Tagebuch, item 33

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daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

nicht zum Besten ergangen.

Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

"Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

den Ölschmierappart sic , 2 Schuß in den Benzinbehälter

ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

dann an den Tragflächen, Spannseilen usw.


14. Oktober. Abends intressanter Fliegerkampf,

wobei ein großes engl. Fahrzeug in Brand geschossen,

das allmählich lichterloh brannte in ca 2800 m

Höhe; nach einigen Minuten kam ein schwarzer

Gegenstand, der Motor runtergesaust, unmit-


-58-

rechte Seite

telbar darauf der Führer und nach ca 20 Sekunden

der Beobachter, sich mehrmals überschlagend.

Das Tragwandgestell blieb noch brennend

allein in der Luft, bis es endlich zusammenbrach

und auch runterkam. Es war bereits halbdunkel

beim Vorgang dieses Fliegerunfalls

und war somit ein schauerliches Naturspiel.


20. Oktober. Mittags kamen 29 engl. Flieger

über Mory - Noreuil nach Queant, warfen

an die 50 Bomben, wodurch ziemlicher Schaden

am Bahnhofe und Ortschaft angerichtet wurde.

In Queant abgeworfen, kam das Geschwader

den gleichen Weg zurück und warf

noch über Noreuil und unserer Arbeitsstelle

Mory. Abgeschossen wurde dabei nur

1 Flieger.

So konnte man den Monat Oktober durch

fast jeden Tag die intressantesten Fliegerkänpfe

beobachten.

22. Oktober. Durfte ich mittags 12³⁰ in Urlaub

fahren mit 5. XI. nachts angekommen

Fortsetzung Seite 68

-59-

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daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

nicht zum Besten ergangen.

Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

"Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

den Ölschmierappart sic , 2 Schuß in den Benzinbehälter

ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

dann an den Tragflächen, Spannseilen usw.


14. Oktober. Abends intressanter Fliegerkampf,

wobei ein großes engl. Fahrzeug in Brand geschossen,

das allmählich lichterloh brannte in ca 2800 m

Höhe; nach einigen Minuten kam ein schwarzer

Gegenstand, der Motor runtergesaust, unmit-


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rechte Seite

telbar darauf der Führer und nach ca 20 Sekunden

der Beobachter, sich mehrmals überschlagend.

Das Tragwandgestell blieb noch brennend

allein in der Luft, bis es endlich zusammenbrach

und auch runterkam. Es war bereits halbdunkel

beim Vorgang dieses Fliegerunfalls

und war somit ein schauerliches Naturspiel.


20. Oktober. Mittags kamen 29 engl. Flieger

über Mory - Noreuil nach Queant, warfen

an die 50 Bomben, wodurch ziemlicher Schaden

am Bahnhofe und Ortschaft angerichtet wurde.

In Queant abgeworfen, kam das Geschwader

den gleichen Weg zurück und warf

noch über Noreuil und unserer Arbeitsstelle

Mory. Abgeschossen wurde dabei nur

1 Flieger.

So konnte man den Monat Oktober durch

fast jeden Tag die intressantesten Fliegerkänpfe

beobachten.

22. Oktober. Durfte ich mittags 12³⁰ in Urlaub

fahren mit 5. XI. nachts angekommen

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  • February 3, 2019 11:35:14 Jan Hansen

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    daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

    da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

    wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

    Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

    nicht zum Besten ergangen.

    Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

    Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

    nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

    aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

    wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

    "Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

    können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

    den Ölschmierappart sic , 2 Schuß in den Benzinbehälter

    ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

    der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

    dann an den Tragflächen, Spannseilen usw.


    14. Oktober. Abends intressanter Fliegerkampf,

    wobei ein großes engl. Fahrzeug in Brand geschossen,

    das allmählich lichterloh brannte in ca 2800 m

    Höhe; nach einigen Minuten kam ein schwarzer

    Gegenstand, der Motor runtergesaust, unmit-


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    rechte Seite

    telbar darauf der Führer und nach ca 20 Sekunden

    der Beobachter, sich mehrmals überschlagend.

    Das Tragwandgestell blieb noch brennend

    allein in der Luft, bis es endlich zusammenbrach

    und auch runterkam. Es war bereits halbdunkel

    beim Vorgang dieses Fliegerunfalls

    und war somit ein schauerliches Naturspiel.


    20. Oktober. Mittags kamen 29 engl. Flieger

    über Mory - Noreuil nach Queant, warfen

    an die 50 Bomben, wodurch ziemlicher Schaden

    am Bahnhofe und Ortschaft angerichtet wurde.

    In Queant abgeworfen, kam das Geschwader

    den gleichen Weg zurück und warf

    noch über Noreuil und unserer Arbeitsstelle

    Mory. Abgeschossen wurde dabei nur

    1 Flieger.

    So konnte man den Monat Oktober durch

    fast jeden Tag die intressantesten Fliegerkänpfe

    beobachten.

    22. Oktober. Durfte ich mittags 12³⁰ in Urlaub

    fahren mit 5. XI. nachts angekommen

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  • February 3, 2019 11:32:34 Jan Hansen

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    daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

    da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

    wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

    Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

    nicht zum Besten ergangen.

    Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

    Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

    nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

    aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

    wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

    "Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

    können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

    den Ölschmierappart, 2 Schuß in den Benzinbehälter

    ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

    der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

    dann an den Tragflächen, Spannseilen usw.


    14. Oktober. Abends intressanter Fliegerkampf,

    wobei ein großes engl. Fahrzeug in Brand geschossen,

    das allmählich lichterloh brannte in ca 2800 m

    Höhe; nach einigen Minuten kam ein schwarzer

    Gegenstand, der Motor runtergesaust, unmit-


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    rechte Seite

    telbar darauf der Führer und nach ca 20 Sekunden

    der Beobachter, sich mehrmals überschlagend.

    Das Tragwandgestell blieb noch brennend

    allein in der Luft, bis es endlich zusammenbrach

    und auch runterkam. Es war bereits halbdunkel

    beim Vorgang dieses Fliegerunfalls

    und war somit ein schauerliches Naturspiel.


    20. Oktober. Mittags kamen 29 engl. Flieger

    über Mory - Vorenil nach Queant, warfen

    an die 50 Bomben, wodurch ziemlicher Schaden

    am Bahnhofe und Ortschaft angerichtet wurde.

    In Queant abgeworfen, kam das Geschwader

    den gleichen Weg zurück und warf

    noch über Vorenil und unserer Arbeitsstelle

    Mory. Abgeschossen wurde dabei nur

    1 Flieger.

    So konnte man den Monat Oktober durch

    fast jeden Tag die intressantesten Fliegerkänpfe

    beobachten.

    22. Oktober. Durfte ich mittags 12³⁰ in Urlaub

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  • February 3, 2019 11:31:58 Jan Hansen

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    daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

    da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

    wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

    Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

    nicht zum Besten ergangen.

    Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

    Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

    nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

    aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

    wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

    "Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

    können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

    den Ölschmierappart, 2 Schuß in den Benzinbehälter

    ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

    der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

    dann an den Tragflächen, Spannseilen usw.


    14. Oktober. Abends intressanter Fliegerkampf,

    wobei ein großes engl. Fahrzeug in Brand geschossen,

    das allmählich lichterloh brannte in ca 2800 m

    Höhe; nach einigen Minuten kam ein schwarzer

    Gegenstand, der Motor runtergesaust, unmit-


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    rechte Seite

    telbar darauf der Führer und nach ca 20 Sekunden

    der Beobachter, sich mehrmals überschlagend.

    Das Tragwandgestell blieb noch brennend

    allein in der Luft, bis es endlich zusammenbrach

    und auch runterkam. Es war bereits halbdunkel

    beim Vorgang dieses Fliegerunfalls

    und war somit ein schauerliches Naturspiel.


    20. Oktober. Mittags kamen 29 engl. Flieger

    über Mory - Vorenil nach Queant, warfen

    an die 50 Bomben, wodurch ziemlicher Schaden

    am Bahnhofe und Ortschaft angerichtet wurde.

    In Queant abgeworfen, kam das Geschwader

    den gleichen Weg zurück und warf

    noch über Vorenil und unserer Arbeitsstelle

    Mory. Abgeschossen wurde dabei nur

    1 Flieger.

    So konnte man den Monat Oktober durch

    fast jeden Tag die intressantesten Fliegerkänpfe

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    22. Oktober. Durfte ich mittags 12³0 in Urlaub

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  • February 3, 2019 11:29:13 Jan Hansen

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    daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

    da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

    wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

    Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

    nicht zum Besten ergangen.

    Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

    Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

    nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

    aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

    wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

    "Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

    können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

    den Ölschmierappart, 2 Schuß in den Benzinbehälter

    ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

    der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

    dann an den Tragflächen, Spannseilen usw.


    14. Oktober. Abends intressanter Fliegerkampf,

    wobei ein großes engl. Fahrzeug in Brand geschossen,

    das allmählich lichterloh brannte in ca 2800 m

    Höhe; nach einigen Minuten kam ein schwarzer

    Gegenstand, der Motor runtergesaust, unmit-


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    rechte Seite

    telbar darauf der Führer und nach ca 20 Sekunden

    der Beobachter, sich mehrmals überschlagend.

    Das Tragwandgestell blieb noch brennend

    allein in der Luft, bis es endlich zusammenbrach

    und auch runterkam. Es war bereits halbdunkel

    beim Vorgang dieses Fliegerunfalls

    und war somit ein schauerliches Naturspiel.


    20. Oktober. Mittags kamen 29 engl. Flieger

    über Mory - Vorenil nach Queant, warfen

    an die 50 Bomben, wodurch ziemlicher Schaden

    am Bahnhofe und Ortschaft angerichtet wurde.

    In Queant abgeworfen, kam das Geschwader

    den gleichen Weg zurück und warf

    noch über Vorenil und unserer Arbeitsstelle

    Mory. Abgeschossen wurde dabei nur

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  • February 3, 2019 11:20:26 Jan Hansen

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    daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

    da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

    wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

    Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

    nicht zum Besten ergangen.

    Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

    Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

    nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

    aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

    wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

    "Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

    können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

    den Ölschmierappart, 2 Schuß in den Benzinbehälter

    ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

    der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

    dann an den Tragflächen, Spannseilen usw.


  • February 3, 2019 11:18:34 Jan Hansen

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    daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

    da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

    wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

    Landungsstelle gewesen, dann wäre es ihm sicherlich

    nicht zum Besten ergangen.

    Als nach 2 Stunden Hauptmann Boeltke mit dem

    Auto angefahren kam zur Besichtigung des Apparates,

    nachdem das Flugzeug von einem Feldwebel

    aus seiner Fliegergruppe abgeschossen

    wurde, erklärte er nach der Untersuchung:

    "Das Bürschchen hätte ruhig noch weiter fliegen

    können". Das Flugzeug hatte: 1 Schuß in

    den Ölschmierappart, 2 Schuß in den Benzinbehälter

    ziemlich oben, mehrere Schuß am Propeller,

    der ein 4 teiliger war und rückwärts angebracht,

    dann an den Tragflächen, Spannscheiben usw.


  • February 2, 2019 20:50:19 Jan Hansen

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    daß wir fast vor hatten, ihn niederzuknallen,

    da er 600 m von uns weg schon landen mußte,

    wären nicht Offiziere von uns schon zuerst an der

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    nicht zum Besten ergangen.


Description

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  • 50.180512||2.982306||

    Queant

  • 50.15544207692429||2.8552765810546816||

    Mory

  • 50.169627990908815||2.93346833825683||

    Noreuil

Location(s)
  • Document location Queant
  • Additional document location Mory
  • Additional document location Noreuil
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ID
1433 / 13454
Source
http://europeana1914-1918.eu/...
Contributor
Boscher-Haering, Annette
License
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/


October 13, 1916 – October 22, 1916
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  • Western Front

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