem Deutschen Volke

     

    right page

    verhandeln, aber nicht mit dem Hohen-

    zollernhause. Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen sie unsern Militarismus unter-

    drücken. - Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

    Kea Danneboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

    war Tönni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.

     

    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918

    In dieser Spanne Zeit hat sich endlich viel

    neues zugetragen. Am 8. Novbr. abends, wie

    wir zu Bett wollten, kam Trachte und

    rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

    an allen Fronten!" - Es war aber erst-

    mal Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

    Von da an haben wir richtigen Waffenstill-

    stand. Deutschland hat die schweren Waffen-

    stillstandsbedingungen angenommen, die

    uns aber kurz darauf noch etwas gemil-

    dert wurden, nämlich brauchen wir nicht

    die volle Zahl von Kraftwagen u.s.w.

    abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

    2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

    bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

    mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

    Nähere kann man in den Zeitungen

    lesen, die ich mir wieder seit dem W.-

    stillstand aufhebe. Leider werden aber

    unsere Gefangenen vorläufig nicht ausge-

    liefert, die aber in Deutschland gefangen sind,

    müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

    Vorteil haben doch jetzt die Feinde für aller-

    erst. Diese Gedanke trübt uns am meisten

    die große Freude auf den Frieden.



  • January 11, 2017 15:47:03 Kappandra

    left page

    Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wir es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Sie müssen im-

    mer weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Ame-

    rikaner nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um un-

    ser Deutschland  - mein liebes Vater-

    land - gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschland u. Amerika wech-

    seln noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbün-

    deten sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    im Westen, Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

    Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

    entlassen werden) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waf-

    fenstillstandes. Danach werden die Frie-

    densverhandlungen beginnen können.

    Wilson wollte mit dem Deutschen Volke

     

    right page

    verhandeln, aber nicht mit dem Hohen-

    zollernhause. Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen sie unsern Militarismus unter-

    drücken. - Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

    Kea Danneboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

    war Töni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.

     

    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918

    In dieser Spanne Zeit hat sich endlich viel

    neues zugetragen. Am 8. Novbr. abends, wie

    wir zu Bett wollten, kam Trachte und

    rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

    an allen Fronten!" - Es war aber erst-

    mal Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

    Von da an haben wir richtigen Waffenstill-

    stand. Deutschland hat die schweren Waffen-

    stillstandsbedingungen angenommen, die

    uns aber kurz darauf noch etwas gemil-

    dert wurden, nämlich brauchen wir nicht

    die volle Zahl von Kraftwagen u.s.w.

    abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

    2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

    bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

    mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

    Nähere kann man in den Zeitungen

    lesen, die ich mir wieder seit dem W.-

    stillstand aufhebe. Leider werden aber

    unsere Gefangenen vorläufig nicht ausge-

    liefert, die aber in Deutschland gefangen sind,

    müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

    Vorteil haben doch jetzt die Feinde für aller-

    erst. Diese Gedanke trübt uns am meisten

    die große Freude auf den Frieden.



  • January 11, 2017 15:46:49 Sabine Altmann (F&F)

    linke Seite:

    Augen haben sich mir mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wie es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist!!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unseren viele Örter, Städte & Gelände,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Die müssen immer

    weiter zurückgehen. Doch Gott sei dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Amerikaner

    nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um unser

    Deutschland & mein liebes Vaterland

    gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschand u. Amerika wechseln

    noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbündeten

    sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    aus dem im Westen, Her Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis um

    Jahrgang 1895. (Die älteren sollen also

    entlassen werden.) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr, verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waffenstillstandes.

    Dadurch werden die Friedensverhandlungen

    beginnen können.

    Wilson wollte mit dem deutschen Volke


    rechte Seite:

    verhandeln aber nicht mit dem Hohenzollernhause.

    Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen Sie unseren Militärismus unterdrücken. -

    Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großesche, zu seiner Freundin

    Rea Danneboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Heinrich kam,

    war Tänni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.

    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr.

    1918:

    In dieser Spanne Zeit hat sich unendlich viel

    neues zugetragen. Am 8. Novbr., abends, wie

    wir zu Bett B wollten, kam Trachte (?) und

    rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

    an allen Fronten!" - Es war aber erstmal

    Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

    Von da an haben wie richtigen Waffenstillstand.

    Deutschland hat die schweren Waffenstillstandsbedingungen

    angenommen, die uns aber kurz danach noch etwas gemildert

    wurden, nämlich brauchen wir nicht

    die volle Zahl der an Kraftwagen u. s. w.

    abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

    2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

    bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

    mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

    Nähere kann man in den Zeitungen

    lesen, die ich mir wieder seit dem W.=stillstand

    aufhebe. Leider werden aber

    unsere Gefangenen vorläufig nicht ausgeliefert,

    die aber in Deutschland gefangen sind,

    müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

    Vorteil haben doch jetzt die Freinde für allererst.

    Diese Gedanke trübt uns am meisten

    die große Freude auch den Frieden.


  • January 11, 2017 15:45:08 Kappandra

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    Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wir es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Sie müssen im-

    mer weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Ame-

    rikaner nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um un-

    ser Deutschland  - mein liebes Vater-

    land - gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschland u. Amerika wech-

    seln noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbün-

    deten sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    im Westen, Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

    Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

    entlassen werden) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waf-

    fenstillstandes. Danach werden die Frie-

    densverhandlungen beginnen können.

    Wilson wollte mit dem Deutschen Volke


    right page

    verhandeln, aber nicht mit dem Hohen-

    zollernhause. Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen sie unsern Militarismus unter-

    drücken. - Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

    Kea Dammeboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

    war Töni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.


    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918

    In dieser Spanne Zeit hat sich endlich viel

    neues zugetragen. Am 8. Novbr. abends, wie

    wir zu Bett wollten, kam Trachte und

    rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

    an allen Fronten!" - Es war aber erst-

    mal Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

    Von da an haben wir richtigen Waffenstill-

    stand. Deutschland hat die schweren Waffen-

    stillstandsbedingungen angenommen, die

    uns aber kurz darauf noch etwas gemil-

    dert wurden, nämlich brauchen wir nicht

    die volle Zahl von Kraftwagen u.s.w.

    abgeben. Auch haben sie uns anstatt bis

    2. Dezbr. bis zum 15. Dezbr. Waffenstillstand

    bewilligt. Auch gaben sie noch ein par Tage

    mehr Frist für Truppenzurückziehung. Alles

    Nähere kann man in den Zeitungen

    lesen, die ich mir wieder seit dem W.-

    stillstand aufhebe. Leider werden aber

    unsere Gefangenen  vorläufig nicht ausge-

    liefert, die aber in Deutschland gefangen sind,

    müssen sofort freigegeben werden. Dieses große

    Vorteil haben doch jetzt die Feinde für aller-

    erst. Diese Gedanke trübt uns am meisten

    die große Freude auf den Frieden.


  • January 11, 2017 15:41:22 Sabine Altmann (F&F)

    linke Seite:

    Augen haben sich mir mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wie es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist!!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unseren viele Örter, Städte & Gelände,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Die müssen immer

    weiter zurückgehen. Doch Gott sei dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Amerikaner

    nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um unser

    Deutschland & mein liebes Vaterland

    gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschand u. Amerika wechseln

    noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbündeten

    sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    aus dem im Westen, Her Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis um

    Jahrgang 1895. (Die älteren sollen also

    entlassen werden.) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr, verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waffenstillstandes.

    Dadurch werden die Friedensverhandlungen

    beginnen können.

    Wilson wollte mit dem deutschen Volke


    rechte Seite:

    verhandeln aber nicht mit dem Hohenzollernhause.

    Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen Sie unseren Militärismus unterdrücken. -

    Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großesche, zu seiner Freundin

    Rea Danneboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Heinrich kam,

    war Tänni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.

    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr.

    1918:

    In dieser Spanne Zeit hat sich unendlich viel

    neues zugetragen. Am 8. Novbr., abends, wie

    wir zu Bett B wollten, kam Trachte (?) und

    rief zur Küchentür herein: "Waffenstillstand

    an allen Fronten!" - Es war aber erstmal

    Waffenruhe bis zum 11. mittags 11 Uhr.

    Von da an haben wie richtigen Waffenstillstand.

    Deutschland hat die schweren Waffenstillstandsbedingungen

    angenommen, die uns aber kurz danach noch etwas gemildert

    wurden, nämlcih brauchen wir nicht

    die volle Zahl der von


  • January 11, 2017 15:38:18 Kappandra

    left page

    Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wir es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Sie müssen im-

    mer weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Ame-

    rikaner nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um un-

    ser Deutschland  - mein liebes Vater-

    land - gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschland u. Amerika wech-

    seln noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbün-

    deten sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    im Westen, Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

    Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

    entlassen werden) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waf-

    fenstillstandes. Danach werden die Frie-

    densverhandlungen beginnen können.

    Wilson wollte mit dem Deutschen Volke


    right page

    verhandeln, aber nicht mit dem Hohen-

    zollernhause. Unser Kaiser ist bei den

    Feinden sehr verhaßt; weshalb wohl?

    Auch wollen sie unsern Militarismus unter-

    drücken. - Unser Johann geht alle 3 Wochen

    zum Besuch nach Großefehn, zu seiner Freundin

    Kea Dammeboom. Am Sonntag, wie die

    traurige Nachricht über unseren Hinrich kam,

    war Töni mit ihm nach Gr.; er war bei

    Zimmermstr. Kruse.


    Dienstag, d. 30. Okt. bis Montag, d. 18. Novbr. 1918



  • January 11, 2017 15:35:09 Kappandra

    left page

    Augen haben sich mit mit Tränen gefüllt.

    Wir fragten uns gegenseitig: Wir es nächstes

    Jahr an diesem Tage wohl ist !!?? Wir

    wußten es damals ja schon, wie schlecht es

    um unser mir so liebes Deutschland stand; denn

    seit dem 27. Juli dieses Jahres haben wir eine

    Militärische-Niederlage erlitten. Unsere Truppen

    mußten seitdem die Übermacht unserer Feinde

    weichen. In der letzten Zeit hauptsächlich,

    haben die Unsern viele Örter, Städte & Gebäude,

    die sie seinerzeit eingenommen haben,

    wieder räumen müssen. Sie müssen im-

    mer weiter zurückgehen. Doch Gott sei Dank,

    ist bis jetzt unser liebes Vaterland noch

    vom Feinde frei. Wären bloß die Ame-

    rikaner nicht hinzugekommen, dann

    würde es auch nicht so schlecht um un-

    ser Deutschland  - mein liebes Vater-

    land - gestanden haben. Wie es wohl

    noch wird? Deutschland u. Amerika wech-

    seln noch immerzu Noten zwecks eines

    baldigen Friedens. Deutschland hat den

    Frieden angeboten. Auch unsere Verbün-

    deten sind kaputt. Amerika (Wilson)

    verlangt aber nicht zu wenig von uns.

    Unter anderem verlangt es Zurückziehung

    unserer Truppen aus den besetzten Gebieten

    im Westen, Wiederherstellung

    Belgiens, Entlaßung der Soldaten bis zum

    Jahrgang 1895. (die älteren sollen also

    entlassen werden) Und dann soll unser

    Kaiser Wilhelm II. abgedankt werden.

    Dieses alles und noch mehr verlangen

    die Feinde von uns zwecks eines Waf-

    fenstillstandes. Danach werden die Frie-

    densverhandlungen beginnen können.

    Wilson wollte mit dem Deutschen Volke


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